Wer glaubt, sein Schwein pfeift …

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06.02.2008 von axeage

Wenn Menschen sich outen, meistens in Talkshows, oder auf Parties, denke ich manchmal, um Himmels willen, was erzählt der denn da … ist der sich für nix zu blöd … wie kann man nur so etwas von sich geben … oder ähnliches.
Wenn es allerdings um Fragen des Glaubens geht, versuche ich mir immer sofort vorzustellen, wie ich wohl antworten würde und gerate darüber zunehmend ins Grübeln. Die profanste aller Fragen in diesem Zusammenhang dürfte zweifelsohne sein:
Glaubst Du an Gott?
Im Grunde genommen ist diese Frage aber doch eigentlich unsinnig, denn irgendwie kann man doch gar nicht nicht an Gott glauben. Wenn man sich umblickt, ist man umgeben vom Wunder und vom Mysterium des Lebens. Alles erblüht, wächst, gedeiht, pulsiert – und stirbt, aber nur, um zu vergehen und als Grundlage dafür zu dienen, dass anderes wieder erblühen, wachsen und gedeihen kann.
Man kann darauf natürlich antworten, das ist die Evolution, die Natur, der ewige Kreislauf, aber letztendlich sind das doch alles Synonyme für den Begriff Gott – oder?
Also müsste man die Frage präzisieren und meinetwegen formulieren: Glaubst Du an einen alten Mann mit Bart oder an ein Auge in einem Dreieck über den Wolken oder so etwas in der Art.
Ich persönlich müsste solche Fragen mit „Nein“ beantworten. Das ist Kinderglaube und sollte ebenso, wie der Glaube an den Weihnachtsmann und den Osterhasen ab einem gewissen Alter abgelegt und überwunden sein. Insofern fällt mir auch der Glaube an einen eingeborenen Sohn Gottes ziemlich schwer.

Jetzt hat im Herbst letzten Jahres Dr. Michael Schmidt-Salomon, seines Zeichens freischaffender Philosoph und Schriftsteller, ein illustriertes Kinderbuch herausgebracht, mit dem schönen Titel:
Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel.
In dem Buch geht es um das kleine Ferkel und den kleinen Igel, die immer geglaubt hatten, es könnte ihnen gar nicht besser gehen, bis sie ein Plakat entdeckten, auf dem geschrieben stand:
„Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!“ Also machten sich die beiden auf den Weg, um Gott zu suchen, was in der Moral endet (von der Geschicht‘): wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht!

Soweit, so putzig.
Richtig putzig wird die Sache aber jetzt, als letzte Woche das Bundesfamilienministerium sich genötigt sah, von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften untersuchen zu lassen, ob dieses Büchlein nicht auf den Index zu setzen sei, unter anderem deshalb, weil es „antisemitische Tendenzen“ aufweise.
Ich habe mir das Büchlein gekauft, es mit viel Vergnügen gelesen und darf sagen: dieses Buch ist weder jugendgefährdend noch in irgend einer Weise antisemitisch.
Wer also glaubt, sein Schwein pfeift und wie ich der Meinung ist, das Büchlein hat nichts auf dem Index zu suchen, klickt hier.

3 thoughts on “Wer glaubt, sein Schwein pfeift …

  1. XiongShui sagt:

    Antisemitisch ist so einiges, was gerade jene von sich geben, die meinen, die Moral und „den rechten Glauben“ für sich gepachtet zu haben.

    Wenn Politiker sich in solche Fragen einmischen, kommt meist nichts vernünftiges dabei heraus, da immer ein politisches „Anliegen“ dahinter steckt. Zur Zeit treibt diese Leute wohl um, daß sie dem sich ausbreitenden Islam mit einer christlichen Gegenoffensive antworten wollen; da sind jüdische Kombattanten natürlich gern gesehen, auch wenn sie ihnen sonst eher distanziert gegenüberstehen (mal abgesehen von wertlosen Lippenbekanntnissen).

  2. Casa sagt:

    Mir persönlich geht diese scheinheilige Diskussion um Glaube oder nicht Glaube oder den einzig wahren Glauben tierisch auf den …. Jeder soll das glauben, was er will. Und ein solches Buch auf den Index zu setzen wäre ein Armutszeugnis.

    Ich werde das Buch auf jedenfall meiner kleinen Tochter holen (hoffentlich bevor man es verbren… NEIN… aähhh… uns davor schützt!)

  3. Axel sagt:

    @Casa
    Wenn Du kein Buch mehr bekommst, lass` es mich wissen. Ich schicke Dir dann meins!

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