Blogsterben

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22.07.2009 von axeage

Mord oder Selbstmord? Also bei der Schnutinger war es ja fast ein Abschlachten. Böse und wirre Blogger haben ihr nach der Supi-Vodadingensbummens-Kampagne so zugesetzt, dass sie schließlich jetzt aufgibt. Auf der anderen Seite, wer solchen Viralscheiß ausscheidet und sich dann hinzustellt, um wehzuklagen darüber, dass einem ständig das Wort im Mund herumgedreht wird, der zeigt schon deutlich, wie wenig er von Web 2.0 verstanden hat.
Ein paar lesenswerte Gedanken zum Tod von Schnutinger hat Klaus Jarchow bei Stilstand veröffentlicht und sogar SpOn nimmt sich heute der Sache an.

Else Buschheuer hat sich in ihrem Blog, das ich letzte Woche beerdigt habe, zwar wieder gemeldet, aber das was ich da lesen durfte musste, hat mich in meiner Entscheidung, sie in Frieden ruhen zu lassen, eher bestärkt. Aber lest selbst.

Alles in Allem scheint Web 2.0 an einem Wendepunkt angekommen zu sein. Blogs verwaisen oder verkommen zu LINK- und YOUTUBE-Gräbern. Twitter schießt ins Kraut und überwuchert alles. Viralmarketing und Auftragsblogging feiern fröhliche Urständ. Naja, ein paar Wackere werden schon noch übrig bleiben.
Meine Blogroll jedenfalls gehört mir. Ich werde sie in den nächsten Tagen noch einmal ordentlich entrümpeln müssen.

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9 Kommentare zu “Blogsterben

  1. cw sagt:

    Mein Mitleid mit Frau Schnutinger hält sich in Grenzen, anders gesagt: kein Mitleid. Beim Tatverdächtigen Kosmar (wer auch immer das ist) gab es auf sein Verteidigungschreiben in Sachen Vodafone-PR-Geschnatter einen schönen Kommentar von einem gewissen Raoul Duke:

    Du [Kosmar] hättest dir den Roman auch sparen können und anstelle dessen einfach sagen können: “Meine Eitelkeit hat mich einfach dazu getrieben. Sorry. Es hat mein Ego massiv massiert, dass Vodafone mich wollte und die Vorstellung im TV aufzutauchen hat bei mir einen temporär harten verursacht.

    Ganz falsch dürfte das nicht sein. Alle – auch Frau Schnutinger – fühlten sich so mächtig gebauchpinselt vom Angebot, im Vodafone-Werbespot mitzuspielen, dass sie selbst dümlichste PR-Texte lieferten. Dass sich Schnutinger über ihre Rolle als Quotenmutti beklagt, aber bei jeder Gelegenheit ihr „Babysöhnchen“ herauskramt und sich dann feiern lässt, weil sie ja trotzdem Zeit zum Vollkritzeln ihres Blogs hat, dass sie sich zuletzt wie eine depressive Blogmutti aufführt, indem sie aufhört mit dem Kram im Netz, nachdem sie eineinhalb Tage kritisiert worden ist – ach Gottchen. So richtig viele Tiefschläge hat sie in ihrem Leben noch nicht einstecken, wenn sie da gleich zu Boden geht.

    Benehme ich mich eigentlich viel zu aggressiv für ein Thema, dass mich eigentlich gar nicht interessieren soll?

  2. axeage sagt:

    Hoho, gerade wollte ich’s sagen, Herr Wesemann. Dafür, dass Dich dieses Thema nicht interessiert, hast Du jetzt aber eine feine Abhandlung geschrieben.
    Um’s kurz zu machen: Du sprichst mir aus der Seele.

  3. cw sagt:

    Also, mir tut Frau Schnutinger total leid. Das hat sie nicht verdient, so fertiggemacht zu werden. Man sollte auch nicht vergessen, dass sie junge Mutter ist und ein kleines Babysöhnchen (fünf Monate!) hat. Ich bewundere sie sowieso dafür, dass sie mit kleinem Kind so ein sensationelles Blog geführt hat. So ein kleiner Sonnenschein muss ja gewindelt, gestillt, gekuschelt und bespielt werden. Chapeau! (Ich könnte das nicht.)

  4. axeage sagt:

    Stimmt, Christoph, Du hast keine Kinder und kennst deshalb diese Probleme erst gar nicht.
    Außerdem darfst Du die ganzen anderen Blogger nicht vergessen, die niemand jeder kennt.
    Robert Basic zum Beispiel, der saß ganz verschreckt hinten im Voda-Bus und konnte sich von den paar Kröten, die er für sein Nerd-Blog bei ebay bekommen hat, wahrscheinlich kaum die Busfahrkarte leisten. Oder dieser Lobo. Der arme muss täglich zwei Stunden eher aufstehen, weil er sich den Schädel rasieren, den Hahnenkamm färben und die Porno-Matte unter der Nase stutzen muss, bevor er die erste Zeile bloggen kann.
    Bewundernswert!!

  5. cw sagt:

    Axel, warum sind denn dort oben in meinem ersten Kommentar so viele Fehler? Ja, es war kurz vor zwölf meiner Zeit, aber ich hatte doch nur vier Cola Colas Coli Gläser Cola in der Stadt getrunken.

    Ich verbitte mir jegliches Basic-Bashing! Robert hat bei sich zwei Beiträge von mir beworben – danach rannten mir die Leser die Bude ein.

  6. axeage sagt:

    Also erstmal: besoffen wird hier nicht kommentiert, verstanden? Soll ich die Fehler ausbessern?

    Zweitens: Für Quote machst Du offensichtlich auch alles – oder? Ich glaube, ich muss Dir Deinen roten Kamm noch etwas zurechtstutzen.

  7. Iris sagt:

    Euer Humor ist einfach köstlich 😉

  8. cw sagt:

    Soll ich die Fehler ausbessern?

    *Grübelmodus an* Nee, ist Kunst. *Grübelmodus aus*

  9. axeage sagt:

    Grübelmodus ist gut!

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