AxeAgeRetro – die 00er Jahre

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18.01.2013 von axeage

Ich saß im Büro. Ein unsäglich nervtötender Unternehmensberater, der vom Chef engagiert worden war und der schon ein paar Tage Marketing- und Kampagnen-Sprech ohne Sinn absonderte, hatte gerade eine Pause anberaumt. Die Raucher verzogen sich in die Küche, ich wollte mich im Internet bei einem der Online-Dienste darüber schlau machen, was der Tag bisher weltpolitisch und überhaupt so gebracht hatte. Aber auf allen Kanälen Sanduhr. Kein Durchkommen. Nichts. Nirgends.
Das Telefon klingelte. Die Liebste fragte, ob ich mitbekommen hätte, was geschehen sei. Ich sagte ihr, wir wären in einer unsäglich nervtötenden Unternehmensberater-Sitzung gewesen. Sie erzählte etwas von Flugzeugen, das ich nicht verstand und das sie mir aber auch nicht genauer erklären konnte. Drei, vier Flugzeuge, vielleicht noch mehr. Sie wusste nichts Genaues. Niemand wusste etwas Genaues. Sanduhr im Internet.
Als ich aufgelegt hatte, bereitete eine Kollegin, die einer Freikirche angehörte und die an diesem Tag ein T-Shirt mit der Aufschrift Jesus Inside trug, mit salbadernden Thesen die Firma auf den Weltuntergang vor. Der unsäglich nervtötende Unternehmensberater verstieg sich in der These, der Mossad stecke dahinter.
Wir trafen uns in der Küche. Fast wäre ich nach gut zwei Jahren Abstinenz wieder zum Raucher geworden. Die Kaffeemaschine stand nicht mehr still, bis einer der älteren Kollegen auf die Idee kam, ein Bier aufzumachen und wir beschlossen, den Weltuntergang schön zu saufen. Draußen schien die Sonne, in New York verfinsterte sie sich gerade.
Berichte vom Unvorstellbaren auf der Heimfahrt im Radio, zu Hause im Fernsehen und  im Internet, immer noch mit viel Sanduhr. Wir waren entsetzt, Claus Kleber war entsetzt, Jan Hofer war entsetzt. Ob Harald Schmidt auch entsetzt war, weiß ich nicht. Seine Show fiel aus. Die Magnum-Fotografen, die wie auf Bestellung zuhauf in New York versammelt waren, hielten drauf und lieferten Bilder von ausgesuchter Qualität. Überhaupt wirkte alles wie auf Bestellung: herrliches Herbstwetter, großspurige Pyrotechnik, spektakuläre Einstürze. Ja, ja die Amis, die verstanden ihr Handwerk.
Später, ein paar Jahre später, zehn Jahre später reduzierte sich alles auf die Frage, wo warst Du an diesem Tag und was hast Du an diesem Tag gemacht.
Jeder wusste es und weiß es heute noch.

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Einer meiner Lieblingsfilme ist Quadrophenia. Ein Film aus den 70er Jahren, bei dem es vordergründig um die Jugendunruhen zwischen Mods und Rockern im englischen Seebad Brighton geht, eigentlich aber um die in den 60er Jahren massiv aufbrechenden Generationskonflikte. Großartige Musik, meist von The Who und Sting in einer grandiosen Rolle als Ober-Mod und Hotelpage. Wer den Film kennt, weiß wovon ich spreche, wer ihn nicht kennt, interessiert sich nicht dafür, also erspare ich mir eine Inhaltsangabe.
Im Jahr 2001 hatte ich noch keinen Motorradführerschein, durfte aber aufgrund meines fortgeschrittenen Alters Leichtkrafträder mit maximal 15 PS bzw. 125 Kubikzentimetern fahren. Ich hatte eine Suzuki Marauder. Freund Frank, der der Fraktion der Mods zugetan war, fuhr eine schneeweiße 200er Vespa, PX natürlich, mit Handschaltung und Weißwandreifen. Nachdem auch er ein großer Quadrophenia-Fan war, reifte der Gedanke, beizeiten eine Quadrophenia-Gedächtnisfahrt nach England ins schöne Seebad Brighton zu unternehmen.

Der erste Versuch im Jahr 2000 endete allerdings kläglich nach ein paar hundert Kilometern. Der Motor meiner Marauder war nicht auf Dauervollgas ausgelegt und zerplatzte buchstäblich in der Nähe von Koblenz. Frank hat zwar versucht, alleine weiterzureisen, während ich auf die Reparatur meines Mopeds wartete, doch sintflutartige Regenfälle zwangen ihn zur Umkehr und so haben wir 2001 einen erneuten Versuch gestartet. The Run – Second Try. Diesmal sind wir nach dreitägiger Anreise tatsächlich auf der Insel angekommen.
Die See war rau, unsere Gesichtsfarbe grün und unsere Ärsche blau. Doch als wir nach stundenlangem Gegurke auf der falschen – sprich linken Straßenseite endlich in Brighton einfuhren  und die beiden Piers vor uns lagen, das knallbunte, gut besuchte Palace Pier und das verfallene West Pier, waren alle Strapazen und The Run – First Try schlagartig vergessen. Wir parkten unsere Höllenmaschinen auf der Promenade und legten uns in voller Mopedmontur mit einem Bier in der Hand an den Strand.

Wir haben uns ein typisch englisches Hotel in Strandnähe gesucht. Die Besitzerin, eine typisch englische Lady hat uns liebevoll The Gentle Giants genannt, wir haben Fish und Chips gegessen, tagsüber mit unseren Mopeds Ausflüge ins Hinterland gemacht und die Nächte auf dem Palace Pier oder in Pubs verbracht und der englischen Jugend dabei zugesehen, wie sie sich am Wochenende amüsiert, meist nämlich bis zum Anschlag besoffen und ab und zu sich gegenseitig ordentlich verprügelnd. Massenschlägereien allerdings, so wie zu Quadrophenia-Zeiten, gab es nicht, dafür war zu viel Security auf den Piers stationiert.
Mods und Rocker waren quasi ausgestorben. Nur zwei Mal sind schöne Lambretta-Roller durch die Stadt gebrettert. Frank bekam feuchte Hände und hat verzückt ein paar tiefe Lungenzüge vom blauen Viertaktdunst inhaliert. Derart gestärkt sind wir nach gut einer Woche wie aus einem Spielfilm mit Überlänge wieder nach Hause gefahren. Vollgas versteht sich.

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Im Jahr 2002 war ich ein paar Monate arbeitslos – ich stand auf der Straße, wie man so schön sagt. Nicht, dass ich kein Dach über dem Kopf gehabt hätte, wir hatten ja unser Häuschen. Es war nur so, dass ich dafür, von morgens acht bis abends neunzehn Uhr in meinem Arbeitszimmer zu sitzen (früher Büro), oder in der Gegend herumzufahren (früher Geschäftsreise), oder mit Liebsten beziehungsweise meinen Kumpels einen Kaffee oder ein Bier zu trinken (früher Meeting oder Konferenz) nur etwa sechzig Prozent meines letzten Nettogehaltes bekommen habe und den Strom, den ich verbrauchte, das Heizöl, das ich verbrannte, den Kaffee, den ich trank und das Benzin, das ich verfuhr auch noch selbst bezahlen musste (früher mein Arbeitgeber). Einer wie ich, ist also doppelt gestraft, wenn er arbeitslos wird.

Trotzdem malte ich mir in meiner unendlichen Naivität die Tagesabläufe meiner wohlverdienten Arbeitslosigkeit folgendermaßen aus:
Die Liebste, die, wenngleich nur halbtags, aber immerhin einen Minijob hatte, verlässt um 7:30 Uhr das Haus. Wenn sie gegen 13:00 Uhr nach Hause käme, läge ich noch im Bett. Bis dahin hätte ich mir überlegt, ob ich verhasste ehemalige Kollegen respektive Kunden per E-Mail beleidige (natürlich anonym) oder bei dem schönen Wetter doch lieber eine Runde auf dem Golfplatz drehe. Wenn ich mir für beides zu schade wäre, tränke ich mit der Liebsten Kaffee und verfolgte danach einen Prozess mit Richterin Barbara Salesch im Fernsehen. Ein Nickerchen bis zum Abendessen brächte meine verbrauchte Energie sofort wieder zurück und versetzte mich in die Lage, eine ausführliche After-Work-Party mit nicht verhassten ehemaligen Kollegen schadlos zu überstehen – selbstverständlich bis in die frühen Morgenstunden!
So viel zur Theorie.

Die Praxis sah so aus: Das erwähnte Häuschen, das gerade mal der Liebsten und mir, einer Katze und ab und zu einigen Gästen ausreichend Unterkunft bietet, ist ein sehr altes Häuschen, das wir über die Jahre zahlreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten unterzogen haben.
Entsprechend lang war die Liste der Restarbeiten, die nach solch baulichen Eingriffen zwar geplant, aber nie zu Ende geführt wurden.
Also stand seit dem ersten Tag meiner sogenannten Arbeitslosigkeit auf dem Plan, täglich eine jener Arbeiten doch endlich ihrem lange überfälligen Abschluss zuzuführen. Als da waren: Randleisten verlegen, Fenster streichen, Malerflecken ausbessern, einen Klappbalkon basteln, einen Verschlag für die immer zahlreicher werdenden Mülltonnen zimmern, hier ein Loch in der Wand ausbessern, da eine Unebenheit glätten, und so weiter und so weiter.

Dann gibt es da noch einen alten Schuppen, der zum Anwesen gehört und jahrzehntelang dazu missbraucht wurde, vorübergehend nicht benötigten Hausrat darin zu deponieren. Einem genetisch bedingten Sammlertrieb folgend, haben die Liebste und ich mehr als zehn Jahre lang immer nur in diesen Schuppen hinein geräumt, aber ihm niemals auch nur die kleinste Kleinigkeit entnommen.
Niemand kann sich vorstellen, wieviel vorübergehend nicht benötigter Hausrat sich in zehn Jahren ansammelt.
Ich bin drei Mal mit einem bis unter die Decke beladenen VW-Bus zur Müllkippe gefahren, habe jedes Mal brav fünf Euro bezahlt, um dann die einzelnen Sammelplätze für Karton und Pappe, Glas, Elektro, Metall, Sperr-, Rest- und Sondermüll anzusteuern und mir jedes Mal die Geschichte eines völlig unterbezahlten Ferienjob-Schülers oder Studenten anzuhören, der in der Hitze des damaligen Jahrhundertsommers und entsprechendem Gestank zu leiden hatte und sich gemüßigt sah, mir eingehend sein Leid zu klagen. Lieber keine Arbeit, als so eine, dachte ich dann immer, als ich den Müllplatz wieder verlassen durfte.
Natürlich hatte ich auch das eine ums andere Vorstellungsgespräch. In bester Erinnerung blieb mir das bei der Bundesagentur für Arbeit, die einen Projektleiter im Bereich Qualitätsmanagement suchte. Da interviewte mich ein junger Mann, der offensichtlich das Büchlein Bewerbungsgespräch leicht gemacht sehr intensiv gelesen hatte. Meine Antworten wurden immer dann sofort von ihm unterbrochen, wenn ich ein von ihm erwartetes Stichwort ausgesprochen hatte. Der gute Mann quittierte meine richtige Antwort dann mit den Worten »Danke, das genügt mir« und kritzelte daraufhin einen überdimensionalen Haken in seine Aufzeichnungen. Aber wehe, ich kam nicht auf das Stichwort. Dann quälte mich dieser Mensch mit Nachfragen und obskuren Umschreibungen des Wortes so lange, bis ich es endlich »erraten« hatte. Ich kam mir vor wie bei Wer wird Millionär. Allerdings erhielt ich pro richtiger Antwort keine Geldprämie und die ausgeschriebene Stelle schon gar nicht.

Wer weiß, wofür es gut war, um diesen Allgemeinplatz einmal zu bemühen. Ich bin mir ziemlich sicher, bei der Bundesagentur wäre ich nicht glücklich geworden, zumal die Agentur damals nomen est omen noch Anstalt hieß.

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Als Schüler habe ich mit neun oder zehn Jahren Gitarrenunterricht bekommen. Die Lehrmethode des alten Musiklehrers, der mich die Melodien deutscher Wander- und Volkslieder und ausnahmsweise auch einmal einen Westernsong hat zupfen lassen, während er auf dem Klavier zu klimpern geruhte, war allerdings wenig Ansporn für mich, weiter zu machen. Ich bin deshalb, wie Millionen anderer, die in ihrer Jugend ein Instrument erlernt haben, nicht dabei geblieben, wie man so schön sagt.
Meine alte Höfner Wandergitarre ist zwar in alle Studentenbuden und Wohnungen, die wir später hatten, mit umgezogen, aber gespielt habe ich sie eigentlich nie. Eine Wende brachte erst der vierzigste Geburtstag der Liebsten. Die hat sich nämlich zu ihrer Geburtstagsfete von allen Gästen, die je in ihrem Leben einmal ein Musikinstrument erlernt haben, ein Ständchen gewünscht und ich habe dieses Spektakel organisiert.
Zur Melodie von Yellow Submarine wurden sämtliche Helden- und Missetaten der Liebsten in Versform offenbart und mehr schlecht als recht von drei Gitarren, einem Saxophon, einer Geige, einer Triangel und gefühlten siebenhundert Blockflöten begleitet. Nicht gerade ein Ohrenschmaus, aber doch Initialzündung dafür, mich von Stund an intensiv mit selbst gemachter Musik und meiner alten Wandergitarre zu beschäftigen.
Kaum vier Jahre später besaß ich neun Gitarren, drei Verstärker, diverse soundveredelnde Elektronikkästchen, ein Mikrofon und eine eigene Band.

Unser erster Auftritt fand in einer Kneipe statt, war deshalb, weil wir jede Menge Claqueure organisiert hatten, ziemlich gut besucht, insgesamt aber so grottenschlecht, dass ich sofort nach dem Gig beschloss, den Schlagzeuger zu feuern und die umgehende Suche nach einem neuen einzuleiten. Ein solcher war zwar schnell gefunden und er war auch um Klassen besser, als der alte, hatte aber auch fast zehn Lebensjahre mehr auf dem Buckel und wollte immerzu nur Chuck Berry, Elvis Presley und anderen Uralt-Rockenrohl-Käse spielen. Außerdem waren wir uns, was die Ausrichtung der Band betraf, nicht so richtig einig. Er und der zweite Gitarrist hätten gerne jede Woche auf einer Kirchweih oder einer anderen Fete gespielt, inklusive Marmor, Stein und Eisen bricht, während mir aufgrund mannigfaltiger sonstiger Interessen fünf bis sechs Blueskneipen- oder Irish-Pub-Gigs im Jahr vollkommen genügt hätten.
Immerhin kamen wir in den folgenden drei Jahren auf circa dreißig Auftritte, von denen einige unvergessen bleiben werden, weil sie wirklich gut waren, andere aber mehr im Sinne von Fleisch ist mein Gemüse – eine Landjugend mit Musik, falls jemand diesen köstlichen Roman kennt.

Insgesamt möchte ich die Jahre mit der Band keinesfalls missen, vor allem, weil auch einige Straßenmusik-Auftritte dabei waren. Ich habe in meinem Leben kaum etwas Aufregenderes erlebt, als auf der Straße zu musizieren. Auf einem der größten Umsonst- und Draußenfestivals Deutschlands, beim Bardentreffen in Nürnberg, haben wir einfach so mit ein paar Batterieverstärkern und einem Cocktail-Schlagzeug an einer Straßenecke gespielt und die Leute haben uns zugehört. Einige haben sogar getanzt. Viele haben Klimbergeld in unseren Gitarrenkoffer geworfen. Alle haben applaudiert.
Das Klimbergeld, immerhin fast hundert Euro, habe ich heute noch, gut verstaut in einem Lederbeutel in meinem Nachtkästchen. Mein Notgroschen.

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Ich habe schon immer gerne und viel geschrieben. Seit der Jahrtausendwende führe ich ein Tagebuch. Seit 2005 schreibe ich sozusagen öffentlich. Zunächst sporadisch den einen oder anderen Text für kolumne.de, später dann mehr oder weniger regelmäßig in meinem Weblog AxeAge. Zugegeben, der Prozess des Schreibens ist für mich ziemlich anstrengend, weil ich mich sehr gerne ablenken lasse oder Denk- und Formulierschleifen oft ein Eigenleben führen und zum Schluss etwas komplett anderes entsteht, als ursprünglich erdacht. Einerseits.
Andererseits gibt es kaum eine kreativere Beschäftigung, als Schreiben. Auch wenn das Ende oft anders ist, als geplant, ist es doch dann in Ordnung, wenn es sich gut liest und keine logischen Brüche oder Fehler enthält.
Schreibstil ist für mich besonders wichtig. Wenn ich es mir recht überlege, wichtiger, als Inhalt. Wer mir literarisch anspruchsvoll das Balz- und Sexualverhalten der rotlippigen Miesmuschelparasiten Parasitus Mytilus Lupia Rubentis nahebringt, erlangt wesentlich eher meine ungeteilte Aufmerksamkeit, als jemand, der die spannendste Geschichte der Welt in sprachlich holpriger Mitteilungsprosa herleitet. Auch Befindlichkeiten interessieren mich nur dann, wenn sie nicht Selbstzweck sind, sondern im Kontext eines oder mehrerer Ereignisse stehen.
So wie Musik Groove haben muss, sollte ein Text Esprit und Timing haben. Er sollte nicht ausschließlich aus Hauptsätzen bestehen und Informationen dürfen sich ruhig auch einmal zwischen den Zeilen befinden, meinetwegen auch verstecken. Blöderweise findet man in den meisten Weblogs nur Texte, die bestenfalls als Predigtvorlage für einen Pfarrer taugen. Ich hoffe, nicht in meinem.

Aber natürlich gibt es auch das eine ums andere Weblog mit Texten, wie ich sie gerne lese und leutselig, wie ich bin, habe ich bei einigen Blog-Betreibern den persönlichen Kontakt gesucht und gefunden. Ein derartiges  Zusammentreffen und eine daraus resultierende Freundschaft ist insofern etwas besonderes, als man nicht, wie im „richtigen Leben“ erst den Menschen kennt und dann feststellt, dass er auch gut schreiben kann, sondern zu allererst dessen Texte liest und schätzt und dann den Menschen dahinter entdeckt. Faszinierend, zumal man im „richtigen Leben“ ja kaum noch jemanden trifft, der schreibt. Im Gegenteil, schreiben ist den meisten ein Greuel und als Freizeitbeschäftigung mindestens merkwürdig.
Ich habe jedenfalls kein einziges Zusammentreffen bereut und weiß seither, Wellenlängen über Texte auszusenden und einzufangen ist nicht die schlechteste Methode, interessante und gleichgesinnte Menschen zu besuchen, gerne auch in Ländern, wie beispielsweise der Ukraine, die man sonst höchstwahrscheinlich niemals bereist hätte.
Eine Blogger-Freundin hat dies einmal in einem Kommentar wunderbar zusammengefasst:
… nur ein oder zwei mit ähnlicher Wellenlänge oder Tsunamierlebensgleichheit oder unergründlich auftauchender Herzenswärmlichkeiten oder dieses kleine, erstaunliche Gefühl des Menschen-de-javue- … kann vorkommen in der Bloggerwelt …

Fortsetzung demnächst in der Kategorie AxeAgeRetro.

5 thoughts on “AxeAgeRetro – die 00er Jahre

  1. Was ist denn bitte ein „Klappbalkon“? Hab ich da bei Dir draufgesessen?

    Am 11. September war ich übrigens noch ziemlich 1.0. Habe das alles in der Glotze meines Studentenwohnheims verfolgt, so weit ich mich erinnere. W-Lan gab es damals noch nicht; man musste sich immer fiepend einwählen, vorher aber den Stecker vom Telefon in die Fiepbox tun.

    Einer meiner ersten Gedanken war damals tatsächlich: Was macht Harald Schmidt heute Abend? Und dann pausierte er ein oder zwei Wochen.

    Hach, ohne diese Internetdingens wärst Du nie in die Ukraine gekommen und ich nie nach Simmelsdorf, ist doch so, mein Freund, oder?

  2. wildganss sagt:

    Kaum zu glauben, was alles nicht passiert wäre, wen man alles nicht kennengelernt hätte.-Dazu gehören ein paar uralte Steine von unter Eurer Kirche, Fotos von vertrockneten Kröten an Eurem Bach, die Eistüten-BH-Pension gegenüber der Molkerei, cremige Cremigkeiten und schöne Blicke- einfach jede Menge Unvergessliches…!
    Deine Zeilen über das Schreiben mit den Dir ureigenen, strengen Kriterien werde ich öfter lesen, mich aber nicht danach richten. Wo kämen wir denn da hin?
    Gruß von einer sich freuenden…

  3. axeage sagt:

    @cw
    Ja, ja, sag’s mir nur: Simmelsdorf ist natürlich nicht mit Odessa zu vergleichen, aber auch nur deshalb, weil wir kein so schönes Opernhaus haben. Die Stromverkabelung jedenfalls ist wesentlich besser.

    @wildganss
    Hiermit wird der wilden Wildgans bescheinigt, dass sie die oberstrengen AxeAge-Richtlinien für herausragendes Bloggen erfüllt.

  4. hardy sagt:

    Ein schöner Text,mein lieber Freund! Wie immer treffsicher formuliert, messerscharf analysiert und wunderbar transskribiert.
    Am Tag als ground Zero „entstand“gab es den ganzen Tag nur wage Gerüchte über Flugzeugabstürze etc. Abends trafen wir uns zum gemeinsamen Fussball schauen-mein blau weißer Lieblingsverein hatte damals zum ersten Mal die Champions League erreicht und traf auf einen griechischen Verteter,wenn ich mich recht entsinne. Natürlich spielte Fussball an diesem Tag keine Rolle-immer wieder landeten wir bei den Bildern aus New York…
    Weiter so,lieber Axel! Bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Auf ganz bald!

  5. […] Die 00er Jahre […]

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