Blödsinn mit Lötzinn

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27.12.2009 von axeage

Ein Selbstbauradio sollte es zu Weihnachten für den Neffen sein. Die Firma Franzis bietet derartiges als Transistor- und als Röhrenvariante an.

Selbstbau-Transistorradio

Weil ich von Musikerkollege Stefan, der schon einige Röhrenverstärker gebaut hat, weiß, dass in Röhren sehr starke Ströme fließen sehr hohe Spannungen herrschen und wir nicht daran Schuld sein wollten, dass der Neffe durch unser Weihnachtsgeschenk bleibende Schäden davon trägt, haben wir uns für die Transistorvariante entschieden.

Vorderansicht: Alles klar!

So schwang also der Neffe gestern erstmalig in seinem Leben einen völlig überdimensionierten Lötkolben, lötete und schraubte alles nach Anweisung zusammen, und schaltete nach gut einer Stunde diffiziler Arbeit dieses Wunderwerk hochwertigster Bastelkunst ein.
Nichts geschah.
Ich warf einen kritischen Blick auf die Platine. Die sah von vorne ganz passabel aus. Ich überprüfte alle Lötstellen, stellte fest, dass alles halbwegs fest war und konnte mir erst einmal keinen Reim darauf machen.

Rückansicht: Um Himmels Willen !

Dann aber besah ich mir die Rückseite der kleinen Platine und traute meinen Augen nicht. Der Neffe hatte dort zentimeterdick herabtropfendes Lötzinn fest werden lassen und damit sämtliche Kurzschlüsse verursacht, die auf solch engem Raum überhaupt möglich waren. Ein Feinelektroniker hätte sich beim Anblick dieser grobmotorisch schwerst verunstaltenen Platine höchstwahrscheinlich in die Ohnmacht gerettet.

Neffe und ich kamen überein, demnächst noch ein solches Radio zu erstehen und uns dann gemeinsam an Löt- und Zusammenbauarbeiten zu versuchen.
Das Projekt Röhrenradio wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

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8 Kommentare zu “Blödsinn mit Lötzinn

  1. Muriel sagt:

    Irgendwo hatte ich das kürzlich schon mal geschrieben, aber ich glaube, es war nicht hier: Ich hatte mal einen Elektronikbaukasten. Der war toll, und ich hatte viel Spaß damit, bis eines Tages ein damaliger Freund von mir ihn mal ausprobieren wollte. Innerhalb von fünf Minuten hatte er zwei der drei Transistoren vernichtet, und weil es noch keine Internet-Ersatzteilbestellung gab, habe ich mich auch nie darum bemüht, das Ding wieder in Stand zu setzen. Was wohl sonst aus mir geworden wäre?

  2. axeage sagt:

    Jetzt, da Du mich erinnerst, ich hatte ja auch mal so eine kleine Anekdote veröffentlicht.
    Hier nachzulesen.

  3. Neffeli sagt:

    Nuja der erste Kontakt ist immer schwierig 🙂

  4. Hardy sagt:

    ..ich denke für den Anfang wär ein Atomkraftwerk auch nicht verkehrt gewesen…

  5. Stefan sagt:

    Hohe Spannung mein Lieber, hohe Spannung herrscht in den Röhrenschaltungen. Aber auch die kann es in sich haben!
    Für den Anfang würde ein Baukasten mit Klemmverbindungen genügen. Gibt es die eigentlich noch?

  6. axeage sagt:

    Oh, der Herr der Röhrenverstärker persönlich ist auf meinem Blog. Guten Abend, mein Lieber.
    Ich gestehe, das mit dem Strom und der Spannung und den Volt und den Ampere und dem Wechsel und dem Gleich und dem ACDC war mir immer schon ein Buch mit sieben Siegeln.

  7. Die Nichte sagt:

    hätten wir so viel zu lachen gehabt wenn das radio funktioniert hätte? ich bin meinem bruder zu tiefstem dank verpflichtet, dass er das ding so vermurkst hat und uns einen spaßigen abend beschert hat… (auch wenns auf seine kosten war)

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