California Dreaming

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09.03.2009 von axeage

Vor ein paar Jahren habe ich in einer Art Wutanfall eine Kolumne über Arnold Schwarzenegger verfasst. Ja, ich weiß, man soll keine Kolumnen schreiben, wenn man wütend ist, ebenso, wie man keine Nahrungsmittel kaufen sollte, wenn man hungrig ist. Ich habe es trotzdem getan, war mit dem Ergebnis irgendwie unzufrieden, habe lange mit mir gerungen, ob ich den Text bei [kolumnen.de] einreichen soll, habe es schließlich aber dann doch getan.
Wider Erwarten fand der Text reichlich Zuspruch und ein netter Herr aus den unendlichen Weiten des weltweiten Netzes war sogar bereit, ihn ins Englische zu übersetzen und Arnie als E-Mail zu schicken.

Arnies Stern, der damals im Jahre 2005 zu sinken drohte, ist inzwischen wieder aufgegangen und in letzter Zeit steht er offenbar erneut im Zenit. Arnie durfte letzte Woche breitlächelnd und breitschultrig die CeBIT eröffnen und im Fernsehen wurde gestern in 3Sat die Filmdokumentation I’ll be back ausgestrahlt.

Nein, auch nachdem ich ihm in Hannover ins Terminatorauge geblickt habe und auch nach der gestrigen Filmdokumentation bin ich kein Fan von Herrn Schwarzenegger geworden. Im Gegenteil. Ich halte ihn nach wie vor für einen peinlichen, steirischen Bauernburschen, der mit seinen anabolikageschwängerten Körperwucherungen diesen Eindruck noch verstärkt und ich bin überzeugt, dass die Motivation, die hinter dem amerikanischen Traum im Allgemeinen und dessen Personifizierung in Typen wie Schwarzenegger, Reagan, ja auch in Bush im Besonderen steht, sich hauptsächlich daraus speist, ein äußerst bedenkliches Persönlichkeitsdefizit auszugleichen und nicht, wie uns die Marketingabteilung der Vereinigten Staaten weismachen will, daraus, sich in den Dienst einer höheren Sache zu stellen.

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass Arnie Gouverneur von Kalifornien werden wollte, ging es mir, wie dem Latenight-Talker Jay Leno, als Arnie bei ihm zu Gast war und die frohe Botschaft seiner Kandidatur verkündete.
Er, wie ich konnten es nicht fassen, waren aber zutiefst davon überzeugt, dass Arnie dies durchziehen würde.
Leno gab Arnie die Hand, schüttelte ungläubig den Kopf und es war ihm anzusehen, dass er dachte. Oh my God, der Kerl meint es ernst.

Am Schluss der Dokumentation wird Arnie von einem Mädchen gefragt, warum er Gouverneur geworden ist und er antwortet, dass er Kalifornien sehr viel, um nicht zu sagen alles zu verdanken habe und er sich deshalb veranlasst sah, diesem wunderbaren Bundesstaat auch wieder etwas zurückzugeben. Was hätte er auch anderes sagen sollen.
Ich war jedenfalls froh darüber, dass es in der amerikanischen Verfassung die Bestimmung gibt, der Präsident der Vereinigten Staaten müsse zwingend ein gebürtiger Amerikaner sein. Arnie hätte auch dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen, dessen bin ich mir sicher und wir hätten uns Barack bis auf weiteres von der Backe putzen können.

Ich frage mich manchmal, wie Arnies Leben verlaufen wäre, hätte man ihm frühzeitig gezeigt, dass es noch ganz andere Möglichkeiten gibt, sich den amerikanischen- respektive kalifornischen Traum zu verwirklichen, so wie beispielsweise der zauberhafte Sugha Jung im folgenden Video.

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