Blues

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11.03.2010 von axeage

Vier Takte Tonika , dann je zwei Takte Subdominante und Tonika, je ein Takt Dominante und Subdominante und wieder zwei Takte Tonika, spielbar in jeder Tonart, in Dur oder in Moll, mehr isses nicht, das Bluesschema.
Zugegeben, saudummes Wort, sind doch „Blues“ und „Schema“, einzeln und bei Licht besehen eher Begriffe, die nicht unbedingt zusammengehen wollen. Auf der anderen Seite kommt einfach keine Musik hinten raus, wenn man sich nicht an ein wie auch immer geartetes Schema hält und natürlich macht Blues nicht die immerwährende, stupide Wiederholung des genannten Schemas aus, sondern der Groove, die minimale Verzögerung, der Break, die Improvisation zwischen den Akkorden und die Dynamik, die dann entsteht, wenn man erst laut und schnell, schließlich langsam und getragen und dann wieder laut und schnell spielt, alles zusammen eben.

Ich liebe Blues und ich erinnere mich noch sehr gut an die ersten Male, als ich Stücke von Jimi Hendrix und Fleetwood Mac , später von Rory Gallagher und Van Morrison, noch später von Stevie Ray Vaughan und Walter Trout und noch später von Joe Bonamassa gehört habe und es mir jedes Mal und immer wieder neu wie eine Offenbarung vorkam.
Das war nicht nur Musik, so wie sie aus den Rotationsradios und Hitparaden heraus sabberte, hier hatten sich Musiker vollständig und kompromisslos einer Musikrichtung, eigentlich einer Sache verschrieben, die alle Sinne forderte, das Gehör, das Gefühl, die Bewegung, das Sehen, ja selbst den Geruchssinn, kann man doch das Glühen einer übersteuerten Verstärkerröhre nicht nur sehen, sondern tatsächlich auch riechen.

Einer, der auch diesen Weg gegangen ist – die Legende sagt ja, gute Bluesmusiker haben an einer Wegkreuzung (Crossroads) ihre Seele dem Teufel verkauft, um den Blues spielen zu können – ist Henrik Freischlader, ein junger Mann aus Wuppertal, den ich früher in diversen Vorprogrammen und später dann auch als Hauptakt erlebt habe.
Ein unheimlich sympathischer Typ, der sein Handwerk absolut versteht und der in zwei Wochen zusammen mit Oli Brown bei den Rother Bluestagen auftritt, wofür ich natürlich schon Konzertkarten habe.

Bei Youtube habe ich dieser Tage einen großartigen, dreiteiligen Filmbericht gefunden, in dem Freischlader von der Entstehung seiner neuesten CD berichtet. Die ist etwas ganz besonderes, er hat nämlich sämtliche Instrumente – Schlagzeug, Bass, Orgel, Percussion, Gitarre – und natürlich den Gesang selbst eingespielt.

Nehmt Euch etwas Zeit und schaut Euch das mal an. Es ist einfach nur faszinierend, diesem Multiinstrumentalisten bei der Arbeit zuzusehen.

Studiotagebuch Teil 1
Studiotagebuch Teil 2
Studiotagebuch Teil 3

Übrigens, was ich meine mit sich vollständig und kompromisslos einer Sache zu verschreiben, ist sehr gut im zweiten Teil, ungefähr ab der siebten Minute zu sehen.

3 thoughts on “Blues

  1. birgit sagt:

    yeah
    das muss ich haben

  2. axeage sagt:

    Yeah,
    auf, auf nach Roth, ja oder hier, jeden zweiten Donnerstag, da ist es auch nicht schlecht !!

  3. PeMo sagt:

    So ist das kleine mittelfränkische Roth
    also nicht nur als Mekka der Triathleten
    von überregionaler Bedeutung,
    darf ich als gebürtiger Oberfranke
    in Hochachtung der emsigen
    Organisator(inn)en feststellen.

    Er ist auch dank Roth
    noch keineswegs tot:
    Ein Gruß
    dem Blues!

    Wir haben in meinem südbadischen Exil
    sogar einen Akustik-Blues-Stammtisch:
    http://www.cafe-turm.com/events.htm#ABS

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