Going Home – Teil 2

Hinterlasse einen Kommentar

12.12.2007 von axeage

Nach langem Hin und Her, bei dem Daggy mehr als einmal dazu überredet werden muss mitzugehen, brechen die drei mit ein paar Decken und einem Rucksack auf. Im Rucksack ein paar Pullover, einige Sandwiches, Bierdosen und jede Menge Rauchwaren.
Die sechs Jungs aus dem Oldsmobil haben ebenfalls ihre Bündel geschnürt und folgen ihnen, zunächst in einigem Abstand. Dann holen sie die drei ein und gemeinsam stolpern sie mehr oder weniger stoned in Richtung Festivalgelände das immerhin noch fast drei Kilometer entfernt ist.
Das große Thema: Jimi Hendrix.
„Morgen kommt er, wetten?“ freut sich sein Double.
„Am Sonntag kommt er“, antwortet der andere Schwarze, der einen Kopf kleiner ist als Hendrix II.
„Wenn er überhaupt kommt. Der zickt ordentlich, habe ich gehört. Der will Gage sehen. So richtig, wisst ihr. Jimi lässt sich von Kornfeld und Lang nämlich nicht verarschen. Der hat sich schon zu oft verarschen lassen. Viel zu oft“.
Der so spricht heißt Danny. Kein Mensch weiß, wie Danny wirklich aussieht, denn Danny ist im Gesicht und auf dem Kopf vollständig mit Haaren zugewachsen. Danny ist der Insider in der Gruppe. Er kennt nicht nur die Bands und ihre Mitglieder. Er kennt auch die Typen dahinter. Chas Chandler zum Beispiel, Hendrix’ Manager.
„Chandler hat Jimi ausgepresst, wie eine Zitrone. Diesmal ist Jimi auf eigene Rechnung unterwegs. Wenn der kein Geld sieht, tritt er nicht auf – so einfach ist das“.
„Ich glaube aber trotzdem, dass Chandler die Finger mit im Spiel hat“, gibt Hendrix II zu bedenken, „Jimi ist nicht so, der macht sich nicht viel aus Geld. Dem reicht es, wenn ihm abends ein paar Drinks spendiert werden und ein paar Tussen um ihn herum sind“.
„Ihr Nigger seid doch alle gleich“, spottet Danny und nimmt Hendrix II in den Arm. Gemeinsam stolpern sie ein paar Meter gegenseitig über ihre Füße und kichern wie junge Mädchen.
Die Autos, neben denen sie herlaufen kommen nicht voran. Der Stau wird wohl auf mehr als hundert Kilometer anwachsen. Harry hat sich zu den Jungs gesellt. John und Daggy hängen zurück. Sie kann mit ihrem Bauch nicht gut laufen. Harry sieht ab und zu zurück. Der Abstand wird immer größer.

Inzwischen hatten hunderte, tausende die gleiche Idee, wie Harry und seine Truppe. Sie lassen ihre Autos einfach stehen und gehen zu Fuß. Sie parken am Straßenrand oder fahren auf angrenzende Wiesen, nehmen das nötigste mit und machen sich auf den Weg. Aufforderungen der zahlreichen Polizisten oder Anwohner, die Wagen doch bitte nicht einfach stehen zu lassen, werden ignoriert. Je näher sie dem Festivalgelände kommen, desto mehr Leute drängen sich zwischen den Autos.
John und Daggy sind inzwischen außer Sichtweite. Harry beschließt zu warten.
„Sollen wir bei Dir bleiben?“, fragt Danny, doch Hendrix II drängt zum Aufbruch. Er will sein Idol, den echten Hendrix unbedingt Backstage sehen und er könnte es sich niemals verzeihen, wenn er diese einmalige Gelegenheit verpassen würde.
Harry verabschiedet sich von den Jungs, hofft aber insgeheim, sie irgendwo auf dem Gelände noch einmal wiederzusehen. Peace!

… to be continued

Kommentar verfassen ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Dezember 2007
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31