Neue Luft in neuen Schläuchen

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05.04.2010 von axeage

Ostern ist ein merkwürdiges Fest. Ich gestehe, ich kann mit dieser ganzen Kreuzigungs- und Auferstehungsgeschichte nicht viel anfangen. Ja gut, im Kontext frühlingshafter, alljährlich wiederkehrender Naturerblühung ist Auferstehung zumindest eine halbwegs akzeptable Parabel. Aber sonst – bluttriefender Sandalen- und Erlöserhokuspokus, gepaart mit Osterhasenkindchenschema und der Möglichkeit, einen Freitag und einen Montag nicht arbeiten zu müssen.

Ostersträuße allerdings mag ich und Frühling auch.

Osterstrauß 2010

Vorgestern habe ich zusammen mit dem Neffen das Fahrrad fahrtauglich gemacht. Der hintere Reifen war platt, der Schlauch, schon alt an Jahren und entsprechend porös, musste getauscht werden. Und weil wir gerade dabei waren, haben wir auch gleich noch den Schlauch im Vorderreifen erneuert.
Boah, alte, abgestandene Fahrradschlauchluft, schnüffelte der Neffe, als die Luft mit Macht aus dem alten Schlauch entwich, das Ventil durch die Werkstatt flog und hinter einem unaufgeräumten Regal in einer anderen Matrix verschwand.

Gestern bin ich bei nicht allzu wirtlichem Wetter ein wenig in der Gegend herum gefahren. Wind, Graupel, Sonne, Wolken, Regen, kaum über zehn Grad, kaum Radfahrer. War trotzdem schön, weil Bewegung, weil Anstrengung, weil Frühling, weil Frühlingsgeruch.

Danach bin ich in den Garten, habe die Regentonne umgedreht, den Dachrinnenabfluss in die Tonne umgeleitet und die abgestorbenen Ranken des wilden Hopfens abgeschnitten. Dabei ein Vogelnest aus dem letzten Jahr in eine alte Pflanzschale gelegt. Das muss da noch eine Zeit lang liegen, bevor ich mich traue, es wegzuwerfen.

Einraumwohnung

Immerhin hat eine Amsel letztes Jahr drei Mal Junge in diesem Nest ausgebrütet. Die beiden Küken der letzten Brut allerdings haben es nicht geschafft. Sie lagen eines Morgens tot im Garten.

In der Sendung mit der Maus wurde am Vormittag übrigens erklärt, warum Vögel Eier legen und keine lebenden Jungen zur Welt bringen: sie wären dann zu schwer und würden nicht mehr fliegen können.

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10 Kommentare zu “Neue Luft in neuen Schläuchen

  1. Muriel sagt:

    Ja, das habe ich auch gesehen. Bin aber nicht sicher, ob mich das überzeugt. Die Eier sind doch auch im Vogel drin, bevor er sie legt.

  2. axeage sagt:

    @Muriel
    Aber Eier sind viel leichter, als junge Vögel.

  3. Muriel sagt:

    @axeage: Ja? Und wo kommt die zusätzliche Masse her, die entsteht, während die Vögel in den Eiern heranwachsen?

  4. Wildgans sagt:

    wirtliches wetter- marode fahrradschlauchluft- abgestorbene hopfendinger- das amselnest- ganz schön sinnlich hier und heute. bei uns war es auch nicht unwirtlich. im wirtshaus waren wir gestern abend, da speiste ich zum ersten mal im langen leben ein halbes wachtelei. schmeckte wirtlich hühnerig.
    gruß von sonia

  5. axeage sagt:

    @Muriel
    Die Vögel wachsen in den Eiern durch’s Brüten. Ach, was weiß denn ich.

    @Wildgans
    Tatsächlich habe ich am vorletzten Wochenende auch mein erstes Wachtelei gegessen – aber nicht wirtlich, sondern freundlich. Stimmt. Schmeckt genauso wie ein Hühnerei.

  6. Katja sagt:

    Ich weiss nicht, wie das bei Vögeln ist, aber zB Hühner legen die Eier nicht auf einmal, sondern mit 1-2 Tagen Abstand. Das Küken im befruchteten Ei fängt erst dann an zu wachsen, wenn ausgebrütet (also konstant gewärmt wird), daher schlüpfen die Küken dann zeitlich sehr viel dichter beieinander, als die Eier gelegt wurden.

    Ich nehme an, bei Vögeln verhält es sich ähnlich und die legen auch auch nicht alle Eier auf einmal. Bei 2 bis x Eiern macht es dann schon einen gewichtsmäßigen Unterschied, ob die Mutter damit rumfliegen muss oder die Eier legt.

  7. axeage sagt:

    Danke Katja und Du, Muriel, pass‘ im Biologieunterricht in Zukunft besser auf und wenn alles nichts hilft dann glaub‘ gefälligst an das Wunder der Natur.
    Ist doch wahr!

  8. Muriel sagt:

    Wunder der Natur, am Fuß! Vögel wären viel cooler, wenn sie einfach genug Power hätten, auch mit 12 Jungen im Leib noch zu fliegen.
    Man merkt eben doch irgendwie, dass Mutter Natur kein Mann ist…

  9. axeage sagt:

    @Muriel
    10 EURO in die Macho-Kasse.

  10. Muriel sagt:

    *grummel, murmel, lamentier, bezahl*

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