Freigabe

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25.07.2007 von axeage

Ich habe lang überlegt. Wirklich lang. Ich habe abgewägt, gezaudert, verworfen, hin und her argumentiert und ich bin zu dem Schluss gekommen, es geht nicht mehr anders: Doping muss frei gegeben werden!
Die Zuschauer wollen keinen fairen Sport sehen und die Sportler – also diejenigen, die Geld dafür bekommen – wollen keinen fairen Sport machen. Was alle wollen, sind Rekorde, Ausnahmesituationen, Übersteigerungen, Extreme und ein paar wenige, die weder Sport treiben, noch ihm zuschauen, wollen, dass ihre Marken bekannt werden, damit diese ordentlich gekauft und konsumiert werden. Das ist das, was alle wollen und das geht sinnvoll nur noch mit Doping.
Einem Rockstar verzeiht man schließlich auch, wenn er hie und da mal ein Näschen nimmt, ein Tütchen raucht, ein Fläschen trinkt oder sich ein Spritzchen setzt. Im Gegenteil, das erwartet man sogar von ihm. Vor ein paar Monaten habe ich mit großem Interesse die Biographie von Anthony Kiedis, dem Sänger der Red Hot Chili Peppers, gelesen. Scar Tissue heißt sein Buch und es war eine absolut faszinierende Lektüre.
Allerdings, was wäre das für ein ödes, dünnes Büchlein geworden, wäre Herr Kiedis nicht schwer rauschgiftsüchtig gewesen und nicht das eine ums andere Mal dem Tod von der Schaufel gesprungen.
Aus seiner Sucht entstand (unter anderem) seine Kreativität, seine Musik, seine Texte, sein rotes, scharfes Paprikaleben.
Warum gönnt man das den Sportlern nicht? Weil es unfair ist?
Unfair, gegenüber wem?
Ein bezahlter Sportler ist heutzutage nur einem zur Fairness verpflichtet: seinem Sponsor.
Wer bezahlt schafft an und es ist jedem klar, dass ein Sponsor seinem Sportler sofort die Unterstützung entzieht, wenn dieser nicht versucht, mit allen Mitteln zu gewinnen. Mit allen Mitteln!
Also, weg mit dem Dopingverbot. Wer gedopten Sportlern nicht zusehen mag, der soll wegschauen und die Flimmerkiste aus- oder gar nicht erst einschalten.

Übrigens, beim Golfsport bringt Doping überhaupt nichts. Null !

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2 Kommentare zu “Freigabe

  1. Herschel sagt:

    stimmt prinzipiell – da es sowieso gemacht wird, kann man auch so ehrlich sich selbst, den fans und den sportlern gegenüber sein, und es legalisieren.

    obendrein bietet nur ein offiziell gedopter sport die möglichkeit, eine gegenbewegung zu starten – den ungedopten sport. der fan könnte dann entscheiden, was er lieber sehen will.

    allerdings gibt es ein problem, ab einem gewissen punkt wird doping gesundheits- bis lebensgefährlich. wenn man es schaffen würde, ein verantwortungsvolles doping in geregelten bahnen zu organisieren, dann wäre ich voll dafür.

  2. Axel sagt:

    Ich würde in dem Zusammenhang ja noch weitergehen.
    Ich würde solchen „Sportlern“ den Status „Sportler“ aberkennen und ihn meinetwegen Artist, Weltrekordaufsteller, ja oder Superstar nennen. Ein Artist, setzt jeden Tag am Trapez oder im Tigerkäfig sein Leben auf’s Spiel. Ein Rockstar, wenn er exzessiv Drogen nimmt auch. Da fragt doch auch keiner.
    Wenn es die „Sportler“ so haben wollen, dann sollen sie es so haben.
    Schönstes Beispiel war doch vorgestern bei der sog. Königsetappe. Wieder standen tausende und abertausende am Straßenrand und haben den „Kletterern“ zugejubelt. Diese Idioten wollen keinen Sport sehen. Die wollen Menschen, Tiere, Sensationen. Sollen sie haben.

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