Der Stadtaffe in Nürnberg

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04.12.2008 von axeage

Zwei Mal habe ich bisher versucht, Livemusik im Nürnberger Löwensaal zu hören und zwei Mal war es mir nicht vergönnt, weil die Konzerte kurzfristig abgesagt worden waren.
Im November 2002 war Paul Weller mit dem Kartenvorverkauf nicht zufrieden und ein paar Jahre später ist Johnny Winter mit der Tournee-Kasse durchgebrannt und hat nach einem einzigen Konzert in Leipzig die gesamte Europa-Tour geschmissen.

StadtaffeGestern dann Peter Fox mit seiner Stadtaffen-Tour. Und ich darf vermelden: das Konzert ist nicht ausgefallen!
Immerhin, das war schon mal ein Anfang.

Zwei Dinge sind mir im Vorfeld aufgefallen: Erstens, ich war einer der Ältesten im voll besetzten Löwensaal. Die Jungs und Mädels, die zahlreich um mich herum standen, hätten locker meine Söhne oder Töchter sein können. Zweitens, die Stimmung im Saal war prächtig und die Begeisterung der jungen Leute wirkte sympathisch und ansteckend.

Pünktlich um 21:00 Uhr legte Herr Fuchs mit seiner Band schließlich los. Round about dreizehn Mann, darunter die legendären Cold Steel Drumline – vier schwarze Herren, die auf umgeschnallten Trommeln für zusätzliches Gaudium sorgten – standen da auf der Bühne und heizten dem Publikum im wahrsten Sinne des Wortes tüchtig ein. Doch selbst gefühlte Saunatemperaturen hielten die hibbelige Foxgemeinde nicht davon ab, rhythmisch auf und ab zu hüpfen, Arme zu schwenken und zahlreichst Handykameras hochzuhalten.

Fox hatte das Publikum jedenfalls von Anfang an im Griff. Für das erste Lied hatte er sich (wohl mehr als Alibi) noch eine Gitarre umgehängt. Ab dato allerdings wedelte er nur noch mit einem Handtuch und machte uns, dem Publikum während der Liedpausen klar, in welcher Stadt wir uns hier befanden: Nürnberg, Hallo Nürnberg, Tja, Nürnberg … Etwas einfallslos, wie ich fand, aber sonst war der alte Seeed-Affe mit Sonnenbrille und Bart einfach nur cool.

Was ich allerdings vermisst habe, waren ein paar mehr native Instrumente, wie Gitarre und/oder Bläser, vielleicht sogar hie und da eine Geige. Vor allem meinem absoluten Lieblingssong, Haus am See, hätte das wirklich gut gestanden. So aber kam der Sound hauptsächlich aus zwei Keyboards und wirkte damit reichlich synthetisch. Der Bass war zu laut, auch wenn ab und zu ein Contrabass zum Einsatz kam und der Sound insgesamt undifferenziert, breiig, letztendlich schlecht.

Tja, Nürnberg … und nach einem guten Stündchen gingen Herrn Fox und seinen Leuten auch schon die Songs aus. Die neue CD Stadtaffe war abgespult, ein Seeed-Song, eine Trommel- und Paukenzugabe und noch zwei Liedchen, die die Kids im Publikum auswendig mitsingen konnten und das war’s dann.

Insgesamt kein schlechtes Konzert, aber leider auch kein wirklich gutes. Herr Fox ist, meine ich, auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden. Die Konzerte seiner nächsten Tournee werden in den großen Hallen stattfinden; dort ist auch sicher der Sound besser, davon bin ich überzeugt und vielleicht hat er ja bis dahin sein Repertoire noch um einige Häuser am See erweitert. Würde mir schon gefallen.


Nachtrag – 06.12.2008

Zwei Konzertkritiken über den Fuchs im Löwenbau gibt es bei der Neuen Presse Coburg und der Abendzeitung Nürnberg.

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