Scheibenwelt

2

16.02.2010 von axeage

Es gibt nicht sehr viele Spiele, die man einfach nur so, will heißen sinnfrei, ohne Ziel, ohne Ergebnis und ohne größeres Regelwerk spielen kann. Das Werfen eine Frisbee-Scheibe gehört dazu. Alles, was man braucht, ist eine große Wiese, einen windstillen Abend und mindestens zwei Menschen, die halbwegs in der Lage sind, zu antizipieren und einen kontrollierten Schleuderwurf aus dem Handgelenk heraus zu produzieren.

Vor gut einer Woche ist Walter Fredrick Morrison gestorben, der Erfinder der Frisbee-Scheibe. Ich gestehe, ich hatte bisher noch nie von diesem Herrn gehört, aber die Serie eines tages bei SpiegelOnline, die über das Leben und die Erfindung von Herrn Morrison berichtet, hat mich daran erinnert, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis Pfingsten ist. Pfingsten ist nämlich die Zeit im Jahr, in der ich mit Freund Hartmut und noch einigen anderen, die gewillt und in der Lage sind, Frisbee spiele.

Traditionell findet Pfingsten ein Zeltlager im schönen Fichtelgebirge statt. An den Abenden wird gegrillt und Bier getrunken und wenn es windstill ist, Federball und Frisbee gespielt. Das interessante an Frisbee ist, man kann nicht erklären, wie man die Scheibe werfen muss und auch nicht, wohin, damit sie beim „Ziel“ ankommt. Und auch der Fänger muss bei jedem Wurf anders reagieren, indem er die Scheibe, deren Geschwindigkeit und Richtung ständig beobachtet und vorausberechnet, wo sie schließlich herunter kommt, beziehungsweise herunter kommen könnte.

Gelungen ist für mich ein Wurf dann, wenn er schön hoch ist, über 30, 40 oder gar 50 Meter genau über dem Fänger stoppt und dann mehr oder weniger senkrecht zu Boden – sprich auf den Fänger – fällt, so dass dieser nur seine Arme nach oben ausstrecken und zupacken muss.

Damit ist Frisbee dem Golfsport übrigens ziemlich ähnlich, denn auch bei einem guten Golfspieler kann man, was Annäherungs- und Zielschläge betrifft, beobachten, dass der Ball mit Rückwärtsdrall (neudeutsch Backspin) gespielt – genau bis über das Ziel oder ein wenig darüber hinaus fliegt und dann wie ein Stein herunter fällt, um vom Backspin angetrieben Richtung Fahne zu laufen. Ein Anblick, der mich bei jeder Golfübertragung im Fernsehen immer wieder auf’s Neue fasziniert.

So und jetzt geh‘ ich in Sportgeschäft, kaufe zu Ehren von Walter Fredrick Morrison eine Frisbee-Scheibe und erfreue mich an dem Gedanken, gut, um nicht zu sagen sehr gut für Pfingsten gerüstet zu sein.
Durst hab‘ ich übrigens auch schon.

2 thoughts on “Scheibenwelt

  1. Hardy sagt:

    …und das Schöne ist das man Frisbee und Golf kombinieren kann!!!
    guckst Du hier:

    Bis nächste Woche…dann zeigt der Westfale wie man Badminton (früher:Federball) spielt,hä hä…

  2. axeage sagt:

    Freu‘ mich schon drauf !

Kommentar verfassen ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Februar 2010
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728