DIN-A-5 Tourismus

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11.09.2009 von axeage

Erst dachte ich ja, mindestens eine Woche, oder zehn Tage, vielleicht sogar vierzehn. Dann sagte mir die Liebste, Anfang September habe sie höchstens vier, fünf Tage Zeit. Mehr geht nicht – wirklich nicht: neues Projekt, neues Team, neue Aufgaben, neue Zeitpläne, da springen höchstens fünf Tage heraus.
Also gut, fünf Tage. Fünf Tage Ukraine. Fünf Tage Odessa. Fünf Tage DIN-A-Fünf Tourismus.
Letzteres muss ich erklären: Unsere Gastgeber, Familie Wesemann, stammt aus Deutschland, lebt aber aus beruflichen Gründen seit über einem Jahr in Odessa und im Vorfeld hatten wir besprochen, dass die Liebste an einem Tag unseres fünftägigen Besuchs einmal für uns alle kochen würde. Daraufhin gab Christoph Wesemann – Journalist, Kolumnist und Betreiber des berühmten Odessa-Blogs – zu bedenken, dass es im Wesemannschen Haushalt keine großen Teller gebe, also keine Essteller, sondern nur so kleine, so DIN-A-5-Teller eben. Kuchenteller meinte Herr Wesemann, aber das machte der Liebsten nichts aus. Sie zauberte an unserem ersten gemeinsamen Abend ein Abendessen mit zahlreichen Vorspeisen und diversen Hauptgerichten, nachdem wir den halben Tag auf dem Priwos-Markt die Zutaten dafür eingekauft hatten.
Und um die angeschnittene Quinten-Thematik gleich am Anfang abschließend zu behandeln: fünf Tage Odessa reichen vollkommen aus. Vollkommen!

Gold, das glänzt

Aber alles schön der Reihe nach.
Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte mir Christoph Wesemann die erste E-Mail geschrieben, nachdem ich mich per Kommentar an ihn herangeschmissen hatte. Bei dieser einen E-Mail ist es schließlich nicht geblieben. Es sind im Laufe des Jahres mehrere hundert geworden. Und weil Christoph und ich es leid waren, uns ständig nur via E-Mail zu unterhalten und wir uns vor ein paar Monaten schon einmal persönlich kennengelernt und nicht unsympathisch gefunden hatten, reifte der Gedanke, ihn, nebst Familie in Odessa, der Weißen Perle am Schwarzen Meer zu besuchen.

Mit zehn Stunden Verspätung kamen wir am vergangenen Freitag nachts um 2:00 Uhr in Odessa an, weil wir aufgrund einer Flugplanänderung nicht, wie ursprünglich geplant via Budapest früh um 10:30 Uhr, sondern abends um 20:00 Uhr via Wien fliegen mussten.

Gold

Lufthansa Gold

Ein Tag am Flughafen Frankfurt muss sich allerdings nicht zwangsläufig langweilig gestalten, vor allem dann nicht, wenn der Tag damit beginnt, dass die Polizei aufgrund eines herrenlosen Koffers ein ganzes Restaurant-Stockwerk räumen lässt.

Außerdem haben wir die Zeit sinnvoll genutzt und der Liebsten einen neuen Sportwagen gekauft, nachdem die Lufthansa uns mit reichlich Goldmünzen versorgt hatte, um uns für die Verspätung zu entschädigen.

Der Liebsten neues Fahrzeug

Der Liebsten neues Fahrzeug

Nachts sind alle Katzen grau

Endlich in Odessa angekommen und die nervige Einreise-Prozedur eines Bananenstaates mit finster und halbschlau dreinblickenden Uniformträgern hinter uns gebracht, holte uns Christoph am Flughafen ab und kutschierte uns durchs nächtliche Odessa zu der Ferienwohnung mitten in der Stadt, die er im Vorfeld für uns gemietet hatte.
Nachts sind alle Katzen grau, doch ansatzweise war auch bei Dunkelheit zu erkennen, wie es um Bausubstanz und Straßenzustand hier bestellt sein würde und die zahlreich in den Hinterhöfen lebenden Katzen sind auch bei Dunkelheit wahrnehmbar, sie pissen nämlich überall hin, auch in die unverschlossenen Hausflure. Ein Geruchscocktail, der einem tagelang nicht mehr aus der Nase geht.
Half also nur, sich nach der missratenen Anreise und der Beleidigung der Nase, ein paar Bier auf die Lampe zu gießen und sich dem Schlaf des Gerechten hinzugeben.

Scherm der Maulwurf und Wese die Nase gießen sich einen auf die Lampe

Axel der Maulwurf und Wese die Nase gießen sich einen auf die Lampe

Land des Lächelns

Am nächsten Morgen, Odessa bei Tageslicht. Die sich nächtlich abzeichnenden Silhouetten, vor allem in den Hinterhöfen, von denen wir zwei durchqueren mussten, um zu unserer Wohnung zu kommen, entpuppten sich als das, was wir geahnt, um nicht zu sagen befürchtet hatten: kaputt, dreckig, marode, verschlissen. Ebenso die Bürgersteige, die Bordsteine, die Straßen, die Häuserfronten, die Abwasserkanäle, die Stromleitungen, die Dachrinnen, die Fenster, einfach alles. Hinzu kommt noch etwas, auf das uns Christoph gleich nachdem er uns früh abgeholt hatte, hingewiesen hatte: man grüßt sich hier nicht, weder im Hausflur, noch auf der Straße, noch sonst irgendwo und überhaupt ist man im Umgang miteinander, vor allem Fremden gegenüber äußerst reserviert, im Grunde genommen unfreundlich. Außerdem ist der gemeine Odessit nicht gerade zimperlich und es kann durchaus sein, dass es aufgrund einer strittigen Situation im Straßenverkehr zu Handgreiflichkeiten und Schlägereien kommen kann. Er, Christoph habe das schon das eine ums andere Mal erlebt.

Hubraum und Titten

Derart konditioniert, verließen wir unsere beiden Hinterhöfe und begaben uns auf unsere erste Sight-Seeing-Tour durch Odessa.
Zu den wirklich schönen Gebäuden dieser Stadt gehört die Oper. Meine und Christophs Liebste haben sich deshalb auch am letzten Abend einen Opernbesuch gegönnt und waren sowohl vom Inneren des Gebäudes, als auch von der Inszinierung der Oper ganz angetan.

Die Oper von Odessa

Die Oper von Odessa

Vor der Oper und im anschließenden Park lassen sich die Hochzeitspaare ablichten und filmen. Laut Christoph entstehen wahre Video-Spielfilme mit Drehbuch und Regieanweisungen und tatsächlich haben wir ein solches Paar beobachtet, als wir im Park-Cafe eine kleine Pause eingelegt haben. Mehrfach mussten die beiden aufeinander zuschreiten, sich herzen und küssen und wehe, den Anweisungen des Regisseurs wurde nicht peinlich genau Folge geleistet, dann wurde die Szene gnadenlos so lange wiederholt, bis Regisseur, Kameramann und Regieassistentin zufrieden waren.
Ja, und was das Selbstverständnis einer funktionierenden Mann-Frau-Beziehung in der Ukraine betrifft, zeigt sich am besten im folgenden Bild:

Hubraum und Titten

Hubraum und Titten

Panzerkreuzer Potemkin

Das Wahrzeichen der Stadt ist sicherlich die große Treppe, bekannt aus dem Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin des berühmten Regisseurs Sergei Eisenstein.
Insgesamt drei Mal bin ich diese Treppe hinab und hinauf gestiegen. Drei Mal sind mir ein Mann mit einem dressierten Affen, ein Mann mit einem Chamäleon, das meistens eine grüne Farbe angenommen hatte, ein Husar, der ein Schwert und einen Schirm als Sonnenschutz trug und ein Postkartenverkäufer begegnet. Drei Mal habe ich mich darüber gewundert, dass am Ende der Treppe ein riesiges Autohaus gebaut wurde, was dem visuellen Eindruck, zumindest von oben betrachtet, ordentlich trübt und ein Mal hat mir Christoph erklärt, dass das Besondere an dieser Treppe sei, dass man von oben nur die großen Absätze und von unten nur die Stufen der Treppe sehen würde.

Die Treppe

Die Treppe

Die Unterbrechung der Kühlkette

Am Nachmittag haben wir einen riesigen Wochenmarkt besucht, den sogenannten Priwos-Markt. Hier gibt es alles, was in Haushalt und Küche benötigt wird und Christoph hatte die Anweisung von seiner Frau bekommen, alles, was die Liebste für ein mehrgängiges Menü benötigte, zu bezahlen, wenn notwendig, Übersetzungshilfe bei den Marktweibern zu leisten und ansonsten keine dummen Fragen zu stellen.
Das ließ sich die Liebste natürlich nicht zwei Mal sagen und hat Unmengen Gemüse, Salat, Gewürze und Fleisch eingekauft. Meine Bedenken bezüglich der Unterbrechung der Kühlkette wurden von ihr ebenso in den Wind geschlagen, wie Christophs Einwand, eine solche Menge Essen könne man doch unmöglich von DIN-A-5-Tellern verspeisen.

Hier gibts alles

Priwos-Markt - hier gibt's alles

Der Wochenmarkt als Messlatte der Demokratie

Interessant fand ich Christophs These, dass derart unkontrollierte Wochenmärkte, mit mehrfacher Kühlkettenunterbrechung, fehlender Auszeichnung von Mindesthaltbarkeitsdaten und ohne Ausgabe von Kassenbons mit zunehmender Demokratisierung eines Landes zurückgehen und schließlich ganz verschwinden würden. Als Beispiel nannte er die sogenannten Polenmärkte, die nach dem Beitritt Polens zur EU und der im Lande fortschreitenden Demokratisierung eines Tages völlig von der Bildfläche verschwunden waren.

Politische Diskussion am Rande eines Wochenmarktes

Der Internationale Frühschoppen mit einem Journalisten aus zwei Ländern

Mahlzeit

Mahlzeit

Abendmahl

Der Tag klang aus mit einem gemeinsamen Koch-Event.

Die Küche wurde verwüstet, die Kinder wurden gebadet.

Der Wein war trocken, das Bier süffig, ein Plastikhocker allzu nachgiebig und das neue Wese-Töchterchen noch nicht alleine sitzfähig.

Von den Kuchentellern zu essen, war übrigens kein Problem. Allen hat’s geschmeckt.

Matrosen und Hunde

Am nächsten Morgen wollten wir alle zusammen, sprich die Liebste und ich, sowie die inzwischen vierköpfige Familie Wesemann mit einem Schiff eine kleine Hafenrundfahrt machen. Das Wetter war nicht allzu schön und als wir bei einem der im Hafen liegenden Ausflugsboote anfragten, wann denn damit zu rechnen sei, dass es in See steche, bekamen wir als Antwort, vielleicht in einer Stunde, oder in zwei, es könnte aber auch sein, dass überhaupt nicht, weil das Wetter so schlecht sei und wenn keine weiteren Passagier kämen, würde es sich ja gar nicht lohnen. Mit anderen Worten man wisse nicht, ob und wann und überhaupt.

Hafenidyll

Wartende Kolumnisten am Hafen

Also machten wir uns auf, wieder zurück in die Stadt zu gehen, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Die Kinder mussten ja auch bald zum Mittagsschlaf hingelegt werden und weil wir diesmal nicht wieder die mühsame Treppe hochgehen wollten, entschieden wir uns, durch einen etwas verhauten, nicht gerade vertrauenserweckenden Park zu laufen, was sich nach ein paar Metern als fatal herausstellen sollte, denn eine Meute bedrohlich bellender, zähnefletschender Hunde, wie sie in Odessa zahlreich anzutreffen sind, kam im strammen Galopp auf uns zugerannt. Ein Herr in Uniform, der offensichtlich die Oberaufsicht über die Bestien hatte, trottete langsam und ohne erkennbare Einsicht, die durchaus bedrohliche Situation zu entschärfen, hinterher.
Christoph nahm seinen Sohn auf den Arm, Frau Wesemann machte mit dem Kinderwagen auf dem Absatz kehrt, ich wusste nicht genau, was ich tun sollte und die Liebste trat vor und schrie so laut sie konnte die Hunde an.
Die blieben sofort stehen, zogen die Schwänze ein, tänzelten dann bellend und jaulend um uns herum und der Hundestaffelführer, der es sichtlich genoss, wie sehr wir uns fürchteten, eröffnete uns, dass das Betreten dieses Parks nicht gestattet sei.
Selten habe ich jemandem so viel Pest und Cholera an den Hals gewünscht, wie diesem uniformierten Blödmann, selten habe ich die Liebste so bewundert, wie an diesem Tag und selten hat die Liebste so gezittert, wie nach dieser Aktion.

Platzkonzert

Tanz ins Wochenende

Tanz ins Wochenende

Nach dem Mittagsschlaf, dem nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen frönten, gingen wir in den Stadtpark, wo am Wochenende immer Platzkonzerte stattfinden. Hier hatte ich zum ersten Mal in diesem Land den Eindruck, dass es auch Menschen gibt, die in der Lage sind, fröhlich und ausgelassen zu sein.
Wie weggeblasen war alles Mürrische und Verbiesterte. Man saß auf Parkbänken und lauschte dem ganz hervorragenden Orchester, das in einem Pavillon Walzer, Märsche und Swing spielte. Vor dem Pavillon tanzten meist ältere Herrschaften, dazwischen wuselten Kinder und die Stofffahnen des Pavillons wiegten sich malerisch im Wind. So stellt man sich einen gediegenen Samstag Nachmittag vor.

Platzkonzert

Platzkonzert

Den Abend verbrachten wir in einem ukrainischen Restaurant. Das Essen war gut, die Bedienung mürrisch. Christoph zeigte uns den ersten Tennisclub am Platz und ging mit uns zum Strand, wo wir wieder von Hunden umzingelt wurden. Die verstanden diesmal allerdings nur russisch, denn auf die Liebste hörten sie nicht, als Christoph aber „still“ oder etwas ähnliches auf russisch schrie, waren sie ruhig und verschwanden.

Floh- und Tiermarkt

Am nächsten Tag besuchten wir den größten Flohmarkt der Stadt, der zusammen mit dem berühmten Tiermarkt immer Sonntags stattfindet. Vor letzterem hatte es mir, ehrlich gesagt, etwas gegraust, aber tatsächlich gab es nur jede Menge Welpen unterschiedlichster Hunderassen, ein paar Katzenkinder und Geflügel aller Art. Als ich dann Christoph und die Liebste damit verrückt gemacht hatte, meine Kamera wäre geklaut worden, ich sie aber dann doch zum Glück nur im Auto vergessen hatte und es noch zusätzlich zu regnen begann, haben wir die Flöhe links und die anderen Tiere rechts liegen lassen, sind in ein Cafe und haben den Rest des Tages damit verbracht, die Überland-Kanalisation der Stadt zu bewundern, bzw. zu verfluchen, weil sie bewirkt, dass man garantiert nassen Fußes durch ein verregnetes Odessa stapft.

Am Abend sind die Damen in die Oper. Christoph und ich haben die Kinder zu Bett gebracht, ein paar Bier getrunken und uns gegenseitig Kolumnenstoff zugeschustert.

Prome-was? Ah ja, Promenade

Den letzten Tag unserer Odessa-Reise leitete Christoph mit den Worten ein: Los, jetzt noch das Denkmal des unbekannten Matrosen, die Strandpromenade und die Schwiegermutterbrücke und dann habt ihr wirklich alles gesehen. Alles!

Das Denkmal des unbekannten Matrosen, vor allem die Bewachung desselben durch weibliche Kadetten aus der in unmittelbarer Nähe ansässigen Kadettenschule, muss man sich vorstellen, wie das Cover eines Pornofilms aus den siebziger Jahren: Mädchen mit blonden Zöpfen, blauen Uniformen und weißen Kniebundstrümpfen stehen links und rechts neben einem meterhohen Phallussymbol und warten darauf, von den hinter ihnen stehenden, mit Kalaschnikows bewaffneten Jungs, entjungfert zu werden. Meine Fantasie, die offensichtlich nachhaltig von einschlägigen Kulturbeiträgen aus jener Zeit geprägt ist, geht mit mir durch, aber das Bild passt, deshalb verkneife ich mir an dieser Stelle ein Foto.

Die an den Denkmalsplatz anschließende Strandpromenade verdient diesen Namen nicht wirklich. Man geht auf verwilderten Wegen, vorbei an diversen Verkaufsständen, die aufgrund der kühlen Witterung an diesem Tag alle verwaist waren, über Stufen, die für Kinderwagenfahrer äußerst schwer zu bewältigen sind und kommt dann am Strand an, der riecht, wie der Hinterhof unserer gemieteten Stadtwohnung und mindestens ebenso aussieht.
Nachhaltig beeindruckt hat mich auf dieser Promenade das verwilderte Areal eines ehemaligen Abenteuerspielplatzes, das bei entsprechender Pflege sicher ein Paradies für Kinder wäre, in dem Zustand aber eher lebensgefährlich sein dürfte.

We all live in a Yellow Submarine

We all live in a Yellow Submarine

Schloss und Riegel

Danach gingen die Liebste und ich noch über die sogenannte Schwiegermutterbrücke, die ihren Namen von einem Stadtoberhaupt aus grauer Vorzeit hat, der täglich bei seiner Schwiegermutter essen und sich den umständlichen Weg über die Potemkin-Treppe sparen wollte und deshalb kurzerhand diese Brücke erbauen ließ.
Über diese Brücke schreiten die Frischvermählten von Odessa und bringen als Symbol für ewige Treue, die in vielen Fällen nur ein paar Jahre währt, ein Vorhängeschloss am Geländer der Brücke an.

Ein Vorhängeschloss als Symbol für ewige Treue

Ein Vorhängeschloss als Symbol für ewige Treue

Gold, das glänzt – reloaded

Als wir am Montag Mittag am Flughafen Odessa eingecheckt haben und ich die Goldmünze der Lufthansa zusammen mit den Griwna-Münzen in eine Schale geworfen habe, damit der Metalldetektor nicht anschlägt, hat sich der zuständige Zollbeamte eingehend mit dieser Riesenmünze beschäftigt. Er hat die Brille abgenommen, sie wieder aufgesetzt. Er hat mich von oben bis unten gemustert und mich auf russisch etwas gefragt, das ich nicht verstanden habe.
Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass ich mit dieser Münze den gesamten Flughafen Odessa nebst Landebahn kaufen könnte und kurz mit dem Gedanken gespielt, sie ihm zu schenken.
Dann sagte er das Wort Souvenir und ich nickte. Mit einem Augenzwinkern gab er mir die Münze zurück und wir konnten die Heimreise antreten. Diesmal ohne Verzögerung.

Lenin lebt

Graffiti in Odessa - Lenin lebt

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16 Kommentare zu “DIN-A-5 Tourismus

  1. iris sagt:

    Du bist also dem morbiden Charme Odessas nicht erlegen ? 😉
    Warum seid ihr nicht mit der Zahnradbahn links neben der Treppe hoch gefahren ?
    Schön, dass es Christoph geschafft hat, dir das „wahre“ Leben in Odessa näher zu bringen. Damit hast du „normalen“ Touristen einiges voraus! Du warst zwar vorbereitet durch seinen Blog, aber etwas Kulturschock war es doch, oder ?
    Eigentlich schade, dass der Grenzer so zahm war, das wäre der krönende Abschluß der 5 Tage gewesen (puh, bin ich gemein) 😉

  2. Und was ist mit den zwei großen, kuscheligen Handtüchern, die Du mir wie ein hundgemeiner Hoteldieb gestohlen hast?

  3. iris sagt:

    @Christoph,
    mich würde mal deine Darstellung der 5 Tage mit Axel interessieren (inclusive Hocker und Handtücher) 😉

  4. Ich habe jetzt den Text zum vierten Mal gelesen und muss sagen: Ich bin schon eine coole Sau.

    @iris: Mal sehen. Ich werde Axel schon mit einer kleinen Notiz bedenken.

  5. Silvergirl sagt:

    Ja, hmm, Werbung für Odessa ist das nicht gerade. Und weder Christoph noch Axel dürften je Ehrenbürger der Stadt werden. Ach, überhaupt, ständig steht irgendein Kriminalpolizist in Zivil vor der Tür und hämmert auf selbige ein. Manchmal frage ich mich, ob das was mit dem Odessa-Blog zu tun hat. Zur Übellaune der Odessiten. Wenn man hier lebt, dann ist jeder Ausflug in den Westen so, als würde man als frisch gebackener Ex-DDR und Neu-Bundesbürger in eine amerikanische Suburb fahren. Man kommt gar nicht mehr raus aus dem Staunen darüber, zu wie viel Nettigkeit und Freundlichkeit der Mensch fähig ist.

  6. axeage sagt:

    @iris
    Doch, doch, wir waren dem morbiden Charme Odessas schon in gewisser Weise erlegen. Aber was uns wirklich, wirklich gestört hat, war die Unfreundlich- und Übellaunigkeit der meisten Menschen, denen wir begegnet sind, sei es als Beamter, als Verkäufer oder einfach nur als Passant auf der Straße. Wir sind ja wirklich schon ein wenig in der Welt herumgekommen, aber so etwas haben wir noch nicht erlebt.

    @Wese
    Ich habe schon immer gewusst, dass Du ein Gockel bist.

    @Silvergirl
    Ich schicke Dir eine Lufthansa-Münze. Die gibst Du dem Kriminalpolizisten in Zivil. Er wird Euch dann in Ruhe lassen.

  7. iris sagt:

    @axeage,
    deine empfundene Unfreundlichkeit der Ukrainer hängt sicher damit zusammen, dass du keine Zeit hattest, sie wirklich kennen zu lernen. Ukrainer an sich sind freundliche und lebenslustige Menschen, aber die gesellschaftlichen Umstände, unter denen sie leben müssen, können schon mürrisch machen. Ich will es nicht entschuldigen, denn mich stört es auch, aber ich möchte um Verständnis werben.
    In Kiew hat sich das mit der Unfreundlichkeit in den letzten Jahren gebessert. Es hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass doch schon Einige in Westeuropa oder den USA waren und gesehen haben, wie die übrige Welt tickt (Beamte ausgenommen ;( ).

  8. Westrup sagt:

    Ein hervorragender Beitrag. Ich vermisse aber dennoch das Photo der Pornogirls vor dem unbekannten Soldaten. Phantasie gut und schön, aber die hat mir das Internet doch schon seit Jahren aus dem Hirn gebrannt.

    Vor Jahren habe ich mal eine Dokumentation über einen Zug gesehen, der Berlin-Odessa fährt und war immer traurig, ihn noch nicht genommen zu haben. Nun überlege ich es mir, noch weiter davon zu träumen. Aber selbst in Berlin sind die Leute schlechter drauf, im Winter zumindest, als weiter westlich. Vielleicht glänzt Odessa ja im Frühling. Gibt es denn noch die Tragflügelboote auf dem schwarzen Meer?

  9. axeage sagt:

    @Westrup
    Danke für’s Lob. Ich habe mir auch Mühe gegeben und entsprechend lange hab‘ ich gebraucht, den Bericht zu schreiben. Herr Wesemann war schon ganz ungeduldig.
    Wenn Du die Pornogirls sehen willst, klick mal hier drauf.

    Die Doku über den Zug von Berlin nach Odessa hab‘ ich auch gesehen. War hochinteressant.

    Tragflügelboote haben wir nicht gesehen. Das kann aber auch am Wetter gelegen haben, das war nämlich ziemlich schlecht an diesem Tag.

  10. axeage sagt:

    @iris
    Apropos USA. Die dort gezeigte Freundlichkeit ist das genaue Gegenteil dessen, was man in der Ukraine so erlebt. Allerdings steckt dahinter meist nicht viel mehr als „There is no Business like Show Business“.
    Aber ein Scheibchen abschneiden könnte sich die UA schon von der USA, nämlich das „S“ für „Service“

  11. […] DIN-A5-Tourismus – lesen! Das unverschämte Fazit – “fünf Tage Odessa reichen vollkommen aus” – sehen wir Axel mal nach. Zur Strafe werde ich der Stadtverwaltung melden, dass der rote Rostfleck auf den Fotos sein Auto ist. […]

  12. […] mich nicht entscheiden, Oleg, ich müsste sie am Ohr sehen.” „Nun mach schon.” „Ach, wenn doch Axel noch in Odessa wäre. Axel würde einfach seinen Ohrring rausnehmen und einen von diesen […]

  13. Oliver sagt:

    Hallo, Axel! Schade, dass du nur negative Seiten dieser wunderschönen Stadt gesehen hast. Du hattest wirklich Pech, so einen eingebildeten Begleiter wie Christoph Wesemann zu haben.((((( Odessa hat sehr viele nette und freundliche Leute und viele tolle Sehenswürdigkeiten. Ich habe diese Stadt mehrmals besucht.

  14. […] ist nicht die schlechteste Methode, interessante und gleichgesinnte Menschen zu besuchen, gerne auch in Ländern, wie beispielsweise der Ukraine, die man sonst höchstwahrscheinlich niemals bereist hätte. Eine Blogger-Freundin hat dies einmal […]

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