Unterhaltung

10.08.2015

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Mein Vater wird nächste Woche neunzig Jahre alt. Wenn ich ihn im Seniorenheim besuche, spielen wir Schach. Gestern war es wieder soweit. Weil seine Sehkraft in letzter Zeit ziemlich nachgelassen hat, hielt er mir seinen König hin, als wir die Figuren aufstellten und fragte: ist das der König?
Ja antwortete ich und ergänzte neunmalklug: den zu schlagen, ist der Sinn des Spiels.
Er schüttelte den Kopf und sagte: Nein, der Sinn des Spiels ist Unterhaltung.

Das Spiel dauerte fast zwei Stunden. Es war ein harter Kampf. Einmal war meine Position besser, dann wieder seine. Kurz vor dem Ende des Spiels sagte mein sichtlich angespannter und hoch konzentrierter Vater: Unsere Spiele sind in letzter Zeit so verzwickt. Es ist gar nicht mehr so unterhaltsam wie früher.

Tatsächlich hatte ich bis vor kurzem nicht die Spur einer Chance gegen ihn. Erst seit ich regelmäßig mit dem Computer und einem Freund übe, habe ich halbwegs sein Niveau erreicht und gewinne auch manchmal ein Spiel. Gestern hat Vater gewonnen. Ein Arbeitssieg, wie ich vermute.


Ich Feingeist, ich …

24.03.2015

Eine feine Kritik über mein erstes Album Die Meldungen im Einzelnen hat Dennis Schütze – Guitar Singer, Songwriter, Music Educator – auf seinem Blog veröffentlicht. Klick aufs Bild führt zu dem nicht nur wegen dieser Kritik sehr empfehlenswerten Blog, rund um das weite Feld Musik.

DennisSchuetzeBlog

Albumkritik auf dem Dennis Schütze Blog

 

 


Die Meldungen im Einzelnen

09.03.2015

Die CD Die Meldungen im Einzelnen meiner Combo Element of Time ist fertig und darf bestellt werden.  Zehn Euro für zehn Lieder aus eigener Feder, arrangiert, aufgenommen und  abgemischt in den berühmten Hammerhof-Studios in Diepoltsdorf.

EoT-DieMeldungenImEinzelnen

Out now: Die Meldungen im Einzelnen

Wer reinhören möchte, hier entlang:


Element of Crime trifft Blues will eat

26.02.2015

Viel Musik am vergangenen Wochenende. Am Freitag führte die Deutschland-Tournee von Element of Crime Sven Regener und seine Rentnerband nach Erlangen in die Heinrich Lades Halle und tags darauf fand eins der schönsten Blues-Events in Nürnberg statt, das Blues Will Eat Festival im K4.

Doch der Reihe nach.
Element of Crime darf man inzwischen bescheinigen, oben angekommen zu sein. Nicht ganz oben, aber für eine Band, die deutsche Texte singt, doch ziemlich weit oben. Der Laden war voll und im Gegensatz zum letzten Mal, als ich die Truppe gesehen und gehört habe – 2011 in der Alten Posthalle in Würzburg – waren sowohl Bühnenshow, als auch Interaktion mit dem Publikum wesentlich auffälliger und ausgeprägter, wenn man von einem Kauz wie Regener überhaupt von Interaktion sprechen kann. Immerhin hat er sich dazu aufraffen können, zwischen den Liedern mehr als Vielen Dank und So ist das zu sagen und auch seine Körpersprache hatte sich verändert, vor allem dann, wenn es rhythmisch einmal zur Sache ging und er wild mit Armen und Trompete rudernd in ein tremorgleiches Wippen verfiel. Für Regeners Verhältnisse durfte man das durchaus ekstatisch nennen, vor zwanzig Jahren hätte man gesagt, Sven ist total ausgerastet.

Wenn es wieder ruhiger wurde und Herr Regener mit hochgerissenen Armen zu einem traulichen Romantik aufrief, wünschte man sich allerdings die guten alten Clubkonzert-Zeiten zurück, bei denen man die Texte etwas besser verstand und die gesamte Show, nebst Sound noch etwas rumpeliger und rustikaler daherkam. An der Lightshow war übrigens am deutlichsten zu erkennen, in welcher Liga diese Band inzwischen spielt. Strahlten vor Jahren nur ein paar einsame, gelbliche Scheinwerfer von der Decke, tauchte an diesem Abend neueste Leuchtdiotentechnologie Bühne und Zuschauerraum in ein grelles Farbenspektrum.

EoC-Erlangen

Lieblingsfarben ohne Tiere – Element of Crime in Erlangen

Auch am Arrangement des einen oder anderen Stücks wurde geschraubt, so dass sich das Konzert nicht wie in der Vergangenheit gerne aufs reine Abnudeln der Songs beschränkte. Nachdem die neue CD Lieblingsfarben und Tiere erst im September letzten Jahres herausgekommen war, hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass hauptsächlich Lieder daraus gespielt würden, aber geboten wurde eine schöne Mischung aus alten, ganz alten und frischen Songs.

Nach tapferen drei Zugaben ging schließlich ein schöner Liederabend zu Ende. Natürlich mit Delmenhorst und natürlich mit den segensreichen Worten von Sven Regener Lehmann: So ist das!

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Am Samstag dann Blues Will Eat, die alte Dame unter den in Franken etablierten Blues-Festivals. Im Gegensatz zu Wendelstein und Roth wird diese Festival nicht von der öffentlichen Hand subventioniert und wahrscheinlich macht gerade der Umstand, dass hier sowohl auf Seiten der Veranstalter, als auch bei Musikfans und Musikern nahezu ausschließlich enthusiastische Bluesfans am Werk sind, den Erfolg dieser äußerst sympathischen Veranstaltung aus.

Los ging’s pünktlich im Großen Saal mit Charles M. Mailer & the Sunhill Palace Band. Eine hervorragend eingespielte Band, die mir sehr gut gefallen hat, nicht nur weil Bandleader Charles M. Mailer ein hervorragender Keyboarder ist und eine amtliche Bluesstimme hat, sondern auch, weil ich seit Jahren keinen MOOG mehr gehört hatte (ich glaube, live überhaupt noch nie) und weil der aber ganz großartig zu der Art von Musik dieser Band passt.

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Nicht mehr so häufig zu sehen und zu hören: MOOG Synthesizer bei Charles M. Mailer & the Sunhill Palace Band

Dann ab ins Hinterzimmer zu ganz anderen, vor allem leiseren Tönen bei den Alligators of Swing. Drei etwas betagtere Herren, die schon lange auf den Brettern sämtlicher fränkischer Bluesbühnen zu Hause sind, spielten routiniert und souverän Swing-, Jazz- und Bluesnummern mit Saxophon, Kontrabass und Klavier. Handgedengelte Musik, wie man sie jederzeit und an jedem Ort hören kann.

Hier ist mir ein außergewöhnliches Foto gelungen. Ich werde den Herren demnächst vorschlagen, sich Phantoms of Swing zu nennen.

The Phantoms formerly known as Alligators of Swing

Der dritte Gig, den ich besucht habe, fand im Zentralcafe statt. Dennis Schütze & His Electric Combo. Vor genau sechs Jahren spielte er bereits mit seiner Akustik-Besetzung beim BWE im Hinterzimmer und ich habe an dieser Stelle darüber berichtet.

Was soll ich sagen: Die vier Jungs bieten Country- und Folk-Blues in klassischer Besetzung mit Akustik- und E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, wie man ihn perfekter kaum spielen kann. Allein Jochen Volpert an der E-Gitarre zuzusehen und natürlich zuzuhören, macht so viel Freude, dass man sich wünscht, er würde gar nicht mehr damit aufhören. Da ist nichts redundant, da ist nichts abgedroschen, bei nahezu jedem Lick hat man den Eindruck, er wurde eben erst in dieser Sekunde, in diesem Augenblick erfunden.

Dennis Schütze ist ein souveräner und charismatischer Bandleader mit einer schönen, amerikanischen Gesangsstimme. Fast sämtliche Songs an diesem Abend stammen aus seiner Feder und zeichnen sich durch stimmige, teilweise ausgefeilte Arrangements aus. Seine neue CD Unsung Songs läuft seit ein paar Wochen in meinem Auto rauf und runter.

Dass Schütze und Volpert so richtig funktionieren, liegt natürlich auch an deren Rhythmus-Abteilung mit Camilo Goitia am Bass und Stefan Schön am Schlagzeug. Auf den Punkt folgen sie ihren Frontmännern und Stefan Schön liefert mit einem Headset-Mikro sogar noch die zweite Stimme beim einen oder anderen Song. Ein rundum gelungener Gig!

Dennis Schütze & His Electric Combo singt Unsung Songs

Zum Schluss dann noch die großartige R&B Formation The Magictones. Wie es der Zufall will, spielte auch diese Band vor 6 Jahren beim BWE im Großen Saal. Blues Brothers und James Brown Klassiker an der Zahl. Der Sound war so gut und die Spielfreude der zehn Herren so ansteckend, dass ich bis zum Schluss geblieben bin. Immerhin war es dann schon nach 1:00 Uhr am Sonntag.

The Magictones – Spielfreude hoch zehn

The Magictones – Spielfreude hoch zehn

Zu Hause habe ich mir noch ein Glas Rotwein gegönnt und nach den vielen Blues-Varianten eine CD von Element of Crime aufgelegt: Mittelpunkt der Welt. Der Titelsong kommt mit zwei Akkorden aus und ist trotzdem wunderschön. Nach so viel Musik zieht man sich gerne auf das Wesentliche zurück. Gute Nacht!


Joa hahaha

21.01.2015

Ein Bild mit drei jungen Leuten: ein Bursche (Tom*), zwei Mädels (Ella* und Sarah*). Alle drei hübsch und intelligent, blicken in die Kamera. Ein Selfie.
Ella, die mit ihren mittelgescheitelten langen, glatten Haaren aussieht wie eine Woodstock-Diva betitelt das Bild mit Alles Gute Tom.
Inflationär verziert mit Herzchen- und Kussmund-Smilies ergibt sich folgender Dialog:

Tom: Danke. Beste Tag mit euch
Ella: War echt geil
Tom: Am Freitag wieder
Sarah: War schon geil heute haha und Freitag wird mega
Ella: Da wird’s aber anders haha
Tom: Besser haha
Sarah: 1000mal besser hahaha

Eine Camilla* mischt sich ein.
Camilla: Ihr habt heute was gemacht ihr opfer

Ella: Joa hahaha

Camilla ist traurig :-(

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* Namen von der Redaktion geändert

Schwarz verliert

16.01.2015

Sie haben mit Ihrer Einberufung zum 13. September 1943 zu rechnen. Ihre Uk-Stellung ist hiermit aufgehoben. Einspruch hiergegen ist zwecklos. Diese Benachrichtigung haben Sie sofort Ihrem Arbeitgeber vorzulegen.
Ewald wusste nichts mit dem Wort Uk-Stellung anzufangen. Außerdem erschreckte ihn das Wort zwecklos. Das Schreiben hatte ihm sein Vater, ein strenger, wortkarger Mann, mit den Worten überreicht: „Du bist zwar noch jung, aber der Führer scheint Dich zu brauchen“.

Karl, den Nachbarsjungen, der genauso alt war wie Ewald, hatten sie drei Monate zuvor eingezogen. Er hat nicht lange überlebt. Verstärkung beim Russlandfeldzug. Kanonenfutter. Seine Eltern trugen seither schwarze Armbinden. Ein Herr von der Gestapo hatte ihnen geraten, keine schwarze Kleidung zu tragen.

„Was bedeutet Uk-Stellung“ wollte Ewald von seinem Vater wissen, als dieser schon fast wieder aus dem Zimmer war. Der antwortete knapp:
„Unabkömmlichstellung. Trifft für Dich nicht zu. Als Druckerlehrling bist Du nicht unabkömmlich. An der Front offensichtlich schon. Lass‘ gut sein. Es wird schon alles gut werden“.
Einspruch hiergegen zwecklos dachte Ewald und las noch einmal das gesamte Schreiben durch. Bis zum 13. September waren es noch vierzehn Tage. Ewald fing trotzdem schon an, seine Sachen zu packen. Als er fertig war, legte er sich auf sein Bett und starrte an die Decke. Vierzehn Tage lang. Nur zum Essen und wenn er zur Toilette musste, stand er auf. Seine Mutter machte sich große Sorgen. Sein Vater sagte Lass‘ gut sein. Es wird schon alles gut werden, sein kleiner Bruder, mit dem er das Zimmer teilte, schüttelte nur ständig den Kopf und sein großer Bruder, der bei der Waffen-SS und in der Nähe stationiert war, versicherte, dass man ihm an der Front schon zeigen würde, wo es lang ginge.

Am Morgen des 13. September 1943 stand Ewald zusammen mit vierzig ungefähr gleichaltrigen Burschen am Bahnhof von Reuthen und wartete darauf, an die polnische Grenze gebracht zu werden. Die meisten Jungen waren zwischen 16 und 18 Jahre alt. Ewald war 17 und hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz das erste Jahr seiner Buchdruckerlehre absolviert. Ob er die Lehre würde beenden können, war fraglich, weil sich bei ihm eine akute Allergie gegen Druckerschwärze entwickelt hatte. Er bekam Hautausschläge und schlimme Hustenanfälle. Kurz dachte er darüber nach, dass alles Schlechte auch sein Gutes hatte und er, sollte er jemals aus dem Krieg wieder heimkehren, die Lehre wegen der langen Fehlzeit wahrscheinlich sowieso nicht ohne weiteres würde beenden können. Seine Lunge und seine Haut jedenfalls würden es ihm danken.

Der Zug kam spät. Um ihre Angst zu überspielen, scherzten die Jungen mit lauten, hysterischen Stimmen und rauchten Kette. Die wenigen Offiziere, die sich eingefunden hatten, um die Papiere zu prüfen und Einteilungen vorzunehmen, waren kaum älter als die Eingezogenen. Am Zielbahnhof herrschte deutsche Gründlichkeit. Einige der Offiziere waren mitgereist, tauschten sich kurz mit ihren Kollegen vor Ort aus, übergaben die Papiere und verschwanden wieder im Zug. Die Neuankömmlinge nahmen Reih- und Gliedaufstellung. Dann traten abwechselnd der gute – und der böse Ausbilder auf, motivierten und demütigten abwechselnd die jungen Soldaten, hielten abschließend jeder eine Brandrede, die darauf hinauslief, dass am ersehnten Endsieg nicht die Spur eines Zweifels herrsche. Sie, die jungen und unverbrauchten Männer des Volkssturms würden dafür sorgen, dass der Feind geschlagen würde und das tausendjährige Reich – bla bla bla.

Ewald hörte nicht mehr zu. Über zehn Jahre Propaganda hatten ihre Spuren hinterlassen und ihn taub gemacht. Vierzehn Tage auf dem Bett liegen und an die Decke starren, hatten seinen Kopf geleert und so schnell würden zwei dahergelaufene Ausbilder, vor allem, wenn sie ein so durchschaubares Spiel spielten, diesen Hohlraum nicht füllen. Aus den Augenwinkeln heraus glaubte Ewald zu erkennen, dass die meisten seiner Kameraden auch auf Durchzug geschaltet hatten. Bei einigen hatte er sogar den Eindruck, dass sie gar nicht verstanden, um was es überhaupt ging. Kein einziger sah so aus, als wäre er vom fanatisierenden Endsieggedanken durchdrungen und könne es gar nicht erwarten, dem Feind gegenüberzutreten, um ihm mit aufgepflanztem Bajonett den Bauch aufzuschlitzen, so wie es der böse Ausbilder mit hasserfülltem Blick in diesem Augenblick formulierte.

Wegtreten war das nächste Wort, das Ewald wieder halbwegs verinnerlichte. Haus 71, Stube 4 stand auf seinem Unterkunftszuweisungszettel. Seine Mitbewohner waren ein Alfons, zwei Georg, ein Karl, ein Herbert, ein Erich und der obligatorische Adolf. Allesamt Raucher. Erich, der jüngste 16, einer der Georgs 18, der Rest 17 Jahre alt. Ewald bezog das Stockbett unter dem 16jährigen. Im Zimmer standen ein Tisch und acht Stühle. An den Wänden acht Spinte aus billigem Blech mit Vorhängeschloss, die für die mitgebrachte Wäsche und ein paar private Dinge gerade so ausreichend waren.

Für die nächsten vierzehn Tage war eine Art Grundausbildung vorgesehen, auch und vor allem an der Waffe. Ewald hatte außer einem Luftgewehr noch nie eine Waffe in der Hand gehabt. Das übergebene Gewehr, ein Mauser Modell 98 mit aufgepflanztem Bajonett, war ungewöhnlich schwer und reichlich unpraktisch, wie Ewald fand. Die Pistole, eine Walther P38, die ihm in einem steifen, mit schwergängigen Nieten versehenen Lederhalfter übergeben wurde, lag schon besser in der Hand. Wenn der Feind getötet werden musste, war das wahrscheinlich das Mittel der Wahl, dachte Ewald, vorausgesetzt, er bekam das Ding rechtzeitig aus der steifen Halterung. Jemanden aus der Ferne mit dem Gewehr zu erschießen oder ihn gar mit dem Messer oder Bajonett zu töten, lag außerhalb seiner Vorstellungskraft.

„Ja und wenn Ihnen die Munition ausgegangen ist, Schramm?“ herrschte ihn am nächsten Tag der Ausbilder an.
„Was machen Sie dann? Werfen Sie dann die Pistole nach ihm oder strecken ihn mit ihrer mickrigen Faust nieder oder bitten ihn höflich, jetzt bitteschön das Feld zu räumen? Was machen Sie dann, Schramm?“
Ewald hatte sich fest vorgenommen, sich nicht einschüchtern zu lassen und antwortete ruhig und überlegt, dass er in einem solchen Fall natürlich den Einsatz des Bajonetts in Erwägung ziehen würde.
„In Erwägung ziehen. Schramm würde den Einsatz des Bajonetts in Erwägung ziehen“, schrie der Ausbilder in den Runde und erntete allenthalben hämisches Gelächter. Ewald zog die Schultern hoch, ärgerte sich weniger über das Kichern der Kameraden, als über die Äußerung des Ausbilders, Ewald habe eine mickrige Faust, denn das stimmte überhaupt nicht und am liebste hätte er dem Ausbilder gezeigt, wozu er mit dieser, seiner mickrigen Faust fähig war.

Der Ausbilder aber hatte sich inzwischen abgewandt, eins der Gewehre geschnappt, überprüft, ob keine Kugel im Lauf war, den Bajonettschutz abgezogen und ein lebensgroße Puppe, die aus mit Stroh und Sägespänen gefüllten Kartoffelsäcken notdürftig zusammengebastelt und einer schlechten Vogelscheuche nicht unähnlich war, vor sich aufgebaut, um dann zu demonstrieren, wie man seinen vermeintlichen Gegner sauber mit einem Bajonett niederstreckt. Sägespäne und Stroh lagen nach dieser Attacke auf dem Boden.
„Schramm, sie werden da keine Zeit haben, irgendetwas in Erwägung zu ziehen. Das hier“ und damit deutete der Ausbilder auf den Boden, „das hier sollten im Idealfall die Eingeweide ihres Gegners sein, Schramm.“

Damit war die Grundausbildung zum Thema Nahkampf mit Bajonett beendet. Jeder, der wollte, durfte der Strohpuppe noch ein paar Eingeweide aus dem Leib reißen. Erich, der Sechzehnjährige, legte den Arm um Ewald und sagte:
„Mach‘ Dir nichts draus. Lass‘ es gut sein. Es wird schon alles gut werden.“
„Das sagt mein Vater auch immer“, antwortete Ewald verblüfft und versetzte der Puppe den Todesstoß, will heißen, der Unterleib war so weit aufgeschlitzt, dass das gesamte Stroh aus der Puppe fiel.
„Und derjenige, der unserem Feind den Garaus gemacht hat, darf sich in die Asservatenkammer einen Sack und Nähzeug geben lassen und ihn wieder zusammenflicken.“ schrie der Ausbilder mit höhnischer Stimme und sichtlich darüber erfreut, dass gerade Ewald dieses Missgeschick passiert war.

Das Vernähen der Kartoffelsäcke, die Ewald vorher mit Stroh und Sägespänen gefüllt hatte, entpuppte sich schwieriger, als gedacht. Obwohl ihm Erich, der sofort angeboten hatte, ihm zu helfen, zur Hand ging, riss das Garn Löcher in die groben Säcke und mehr als einmal mussten die beiden von vorne beginnen und viel Flickarbeit leisten.
Nach zwei Stunden hatten sie es geschafft. Vor ihnen stand eine Kampfpuppe, die wesentlich standfester und ihrem Vorgänger um Klassen überlegen war.
„Meinst Du, der Ausbilder ist damit zufrieden?“ wollte Erich wissen.
„Die Puppe ist auf jeden Fall besser, als die vorher. Das ewige Leben aber wird auch sie nicht haben.“
Beide kicherten und gingen in ihre Baracke. Dort herrschte noch reichlich Unruhe. Alle saßen am Tisch. Drei spielten Karten. Zwei spielten Schach, mit selbstgeschnitzten Figuren und einem Blatt Papier, auf das mit Bleistift ein Schachbrettmuster gezeichnet war. Gesprächsthema war natürlich der Nahkampf. Dem Feind ins Auge blicken, ihn töten, den Russen, den Engländer, den Ami. Was wäre das wohl für ein Erlebnis. Seinen Kindern und Enkeln davon berichten. Vor ihnen als Kriegsheld dazustehen.

„Schwarz verliert“, sagte Ewald und deutete auf das improvisierte Schachbrett. Die schwarzen Figuren, die notdürftig mit einem Bleistift angemalt und von den weißen Figuren kaum zu unterscheiden waren, standen tatsächlich wesentlich schlechter. Die beiden Spieler, es waren die beiden Georgs, blickten auf und musterten Ewald kritisch.
„Vielleicht hast Du Lust, ein paar Strohfiguren zu basteln“, stichelte Georg Eins, doch Ewald deutete auf die Ecke, in der der sich der schwarze König verschanzt hatte. Dann blickte er zu Georg Zwei. Springer auf C6 und Turm auf B5, Matt.

Eine Woche später waren beide Georgs tot. Scheußlich Sache kommentierte der Kommandeur. Ganz scheußliche Sache. Die Truppe war in einen Hinterhalt geraten. Zweiundvierzig tote Kameraden. Vierzehn Schwerverletzte. Einunddreißig Leichtverletzte und drei Mann wurden vermisst, unter anderem Ewald. Schramm fehlt, sagte der Ausbilder. Und Kürzdörfer und der kleine Vogel.
Kürzdörfer war zu diesem Zeitpunkt auch schon tot. Es hatte ihn nur niemand gefunden, weil er so weit verstreut war. Eine Mörsergranate hatte ihn buchstäblich in tausend Stücke zerrissen. Ewald lag mit einem stark blutenden Streifschuss an der Hand in einem Wald nahe der Ortschaft, in der seine Truppe in den Hinterhalt geraten war und sein Zimmerkamerad Erich Vogel, der kleine Vogel, passte auf ihn auf. Wir schaffen das, hatte Erich mehrfach beteuert und wusste nicht, wie er die stark blutende Wunde seines Kameraden noch verbinden sollte. Das bisschen Verbandsmaterial, das sie dabei gehabt hatten, war längst durchgeblutet und verbraucht. Nach gut einer Stunde – Ewald war aufgrund des Blutverlustes immer schwächer geworden – beschloss Erich, Hilfe zu holen. Ewald war hin- und hergerissen zwischen abgrundtiefer Verzweiflung, hier alleine im Wald zurückgelassen und der hoffnungsvollen Aussicht darauf, in ein Feldlazarett gebracht zu werden. Als sein Freund und Schutzengel gegangen war und er alleine auf dem feucht-kalten Waldboden lag, packte ihn Schüttelfrost und die nackte Angst. Die Nacht brach herein. In der Ferne waren Gefechtsgeräusche zu hören. Panzer- und Gewehrfeuer, Granatenabschüsse und –einschläge. Wenn seine Truppe immer noch dort kämpfte, war kaum Hoffnung auf Hilfe. Er schnitt mit dem Messer ein Stück aus dem Futter seines Mantels, um den Verband notdürftig zu erneuern. Die Wunde sah grauenhaft aus. Er kämpfte mit der Ohnmacht, als er den Verband zusammenzog, um die Blutung vielleicht doch zu stillen.

Dann plötzlich, wie aus dem Nichts, stand er vor ihm: ein echter, leibhaftiger, russischer Soldat. Kaum älter als Ewald und genauso erschrocken wie Ewald. Mit weit aufgerissenen Augen starrten sie sich an und hatten beide den selben Gedanken: Was soll ich jetzt tun?
Ewald tastete mit seiner unverletzten Hand nach seiner Pistole. Er wusste allerdings in diesem Augenblick genau, dass es ihm unmöglich sein würde, sie schnell genug aus diesem steifen, mit schwergängigen Nieten versehenen Lederhalfter zu ziehen. Er hätte sie schon vorher herausnehmen und entsichert neben sich legen sollen. Er hätte damit rechnen müssen, dass ihn der Feind hier findet. Er hätte, als er beim ersten Schusswechsel in Deckung gegangen war, nicht die Hand auf die Mauer legen sollen. Er hätte gar nicht erst hier her kommen sollen, er hätte zu Hause in seinem Bett bleiben und weiterhin die Decke anstarren sollen. Das Gewehr mit dem Bajonett lag neben ihm. Ewald dachte an die Strohpuppe. Um den Pistolenhalter zu öffnen, hätte er die andere Hand hinzunehmen müssen. Schramm, ziehen Sie den Einsatz des Bajonetts in Erwägung, schrie ihn im Geiste der Ausbilder an. In diesem Augenblick brachte der russische Soldat sein Gewehr in den Anschlag und zielte auf Ewalds Kopf. Ewald riss instinktiv beide Hände hoch und wollte schreien. Dann wurde ihm aber klar, dass dies höchstwahrscheinlich nichts bringen würde, also blieb er ruhig und blickte dem Feind mit flehendem Blick ins Auge. Innerlich hatte er sich mit dem Schicksal abgefunden, am Tag seiner ersten Kampfhandlung erschossen zu werden.

Er hatte einmal gelesen, dass zum Zeitpunkt des nahen Todes, sei es bei einem Unfall oder dann, wenn man die Mündung eines durchgeladenen Gewehrs blickt, das eigene Leben wie ein Film an einem vorbeiziehen würde. Vor seinem geistigen Auge sah er seine hochschwangere Mutter, eine Wirtin. Sie steht hinter einer Theke und zapft Bier. Die Schmerzen, die sie spürt, sind keine Wehen. Können gar keine Wehen sein. Wehen kann sie jetzt überhaupt nicht gebrauchen, nicht in diesem Augenblick, da die Gastwirtschaft brechend voll ist. Sie zapft drei Bier, dann werden die Schmerzen schlimmer. Ich glaube es ist soweit, flüstert sie ihrem Mann ins Ohr, der am Stammtisch sitzt, Zigarre raucht und mit drei Gästen Karten spielt. Er bläst ihr den Rauch ins Gesicht, schüttelt den Kopf mit dem belehrenden Hinweis, dass doch noch mindestens drei Wochen Zeit sei und übergibt ihr sein leeres Bierglas. Der Weg zurück zur Theke wird für sie nahezu unerträglich. Sie stellt das Glas ab, verlässt den Gastraum, geht die Treppe hoch, in die Privaträume der Familie, setzt sich auf die Couch und hofft, dass die Schmerzen nachlassen. Die Gäste unten im Gastraum, ihren Mann, der gerade ein Schellensolo mit 62 Punkten gewinnt, die halbleeren Biergläser, die immer leerer und die Aschenbecher, die immer voller werden, rücken in weite Ferne, bis sie diese vollständig vergessen hat und sie sich ausschließlich auf die Schmerzen konzentriert, die so stark werden, dass sie gar nicht merkt, wie die Fruchtblase platzt, ihr Mann mit hochrotem Kopf plötzlich in der Tür steht und der Kopf ihrer Leibesfrucht, bereits zwischen ihren Beinen hervor schaut.

Die ganze Szene, vom Zapfen des Bieres bis zur Geburt dauerte in Ewalds Kopf nur den Bruchteil einer Sekunde. Jetzt wird er bereits eingeschult, jetzt hat er seinen ersten Samenerguss, schon laufen ihm zwei hübsche, junge Mädchen über den Weg. Eine davon ist Heike. Auf ein Wiedersehen mit ihr nach dem Krieg? Der junge Russe, der in vermeintlicher Zeitlupe am Abzug seines Gewehrs zog, hatte etwas dagegen. Warum, fragte sich Ewald, der blutleer und flehentlich in die Mündung sah, die ihm inzwischen so groß vorkam, dass er meinte vollständig darin Platz zu finden. Warum, warum, warum … die dümmste Frage im Leben eines Siebzehnjährigen, der verwundet auf dem Schlachtfeld liegt und auf den Tod wartet.

Dann der Schuss. Er hörte sich entfernt an. Viel zu entfernt, als dass er aus dem Gewehr des jungen Russen hätte stammen können. Zu weit weg, dachte Ewald und als der junge Russe wie eine Statue umfiel, die man vom Sockel gestoßen hatte, wusste er auch warum. Ein anderer, ein Kamerad, ein Engel aus dem Kriegshimmel, ein Jäger, ein Bote aus dem Jenseits, ein Freund, ein Helfer war ihm, dem schussbereiten und schießwütigen Russen zuvor gekommen, hatte ihn aufs Korn genommen und ihn erschossen. Einfach so, wie in einem Film. Wie in einem schlechten Kriegsfilm.

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So oder so ähnlich oder auch ganz anders könnte die Geschichte meines Vaters bzw. meiner Eltern ihren Anfang genommen haben.
Weiterführender LINK zum Thema :


Nick Woodland in der Kofferfabrik Fürth

03.01.2015

Ich habe ein paar regionale, ein paar nationale und einige internationale Musiker bei facebook auf dem Schirm. Allen ist gemein: die Liebe zur Musik und die hohe Frequenz ihrer Auftritte. Am vergangenen Wochenende war einer in der Kofferfabrik, der in gewisser Weise jedem genannten Musikertypus zugehörig ist: Nick Woodland. Er ist kein ganz Großer, will heißen, er füllt keine Stadien oder Arenen, wenngleich er schon mit namhaften internationalen Größen musiziert hat, aber er ist einer, der sein Instrument, die Gitarre, wie kaum ein Zweiter beherrscht, der eine richtig gute Blues- und Folkstimme hat und etwas, das unabdingbar in seinem Job ist: Understatement und absolute Bühnenpräsenz.

Das beginnt schon mit seiner Eröffnungsfrage: Na, schafft Ihr es noch bis Silvester? Natürlich schaffen wir es. Woodland spricht hervorragend Deutsch und sein Witz ist dem eines knorrigen Engländers mehr als würdig. Er stellt sich als Edward Snowden vor und bedankt sich, dass wir, die Zuschauer, bei dieser Saukälte an diesem Abend nach Fürth in die gute alte Kofferfabrik gekommen sind.

Nick Woodland in der Kofferfabrik Fürth

Nick Woodland in der Kofferfabrik Fürth

Der Laden ist gut gefüllt. Durch die Bank betagtere Herrschaften, denn die Musik, die dieser ebenfalls betagte Mr. Woodland spielt, will der größte Teil der heutigen Jugend nicht mehr hören. Live schon gar nicht. Ehrlich gesagt, stimmt es mich ein wenig traurig, dass mit meiner Generation wahrscheinlich auch Musikclubs, wie die Kofferfabrik auszusterben drohen.

Anyway. Ich bin froh, an diesem Abend hier zu sein. Die Eintrittskarte war ein Weihnachtsgeschenk der Liebsten. Woodland beginnt mit einem locker aus dem Handgelenk geschüttelten Shuffle im Stile von Tom Petty. Tatsächlich ist seine Stimme der von Mr. Petty nicht unähnlich. Seine Mitmusiker, Klaus Reichardt an den Keyboards und an der Pedal Steel Guitar, der junge, immer fröhliche Manfred Mildenberger am Schlagzeug und Tom Peschel am Bass machen einen ausgezeichneten Job. Woodland kann sich in allen Ton- und Lebenslagen auf die drei verlassen und auch der Sound ist ganz vorzüglich in dem kleinen Club abgemischt.

Kurz nachdem Woodland den letzten Song vor der Pause angesagt hat, ist der Laden plötzlich dunkel und still. Eine Hauptsicherung war rausgeflogen. Woodland reagiert spontan, verlegt die Pause ein halbes Lied nach vorne, lässt sich eine Flasche Weißwein in die Künstlergarderobe bringen und beginnt nach der Pause, während der die defekte Sicherung ausfindig gemacht und erneuert worden war, an genau der Stelle, an der vor der Pause zwangsweise abgebrochen werden musste. Professionalität, Understatement, Spontaneität: Eigenschaften eines Handlungsreisenden in Sachen Musik. Ich bin begeistert.

Das Repertoire der Band ist äußerst vielfältig und in keiner Weise beschränkt auf 12-Takt-Blues und Woke Up This Morning Lyrik. Einige Songs klingen nach Bob Dylan, andere nach Alexis Korner, wieder andere nach Jackson Browne, was nicht zuletzt an Reichardts hervorragend gespielter Pedal Steel Guitar liegt.
Woodlands Equipment ist eher unspektakulär. Ein alter Roland-Verstärker, als Bodentreter lediglich ein Booster und seine Gitarre ist eine schmucklose, abgebeizte Stratocaster, auf deren Kopfrückseite ein Zettelchen pappt, auf dem in krakeliger Schrift „Nick“ steht. Das ist alles und mehr braucht es auch nicht.

Nach gut zwei Stunden hervorragender Bluesmusik ist Schluss. Als Zugabe spielt Woodland Little Puppet, ein großartig arrangierter Song mit spektakulärem Schlagzeugeinsatz, der für sicht- und hörbares Erstaunen im Publikum sorgt.
Doch, es hat sich gelohnt, bei dieser Saukälte zwischen den Jahren das Haus zu verlassen, nach Fürth zu fahren und Nick Woodland und seinen Mannen zu lauschen. So etwas sollte man viel öfter tun!


Der Mann mit der Mütze – Gregory Porter in der Heinrich-Lades-Halle Erlangen

16.12.2014

Die Vorband, wenn man bei zwei Mann überhaupt von einer Band sprechen kann, Tom O’Grady am Klavier und Myles Sanko am Gesangsmikrofon, diese beiden Herren waren nicht schlecht. Nein, das wäre untertrieben. Die beiden waren richtig gut. Myles Sanko hat eine ähnliche Stimmlage wie Mr. Porter, seine Ausstrahlung ist perfekt, sein Begleitmusiker am Flügel großartig und die Songs sind fein arrangiert. Aber das Hach, der Schmacht, der Soul, die aufgestellten Nackenhaare und – ja auch das eine ums andere Tränchen – das alles stellte sich erst ein, als dieser Hüne, dieser Gentle Giant, die Bühne betrat: Gregory Porter, der Mann mit der Schiebermütze, die so gar nicht zu seinem restlichen, schicken Outfit passen will und gerade deshalb so gut passt, wie kaum etwas anderes.

Bei einem Sänger seiner Klasse hat man ja bevor er den ersten, also den allerersten Ton singt, eine bestimmte Vorstellung davon, was genau jetzt gleich den Gehörgang umschmeicheln wird, welche Frequenz, welche Tonhöhe, welche Stimmfarbe. Schon Tage zuvor und im Auto, während der Fahrt zum Konzert, hatte ich mich konditioniert und seine neueste CD Liquid Spirit gehört, und ich glaubte zu wissen, was jetzt gleich folgen würde. Aber dann kam es doch ganz anders. Viel schöner, viel runder, viel weicher, viel besser auf dem Punkt, viel mehr live. Die Magie des ersten Tons hat mich bisher noch bei keinem anderen Musiker so in ihren Bann gezogen, wie bei ihm.

Seine Begleitband bestehend aus Schlagzeug, Kontrabass, Klavier und Saxofon war wunderbar eingestellt und spielte die kniffligsten Arrangements mit perfektem Timing und einer Leichtigkeit, wie es sie nur beim Jazz gibt. Da war nichts Gepresstes, da war kein Missverständnis, keine Redundanz und keine Unebenheit, zumindest keine, die nicht so wirkte, als wäre sie nicht genau an dieser Stelle, genauso uneben vorgesehen gewesen. Wenn es einen kleinen Kritikpunkt gibt, dann den, dass der aus Tokio stammende Saxofonist Yosuke Satoh bei nahezu jedem Solo eine volle Improvisationsbreitseite abfeuerte, die fast immer in einem obertonlastigen Stakkato endete, was nicht jedem Song, vor allem den Balladen nicht immer guttat.

Aber dafür gab es als Ausgleich ja den Pianisten Chip Crawford. Zwei Songs spielte er ganz alleine mit Porter und es war das reine Vergnügen, den beiden zuzuhören. Porters Stimme und Crawfords beseeltes Klavierspiel bildeten eine großartige Symbiose. Bei diesen Stücken konnte Porter, was Phrasierung und Stimmimprovisation betrifft, aus dem Vollen schöpfen und anders, als beim manchmal etwas überkandidelten Saxofonspiel wirkte seine Sangeskunst bei aller Stimmgewalt soweit kontrolliert, dass sie weder etwas vermissen ließ, noch übers Ziel hinausschoss. Es war einfach das richtige Maß.

Ein ganz feiner Zug des Gentle Giant Gregory Porter: er ließ seiner Band ausreichend Raum für zum Teil ausgiebige Improvisationen und Soli. Natürlich war und blieb er stets der Star des Abends, aber man hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, er würde sich in den Vordergrund singen, was natürlich mit der Erkenntnis zu tun haben wird, dass seine Musik mit einer eingespielten Band steht und fällt. Die Rhythmussektion mit Emanuel Harrold am Schlagzeug und Aaron James am Bass leistete jedenfalls großartige Basisarbeit. Sämtliche Stücke, die ich von CD kannte, waren teils in Nuancen, teils vollständig neu arrangiert. So muss Livemusik sein.

Nach gut eineinhalb Stunden war Schluss. Eine Zugabe, die damit endete dass sich alle Musiker nacheinander verabschiedeten und die Bühne verließen. Zum Schluss saß nur noch Mr. Harrold schlagzeugend und groovend auf der Bühne, um schließlich mit einem abschließenden Paukenschlag dieses großartige Konzert zu beenden. Doch, der letzte Ton kann durchaus auch etwas Magisches an sich haben, auch oder vielleicht gerade, wenn er getrommelt wurde. Hach!


Element of Times they are a-Changin’

07.12.2014

Es sollte ein besonderer Gig werden. Zum ersten Mal nicht nur nachgespielte-, gecoverte-, sondern auch eigene Songs spielen. Vor Publikum. Songs, ja oder besser, Lieder mit deutschen Texten, was vor allem bedeutet, peinlich genau auf die Texte zu achten, denn nichts ist schlimmer, als Text zu vergessen, oder was Falsches oder gar Gestammeltes zu singen, vor allem dann, wenn die Lieder davon leben, dass deren Texte verstanden werden.

Der Veranstaltungsort ist eine liebevoll gestaltete Kneipe, ein ehemaliger Bahnhof. Auf- und umgebaut hat ihn ein Verein, den Erdmute, eine quirlige Mitvierzigerin, gegründet hat. Man merkt am Ambiente, am Inventar und an der Speisekarte, dass nicht nur Geld, sondern auch viel Herzblut investiert wurde. Alles sehr stilvoll, alte Sofas, renovierte Tische, unterschiedliche Stühle, eine Schaufensterpuppe, viele Pflanzen, zur Jahreszeit passend ein paar Weihnachtssterne, Kunst und Antikes an den Wänden. Auf der Speise- und Getränkekarte unter anderem vegetarische und vegane Gerichte mit Zutaten von heimischen Bauernhöfen und Bieren aus der Region. Man fühlt sich auf Anhieb wohl.

Gute zwei Stunden vor dem Auftritt rücken wir an und bauen auf. Das Stromkabel liegt bereits da, wo es hingehört, das ist schon mal ein gutes Zeichen dafür, dass die Organisation stimmt. Am Bühnenrand hockt eine Schaufensterpuppe mit Model-Figur in Winterklamotten. Der Raum, in dem wir spielen, ist die ehemalige Wartehalle des Bahnhofs. Johnny baut sein Keyboard neben einer Art Schaufensterauslage auf. Ein Email-Schild mit altdeutscher Aufschrift weist darauf hin, dass es sich um den ehemaligen Kiosk handelt. Erdmute hat ein wenig Angst, dass unser Kerzenlüster, der bisher bei jedem unserer Auftritte dabei war, ihre alten Möbel oder ihren Fußboden versauen könnte. Sie bringt deshalb ein altes Flies zum Draufstellen. Nach dem Auftritt wird kein einziger Wachstropfen zu sehen sein, die Flammen der Kerzen sind wie festgenagelt.
Durch einen engen Gang gelangt man in den eigentlichen Gastraum. Der ist voll an diesem Abend. Das lässt hoffen, dass auch der unser Gig gut besucht sein wird.

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Johnny im Kiosk, Günter vertieft

Tatsächlich hocken im Zuschauerraum schon ein paar Leute, darunter zwei Kerle, die unseren Soundcheck mit neunmalklugen Kommentaren begleitet haben. Der eine ist ein großgewachsener Endvierziger, mit Pferdeschwanz und neumodischem Kinnmittelbart, der so tut, als würde er für die örtliche Zeitung schreiben. Er führt mit uns ein Interview im Stile von Mich interessiert überhaupt nicht, was ihr sagt, aber redet ruhig weiter.
Später, kurz bevor wir beginnen, fordert er mit lautstarken Rufen und Pfiffen, dass wir endlich anfangen sollen. Er und sein Kumpel haben schon ordentlich den Bieren aus der Region zugesprochen, mit anderen Worten, sie sind ziemlich besoffen. Erdmute gibt ihnen schon seit längerer Zeit kein Bier mehr, aber sie stacheln immer wieder andere Gäste an, ihnen eins zu holen.

Das kann ja lustig werden, denke ich bei mir, als wir die Bühne betreten und ich, ferngesteuert wie immer, wenn ich hochdeutsch vor mehr als vier Leuten sprechen soll, erkläre, dass wir Element of Time sind und Songs, nein Lieder, von Element of Crime spielen und – ja, die Presse hätte uns als Element of Crime angekündigt und – ja, das sei natürlich ein peinlicher Irrtum gewesen, aber wir seien ja missionarisch in Sachen Element of Crime unterwegs, weil die Musik dieser grandiosen Band viel zu wenig bekannt sei, draußen im Land, im Mutti-Land im Tschingerassabum-Skihütten-Partyvolk-Land.

Auf meine Frage, wer denn im sehr geschätzten Publikum Element of Crime kennen würde, melden sich die meisten. Nix Mission und ich denke ein weiteres Mal das kann ja lustig werden. Immerhin ist der Laden voll. Die Sitzplätze sind alle besetzt und vereinzelt stehen auch ein paar Gäste. Dann erwähne ich in meiner kurzen Ansprache noch, dass wir heute erstmalig auch eigene Songs spielen werden – Welturaufführung, Premiere usw. – mache darauf aufmerksam, dass es die eigenen Songs auch auf einer CD zu kaufen gibt, halte die CD hoch, stimme nebenbei meine Gitarre, an der es eigentlich gar nichts mehr zu stimmen gibt, weil ich sie im Vorfeld schon drei Mal gestimmt habe und dann … dann geht es los.

Auf einem Spielplatz ruft ein Kind nach seiner Mutter, damit die sieht, wie hoch das Kind schon schaukeln kann und es wirft die Beine vor und hoch zum Himmel, bis ein Schuh davonfliegt und der landet dann auf einem Auto, das am Straßenrand geparkt ist …
Bei Auto setzen Günter mit dem Cajon und Johnny mit dem Keyboard ein. Alle Zuschauer lauschen ergriffen und schauen andächtig. Der Sound kommt gut rüber, beim Refrain schalte ich per Fußtaster auf dem Vocalizer die Zweitstimme zu. Später werde ich auf die Frage, wo denn plötzlich diese zweite Stimme herkam, auf die neben mir sitzende Schaufensterpuppe deuten. Am Ende denk‘ ich immer nur an Dich.

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Am Ende denk’ ich immer nur an Dich …

Das erste Lied ist überstanden. Wir haben uns nicht verspielt. Der aufdringlich lautsprechende Typ mit dem Kinnmittelbart hat brav mitgelauscht und applaudiert. Ich reiße die Arme hoch und rufe ROMANTIK, so wie es der gute Sven Regener immer tut. Dann das zweite Stück. Auch ein Coversong. Nur mit Dir von der wunderbaren CD Mittelpunkt der Welt. Auch ROMANTIK, auch fehlerfrei, auch schön.

Dann ist es soweit: der erste eigene Song. Zum ersten Mal vor Publikum. Eins, zwo – eins, zwo, drei, vier – Intro. Das Stück heißt Die Andern und handelt davon, dass man sich nur allzu gerne an dem – oder der – oder den Andern orientiert. Vier Strophen, ein Refrain, kleines Zwischenspiel. Am Ende meines Daseins werd‘ ich es wohl wissen, was die Andern haben, brauch‘ ich nicht zu vermissen. Doch das Ende ist noch weit, es bleiben viele Tage, ich kümm’re mich bis dahin um die Klärung meiner Frage: Was haben die Andern? Was haben sie, was ich nicht hab‘?
Weil der Rhythmus ins Tanzbein geht, springt der Kinnmittelbart auf und klatscht in die Hände. Allerdings ohne im Takt zu bleiben. Günter schließt verzweifelt die Augen, um nicht rausgebracht zu werden. Irgendwann ist es geschafft. Das Lied ist vorbei. Applaus. Niemand hat sich gegruselt, im Gegenteil, die meisten haben an den richtigen Stellen gelacht – zumindest gelächelt. Der Kinnmittelbart scheißt den Rest des Publikums dafür zusammen, dass sie nicht mitgeklatscht haben. Ich bin ganz froh drum, Günter wäre sonst garantiert aus dem Takt gekommen.

Für den Rest des Gigs geht alles seinen Gang. Bei der Straßenbahn des Todes habe ich zwar einen Textaussetzer – der komplette zweite Teil der ersten Strophe fällt mir nicht mehr ein, weil ich gedanklich schon in der dritten Strophe bin – und in meinen eigenen Song Es wird langsam Zeit komme ich überhaupt nicht rein, weil ich völlig falsch anfange. Überhaupt habe ich mit den eigenen Songs wesentlich mehr Probleme, als mit den fremden. Schon merkwürdig, habe ich doch alle Lieder selbst geschrieben und komponiert. Aber so ist das mit dem Scheinwerferlicht. Es macht nicht nur Licht, sondern verbrennt auch Teile des Gedächtnisses. Der Kinnmittelbart jedenfalls hat seinen Spaß. Er schnappt sich ab und zu eine junge Frau und tanzt mit ihr. Davon lässt sich auch ein junges Paar anstecken. Beide verraten mir nach dem Gig, dass sie große Fans von Element of Crime sind. Na, das lässt sich doch hören!

Auch schön: nach der Pause sind nicht etwa die meisten Zuschauer verschwunden, sondern fast alle noch da. Weil ich meine Liedansagen auf das Wesentliche beschränke, sind wir nach gut zwei Stunden beim letzten Lied angelangt. Obligatorisch: Bitte bleib‘ bei mir.

Zugabe! Balsam in meinen Ohren. Also gut, wir haben das was vorbereitet. Noch was Eigenes? Ein Lied, bei dem ich etwas Hemmungen habe, es in der Öffentlichkeit zu spielen. Es ist nämlich ein Lied für und über meine Mutter. Sie hat mir irgendwann einmal erzählt, dass sie noch nie in ihrem Leben am Meer gewesen ist. Ich habe daraufhin versucht, ein Projekt aufzusetzen: Mutter ans Meer schaffen. Doch daraus wurde nichts. Sie wurde irgendwann bettlägerig und überhaupt ging es ziemlich bergab mit ihr. Das Projekt ist schließlich gescheitert, übrig blieb dieses Lied: Der fiese Sandmann hat sich längst verpisst und beim Versandhaus zu viel Sand bestellt. Und weil der Strand jetzt unpassierbar ist, bleibt nur der Wind, der ihr vom Meer erzählt.

Und weil man nach so viel Pathos und Persönlichem die Zuschauer nicht in so depressiver Stimmung in die erste Adventsnacht entlassen darf, schließlich noch Der weiße Hai:
Freu Dich nicht zu früh auf den Sommer, Weihnachten ist grade erst vorbei. Im Treppenhaus riecht es noch nach Glühwein und im Fernsehn läuft der weiße Hai.

Passt textlich nicht ganz in die Jahreszeit, aber den Text umzuschreiben käme einer Gotteslästerung gleich; Herrn Regener schreibt man nicht ungestraft ein Lied um.

Es war ein schöner Abend. Es sollte ein besonderer Gig werden und es wurde ein besonderer Gig. Nach dem Auftritt wurde uns noch ein paar Mal die Frage gestellt, wie man auf die Idee kommt, Lieder von Element of Crime nachzuspielen. Ich habe geantwortet, weil wir’s können und seit diesem Gig wissen wir: Wir können auch anders.


Auf fremden Plätzen

14.10.2014

Könnte ein feiner Tag werden. Wetter schön, Frühstück gut, Menschen freundlich und wohlgesinnt. Die Übernachtung bei M. war zwar etwas stechmückengeplagt, mit lauter kleinen roten Einstichen am rechten Handgelenk, aber es juckt nicht – kommt vielleicht später noch, wenn man schwitzt. Und schwitzen werden wir beide heute noch, denn trotz Frühherbst ist die Sonne herausgekommen, trocknet den Tau auf den Fairways und Greens und man ahnt bereits jetzt gegen 10:00 Uhr, dass es heute heiß werden wird.

Der Golfplatz ist schon vierzig Jahre alt. Ein Banner mit einem entsprechenden Hinweis ist über dem fulminanten Clubhaus aufgespannt. Noch ist nicht viel los. Das Clubsekretariat ist noch gar nicht besetzt, stattdessen gibt der Marshall, ein älterer Herr, der sich, wie wir später erfahren, einer Krebsoperation am Kiefer unterziehen musste, nuschelnd Auskunft, wir möchten bitte nach der Golfrunde das Greenfee bezahlen und jetzt aber sehen, dass wir in die Sonne kämen. Dabei grinst er im Rahmen seiner Möglichkeiten und tätschelt M. den Rücken.

M. und ich spielen im Jahr drei bis fünf Mal miteinander Golf. Wir haben beide ein Handicap von 18, was aussagt, dass wir dann, wenn wir uns im Rahmen unserer normalen Spielstärke bewegen, im Durchschnitt an jedem Loch einen Schlag mehr benötigen, als vorgeschrieben. Das ist nicht überragend gut, aber auch nicht schlecht. Damit können wir uns auf jedem Golfplatz dieser Welt blicken lassen, ohne dass es peinlich würde.

Wir gehen zum Abschlag, beglückwünschen uns dazu, heute einen richtig guten Golftag erwischt zu haben, machen ein paar Verrenkungen und Probeschwünge, beobachten einen Spieler, der sich mit einem gelungenen Schlag dem neunten Grün nähert, wünschen uns ein schönes Spiel und schlagen ab. Beide Mitte Fairway. Beide um die 190 Meter. Beide sind wir zufrieden.

Nachdem wir das erste Loch geteilt haben – beide eine Fünf an einem Par 4 – mache ich an den nächsten drei Löchern nicht ein lächerliches Pünktchen, während M. wie ein Uhrwerk spielt und punktet. An Loch 9 liegt er uneinholbar vorn. Mir bleibt nur, einen schönen Schlag auf dem Grün zu platzieren, damit die Gäste auf der Sonnenterrasse des Clubhauses, die das schöne Wetter und die herrliche Parklandschaft dieses gediegenen Fleckchens Erde genießen, etwas zu sehen bekommen. Es gelingt mir leidlich. Der Ball landet auf dem Grün, aber der Weg zur Fahne ist noch weit. Immerhin teilen wir dieses letzte Loch der ersten Halbrunde.

Das merkwürdige an unserem jetzt schon seit einigen Jahren währenden Wettkampf ist, dass abwechselnd einer von uns beiden das Spiel dominiert, während der andere extrem schlecht spielt. Heute bin ich der Verlierer, das steht jetzt schon fest.

Der Weg zum 10. Abschlag führt vorbei an dem goldkettchenbehängten Volk auf der Sonnenterrasse und einer verspielten Teich- und Springbrünnchen-Installation. Meine Hoffnung, das Spiel noch einmal zu drehen, schwindet, als ich auch dieses Loch verliere. Dann ein langer Weg zum 11. Abschlag durch ein Wäldchen entlang eines verträumten Privatgrundstücks, auf dem aus einer verfallenen Hütte ein Klinkerhäuschen mit ansehnlichem Garten entstand, wie mir M. erzählt.
Wir träumen und witzeln ein wenig darüber, wie schön es wohl sein muss, ein Haus direkt am Golfplatz zu haben. Raus aus der Haustür und zwei Minuten später schon am Abschlag stehen.

M. hat den Platz bereits einige Male gespielt und verrät, dass die Golfbahnen 10 bis 18 schöner seien, als die ersten neun. Das stimmt einerseits, andererseits ist die Bahn 13 so eng und von hohen Bäumen gesäumt, dass man kaum einen vernünftigen Golfschlag machen kann, es sei denn, man trifft genau die Mitte des Fairways. Der Ball von M. liegt genau in der Mitte des Fairways. Meiner natürlich nicht. Ich spiele die zweiten neun Löcher ebenso schlecht, wie die ersten neun. Ich versaue sämtliche Par 3, meine Fairway-Schläge sind zu ungenau, meine Putts wollen nicht fallen. Es ist zum Auswachsen.

Zum Schluss überholen uns noch der Herr Golflehrer mit einem Golfschüler. Sie bieten uns zwar an, das letzte Loch miteinander zu gehen, aber weil es die beiden eilig haben, lassen wir sie durchspielen. Der Pro schlägt mit einem 6er Eisen weiter als ich mit meinem Driver.
Mir gelingt zum Abschluss noch ein recht passabler Schlag über ein Wasserhindernis aufs Grün. Dann noch zwei Putts und nach gut vier Stunden ist die Runde beendet. Handschlag, freundschaftliche Umarmung, Score notieren. Das wichtigste am Golfspiel ist Statistik.

Ich habe jedenfalls grandios verloren. M. macht ein paar Witze, weil ich mich gar nicht beruhigen mag. Mein Handgelenk, das in der Nacht Opfer der Stechmücken geworden war, juckt jetzt ordentlich. Ich zähle 14 Mückenstiche und 108 Golfschläge. Viel zu viel für ein Handgelenk – viel zu viel für mein Handicap.

Wir lassen uns auf ein Bier auf der Sonnenterrasse nieder. Um uns herum reichlich versnobte Menschen. M. spielt mit dem Gedanken, in diesen Club einzutreten, weil er seit neuestem hier gleich in der Nähe wohnt. Ich weiß nicht, ob er sich damit einen Gefallen tut, verkneife mir aber, dies allzu deutlich auszudrücken.

Dann verabschieden wir uns von dem freundlichen Marshall, bezahlen das üppige Greenfee bei der Sekretärin, die erst als Schreckschraube auftreten möchte, dann aber unter unseren Scherzen und Neckereien zusammenbricht und sich als Frohnatur entpuppt, dankbar dafür, dass sich jemand die Mühe macht, mit ihr herumzualbern.

Wir treffen noch einen ehemaligen Lehrer von M., der in diesem Jahr erst mit dem Golfen begonnen hat. Der hebt sich etwas von dem reichen und schönen Volk ab, das hier allenthalben herumschwirrt und in dessen Gesellschaft ich meine Freizeit nicht unbedingt verbringen möchte. Vielleicht gibt es ja mehr solche ehemaligen Lehrer und M. sollte doch in diesen Club eintreten.

Den Rest des Tages und den Abend verbringen wir auf der Terrasse bei M. zu Hause mit anderen guten Freunden, ein paar Bieren und gutem Essen. Morgen spielen wir einen anderen Platz. Morgen ist ein neues Spiel. Morgen werde ich gewinnen, soviel ist sicher.


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