Literaturtage Lauf 2009 – Jan Weiler

15.11.2009

Leider, leider hat die Zeit in diesem Jahr nur für eine einzige Lesung bei den Laufer Literaturtagen gereicht, aber die war wahrlich köstlich. Jan Weiler las am Freitag aus seinem neuen Roman Drachensaat und nach einer kurzen Rotweinpause Kolumnen aus seiner Reihe Mein Leben als Mensch.

Launig eröffnete er die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass der erste Teil etwa eine dreiviertel Stunde und der zweite Teil ungefähr sieben Stunden dauern würde. Pinkel-, Rotwein- und sonstige Pausen seien in diesem zweiten Teil allerdings nicht vorgesehen.

Derart gebrieft machte er uns, das Publikum, mit Plot und Handlungsstrang seines Romans bekannt: Es gehe um Menschen, die einer neuen, weitgehend unbekannten Gesellschaftsschicht angehören und die aus dem bisher vorherrschenden Schema Ober-, Mittel und Unterschicht herausgefallen seien; Menschen, die zunehmend Orientierung und Bindung, aber auch Akzeptanz und Verständnis zur bestehenden Gesellschaftsordnung und deren Mechanismen verloren hätten.
So treffen in der Privatklinik des Psychologen Dr. Zens fünf Menschen aufeinander, die alle auf ordentlich schräge Lebensläufe verweisen können und deren Leben und Besonderheiten durch Massenmedien – sei es im Fernsehen oder im Internet – ausgebeutet wurden. Dr. Heiner Zens meint im Verhalten seiner Patienten ein neues Syndrom gefunden zu haben, benennt dieses ganz unbescheiden das Zens-Syndrom und hat auch gleich eine ebenso bizarr, wie hanebüchen anmutende Therapie dafür bzw. dagegen.

Da ist zunächst der Ich-Erzähler Bernhard Schade, der nach zahlreichen privaten und beruflichen Pleiten beschlossen hat, sich umzubringen und aus dem Zufall heraus, dass diese seine Entscheidung genau mit dem Zeitpunkt zusammentrifft, an dem die langjährig ersehnten Wagner-Opernkarten bei ihm eintreffen, seinen Freitod während eben jener Opernaufführung in aller Öffentlichkeit zelebrieren möchte, sein Vorhaben aber scheitert und er statt im Leichenschauhaus, im Krankenhaus und später bei Dr. Zens in dessen Privatklinik landet.
Ja oder Rita Bauernfeind, die ursprünglich stark übergewichtige Büroangestellte, die sich deshalb, weil sie Funk- und Radiofrequenzen wahrnimmt und feststellt, diese vermeintlich verspeisen zu können, sich seit geraumer Zeit nur von Wasser und Luft ernährt und deshalb mehr als 200 kg abgenommen hat. Schließlich Ünal Yilmaz, ein streitbarer, homosexueller Busfahrer, der von seinen moralischen Vorstellungen derart durchdrungen ist, dass er hunderte und aberhunderte Gerichtsprozesse angestrengt, die meisten allerdings verloren hat und eines Tages mit seinem Linienbus eine von Polizei und Massenmedien verfolgte Irrfahrt durch halb Deutschland unternimmt.
Der Postpote Arnold Merz hat ausgerechnet vor Briefschlitzen und anderen Unwägbarkeiten des Lebens Angst und stellt deshalb mehrere hunderttausend Briefe nicht zu, hortet sie stattdessen sauber geordnet in seiner Wohnung, bis das Gewicht all dieser Briefe dazu führt dass der Fußboden seiner Wohnung nachgibt und durchbricht.
Der fünfte und letzte im Bunde ist Benno Tiggelkamp, ein Altbekannter aus Weilers früherem Roman Maria, ihm schmeckt’s nicht, dessen Eigentümlichkeiten uns der Autor allerdings an diesem Abend mit einem verschmitzten Lächeln verschwieg.

Weiler versteht es, nicht nur fehlerfrei und mit angenehmer Stimme seine Texte vorzutragen, er ist auch in der Lage, unterschiedliche Charaktere mit jeweils unterschiedlichen Stimmen zu belegen, so dass der Eindruck entsteht, man würde nicht einer Lesung, sondern einem Theaterstück beiwohnen. Vor allem die sich leicht überschlagende Stimme von Dr. Zens war wunderbar getroffen und seinem süffisant-zynischen Charakter treffend angepasst. Ansonsten war die Vorstellung seines neuen Romans so gehalten, dass das Publikum nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig erfuhr und der Autor uns mit genug Neugier auf die gesamte Lektüre des Buches in die Pause entließ.

Die Texte, die Jan Weiler im zweiten Teil aus seiner wöchentlich erscheinenden Kolumnenreihe las, erinnerten mich ein wenig an Axel Hackes Das Beste aus meinem Leben. Ehefrau Sara, Sohn Nick und Schwiegervater Antonio Marcipane sind die Hauptpersonen in diesen kurzen Geschichten, in denen es um Entscheidungskriterien beim Flachbildschirmkauf, Knecht Ruprechtsche Erziehungsmethoden im Kindergarten, die kosmetische Aufbereitung venezianischer Schwiegervätergesichter, Urzeitkrebse mit eigenwilligen Vornamen, Partys mit manipulierter Gruppendynamik, flammenwerferunterstützte Martinsumzüge und kindliches Humorverständnis bzw. Unverständnis ging. Alles herrlich skurril, wunderbar formuliert und in erster Linie natürlich treffend beobachtet.

Vor dem letzten Text wies Weiler darauf hin, dass es nach der Lesung nicht, wie sonst üblich eine Fragerunde gebe. Er begründete dies unter anderem damit, dass er viel zu viel Mitleid mit den von ihren belesenen und literaturbeflissenen Frauen mitgeschleppten Ehemännern hätte und er an deren Gesichtern schon von weitem ablesen könne, dass sie nach anstrengender Lesung sowieso nur zwei Fragen hätten, nämlich
1. Was denn jetzt bitteschön noch für Fragen?
2. Wie lange dauert das jetzt noch?

Stattdessen bot Weiler an, Bücher zu signieren und Autogramme zu geben. Gerne auch fremde Bücher und fremde Autogramme. Franz Schätzing zum Beispiel – kein Problem.
Viele Besucher der bis auf den letzten Platz besetzten Lesung kamen dieser Aufforderung gerne nach. Für den Rest blieb als schwacher Trost nur Marcel Reich Ranickis berühmte Abschiedsformel:
Die Zeit ist um, wir sehen betroffen – den Vorhang zu und alle Fragen offen.

_________________________________________________________________________________
Weiterführende LINKS:

  • Podcast der Lesung(en) 2009: Hier
  • Literaturtage 2008 bei AxeAge: Hier.
  • Literaturtage 2007 bei AxeAge: Hier und hier.

Ich und mein Staubsauger

16.10.2009
Ich und mein Staubsauger

Ich und mein Staubsauger

Soeben entdeckt: eine alte Satirezeitschrift aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Durch und durch analog. Nix Computer, nix Internet, nix Laserdrucker. Nur Schreibmaschine, Bleistift, Fotokopierer und handgedengelte Illustrationen.
Ich und mein Staubsauger
unter anderem mit köstlich hanebüchenen Texten von Max Goldt (Onkel Max).

Bevor Ihr hier oder auf das Bild klickt, staubsaugen nicht vergessen.
Ihr werdet Euch am Boden kugeln.


Zapping kills Laptoping

14.10.2009

Ja ja, der Titel dieser Kolumne treibt Gegnern von Anglizismen höchstwahrscheinlich die Zornesröte ins Gesicht, aber halbwegs sinnvoll ins Deutsche übertragen, müsste die Überschrift in etwa lauten:
Häufiges Umschalten des Fernsehprogramms tötet die Arbeit mit dem Klapprechner.
Bei aller Liebe …

_____________________________________________________________________

Also, seit wir unseren Klapprechner haben, surfe ich im weltweiten Netz nicht, wie früher im Arbeits-, sondern im Wohnzimmer und verfolge das Fernsehprogramm meistens nur noch aus den Augenwinkeln heraus. Dabei fällt mir in letzter Zeit verstärkt auf, wie oft die Liebste geruht zu zappen, wenn ihr das Fernsehprogramm nicht gefällt. Ich gestehe, ich werde dabei immer etwas wahnsinnig, weil ich mich, auch wenn ich mich noch so anstrenge, nicht auf meinen Text oder was ich sonst so am Computer anstelle, konzentrieren kann.

Weil die Liebste die Reihenfolge der Sender sozusagen thematisch geordnet und die ersten Programmplätze den Öffentlichrechtlichen und sämtlichen Dritten zugeteilt hat, ist der Störfaktor anfänglich nicht ganz so gravierend. Danach allerdings wird es problematisch für mich. Es folgen nämlich die Unterschichtensender Privatsender. Aber selbst die sind noch halbwegs erträglich, zumal die Liebste spätestens dann weiterzappt, wenn es besonders unterschubladig wird.

So richtig dick kommt es, wenn die Verkaufssender, die eine immer größer werdende Staffel einnehmen, marktschreierisch Damenoberbekleidung, Schmuck, Küchen- und Heimwerkergerätschaften oder Nippes und Tand feilbieten. Die Liebste kringelt sich dann immer vor Freude über die zunehmend obskurer werdenden Scheußlichkeiten und fordert mich nachhaltig auf, ihre Freude und Verwunderung mit ihr zu teilen.

Man fragt sich bei so manchen Angeboten tatsächlich, wie geschmacksverirrt und verzweifelt jemand sein muss, wenn er beispielsweise eine in den schrillsten Farben gehaltene Bluse kauft, die an der Seite mit goldenen und silbernen Pailletten besetzt ist, die zusammengenommen die Silhouette eines springenden Delfins darstellen und in der eine vollschlanke Dame mit praktischer Kurzhaarfrisur aussieht, wie die schlechtest bezahlte Nebendarstellerin aus der ersten Staffel von Raumschiff Enterprise. Ja oder wie es in so manch deutschem Wohnzimmer aussehen mag, wo Heerscharen bastelwütiger Hausfrauen Hand an Serviette, Tisch- und Fensterdekoration legen, nachdem sie sich vorher umfänglich mit Bastelbedarf und Zierrat aus einschlägigen Verkaufssendern eingedeckt haben.

Nach den Teleshop-Programmen folgen die ausländischen Sender. Seifenopern und Trashquizsendungen aus Berlusconien nerven dabei ebenso, wie Folklore aus Fernost, Kitsch aus Bollywood und Nachrichten von Al Jazeera.

Schließlich die letzte Rubrik in Sachen Fernsehprogramme, die Axel von seinem Laptop ablenken. Sie läuft unter der Überschrift Sonstige. Hier hat die Liebste, was die Senderreihenfolge betrifft, ihre ganz eigene Auffassung von Political Correctness verwirklicht, indem sie den Schwulensender Timm zwischen Bibel- und God-TV gepackt hat.
Doch, es hat etwas, wenn auf einen völlig vergeistigten Wanderprediger, der gerade zu einer spirituellen Massenhysterie in einer amerikanischen Turnhalle aufstachelt, ein nackter Mann folgt, der ein Schlafzimmer betritt, in dem ein anderer nackter Mann bereits sehnsüchtig auf den ersten nackten Mann wartet und schließlich alles in einem Alphakurs endet, der die Frage beantworten soll: Wie werde ich vom heiligen Geist erfüllt.

Aber ich darf mich nicht beschweren. Oft schaut die Liebste auch nur einen Tatort und die dort verwendeten Textpassagen lenken mich schon lange nicht mehr ab, beschränken sie sich doch im Wesentlichen auf folgenden Dialog:

Kommissar: Ihr Mann wurde erschossen!
Ehefrau des Opfers:
Erschossen?
Kommissar:
Erschossen!

Dieser Artikel erschien am 24. Oktober 2009 auch bei
kolumnen.de


DIN-A-5 Tourismus

11.09.2009

Erst dachte ich ja, mindestens eine Woche, oder zehn Tage, vielleicht sogar vierzehn. Dann sagte mir die Liebste, Anfang September habe sie höchstens vier, fünf Tage Zeit. Mehr geht nicht – wirklich nicht: neues Projekt, neues Team, neue Aufgaben, neue Zeitpläne, da springen höchstens fünf Tage heraus.
Also gut, fünf Tage. Fünf Tage Ukraine. Fünf Tage Odessa. Fünf Tage DIN-A-Fünf Tourismus.
Letzteres muss ich erklären: Unsere Gastgeber, Familie Wesemann, stammt aus Deutschland, lebt aber aus beruflichen Gründen seit über einem Jahr in Odessa und im Vorfeld hatten wir besprochen, dass die Liebste an einem Tag unseres fünftägigen Besuchs einmal für uns alle kochen würde. Daraufhin gab Christoph Wesemann – Journalist, Kolumnist und Betreiber des berühmten Odessa-Blogs – zu bedenken, dass es im Wesemannschen Haushalt keine großen Teller gebe, also keine Essteller, sondern nur so kleine, so DIN-A-5-Teller eben. Kuchenteller meinte Herr Wesemann, aber das machte der Liebsten nichts aus. Sie zauberte an unserem ersten gemeinsamen Abend ein Abendessen mit zahlreichen Vorspeisen und diversen Hauptgerichten, nachdem wir den halben Tag auf dem Priwos-Markt die Zutaten dafür eingekauft hatten.
Und um die angeschnittene Quinten-Thematik gleich am Anfang abschließend zu behandeln: fünf Tage Odessa reichen vollkommen aus. Vollkommen!

Gold, das glänzt

Aber alles schön der Reihe nach.
Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte mir Christoph Wesemann die erste E-Mail geschrieben, nachdem ich mich per Kommentar an ihn herangeschmissen hatte. Bei dieser einen E-Mail ist es schließlich nicht geblieben. Es sind im Laufe des Jahres mehrere hundert geworden. Und weil Christoph und ich es leid waren, uns ständig nur via E-Mail zu unterhalten und wir uns vor ein paar Monaten schon einmal persönlich kennengelernt und nicht unsympathisch gefunden hatten, reifte der Gedanke, ihn, nebst Familie in Odessa, der Weißen Perle am Schwarzen Meer zu besuchen.

Mit zehn Stunden Verspätung kamen wir am vergangenen Freitag nachts um 2:00 Uhr in Odessa an, weil wir aufgrund einer Flugplanänderung nicht, wie ursprünglich geplant via Budapest früh um 10:30 Uhr, sondern abends um 20:00 Uhr via Wien fliegen mussten.

Gold

Lufthansa Gold

Ein Tag am Flughafen Frankfurt muss sich allerdings nicht zwangsläufig langweilig gestalten, vor allem dann nicht, wenn der Tag damit beginnt, dass die Polizei aufgrund eines herrenlosen Koffers ein ganzes Restaurant-Stockwerk räumen lässt.

Außerdem haben wir die Zeit sinnvoll genutzt und der Liebsten einen neuen Sportwagen gekauft, nachdem die Lufthansa uns mit reichlich Goldmünzen versorgt hatte, um uns für die Verspätung zu entschädigen.

Der Liebsten neues Fahrzeug

Der Liebsten neues Fahrzeug

Nachts sind alle Katzen grau

Endlich in Odessa angekommen und die nervige Einreise-Prozedur eines Bananenstaates mit finster und halbschlau dreinblickenden Uniformträgern hinter uns gebracht, holte uns Christoph am Flughafen ab und kutschierte uns durchs nächtliche Odessa zu der Ferienwohnung mitten in der Stadt, die er im Vorfeld für uns gemietet hatte.
Nachts sind alle Katzen grau, doch ansatzweise war auch bei Dunkelheit zu erkennen, wie es um Bausubstanz und Straßenzustand hier bestellt sein würde und die zahlreich in den Hinterhöfen lebenden Katzen sind auch bei Dunkelheit wahrnehmbar, sie pissen nämlich überall hin, auch in die unverschlossenen Hausflure. Ein Geruchscocktail, der einem tagelang nicht mehr aus der Nase geht.
Half also nur, sich nach der missratenen Anreise und der Beleidigung der Nase, ein paar Bier auf die Lampe zu gießen und sich dem Schlaf des Gerechten hinzugeben.

Scherm der Maulwurf und Wese die Nase gießen sich einen auf die Lampe

Axel der Maulwurf und Wese die Nase gießen sich einen auf die Lampe

Land des Lächelns

Am nächsten Morgen, Odessa bei Tageslicht. Die sich nächtlich abzeichnenden Silhouetten, vor allem in den Hinterhöfen, von denen wir zwei durchqueren mussten, um zu unserer Wohnung zu kommen, entpuppten sich als das, was wir geahnt, um nicht zu sagen befürchtet hatten: kaputt, dreckig, marode, verschlissen. Ebenso die Bürgersteige, die Bordsteine, die Straßen, die Häuserfronten, die Abwasserkanäle, die Stromleitungen, die Dachrinnen, die Fenster, einfach alles. Hinzu kommt noch etwas, auf das uns Christoph gleich nachdem er uns früh abgeholt hatte, hingewiesen hatte: man grüßt sich hier nicht, weder im Hausflur, noch auf der Straße, noch sonst irgendwo und überhaupt ist man im Umgang miteinander, vor allem Fremden gegenüber äußerst reserviert, im Grunde genommen unfreundlich. Außerdem ist der gemeine Odessit nicht gerade zimperlich und es kann durchaus sein, dass es aufgrund einer strittigen Situation im Straßenverkehr zu Handgreiflichkeiten und Schlägereien kommen kann. Er, Christoph habe das schon das eine ums andere Mal erlebt.

Hubraum und Titten

Derart konditioniert, verließen wir unsere beiden Hinterhöfe und begaben uns auf unsere erste Sight-Seeing-Tour durch Odessa.
Zu den wirklich schönen Gebäuden dieser Stadt gehört die Oper. Meine und Christophs Liebste haben sich deshalb auch am letzten Abend einen Opernbesuch gegönnt und waren sowohl vom Inneren des Gebäudes, als auch von der Inszinierung der Oper ganz angetan.

Die Oper von Odessa

Die Oper von Odessa

Vor der Oper und im anschließenden Park lassen sich die Hochzeitspaare ablichten und filmen. Laut Christoph entstehen wahre Video-Spielfilme mit Drehbuch und Regieanweisungen und tatsächlich haben wir ein solches Paar beobachtet, als wir im Park-Cafe eine kleine Pause eingelegt haben. Mehrfach mussten die beiden aufeinander zuschreiten, sich herzen und küssen und wehe, den Anweisungen des Regisseurs wurde nicht peinlich genau Folge geleistet, dann wurde die Szene gnadenlos so lange wiederholt, bis Regisseur, Kameramann und Regieassistentin zufrieden waren.
Ja, und was das Selbstverständnis einer funktionierenden Mann-Frau-Beziehung in der Ukraine betrifft, zeigt sich am besten im folgenden Bild:

Hubraum und Titten

Hubraum und Titten

Panzerkreuzer Potemkin

Das Wahrzeichen der Stadt ist sicherlich die große Treppe, bekannt aus dem Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin des berühmten Regisseurs Sergei Eisenstein.
Insgesamt drei Mal bin ich diese Treppe hinab und hinauf gestiegen. Drei Mal sind mir ein Mann mit einem dressierten Affen, ein Mann mit einem Chamäleon, das meistens eine grüne Farbe angenommen hatte, ein Husar, der ein Schwert und einen Schirm als Sonnenschutz trug und ein Postkartenverkäufer begegnet. Drei Mal habe ich mich darüber gewundert, dass am Ende der Treppe ein riesiges Autohaus gebaut wurde, was dem visuellen Eindruck, zumindest von oben betrachtet, ordentlich trübt und ein Mal hat mir Christoph erklärt, dass das Besondere an dieser Treppe sei, dass man von oben nur die großen Absätze und von unten nur die Stufen der Treppe sehen würde.

Die Treppe

Die Treppe

Die Unterbrechung der Kühlkette

Am Nachmittag haben wir einen riesigen Wochenmarkt besucht, den sogenannten Priwos-Markt. Hier gibt es alles, was in Haushalt und Küche benötigt wird und Christoph hatte die Anweisung von seiner Frau bekommen, alles, was die Liebste für ein mehrgängiges Menü benötigte, zu bezahlen, wenn notwendig, Übersetzungshilfe bei den Marktweibern zu leisten und ansonsten keine dummen Fragen zu stellen.
Das ließ sich die Liebste natürlich nicht zwei Mal sagen und hat Unmengen Gemüse, Salat, Gewürze und Fleisch eingekauft. Meine Bedenken bezüglich der Unterbrechung der Kühlkette wurden von ihr ebenso in den Wind geschlagen, wie Christophs Einwand, eine solche Menge Essen könne man doch unmöglich von DIN-A-5-Tellern verspeisen.

Hier gibts alles

Priwos-Markt - hier gibt's alles

Der Wochenmarkt als Messlatte der Demokratie

Interessant fand ich Christophs These, dass derart unkontrollierte Wochenmärkte, mit mehrfacher Kühlkettenunterbrechung, fehlender Auszeichnung von Mindesthaltbarkeitsdaten und ohne Ausgabe von Kassenbons mit zunehmender Demokratisierung eines Landes zurückgehen und schließlich ganz verschwinden würden. Als Beispiel nannte er die sogenannten Polenmärkte, die nach dem Beitritt Polens zur EU und der im Lande fortschreitenden Demokratisierung eines Tages völlig von der Bildfläche verschwunden waren.

Politische Diskussion am Rande eines Wochenmarktes

Der Internationale Frühschoppen mit einem Journalisten aus zwei Ländern

Mahlzeit

Mahlzeit

Abendmahl

Der Tag klang aus mit einem gemeinsamen Koch-Event.

Die Küche wurde verwüstet, die Kinder wurden gebadet.

Der Wein war trocken, das Bier süffig, ein Plastikhocker allzu nachgiebig und das neue Wese-Töchterchen noch nicht alleine sitzfähig.

Von den Kuchentellern zu essen, war übrigens kein Problem. Allen hat’s geschmeckt.

Matrosen und Hunde

Am nächsten Morgen wollten wir alle zusammen, sprich die Liebste und ich, sowie die inzwischen vierköpfige Familie Wesemann mit einem Schiff eine kleine Hafenrundfahrt machen. Das Wetter war nicht allzu schön und als wir bei einem der im Hafen liegenden Ausflugsboote anfragten, wann denn damit zu rechnen sei, dass es in See steche, bekamen wir als Antwort, vielleicht in einer Stunde, oder in zwei, es könnte aber auch sein, dass überhaupt nicht, weil das Wetter so schlecht sei und wenn keine weiteren Passagier kämen, würde es sich ja gar nicht lohnen. Mit anderen Worten man wisse nicht, ob und wann und überhaupt.

Hafenidyll

Wartende Kolumnisten am Hafen

Also machten wir uns auf, wieder zurück in die Stadt zu gehen, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Die Kinder mussten ja auch bald zum Mittagsschlaf hingelegt werden und weil wir diesmal nicht wieder die mühsame Treppe hochgehen wollten, entschieden wir uns, durch einen etwas verhauten, nicht gerade vertrauenserweckenden Park zu laufen, was sich nach ein paar Metern als fatal herausstellen sollte, denn eine Meute bedrohlich bellender, zähnefletschender Hunde, wie sie in Odessa zahlreich anzutreffen sind, kam im strammen Galopp auf uns zugerannt. Ein Herr in Uniform, der offensichtlich die Oberaufsicht über die Bestien hatte, trottete langsam und ohne erkennbare Einsicht, die durchaus bedrohliche Situation zu entschärfen, hinterher.
Christoph nahm seinen Sohn auf den Arm, Frau Wesemann machte mit dem Kinderwagen auf dem Absatz kehrt, ich wusste nicht genau, was ich tun sollte und die Liebste trat vor und schrie so laut sie konnte die Hunde an.
Die blieben sofort stehen, zogen die Schwänze ein, tänzelten dann bellend und jaulend um uns herum und der Hundestaffelführer, der es sichtlich genoss, wie sehr wir uns fürchteten, eröffnete uns, dass das Betreten dieses Parks nicht gestattet sei.
Selten habe ich jemandem so viel Pest und Cholera an den Hals gewünscht, wie diesem uniformierten Blödmann, selten habe ich die Liebste so bewundert, wie an diesem Tag und selten hat die Liebste so gezittert, wie nach dieser Aktion.

Platzkonzert

Tanz ins Wochenende

Tanz ins Wochenende

Nach dem Mittagsschlaf, dem nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen frönten, gingen wir in den Stadtpark, wo am Wochenende immer Platzkonzerte stattfinden. Hier hatte ich zum ersten Mal in diesem Land den Eindruck, dass es auch Menschen gibt, die in der Lage sind, fröhlich und ausgelassen zu sein.
Wie weggeblasen war alles Mürrische und Verbiesterte. Man saß auf Parkbänken und lauschte dem ganz hervorragenden Orchester, das in einem Pavillon Walzer, Märsche und Swing spielte. Vor dem Pavillon tanzten meist ältere Herrschaften, dazwischen wuselten Kinder und die Stofffahnen des Pavillons wiegten sich malerisch im Wind. So stellt man sich einen gediegenen Samstag Nachmittag vor.

Platzkonzert

Platzkonzert

Den Abend verbrachten wir in einem ukrainischen Restaurant. Das Essen war gut, die Bedienung mürrisch. Christoph zeigte uns den ersten Tennisclub am Platz und ging mit uns zum Strand, wo wir wieder von Hunden umzingelt wurden. Die verstanden diesmal allerdings nur russisch, denn auf die Liebste hörten sie nicht, als Christoph aber „still“ oder etwas ähnliches auf russisch schrie, waren sie ruhig und verschwanden.

Floh- und Tiermarkt

Am nächsten Tag besuchten wir den größten Flohmarkt der Stadt, der zusammen mit dem berühmten Tiermarkt immer Sonntags stattfindet. Vor letzterem hatte es mir, ehrlich gesagt, etwas gegraust, aber tatsächlich gab es nur jede Menge Welpen unterschiedlichster Hunderassen, ein paar Katzenkinder und Geflügel aller Art. Als ich dann Christoph und die Liebste damit verrückt gemacht hatte, meine Kamera wäre geklaut worden, ich sie aber dann doch zum Glück nur im Auto vergessen hatte und es noch zusätzlich zu regnen begann, haben wir die Flöhe links und die anderen Tiere rechts liegen lassen, sind in ein Cafe und haben den Rest des Tages damit verbracht, die Überland-Kanalisation der Stadt zu bewundern, bzw. zu verfluchen, weil sie bewirkt, dass man garantiert nassen Fußes durch ein verregnetes Odessa stapft.

Am Abend sind die Damen in die Oper. Christoph und ich haben die Kinder zu Bett gebracht, ein paar Bier getrunken und uns gegenseitig Kolumnenstoff zugeschustert.

Prome-was? Ah ja, Promenade

Den letzten Tag unserer Odessa-Reise leitete Christoph mit den Worten ein: Los, jetzt noch das Denkmal des unbekannten Matrosen, die Strandpromenade und die Schwiegermutterbrücke und dann habt ihr wirklich alles gesehen. Alles!

Das Denkmal des unbekannten Matrosen, vor allem die Bewachung desselben durch weibliche Kadetten aus der in unmittelbarer Nähe ansässigen Kadettenschule, muss man sich vorstellen, wie das Cover eines Pornofilms aus den siebziger Jahren: Mädchen mit blonden Zöpfen, blauen Uniformen und weißen Kniebundstrümpfen stehen links und rechts neben einem meterhohen Phallussymbol und warten darauf, von den hinter ihnen stehenden, mit Kalaschnikows bewaffneten Jungs, entjungfert zu werden. Meine Fantasie, die offensichtlich nachhaltig von einschlägigen Kulturbeiträgen aus jener Zeit geprägt ist, geht mit mir durch, aber das Bild passt, deshalb verkneife ich mir an dieser Stelle ein Foto.

Die an den Denkmalsplatz anschließende Strandpromenade verdient diesen Namen nicht wirklich. Man geht auf verwilderten Wegen, vorbei an diversen Verkaufsständen, die aufgrund der kühlen Witterung an diesem Tag alle verwaist waren, über Stufen, die für Kinderwagenfahrer äußerst schwer zu bewältigen sind und kommt dann am Strand an, der riecht, wie der Hinterhof unserer gemieteten Stadtwohnung und mindestens ebenso aussieht.
Nachhaltig beeindruckt hat mich auf dieser Promenade das verwilderte Areal eines ehemaligen Abenteuerspielplatzes, das bei entsprechender Pflege sicher ein Paradies für Kinder wäre, in dem Zustand aber eher lebensgefährlich sein dürfte.

We all live in a Yellow Submarine

We all live in a Yellow Submarine

Schloss und Riegel

Danach gingen die Liebste und ich noch über die sogenannte Schwiegermutterbrücke, die ihren Namen von einem Stadtoberhaupt aus grauer Vorzeit hat, der täglich bei seiner Schwiegermutter essen und sich den umständlichen Weg über die Potemkin-Treppe sparen wollte und deshalb kurzerhand diese Brücke erbauen ließ.
Über diese Brücke schreiten die Frischvermählten von Odessa und bringen als Symbol für ewige Treue, die in vielen Fällen nur ein paar Jahre währt, ein Vorhängeschloss am Geländer der Brücke an.

Ein Vorhängeschloss als Symbol für ewige Treue

Ein Vorhängeschloss als Symbol für ewige Treue

Gold, das glänzt – reloaded

Als wir am Montag Mittag am Flughafen Odessa eingecheckt haben und ich die Goldmünze der Lufthansa zusammen mit den Griwna-Münzen in eine Schale geworfen habe, damit der Metalldetektor nicht anschlägt, hat sich der zuständige Zollbeamte eingehend mit dieser Riesenmünze beschäftigt. Er hat die Brille abgenommen, sie wieder aufgesetzt. Er hat mich von oben bis unten gemustert und mich auf russisch etwas gefragt, das ich nicht verstanden habe.
Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass ich mit dieser Münze den gesamten Flughafen Odessa nebst Landebahn kaufen könnte und kurz mit dem Gedanken gespielt, sie ihm zu schenken.
Dann sagte er das Wort Souvenir und ich nickte. Mit einem Augenzwinkern gab er mir die Münze zurück und wir konnten die Heimreise antreten. Diesmal ohne Verzögerung.

Lenin lebt

Graffiti in Odessa - Lenin lebt


Making Woodstock

24.07.2009

Wer hier ab und zu liest, wird (hoffentlich) Going Home kennen, mein Fortsetzungs-Schreibprojekt über einen jungen Mann, der 1969 während des Woodstock-Festivals geboren wird, in Deutschland aufwächst und sich nach dem Abitur zusammen mit einem Freund (also mit mir) aufmacht, in Woodstock nach seinen Wurzeln und seinem Vater zu suchen.
Schon lange nehme ich mir vor, ein neues Kapitel zu schreiben, aber es kommen immer tausend andere Dinge dazwischen.

Making Woodstock

Making Woodstock

Dieser Tage ist pünktlich zum 40. Jahrestag des Woodstock Festivals ein Buch ins Deutsche übersetzt und herausgebracht worden, das bereits 1975, also fünf Jahre nach dem Festival in Amerika erschien. Es heißt Making Woodstock – Ein legendäres Festival und seine Geschichte (erzählt von denen, die es bezahlt haben).

Erzählt wird die Woodstock-Story aus Sicht derjenigen, die zusammen mit den Veranstaltern Michael Lang und Artie Kornfeld das Projekt finanziert haben und sich damit beinahe ruiniert hätten: Joel Rosenman und John Roberts, zwei Mitzwanziger aus New York, die durch Erbschaft zu einigem Vermögen gekommen waren und gute Kontakte in die damalige Musikszene hatten.

Tolles Buch. Besser als mancher Krimi. Wer hätte gedacht, dass havarierte G’schäftles-Hasardeure so witzig sein können. Und den beiden Übersetzerinnen kann man nur um den Hals fallen: Das ist erstklassige Arbeit.

Carl Weissner

Drei Mal darf geraten werden, welcher Axel sich dieses Büchlein heute gekauft hat.


Blogsterben

22.07.2009

Mord oder Selbstmord? Also bei der Schnutinger war es ja fast ein Abschlachten. Böse und wirre Blogger haben ihr nach der Supi-Vodadingensbummens-Kampagne so zugesetzt, dass sie schließlich jetzt aufgibt. Auf der anderen Seite, wer solchen Viralscheiß ausscheidet und sich dann hinzustellt, um wehzuklagen darüber, dass einem ständig das Wort im Mund herumgedreht wird, der zeigt schon deutlich, wie wenig er von Web 2.0 verstanden hat.
Ein paar lesenswerte Gedanken zum Tod von Schnutinger hat Klaus Jarchow bei Stilstand veröffentlicht und sogar SpOn nimmt sich heute der Sache an.

Else Buschheuer hat sich in ihrem Blog, das ich letzte Woche beerdigt habe, zwar wieder gemeldet, aber das was ich da lesen durfte musste, hat mich in meiner Entscheidung, sie in Frieden ruhen zu lassen, eher bestärkt. Aber lest selbst.

Alles in Allem scheint Web 2.0 an einem Wendepunkt angekommen zu sein. Blogs verwaisen oder verkommen zu LINK- und YOUTUBE-Gräbern. Twitter schießt ins Kraut und überwuchert alles. Viralmarketing und Auftragsblogging feiern fröhliche Urständ. Naja, ein paar Wackere werden schon noch übrig bleiben.
Meine Blogroll jedenfalls gehört mir. Ich werde sie in den nächsten Tagen noch einmal ordentlich entrümpeln müssen.


Wege aus der Krise

16.07.2009

Werbung oder das Gegenteil von Oben heißt der neueste Beitrag bei Don Alphonsos FAZ-Blog Stützen der Gesellschaft. Ich wohne und arbeite leider noch ziemlich weit unten, darob ich beim Stadtspaziergang ziemlich viel Werbung ertragen muss.
Ein wunderschönes Beispiel, das ich geringfügig verändert habe, war im Schaufenster einer Versicherung zu sehen.

Wege aus der Krise

Wege aus der Krise


Eels musiziert – Else eliminiert

14.07.2009

Eigentlich bin ich ja kein großer Fan davon, Youtube-Videos in Weblogs einzubinden, aber manchmal muss es einfach sein.
Am folgenden Video stimmt alles: die Rauschebärte, das Schwarze, das Weiße, das Schwarz-Weiße, der alte Hund, die alten Gitarren, der Kassettenrekorder von Telefunken, das eigenwillige Tonstudio und – hab’ ich was vergessen? Ach ja, die Musik.

Lukas Heinser von Coffee & TV schreibt sinngemäß: Wer ein Herz hat, liebt dieses Lied. Bedingungslose Zustimmung!

Apropos Herz. Obwohl es mir das Herz bricht, fliegt das Weblog von Else Buschheuer heute aus meiner Blogroll.
Grund: Else bloggt nicht mehr, sondern twittert nur noch.

No Blog

Elses NoBlog - wieso eigentlich "Yippieh"?

Das ist sehr schade, denn ich habe immer gerne bei ihr gelesen und sie auch das eine ums andere Mal hier zitiert. Unvergesslich wird mir der September 2001 bleiben. Frau Buschheuer hat damals in unmittelbarer Nähe World Trade Centers gewohnt und von den Anschlägen mehr oder weniger live in ihrem New York Weblog berichtet – ungefiltert, aus dem Bauch und bis zur vollständigen Erschöpfung.

Später hat sie die Texte aus dem Netz entfernt und als Buch herausgebracht. Redigiert, korrigiert und in Form gegossen haben sie dort aber leider ihre atemlose Spannung nahezu vollständig eingebüßt.
Vorausschauend, wie ich damals schon war, habe ich allerdings sämtliche Texte kopiert und gespeichert. Manchmal lese ich darin und bin danach umso mehr vom Konzept Weblog als eigenständigen und ernstzunehmenden Informationskanal überzeugt – im Gegensatz zu Twitter.
In diesem Sinne mein Appell an Else Buschheuer: geben Sie diesen 140-Zeichen-Scheiß auf und bloggen sie wieder. Ein Platz in meiner Blogroll ist Ihnen sicher.


Generation Upload

09.07.2009

Also zur Generation Golf zähle ich mich ja seit gut zwanzig Jahren, wenn die Gründe auch andere sind, als jene, die unsereins von Werbestrategen aus Wolfsburg zugedacht waren.
Seit gestern soll ich allerdings auch noch der Generation Upload angehören. Vodafone hat nämlich mit groß angelegter Werbekampagne die Blogger und das gesamte Web 2.0 im Visier und setzt dazu sogenannte Testimonials ein, unter anderem Ute Hamelmann (alias Schnutinger), Robert Basic und Sascha Lobo.

Nun, mit der Schnutinger könnte ich mich ja noch halbwegs anfreunden. Ich habe sie auf meiner Blogroll und lese recht gern und amüsiert bei ihr. Aber mit so nerdigen Typen, wie Robert Basic, der vor kurzem mit großen Brimborium seine Internetadresse bei ebay verschachert hat, oder diesem unsäglichen Irokesen Lobo, der sich mehr und mehr zum Bärendienst der Blogosphäre entwickelt, in einem Atemzug genannt zu werden, bereitet mir dann doch reichlich Unbehagen.

Und dann noch dieses Video. Bei aller Liebe – Rohrkrepierer ist dafür wohl noch der schmeichelhafteste Ausdruck.

Apropos Vodafone und Sascha Lobo:
So hätte es der Irokese gern.
So, höhöhö … ich sag’ nix.


Im Zauberwald bei der Blogbibliothek

01.07.2009

Vor gut einem Jahr habe ich den Text Im Zauberwald geschrieben und hier veröffentlicht.
Dieser Text ist heute in dem Schweizer Webportal Blogbibliothek erschienen, was mich außerordentlich freut, weil ich meine, damit ein stimmiges und in gewisser Weise auch stimmungsvolles Bild über ein äußerst erbauliches Hüttenwochenende gepinselt zu haben.

Es gibt den, zugegebenermaßen etwas pathetischen Spruch von Jean Paul: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“, aber tatsächlich denke ich in Zeiten, in denen es mir schlecht geht, an Ereignisse wie die im Zauberwald zurück. Dann geht es mir wieder besser.

Hier also für alle, die dabei waren und denen es hoffentlich so geht wie mir und alle, die nicht dabei waren und denen ich raten darf, ab und zu solche Ereignisse zu initiieren, um noch Jahre später davon zu zehren, der LINK zur blogbibliothek.