Pyraser Classic Rock Night

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27.07.2009 von axeage

Classic Rock Night Pyras

Pyraser Classic Rock Night

Eine Landpartie mit äußerst gepflegter Rockmusik lockte die Liebste, den Neffen und mich am vergangenen Samstag ins malerische Thalmässing, Ortsteil Pyras.
Wer sich halbwegs für Bierkultur interessiert, wird wissen, dass dort eine kleine, aber feine Brauerei ansässig ist, die sich seit Jahren dem Weltkulturerbe Biergarten verschrieben hat, was die Betreiber des Musikclubs Hirsch, zusammen mit dem Concertbüro Franken veranlasste, in dieser herrlichen Umgebung, die erste Classic Rock Night zu veranstalten.

Das ist zunächst einmal eine ganz hervorragende Idee und wäre auch mit nicht so hochkarätiger Rockprominenz ein feines Ereignis geworden, aber mit der Verpflichtung altbewährter Rock-Schlachtrösser wie The Sweet, Ten Years After und Manfred Mann’s Earthband war diese Veranstaltung ein echter Hammer.
Darüber hinaus gab es mit Vandes, Marko Bittner, Kellner und den legendären Ramrods ein üppiges Rahmenprogramm, mit dem sich die Wartezeiten auf die Hauptakts und in den Umbaupausen äußerst kurzweilig gestalteten.

Die Konzerte fanden in einer großen Veranstaltungsscheune statt und wurden sowohl per Lautsprecher, als auch per Videoleinwand in den angrenzenden Biergarten übertragen. Der Sound war in allen Fällen hervorragend und die Umbaupausen, die sonst gerne zum Ärgernis werden, weil sie sich endlos in die Länge ziehen, wurden auf die Minute genau eingehalten.
Bei der Verpflegung hätte man sich zwar den einen oder anderen Bier- und Bratwurststand mehr gewünscht, aber die sich bildenden Schlangen wurden sinnvoll dafür genutzt, sich über die Gigs und die guten alten Zeiten auszutauschen und hatten damit auch ihr Gutes.

Los ging’s kurz vor 17:00 Uhr mit meiner absoluten Lieblingsband aus meiner frühen Jugend, mit The Sweet. Seit vierzig Jahren steht Andy Scott, der als einziger noch aus der Original-Besetzung stammt, auf der Bühne und wenn man sich den Tourplan dieser Band ansieht, meint man, das geht in den nächsten vierzig Jahren auf jeden Fall so weiter.
Der Gig war geprägt von Spielfreude pur. Die vier Jungs haben die alte Scheune so richtig zum Kochen gebracht und wenn man bedenkt, dass der Sänger/Bassist nur aushilfsweise dabei war, ist diese Leistung umso höher zu bewerten. Und wie in alten Zeiten sind die vier sofort nach dem Auftritt nach Österreich aufgebrochen, weil sie dort am gleichen Tag noch einen Fernsehauftritt hatten. We Want Sweet!

Nach einer Umbaupause, die gerade mal zu einer Stärkung mit Landbier und Schnitzelbrot gereicht hat, betraten die Jungs von Ten Years After die Bühne. Bei dieser Band ist die Konstellation, was die Zusammensetzung aus Original- und Neumitgliedern betrifft, genau umgekehrt, als bei Den Süßen. Außer dem Gitarristen, dem legendären Alvin Lee, stammt der Rest der Truppe – Lyons am Bass, Ric Lee am Schlagzeug und Chick Churchill an den Keyboards – tatsächlich noch aus der Original-Woodstock-Besetzung. Ein dementsprechend schweres Erbe tritt deshalb Joe Googh an der Gitarre an.
Tatsächlich empfand ich ihn als etwas zu jung für diese Altherrenriege und sein Gitarrenspiel, wenngleich perfekt, ein wenig zu selbstverliebt, auch wenn sich die alten Hasen links, rechts und hinter ihm natürlich in keiner Sekunde aus dem Konzept haben bringen lassen und ihm auf dem Punkt gefolgt sind. Keine Frage, ein gelungener Auftritt, aber so manchem Song hätte etwas weniger Gitarren-Gefrickel besser gestanden und Going Home sollte Herr Googh überhaupt nicht spielen – das ist gotteslästerlich.

Einen Sonnenuntergang und einen Regenschauer später, sorgten Manfred Mann’s Earthband für den Höhepunkt des Festivals. Progressive Rock klingt sperrig, ist aber seit Jahrzehnten Programm dieser Formation und wenn dann noch ein charismatischer Sänger, wie Noel McCalla als Frontschwein agiert, konnte einfach nix mehr schief gehen.
Die Band um den hinter seinen futuristisch beleuchteten Keyboards verschanzten Manfred Mann war großartig eingestellt und nachdem ein paar neuere Songs vorgestellt waren, wurden endlich Eskimo Quinn und der um die Häuser ziehende Dave von der Leine gelassen. Zum Schluss noch Blinded by the Light, das die Zuschauer neben dem akustischen noch auf den optischen Genuss verwies, nämlich die äußerst gelungene Lightshow.

Die Echoes, eine Pink-Floyd-Coverband, haben die Liebste, der Neffe und ich uns am Ende geschenkt, immerhin waren wir fast acht Stunden auf den Beinen, oder besser gesagt, auf den Ohren und weil wir drei wirklich gute Originalbands gehört hatten, musste es zum Schluss nicht unbedingt noch Cover-Bombast sein, außerdem ist man mit fast fünfzig eben doch nicht mehr der Jüngste.

Bleibt zum Schluss der Eindruck eines wunderschönen Rockfestivals in herrlicher Umgebung mit fairen Preisen und hervorragender Organisation und natürlich die Hoffnung, dass diese Konzertreihe, die in diesem Jahr erstmalig stattgefunden hat, in der Zukunft noch recht oft fortgesetzt wird.

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3 Kommentare zu “Pyraser Classic Rock Night

  1. cw sagt:

    Ich habe mal ne Frage, Axel. *Dummstellundguckmodus an* Die Manfred Mann Earthband ist das auch die von „Fox on the Run“? *Dummstellundguckmodus aus*

    (Du weißt, ich verwechsele ja auch Sweet mit den Lords und Elke Sommer mit Liselotte Pulver.)

  2. axeage sagt:

    Fox on the Run gibt es sowohl von Manfred Mannguckst Du hier, als auch von The Sweetguckst Du da.

  3. MB sagt:

    Ein toller Artikel! Herzlichen Dank dafür – auch für die Komplimente über die Brauerei!!
    Wir planen nach dem Erfolg, das Festival im nächsten Jahr zu wiederholen.
    Bands wie Nazareth und Wishbone Ash sind im Gespräch. Reservieren Sie sich schon mal den 10. Juli im Kalender!

    Herzliche Grüße aus Pyras

    Geschäftsleitung
    Pyraser Landbrauerei

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