Going Home – Teil 6

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02.10.2008 von axeage

Während der Umbaupause wird der Wind stärker. Die Lautsprechertürme ächzen bedenklich. Harry steht auf und ist von der Geräuschkulisse beeindruckt, die eine halbe Millionen Menschen nur dadurch erzeugt, dass sie sich unterhalten.
Daggy muss auf’s Klo. John soll mit. Er verdreht die Augen, rafft sich aber sofort auf und geht mit ihr.

Auf der Bühne passiert nicht viel. Eigentlich sollten dort Amps und Mikrofone oder wenigstens ein Schlagzeug aufgebaut werden. Stattdessen stehen eine ganze Menge Jungs herum und diskutieren oder rauchen. Ab und zu tritt einer ans Mikrofon und macht eine Durchsage, von Leuten, die getrennt wurden und sich suchen. Einige sollen ihre Eltern anrufen. Einer sagt, die Toiletten rechts neben der Bühne seien alle bis zum Anschlag gefüllt und könnten nicht mehr benutzt werden; der Reinigungswagen sei schon lange auf dem Weg, stecke aber im Stau. Sorry for the inconvenience.
„Lauter logistischer Scheiß, die sollen mal durchsagen, wie’s weitergeht“, beschwert sich Max. John und Daggy, die auf dem Weg waren zu den Toiletten rechts neben der Bühne, sind frustriert zurückgekehrt und versuchen es jetzt bei den Toiletten links neben der Bühne. Daggy schaut gequält und Harry wartet schon die ganze Zeit darauf, dass sie zum Aufbruch drängt. Das kann sie aber vergessen – nicht nach all den Strapazen. Es wird auf keinen Fall frühzeitig abgebrochen. Auf keinen Fall.
Er steigert sich ein wenig in seinen Hass. Seine Verliebtheit ist weg, so, als hätte sie der aufkommende Wind verblasen.

Inzwischen richtet sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer mehr auf das Wetter, denn auf die Bühne und so kommt es, dass ein schlecht ausgesteuerter Musiker mit Gitarre ein paar Lieder singt, ohne dass dies groß bemerkt würde. Country Joe McDonald steht da unten und müht sich, gegen den Wind und die Unaufmerksamkeit der Zuschauer anzusingen, bis es ihm zu dumm wird und er die tranige Gemeinde vor der Bühne und ringsum auf den Hügeln mit Wut in der Stimme aufweckt und auffordert:
„Give me a F
Und wie vom Donner gerührt, unterbrechen sofort alle, die diese Aufforderung hören, ihr Gespräch und geben dem Herren da unten ein „F“. Doch damit gibt er sich nicht zufrieden. Er möchte auch noch ein „U“ und ein „C“ und ein „K“.
„Der will es genau wissen“, sagt Harry und McDonald fragt:
„What’s that spell?“ und alle wissen es. Sie wissen es und sie rufen es. Und als der Mann auf der Bühne sie nicht versteht und wiederholt nachfragt, schreien sie es. Wieder und wieder.
F U C K !!!

Country Joe ist zufrieden und stimmt einen neuen Song an. Einen, auf den plötzlich alle hören. Einen, den die Jungs am Mischpult extra laut drehen, so dass es am Anfang ein wenig quietscht. Einen, den alle mitsingen, weil sie ihn schon seit einigen Jahren kennen:

And it’s one, two, three, what are we fighting for?
Don’t ask me, I don’t give a damn, next stop is Vietnam;
And it’s five, six, seven, open up the pearly gates,
Well there ain’t no time to wonder why,
Whoopee! we’re all gonna die.

… to be continued

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