Stanley hätte gekichert

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08.10.2010 von axeage

Gestern in arte wurde ein Film gezeigt, der für mich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert war. Doch dazu später.
Der Film hieß Kubrick, Nixon und der Mann im Mond, war als Dokumentarfilm angelegt und zeigte, dass Richard Nixon, der damals, 1969 sehr nervös war, ob die Amis es vor den verhassten Sowjets schaffen würden, bemannt auf den Mond zu fliegen und – das soll ein noch viel größeres Problem für Nixon dargestellt haben – ob es auch ordentliches Filmmaterial vom kleinen Schritt für einen Menschen und vom großen für die Menschheit geben würde. Das war nämlich gar nicht so klar und nichts ist schlimmer für den gemeinen, hollywoodsüchtigen Amerikaner, als ein politisches wissenschaftliches Ereignis, das nicht ordentlich mit Bildern und Pathos unterlegt ist.
Also sollen Nixons Schergen den damals äußerst hippen Regisseur Stanley Kubrick, der gerade mit der Produktion des Films 2001: Odyssee im Weltraum beschäftigt war, beauftragt haben, für den „Fall der Fälle“ eine kleine, authentische Mondlandung zu inszenieren.

So weit, so verschwörungstheoretisch. Richtig glaubwürdig und gut wurde der Film aber dann, als besagte Schergen tatsächlich in einer großen Gesprächsrunde zu Wort kamen. Unter anderem Henry Kissinger (US-Sicherheitsberater und US-Außenminister), Donald Rumsfeld (Assistent des US-Präsidenten Nixon und späterer Verteidigungsminister der USA) und Richard Helms (früherer CIA-Chef). Die Jungs in der Runde unterhielten sich so locker und gelöst, auch darüber, dass Nixon ein alter Säufer war, der eigentlich gar nix vertrug und als ihm nach einiger Zeit die Muffe ging und er im Halbsuff den Gedanken äußerte, diejenigen, die an der Mondlandungsmanipulationsinszenierung beteiligt waren, liquidieren zu lassen, lehnten Rumsfeld und Kissinger vehement und kategorisch ab, bei einem solchen Unterfangen mitzumachen.

Ein durchgeknallter CIA-Mann soll dann aber auf eigene Faust losgezogen sein und tatsächlich alle Beteiligten (bis auf Stanley Kubrick) um die Ecke gebracht haben, was Kubrick dazu veranlasst haben soll, sich bis zum Ende seines Lebens auf seinem Landsitz in England zu verbarrikadieren.

So, jetzt aber zur Auflösung, warum mich der Film in zweierlei Hinsicht so beeindruckt hat:
Ich habe bis zu dem Statement der Witwe Kubrick, die zum Schluss des Films augenzwinkernd von einem großen Spaß gesprochen hat, geglaubt, was mir dieser Bericht suggeriert hat. Erst als Frau Kubrick zu Wort kam und die zahlreichen Outtakes von Leuten gezeigt wurden, die in die Sache eingeweiht waren (wohlgemerkt die illustre Herrenrunde um Rumsfeld, Kissinger und Helms war nicht eingeweiht), wurde mir klar, dass es ein Mockumentary war.
Was aber noch viel schlimmer ist: Ich habe den Amis alles, was ich gehört und gesehen habe tatsächlich zugetraut. Wenn sich der Film zum Schluss nicht als große Ulkerei entpuppt hätte, hätte ich gesagt. Tja, so isser halt, der Ami.
Schlimm – oder?

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