Konzert mit der Mutter

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04.08.2007 von axeage

Gestern gastierte Suzanne Vega im Serenadenhof in Nürnberg. Ihre Songs und vor allem ihre außergewöhnliche Stimme haben mich weiland durchs Studium begleitet und so war ich äußerst gespannt, was mir Frau Vega nach mehr als zwanzig Jahren bieten würde.
Zusammenfassend kann ich sagen, ihre Stimme ist absolut gleich geblieben, ich möchte fast behaupten, sie ist noch etwas weicher geworden. Es war ein äußerst angenehmes und schönes Konzert, wenngleich ich mir gewünscht hätte, sie hätte noch ein halbes Stündchen länger gespielt.
Der Gig begann mit einer Fingerschnipp-Version von „Tom’s Diner“. Ungewöhnlich und cool – besser hätte sie nicht eröffnen können. Ganz zum Schluss sollte sie noch einmal dieses Lied spielen – diesmal mit voller Bandbesetzung (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard) – und da ging dann (auch soundmäßig) so richtig die Post ab.
Dazwischen ein absolut ausgewogener Mix aus alten, bestens bekannten Songs wie „Luka“ oder „Marlene on the Wall“ und Liedern von ihrer neuen CD „Beauty and Crime“.
„Are you ready for some older songs“, fragte sie zur Halbzeit des Konzerts höflich und stand daraufhin für einige Lieder alleine mit Ihrer Gitarre auf der Bühne, nur begleitet von Mike Visceglia, ihrem Bassisten. Daraus entstanden die wirklich magischen Momente dieses Abends: Suzannes sanfte Stimme, ihre ausgefeilte Fingerpicking-Technik an der Gitarre und der tragende, aber nie aufdringliche Bass von Mike. Dazu Blätter, die hinter der Bühne an einer Mauer empor gewachsen waren und sich vom leichten Sommerwind bewegt, nahezu rhythmisch im Takt wiegten. Magie des Augenblicks, für die es kein Drehbuch gibt und die gerade deshalb nicht hoch genug einzuschätzen ist.
Was es übrigens mit „Tom’s Diner“ auf ich hat, habe ich heute morgen aus der Tageszeitung erfahren. Die A-Capella-Version dieses Songs diente den Vätern des mp3-Formats, den Wissenschaftlern des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen, als Versuchskaninchen für deren revolutionäres Kompressionsverfahren.
Frau Vega, die vor dem Konzert beim Fraunhofer Institut in Erlangen eingeladen war, kommentierte diese Tatsache mit den Worten: „So unfreiwillig kann man Mama werden“.
In diesem Zusammenhang bleibt mir und allen Fans von Suzanne Vega nur zu sagen:
„Mutter, wir danken Dir !“

Dieser Artikel erschien am 06. August 2007 auch bei
musikspione.de

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