Kerben in der Lederhand

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31.05.2010 von axeage

Ich hege da ja einen Verdacht, einen, den man wahrscheinlich nur als Beta-Blogger hegen darf. Einen Verdacht, der, würde er von einem ernsthaften Journalisten geäußert, wahrscheinlich ganz schnell dazu führte, dass dieser sofort und für lange Zeit seinen Ruf als ernsthafter Journalist auf’s Spiel setzen würde.

Also, aufgemerkt: Patientensprecher Dombrowski, ihr wisst schon, der mit der Lederhand, hat noch in der letzten Sendung der beliebten Krankenhausserie Neues aus der Anstalt eine kleine Plakatsammlung von all jenen Politikern und Celebrities angelegt, die bereits über die Anstaltsklinge gesprungen sind, als da wären: Pinkwart, Rüttgers, Zumwinkel, die bayerische Dreierbande Stoiber, Huber, Beckstein, Ex-Verteidiger Jung und Prügelbischof Mixa.
Und gerade, als Dombrowski sich anschickte, entsprechende Kerben in seine Lederhand zu ritzen, schielte aus einer Anstaltsecke das extrem schief hängende und reichlich derangierte Bildnis unseres nationalen Grußaugusts Horst Köhler, was Dombrowski zu der Äußerung veranlasste: Den krieg’n wir auch noch.

Ein, zwei Wochen später, die Worte des Patientensprechers waren kaum verklungen, erreichte uns die Nachricht, Dombrowskis Alter Ego, Georg Schramm steige aus der Sendung aus, weil er sich mehr seinem Bühnenprogramm widmen wolle.
Und heute, heute schmeißt auch der Bundesköhler hin.

Da stimmt doch was nicht. Da ist doch was im Busch. Vor ein paar Tagen schwafelt Köhler davon, im Notfall sei auch militärischer Einsatz notwendig, um deutsche Interessen, wie beispielsweise freie Handelswege zu wahren, um in der heutigen Abschiedsrede denjenigen, die sich erdreistet haben, ihn daraufhin zu rügen, mangelnden Respekt vor seinem Amt vorzuwerfen. Geht’s noch?

Nö, nö, ich glaube, Schramm und Köhler planen eine neue Satiresendung, mit einem Konzept ähnlich dem der Anstalt. Arbeitstitel: Schloss Bellevue. Ich stelle mir da so eine große Freitreppe vor, zu deren Füßen wechselnde Gäste Rücktrittsreden halten und die Zuschauer sich maßregeln und Respektlosigkeit vor diversen Ämtern vorwerfen lassen müssen. Roland Koch ist im Gespräch, auch Margot Käßmann.
Die Sendung wird einschlagen wie eine Bombe. Das Duo Lederhand/Sparkassendirektor wird Arzt/Patientensprecher weit in den Schatten stellen. Urban wird weinen. Horst wird brillieren.

So, jetzt ist es raus.

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4 Kommentare zu “Kerben in der Lederhand

  1. Westrup sagt:

    Good riddance to bad rubbish.

  2. Westrup sagt:

    Es geht ein Gespenst um in Europa. Das Gespenst des Rücktritts. Erst tritt der Koch zurück, dann der Köhler (ist ja fast wie ein Märchen, Freunde), dann tritt auch noch der Regisseur vom „Hobbit“ zurück, del Toro. Ja, wie ist es, Kameraden, wollt Ihr nicht auch? Zurücktreten!

  3. wils sagt:

    Verlasst das sinkende Schiff, falls ihr noch könnt. Politiker haben den Vorteil, dass sie nicht ins kalte Wasser fallen, sondern in ein warmes Schaumbad mit Champagner und vielen anderen Annehmlichkeiten.
    Wenn ich heute zurücktrete, dann wartet das Jobcenter auf mich und bald danach Herr Hartz.

  4. wildgans sagt:

    gerade noch vernünftige beschreibung schriller tatsachen:-)

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