Yadda-Yadda

29.10.2009

Hosenanzug im Amt bestätigt

Auch wenn neun Stimmen aus den eigenen Reihen gefehlt haben, seit gestern schreitet er wieder voran, der Sprechblasen absondernde Hosenanzug.

Zusammen mit Guido I’m not an native English Speaker Westerwave werden das bestimmt vier ganz wunderbare Jahre des Fremdschämens.

Neulich hat Volker Pispers in einer Satiresendung sinngemäß gesagt:
Ach was waren das für Zeiten, als man versucht hat, politische Polterer wie Franz Josef Strauß mit der Parole „Stoppt Strauß“ aufzuhalten.
Kann sich heutzutage irgend jemand eine Kampagne vorstellen mit dem Titel „Stoppt Merkel“? Jeder würde sich die Frage stellen: Stoppen, wobei?

Übrigens:
Bla Bla Bla
heißt auf Englisch Yadda-Yadda.


Zapping kills Laptoping

14.10.2009

Ja ja, der Titel dieser Kolumne treibt Gegnern von Anglizismen höchstwahrscheinlich die Zornesröte ins Gesicht, aber halbwegs sinnvoll ins Deutsche übertragen, müsste die Überschrift in etwa lauten:
Häufiges Umschalten des Fernsehprogramms tötet die Arbeit mit dem Klapprechner.
Bei aller Liebe …

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Also, seit wir unseren Klapprechner haben, surfe ich im weltweiten Netz nicht, wie früher im Arbeits-, sondern im Wohnzimmer und verfolge das Fernsehprogramm meistens nur noch aus den Augenwinkeln heraus. Dabei fällt mir in letzter Zeit verstärkt auf, wie oft die Liebste geruht zu zappen, wenn ihr das Fernsehprogramm nicht gefällt. Ich gestehe, ich werde dabei immer etwas wahnsinnig, weil ich mich, auch wenn ich mich noch so anstrenge, nicht auf meinen Text oder was ich sonst so am Computer anstelle, konzentrieren kann.

Weil die Liebste die Reihenfolge der Sender sozusagen thematisch geordnet und die ersten Programmplätze den Öffentlichrechtlichen und sämtlichen Dritten zugeteilt hat, ist der Störfaktor anfänglich nicht ganz so gravierend. Danach allerdings wird es problematisch für mich. Es folgen nämlich die Unterschichtensender Privatsender. Aber selbst die sind noch halbwegs erträglich, zumal die Liebste spätestens dann weiterzappt, wenn es besonders unterschubladig wird.

So richtig dick kommt es, wenn die Verkaufssender, die eine immer größer werdende Staffel einnehmen, marktschreierisch Damenoberbekleidung, Schmuck, Küchen- und Heimwerkergerätschaften oder Nippes und Tand feilbieten. Die Liebste kringelt sich dann immer vor Freude über die zunehmend obskurer werdenden Scheußlichkeiten und fordert mich nachhaltig auf, ihre Freude und Verwunderung mit ihr zu teilen.

Man fragt sich bei so manchen Angeboten tatsächlich, wie geschmacksverirrt und verzweifelt jemand sein muss, wenn er beispielsweise eine in den schrillsten Farben gehaltene Bluse kauft, die an der Seite mit goldenen und silbernen Pailletten besetzt ist, die zusammengenommen die Silhouette eines springenden Delfins darstellen und in der eine vollschlanke Dame mit praktischer Kurzhaarfrisur aussieht, wie die schlechtest bezahlte Nebendarstellerin aus der ersten Staffel von Raumschiff Enterprise. Ja oder wie es in so manch deutschem Wohnzimmer aussehen mag, wo Heerscharen bastelwütiger Hausfrauen Hand an Serviette, Tisch- und Fensterdekoration legen, nachdem sie sich vorher umfänglich mit Bastelbedarf und Zierrat aus einschlägigen Verkaufssendern eingedeckt haben.

Nach den Teleshop-Programmen folgen die ausländischen Sender. Seifenopern und Trashquizsendungen aus Berlusconien nerven dabei ebenso, wie Folklore aus Fernost, Kitsch aus Bollywood und Nachrichten von Al Jazeera.

Schließlich die letzte Rubrik in Sachen Fernsehprogramme, die Axel von seinem Laptop ablenken. Sie läuft unter der Überschrift Sonstige. Hier hat die Liebste, was die Senderreihenfolge betrifft, ihre ganz eigene Auffassung von Political Correctness verwirklicht, indem sie den Schwulensender Timm zwischen Bibel- und God-TV gepackt hat.
Doch, es hat etwas, wenn auf einen völlig vergeistigten Wanderprediger, der gerade zu einer spirituellen Massenhysterie in einer amerikanischen Turnhalle aufstachelt, ein nackter Mann folgt, der ein Schlafzimmer betritt, in dem ein anderer nackter Mann bereits sehnsüchtig auf den ersten nackten Mann wartet und schließlich alles in einem Alphakurs endet, der die Frage beantworten soll: Wie werde ich vom heiligen Geist erfüllt.

Aber ich darf mich nicht beschweren. Oft schaut die Liebste auch nur einen Tatort und die dort verwendeten Textpassagen lenken mich schon lange nicht mehr ab, beschränken sie sich doch im Wesentlichen auf folgenden Dialog:

Kommissar: Ihr Mann wurde erschossen!
Ehefrau des Opfers:
Erschossen?
Kommissar:
Erschossen!

Dieser Artikel erschien am 24. Oktober 2009 auch bei
kolumnen.de


Antony Hegarty – welch eine Stimme

10.10.2009

Lange Musiknacht in 3Sat. Nach den Stones folgte Lou Reed mit seinem Düsterwerk Berlin, das im Erscheinungsjahr 1973 floppte und 2006 erstmalig live aufgeführt wurde.
Nun, über das Album kann man streiten. Über die Stimme dieses Herrn nicht.


Shine a Light

10.10.2009

Jahrzente lang habe ich mich gefragt, warum Herr Jagger bei seinen Auftritten immer so herumzappelt.
Seit eben weiß ich es:

Lichttechniker: Wenn Mick länger als 18 Sekunden stehen bleibt, verbrennt er.
Martin Scorsese: Warum?
Lichttechniker: Wegen der Scheinwerfer.


Nicht alles, was komisch ist, ist lustig

09.10.2009

Himmel und Zwirn, was war das denn gestern? Satire? Gipfel?
Bei aller Liebe, aber so was gab’s mit Ingolf und Anke weiland schon mal mit der unsäglichen Wochenshow und die war mindestens ebenso lustig, äh komisch.
Also, ich weiß nicht, was sich ARD (heißen die überhaupt noch so?) und Richling dabei denken, wenn sie eine solche Sendung produzieren. Ja gut, der Django Asül hat es etwas herausgerissen aber der dicke Profitlich und die immer nerviger werdenden Politikernachäffungen vom Richling gehen doch überhaupt nicht.

Apropos Überhaupt: Überhaupt, das ganze Konzept. Es ist hingeschludert, ohne erkennbare Linie, schlecht, teilweise dilettantisch umgesetzt und zum Schluss, als sich alle Beteiligten bemüht lächelnd Richtung Publikum verbeugten, sah man ihnen an, wie wenig sie hinter der Sache stehen und wie sehr sie sich gequält haben.

Inzwischen kann ich verstehen, warum Good Old Hildebrandt nicht erlaubt hat, dass dieses Machwerk weiterhin Scheibenwischer genannt werden darf und warum Schramm, Jonas und Rogler ausgestiegen sind.

Andreas Thiel, der Milch aus einem Sektglas schlürfende Schweizer (welch ein Mördergag), brachte schließlich das Motto, unter dem die gestrige Sendung zu laufen schien, mit folgenden Sätzen auf den Punkt:

Dem Führer sein Schafhund hieß auch Blondy, obwohl Brownie besser gepasst hätte und die Braun war eine falsche Blondine. Tja, nicht alles, was komisch ist, ist lustig.

Wenn ich bedenke, welch herrliche Satiresendungen es gibt – Pelzig unterhält sich, Mitternachtsspitzen oder der Geniestreich Neues aus der Anstalt – hinter denen durchdachte Konzepte, überzeugende Macher und grandiose Gäste stecken, dann fällt Richlings Satiregrotte  inzwischen vollständig unter die Rubrik Trashcomedy.
Danke Anke. Zurück zu Lück.


Making Woodstock

24.07.2009

Wer hier ab und zu liest, wird (hoffentlich) Going Home kennen, mein Fortsetzungs-Schreibprojekt über einen jungen Mann, der 1969 während des Woodstock-Festivals geboren wird, in Deutschland aufwächst und sich nach dem Abitur zusammen mit einem Freund (also mit mir) aufmacht, in Woodstock nach seinen Wurzeln und seinem Vater zu suchen.
Schon lange nehme ich mir vor, ein neues Kapitel zu schreiben, aber es kommen immer tausend andere Dinge dazwischen.

Making Woodstock

Making Woodstock

Dieser Tage ist pünktlich zum 40. Jahrestag des Woodstock Festivals ein Buch ins Deutsche übersetzt und herausgebracht worden, das bereits 1975, also fünf Jahre nach dem Festival in Amerika erschien. Es heißt Making Woodstock – Ein legendäres Festival und seine Geschichte (erzählt von denen, die es bezahlt haben).

Erzählt wird die Woodstock-Story aus Sicht derjenigen, die zusammen mit den Veranstaltern Michael Lang und Artie Kornfeld das Projekt finanziert haben und sich damit beinahe ruiniert hätten: Joel Rosenman und John Roberts, zwei Mitzwanziger aus New York, die durch Erbschaft zu einigem Vermögen gekommen waren und gute Kontakte in die damalige Musikszene hatten.

Tolles Buch. Besser als mancher Krimi. Wer hätte gedacht, dass havarierte G’schäftles-Hasardeure so witzig sein können. Und den beiden Übersetzerinnen kann man nur um den Hals fallen: Das ist erstklassige Arbeit.

Carl Weissner

Drei Mal darf geraten werden, welcher Axel sich dieses Büchlein heute gekauft hat.


Geld

25.06.2009

Neulich wurde im Fernsehen ein Bericht ausgestrahlt über ein Experiment, das der Fernsehkoch Tim Mälzer durchgeführt hat. Dabei wurde einer jungen Familie (Vater, Mutter, Tochter) die auf’s Geld schauen musste, einen Monat lang ein doppelt so hoher Geldbetrag zur Verfügung gestellt, als der, mit dem die Familie normalerweise auskommen muss. Gleichzeitig wurde ein Koch-Kollege von Mälzer mit dem ursprünglich der Familie zur Verfügung stehenden Geldbetrag ausgestattet, und beide Parteien wurden mit Kamera und Mikrofon dabei begleitet, welche Lebensmittel sie kaufen und welches Essen sie daraus zubereiten. Ziel des Experiments war, herauszufinden, ob man dann, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, auch hochwertigeres Essen zubereiten kann, oder ob die Qualität von Speisen nicht zwangsläufig vom Preis der Lebensmittel/Rohstoffe abhängt.
Natürlich ist es nicht schwer, vorherzusagen, wie die Sache ausgegangen ist, aber ich schildere trotzdem mal den weiteren Verlauf der Sendung.

Die Familie kaufte fast ausschließlich Dosen, Abgepacktes, Tiefgekühltes und Unfrisches, so wie sie es immer gemacht hatte, diesmal halt Markenware, die oft doppelt so teuer war, wie Aldi/Lidl/Norma, dazu Nudeln und Päckchensoße. Einzige Frischware waren Zwiebeln, wenn ich mich recht erinnere und wenn zum Nachtisch Frau Mama früher einen Pudding gekocht hatte (ein Liter Milch und Puddingpulver kosten vergleichsweise wenig), musste es jetzt natürlich Dany plus Sahne oder irgend etwas anderes fertig gemixtes sein – Hauptsache, es war teurer, und das „Mehrgeld“ ward möglichst vollständig ausgegeben.

Der Koch nutzte seinen Informationsvorsprung bezüglich möglicher Beschaffungsquellen und kaufte fast ausschließlich frische Ware vom Erzeuger, teilweise direkt vom Traktor oder Lastwagen. Er feilschte mit den Bauern um Preise und Mengenrabatte, indem er halt nicht eine Hand voll Kartoffeln, sondern gleich einen ganzen Sack kaufte, weil es ja öfter mal Kartoffeln in verschiedenen Variationen geben sollte. Zum Schluss hatte er Gemüse, Salat, Milch, Sahne, Forellen vom Züchter, sowie Hühnchen und Eier vom Bauern. Frische Kräuter sammelte er auf Wiesen und im Wald.
Das Ganze zur Hälfte des Preises dessen, was die Familie für ihre Lebensmittel ausgegeben hatte und – welch große Überraschung – seine daraus bereiteten Speisen waren natürlich qualitativ wesentlich hochwertiger, weil frischer und bekömmlicher und weniger kalorienreich, nicht so fett und überhaupt.

Was wollte uns Tim Mälzer und sein Kollege mit dieser Geschichte sagen?
Vordergründig natürlich, dass es nicht ausschließlich am Preis der Lebensmittel liegt, ob ein daraus hergestelltes Essen hochwertig ist. Bei genauerer Betrachtung allerdings ergibt sich die Erkenntnis, dass der Wert des Geldes immer relativ ist und sich ausschließlich im (teilweise gefühlten) Gegenwert dessen zeigt, was man dafür kaufen kann, beziehungsweise, was man dafür kauft.

Don Alphonso, bei dem ich sehr gerne lese und dem ich neulich mit dem Posting Die Freuden ohne Lucas DM2P4 ein kleines Opel-Astra-Denkmal setzen musste, schreibt heute den wunderbaren Satz: Ich hatte so eine Idee, mit dem Sunbeam picknicken an einen Schweizer Bergsee zu fahren, in der „World of Interiors“ zu blättern und glücklich zu sein – es könnte anders kommen.
Darauf kann man natürlich wie Tim Mälzer antworten: Kein Mensch braucht einen Sunbeam, um von A nach B zu kommen, ein Opel Astra tut es auch. Kein Mensch braucht ein Picknick an einem Schweizer Bergsee, an einem Tisch im heimischen Wohnzimmer sitzt es sich viel gemütlicher. Kein Mensch braucht „World of Interiors“, der Möbelkatalog von IKEA enthält zweckmäßigeres und billigeres.
Aber die Intention des Don war nicht, von A nach B zu kommen, oder möglichst bequem beim Essen zu sitzen oder sich hauptsächlich zweckdienlich und günstig einzurichten. Seine Intention war, glücklich zu sein.

Geld allein macht nicht glücklich, sagen Volksmund und Mälzer. Opel Astra, Regalsystem Ivar und gesundes Essen aber halt auch nicht.
Don Alfons Schuhbeck, ein anderer Kollege von Tim Mälzer ließ sich in dem Zusammenhang bei einer Fernsehwerbung einst zu folgendem Dialog hinreißen:
„Herr Schuhbeck, den ganzen Tag die feinsten Schmankerln, und dann Herta Fleischwurst?“
Darauf der Meisterkoch, herzhaft in besagte Fleischwurst beißend: „Ja, eben, drum!“


Beruf: Sänger

21.06.2009

Eine Kleinfamilie mit einem zweijährigen Sohn in Hildesheim, Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Frau ist mit dem zweiten Kind schwanger. Weil es ihr morgens immer ziemlich schlecht geht und sie auch nicht sehr gut schlafen kann, nimmt sie täglich ein Mittel ein, das ihr der Hausarzt empfohlen hat und das in jener Zeit zu den Standard-Beruhigungsmitteln für Schwangere gehört. Das Mittel wirkt, die Frau schläft durch, morgens ist ihr nicht mehr übel, sie kann ohne große Probleme ihrer Hausarbeit nachgehen und sich um den Zweijährigen kümmern. Sie und ihr Mann freuen sich auf die baldige Geburt.

Am 9. November 1959 ist es soweit. Ein zweiter Sohn kommt zur Welt. Er hat keine Arme. Aus dem Körper sprießen dort, wo normalerweise die Schultern sind, so etwas ähnliches wie Hände. Außerdem ist die Hüfte total verdreht. Das Mittel, das die Mutter genommen hatte, heißt Contergan. Das Kind, das keine Arme und verkrüppelte Beine hat, heißt Thomas.

Heute, fast fünfzig Jahre später, ist Thomas Quasthoff Professor für Musik an der Hochschule Hanns-Eisler in Berlin und einer der ungewöhnlichsten Sänger der Gegenwart. Die CD-Veröffentlichungen des Bariton werden regelmäßig von der internationalen Fachpresse ausgezeichnet, und er hat mehrere hoch angesehene Preise gewonnen.

Am Wochenende wurde im Fernsehen eine Dokumentation über Thomas Quasthoff in der Reihe Deutschland, deine Künstler ausgestrahlt. Ein großartiges Filmportrait, das hinter dem Künstler, der allenthalben Die Stimme genannt wird, den Mensch Thomas Quasthoff zeigt. Ein Mensch, der sich selbst mit den Worten beschreibt: „1,31 Meter groß, kurze Arme, sieben Finger – vier rechts, drei links –, großer, relativ wohlgeformter Kopf, braune Augen, ausgeprägte Lippen; Beruf: Sänger“ und damit seine hervorragendsten Charaktereigenschaften selbst benennt: seinen Humor, seine durchaus kritische Selbsteinschätzung, seine Bescheidenheit. Und all diejenigen, die in dem Filmbericht zu Wort kommen – seine Frau Claudia, sein Bruder Michael, sein Freund Sir Simon Rattle – bestätigen diese Eigenschaften auf’s Nachdrücklichste.

Und dabei ist Quasthoff alles andere, als ein handzahmer Mensch, der froh darüber ist, dass er trotz seiner Behinderung ein erfolgreicher und ernstzunehmender Künstler geworden ist. Seinen Gesangsschülern gegenüber tritt er als gestrenger Lehrer auf, weil er die Meinung vertritt, er wäre ein schlechter Lehrer, wenn er für seine Schüler eine Oase der Glückseligkeit schaffe und sie nicht ahnen, was nach der Hochschule auf sie zukommt. Dabei schneidet er die grimmigsten Grimassen, wenn der Liedtext Forsches und Gewaltiges zu singen verlangt und verjüngt den Mund zum lieblichsten Kussmund, wenn es um Liebe und Herzschmerz geht.

Eine meiner Lieblingsszenen, die zeigt, aus welchem Holz Quasthoff geschnitzt ist, ist ungefähr in der Mitte des Films zu sehen, als nach einem Konzert in Salzburg das fach- und ortskundige Publikum den Weg in Quasthoffs Garderobe findet, um sich dort Autogramme abzuholen.
Eine Dame geruht zu bemerken:
Sie haben mich zu Tränen gerührt.
Quasthoff antwortet, wie aus der Pistole geschossen:
Oh, das tut mir leid.

Zwei lesenswerte Rezensionen seiner Autobiografien Die Stimme bzw. Der Bariton gibt es hier und hier.


Asche auf mein Haupt

11.06.2009

In unserer Band gibt es ab und zu unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Songs ins Repertoire aufgenommen werden sollen. Ingo, unser Drummer ist etwas älter, als der Rest der Truppe und gehört, wenn man so will, der ersten Rock&Roll-Generation an. Dementsprechend altmodisch ist sein Musikgeschmack.

Als er neulich damit ankam, wir könnten doch „die gute alte“ Chuck Berry Nummer C’est La Vie – You Never Can Tell spielen, war das Gemaule groß. Das spielt doch jede Kirchweih-Band; das ist Bierzeltmusik; natürlich, wir spielen beide Arten von Musik – Country und Western rumorte es in der Band. Doch wir ließen uns breitschlagen und spielten den Song, der auf Anhieb sehr gut geklappt hat.

Und weil mir dieser Song seltsam bekannt, fast vertraut vorkam, habe ich etwas bei Youtube geforscht und siehe da, eben jener Song liefert die musikalische Grundlage zu einer meiner Lieblings-Filmszenen aus Pulp Fiction: Vince Vega (John Travolta) bestreitet mit Gangsterbraut Mia Wallace (Uma Thurman) einen Tanzwettbewerb und beide legen das wohl coolste Tänzchen der Filmgeschichte hin.

Seit ich das weiß, bin ich natürlich hellauf begeistert von dem Song. Asche auf mein Haupt und Entschuldigung, lieber Ingo, für das Ungemach.

Cest la vie

C'est la vie

It was a teenage wedding, and the old folks wished them well
You could see that Pierre did truly love the madamoiselle
And now the young monsieur and madame have rung the chapel bell,
„C’est la vie“, say the old folks, it goes to show you never can tell
Chuck Berry – You Never Can Tell (C’est la vie)

80 Grad

08.06.2009

Vor ein paar Tagen gab es einen Bericht im Fernsehen, demzufolge Fleisch zartrosa, butterweich und saftig wird, wenn man es bei niedrigen Temperaturen gart, vorzugsweise bei 80 Grad.

Weil die Liebste eine begnadete Köchin ist und sie diese Garmethode unbedingt einmal ausprobieren wollte, habe ich ihr das Zart und Saftig bei 80 Grad Kochbüchlein mit Bratenthermometer gekauft und so gab es am Wochenende Schweinelendchen mit fränkischem Spargel, Soße Hollandaise und Pfannenkartoffeln.

Es hat ganz ausgezeichnet geschmeckt. Das Fleisch war tatsächlich so zart, dass man es hätte mit der Gabel zerteilen können. Großartig!

Schweinelendchen 80 Grad mit Spargel

Schweinelendchen 80 Grad mit fränkischem Spargel