Clockwork Orange

Hinterlasse einen Kommentar

15.08.2008 von axeage

Der Mensch ist ein Mikrokosmos, er ist ein Gewächs, organisch wie eine Frucht, er hat Farbe, Zerbrechlichkeit und Süße. Ihn zu manipulieren, zu konditionieren bedeutet, ihn in ein mechanisches Objekt zu verwandeln – in eine Uhrwerk-Orange.

Dieses Zitat stammt von Anthony Burgess, der 1961 – im Jahr des Axel, also in dem Jahr, in dem ich geboren wurde – damit begonnen hatte, seinen Roman A Clockwork Orange zu schreiben.

Ich lese gerade das bei der SZ-Bibliothek neu aufgelegte Buch, nachdem es bestimmt dreißig Jahre her ist, dass ich den Film von Stanley Kubrick zum ersten Mal im Kino gesehen habe.

Ich gestehe, ich hatte damals keine Ahnung, was mich erwarten würde. Einzig das Filmplakat hatte mich bewogen, ins Kino zu gehen und als nach den ersten Gewaltszenen bereits zahlreiche Zuschauer das Kino verließen, fürchtete ich das Schlimmste, aber ich habe diesen, wenngleich in manchen Szenen etwas schwer verdaulichen Film, bis zum Ende durchgehalten und war und bin seither ein großer Fan von Stanley Kubrick.

Ich bin mir ziemlich sicher, nach der Lektüre des Buches werde ich auch ein Fan von Anthony Burgess sein.
Burgess schafft meiner Ansicht nach mit diesem Roman zweierlei auf geniale Weise:
Zum Einen wäre diese Geschichte überhaupt nicht zumutbar, weil sie mit erhoben(st)em Zeigefinger daherkommen müsste, würde sie nicht aus der Ich-Perspektive eines in jeder Weise fehlgeleiteten, manipulierten und wieder „rehabilitierten“ Früchtens, wie Alex, dem Hauptdarsteller erzählt werden. Dann noch der Kunstgriff, für eine solche Icherzählung den fiktiven Jugendjargon Nadsat zu benutzen, mit dem selbst drastischste Gewaltdarstellungen möglich sind, weil auf einschlägige Begrifflichkeiten verzichtet werden kann, die sehr schnell platt, abgedroschen und letztendlich trivial wirken würden. Darüber hinaus schafft eine solche Sprache die notwendige Distanz zu den kruden Gedankengängen und Handlungsweisen der Protagonisten. Genial und (aber)witzig zugleich.

Also, ihr Babuschkas, Dewotschkas, Bratschniks und Maltschniks da draußen: zieht Eure Gullivers ein, wenn ihr Eure Molockos pitscht, denn Alex und seine Droogs sind in der Stadt und schneiden Euch die Eggiwex oder die Grudis ab, wenn ihr ihnen gluprig kommt. Wenn diese Maltschniks unter Vellozet stehen, tollschocken sie alles, was ihnen unter die Glassis kommt und schrecken auch nicht davor zurück, ultrabrutal zu werden. Raserwatschen ist ihr tägliches Rabotten.

Wer das nicht verstanden hat, der klickt hier.

Und wer Lust auf den Film bekommen hat, klickt hier.

So, jetzt les‘ ich weiter und danach schau‘ ich mir den Film an, den hab‘ ich noch auf VHS-Video – wie es sich für einen solchen Film gehört!

Advertisements

Kommentar verfassen ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

August 2008
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031