Über den Dächern von Tanger mit Michael Ballack

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28.12.2010 von axeage

Montagskino im ZDF – Das Bourne Ultimatum.
Ach ich weiß nicht. Diese neumodischen Filme. Allein schon der Titel, dann diese Authentizität suggerierende Wackelkamera, die krude Story und für alle hartnäckig Begriffsstutzigen diese verhackstückelt-nervtötenden Rückblenden über die gesamte Dauer des Films. Dann noch dieser Hauptdarsteller, der dem Fußball-Nationalkapitän in Lauerstellung, Michael Ballack so schrecklich ähnlich sieht. Ja gut, dafür kann er nix, der gute Matt Damon, aber hätte man nicht einen nehmen können, der weniger brav und treudoof ins Objektiv der Kamera und durch die Okulare seiner zahlreichen Ausspähungs- und Zielfernrohre blickt.

Wenn ich dann noch Kritiken lese, die meinen, mit diesem Werk werde ein stechend scharfer Blick auf das amerikanische Trauma unserer Generation geworfen, nämlich auf den internationalen Terrorismus, dann drängt sich schon der Verdacht auf, die Verfasser derartiger Filmbesprechungen haben wohl zu viele schlechte Agentenfilme gesehen und darüber hinaus keine Ahnung, was das tatsächliche, amerikanische Trauma unserer Generation ist: die Ignoranz und die Borniertheit.

Nö, komme mir bitte keiner damit, dieser verwackelte Action-Reißer sei ein irgendwie geartet politischer Film. Der internationale Terrorismus, der Dank eines zugegebenermaßen reichlich monströsen Ereignisses im Herbst 2001 zum allgemein anerkannten Generalfeindbild stilisiert wurde und seither für sämtlichen Unbill in der westlichen Hemisphäre herhalten muss, dient in diesem Film als reichlich ärmliche Kulisse für ein paar alberne Kung-Fu-Rangeleien und Verfolgungsjagden über den Dächern von Tanger.

Der Rest ist Central Intelligence Agency für Anfänger, um nicht zu sagen für Stümper, rückt doch zum Schluss das gesamte Observation-Office aus, um den bösen Bourne zu suchen, zu stellen und zu richten, während dieser seelenruhig ins verwaiste Büro marschiert und sich sämtlicher CIA-Geheimdokumente bemächtigt. Platter geht’s nimmer.

Bleibt die Hoffnung, dass man Bourne, äh Webb, äh Damon, äh Ballack, der am Ende des Films in einen Fluss stürzt und dort eine Zeit lang regungslos verharrt, um dann allerdings urplötzlich und alphamännchengleich davonzuschwimmen, mitgeteilt hat, Das Bourne Ultimatum ist der ultimativ letzte Film dieser Trilogie.
Ansonsten steht zu befürchten, dass Bourne, äh Webb, äh – na Sie wissen schon – demnächst wieder auftaucht und Teil 4 – Das Bourne Desaster in den Kinos anläuft, um uns eines fernen Montags mit unruhiger Kamera zu einem weiteren, öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsabend in den Schlaf zu schaukeln. Gähn!

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2 Kommentare zu “Über den Dächern von Tanger mit Michael Ballack

  1. iris sagt:

    Endlich spricht es mal einer aus! Danke AxeAge!
    Ach ja, ein gesundes und glückliches 2011 wünsch ich Dir und deiner Liebsten!!!

  2. axeage sagt:

    @iris
    Vielen Dank für Die Neujahrswünsche. Auch Dir und Deinem Liebsten Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr.

    Bourne ist QmS!

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