Local hero

Hinterlasse einen Kommentar

12.05.2007 von axeage

Ein wunderbarer Film des schottischen Regisseurs Bill Forsyth über einen texanischen Porschefahrer und Maßanzugträger, der in Schottland im Auftrag eines Ölkonzerns einen ganzen Küstenstreifen einschließlich Dorf kaufen soll, damit dort ein Öllager errichtet werden kann.

Ihm an die Seite gestellt ist ein liebenswert naiver europäischer Kollege. Die beiden treffen bei Ihrer „Einkaufstour“ auf einen Tausendsassa, der in Personalunion Hotelier, Meisterkoch, Bürgermeister, Akkordeonspieler, Don Juan und Seelsorger der Gemeinde ist und der versucht, den besten Kaufpreis und die lukrativsten Konditionen für sein Dorf herauszuschinden.
Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt: die für die Ölgesellschaft hauptsächlich interessante Küstenregion gehört nämlich einem alten Kauz, der in einem gestrandeten Schiff wohnt und sich von dem ernährt, was ihm das Meer an Strandgut tagtäglich anschwemmt.
Die Geschichte bekommt eine Wende und endet damit, dass der Chef des Ölkonzerns mit dem Hubschrauber anreist (unerreicht: Burt Lancaster als polternder Hobbyastrologe), um sich persönlich der Sache anzunehmen.

Ich muss gestehen, ich hatte noch nichts von diesem Film, der aus den 1980er Jahren stammt, gehört. Ein guter Freund hatte uns vor längerer Zeit die DVD mitgebracht und bei seinem letzten Besuch haben wir den Film dann gemeinsam angesehen.
Was den Film so einzigartig macht, ist, dass er absolut unaufdringlich und unspektakulär daherkommt und damit eine ausnehmend relaxte Stimmung erzeugt. Dazu ein paar herrliche Running Gags, Easy Listening von Mark Knopfler und als poetische Fußnote die herrliche Idee, der vom Assistenten angebeteten Meeresforscherin Schwimmhäute zwischen den Zehen zu verpassen.
Im Begleittext der DVD steht: man wünscht sich, der Film würde niemals enden und tatsächlich ist man ein wenig traurig, wenn der Yuppie am Ende des Films wieder zurück ist, in seiner gestylten Großstadtwohnung und den Ausblick auf die Skyline „genießt“. Hatte er sich doch in dem kauzigen Schottendorf so wunderbar zu seinem Vorteil verändert, Pullover und Dreitagesbart getragen, sich mit uraltem Whiskey voll laufen lassen, sich in die Freundin seines Vertragspartners verliebt und Orangen gegessen aus einer angeschwemmten Obstkiste vom anderen Ende der Welt.

Advertisements

Kommentar verfassen ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Archive

Mai 2007
M D M D F S S
« Apr   Jun »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031