Blues Caravan – Meena, Shakura S’aida und Coco Montoya bei den Rother Bluestagen

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25.03.2010 von axeage

Die Blues Karawane, die seit ein paar Jahren durch die Lande zieht, habe ich schon das eine ums andere Mal gesehen. Zuletzt im Musikclub Hirsch, mit den fantastischen Gitarren-Ladies Sue Foley, Deborah Coleman und Roxanne Potvin.
Gestern machte sie bei den Rother Bluestagen Halt und es waren wieder zwei Damen dabei: die Österreicherin Meena und die Kosmopolitin Shakura S’aida. Außerdem Coco Montoya, Gitarrist und Sänger unter anderem bei John Mayalls legendären Bluesbreakern.

Um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein schöner Abend, vor allem deshalb, weil das Programm abwechslungsreich und für nahezu jeden Bluesgeschmack etwas dabei war.
Meena, die nicht nur wegen ihrer Bluesstimme, sondern durchaus auch wegen ihres Aussehens mit Janis Joplin verglichen wird, machte den Anfang. Schöne Stimme, gute Songs, nette Frau. Der Auftritt selbst vielleicht etwas farblos, manchmal ein wenig unbeholfen, aber immer sympathisch und musikalisch keinen Wunsch offen lassend.
An der Gitarre übrigens ein feengleiches Wesen namens Donna Grantis, das eine wunderschöne PRS-Gitarre spielte. Und weil bei einem Gig das Auge eben auch mithört, stahl die junge Gitarristin der jungen Sängerin so manches mal die Show, wenn sie über die Bühne highheelte und zu einem Solo ansetzte.

Beim Auftritt von Shakura S’aida sah das alles schon etwas anders aus. Sie schlich wie eine Katze auf die Bühne und machte vom ersten Ton an klar, wer von nun an die Herrin ist. Hätten die Gitarrenfee, Jonny Dyke an den Keyboards, Roger Inniss am Bass und Denis Palatin am Schlagzeug nicht gerade musiziert, sie hätten sich wahrscheinlich unterwürfig der Diva vor die Füße in den Bühnennebel geworfen.
Shakura S’aida ist mit einer fulminanten Stimme ausgestattet und verfügt über die Fähigkeit, so mit ihren Mitmusikern und dem Publikum zu spielen, dass man sich schlagartig in ein Las Vegas Show versetzt fühlt. Und musikalisch hat sie sowieso alles drauf: den Funk, den Groove, die Ballade, das Herz, den Schmerz, den Blues und den Blues und natürlich den Blues. Eine Freude, einem Vollprofi wie ihr bei „der Arbeit“ zuzusehen.

Nach einer kurzen Pause folgte Coco Montoya. Interessant, er spielt als Linkshänder eine Gitarre, die aber wie die eines Rechtshänders besaitet ist, will heißen, die hohen Saiten sind nicht unten, sondern oben. Das sieht für einen Gitarristen auf den ersten Blick ziemlich gewöhnungsbedürftig aus, aber wenn man dann hört, welche Läufe Montoya seiner Klampfe entlockt, gewöhnt man sich ganz schnell an diesen Anblick und gelangt zu der Ansicht, dass das schon alles so seine Richtigkeit hat. Ich gestehe, sein Spiel hat mich absolut begeistert. Das Solo in dem Slowblues-Klassiker Have You heard war so was von ausgeklügelt und mitreißend, ich dachte nach jedem Durchgang, jetzt kann eigentlich nichts mehr neues oder überraschendes kommen und doch setzte er immer noch einen drauf. Dynamik und Spielfreude pur!

Zum großen Finale waren dann noch einmal Meena und Shakura auf die Bühne gekommen, intonierten unter anderem den Klassiker Take me to the River, stellten noch einmal die hervorragende Band vor und entließen uns in die Nacht.
Bleibt zum Schluss der Wunsch und die Hoffnung, Thomas Ruf, der Begründer von Blues Caravan hat auch in den nächsten Jahren ein ähnlich glückliches Händchen mit der Auswahl seiner Protagonisten. Als Qualitätsbegriff hat sich diese Konzertreihe längst etabliert.

Übrigens, Oli Brown, der morgen bei den Bluestagen zusammen mit Henrik Freischlader auftritt, war bei der letztjährigen Blues Caravan dabei. Natürlich hab‘ ich schon Karten.

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2 Kommentare zu “Blues Caravan – Meena, Shakura S’aida und Coco Montoya bei den Rother Bluestagen

  1. Andreas und Bettina sagt:

    also für uns war die „unscheinbare“ Meena das Highlight des Abends. Ihre Stimme ist eine Naturgewalt und in den stillen Nuancen derer Shakura´s weitaus überlegen zudem die junge Musikerin ihre Songs selber komponiert und mit ihrem Intro auf der Slidegitarre auch ihr instumentales Können unter Beweis stellte. Shakura S´Aida zelebrierte wahrlich eine Las Vegas Show ob einem das gefällt ist Geschmackssache ebenso wie die High Heels von Donna Grantis (welche übrigens eine ausgezeichnete Rockgitarre spielt) mit wahrer Musik hatte das für uns wenig zu tun. Ganz im Gegensatz zu Coco Montoya, dieser Mann hat den Blues. Ein wirklich gelungener Abend und besten Dank nochmal an Meena sie hat uns mit ihrer ungekünstelten und leidenschaftlichen Art wirklich berührt.

  2. axeage sagt:

    @Andreas und Bettina
    … und so hat halt jeder seinen Musikgeschmack. Über die „wahre“ Musik brauchen wir deshalb wohl nicht diskutieren.

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