MASH spielt wieder …

16.06.2009

… zum dritten Mal beim Altstadtfest Sulzbach-Rosenberg. Diesmal am Samstag, dem 27. Juni 2009 gegen 21:00 Uhr auf der Sperber-Bühne. Und ein neues Plakat haben wir auch.


Grottengolf

14.06.2009

Es gibt ja schon einige Varianten des Golfsports: Minigolf, Crossgolf, Indoor-Golf, aber die Variante dieses edlen Sports, der ich am Wochenende gefrönt habe, ist wohl am ehesten mit dem Begriff „Grottengolf“ zu umschreiben.

Es ist in jeder Saison das gleiche: ich spiele im Rahmen meines Handicaps ein paar gute Runden und denke, jetzt hast Du es endlich begriffen, du kannst jetzt endlich Golf spielen, du wirst Dich mit Tiger Woods, Bernhard Langer und Greg Norman messen können und es wird nicht peinlich werden, da kommt plötzlich und unerwartet der große Einbruch.

Ausgerechnet unser ehemaliger Spielführer mit Gattin und eine Dame, die ganz ordentlich den Schläger zu schwingen verstand, waren mit im Flight, als Herr Scherm das wohl unterirdischste Golf dieser Saison ablieferte. Dabei hat alles bis zum siebten Loch noch ganz gut ausgesehen. Dann allerdings sind Dinge geschehen, die ich bis jetzt noch nicht nachvollziehen kann: 20 cm Putts daneben geschoben, Bälle nach links und rechts ins Aus gedonnert, ein frontales Wasser getroffen, das zehn Meter vom Abschlag entfernt war, aus dem Sandbunker so „gut“ getroffen, dass ich fast einen meiner Mitspieler erschlagen hätte … nie habe ich mir sehnlichster ein starkes Gewitter herbei gewünscht, um diese peinliche Runde vorzeitig beenden zu dürfen. Der Himmel allerdings blieb wolkenlos und strahlend blau.

In den vergangenen Jahren hat immer eine längere Pause geholfen. Ich denke also, ich werde in den nächsten Tagen und Wochen lieber Rad fahren, Gitarre spielen oder ein gutes Buch lesen. Golf spielen jedenfalls nicht!


Mag nicht mehr – und nichts mehr

13.06.2009

Das Korsett kneift.
Es muss fest sitzen, sonst nützt es nichts.
Mir ist langweilig.
Hör’ doch ein wenig Musik.
Auf dem Nachttisch ist kein Platz.
Dann langweile Dich.
Nein, meine Suppe ess’ ich nicht.
Obwohl Du doch Suppe magst.

Dialog am Krankenbett

Weinimport für Anfänger

12.06.2009

Nach einer illustren Golfrunde zusammen mit zwei Koreanern und ihrem deutschen Betreuer Businesspartner saßen wir am 19. Loch noch auf ein Bierchen zusammen und unterhielten uns in leidlichem Business-Englisch über dies und das, als meine Golfkappe zum Mittelpunkt des Interesses wurde. Auf ihr prangt ein Emblem des Krüger Nationalparks und so kam das Gespräch auf Südafrika. Ich erzählte von unserem letzten Urlaub dort und dass meine Golfausrüstung auf einem Inlandsflug abhanden gekommen war.

Wein aus Südafrika von ALDI Süd

African Rock Selection - Sauvignon Blanc

Daraufhin konterte der Begleiter der beiden Koreaner mit folgender Story: Er habe sich bei einem seiner letzten Südafrika-Urlaube in einen Weißwein verliebt, mehrere Kisten davon gekauft und beim Heimflug bei der Fluggesellschaft als Fracht aufgegeben.

Die Kisten waren nach der Ankunft in Frankfurt zunächst verschwunden, bis sich Tage später der Zoll meldete. Der Wein könne abgeholt, müsse aber verzollt werden.
Gesagt, getan. Der Preis pro Flasche verteuerte sich von 3,90€ auf 4,35€ was bei der Köstlichkeit des edlen Tröpchens aber nicht weiter ins Gewicht fiel, bis der gute Mann ebenselbigen Wein bei einer Aldi-Süd-Filiale entdeckte. Dort kostete die Flasche 2,99€.
Die Liebste und ich haben diesen Wein derzeit im Keller. Nach dieser feinen Import-Geschichte haben wir uns gleich ein Fläschen gegönnt.


Asche auf mein Haupt

11.06.2009

In unserer Band gibt es ab und zu unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Songs ins Repertoire aufgenommen werden sollen. Ingo, unser Drummer ist etwas älter, als der Rest der Truppe und gehört, wenn man so will, der ersten Rock&Roll-Generation an. Dementsprechend altmodisch ist sein Musikgeschmack.

Als er neulich damit ankam, wir könnten doch „die gute alte“ Chuck Berry Nummer C’est La Vie – You Never Can Tell spielen, war das Gemaule groß. Das spielt doch jede Kirchweih-Band; das ist Bierzeltmusik; natürlich, wir spielen beide Arten von Musik – Country und Western rumorte es in der Band. Doch wir ließen uns breitschlagen und spielten den Song, der auf Anhieb sehr gut geklappt hat.

Und weil mir dieser Song seltsam bekannt, fast vertraut vorkam, habe ich etwas bei Youtube geforscht und siehe da, eben jener Song liefert die musikalische Grundlage zu einer meiner Lieblings-Filmszenen aus Pulp Fiction: Vince Vega (John Travolta) bestreitet mit Gangsterbraut Mia Wallace (Uma Thurman) einen Tanzwettbewerb und beide legen das wohl coolste Tänzchen der Filmgeschichte hin.

Seit ich das weiß, bin ich natürlich hellauf begeistert von dem Song. Asche auf mein Haupt und Entschuldigung, lieber Ingo, für das Ungemach.

Cest la vie

C'est la vie

It was a teenage wedding, and the old folks wished them well
You could see that Pierre did truly love the madamoiselle
And now the young monsieur and madame have rung the chapel bell,
„C’est la vie“, say the old folks, it goes to show you never can tell
Chuck Berry – You Never Can Tell (C’est la vie)

Urban Sketchers

10.06.2009

Wer hier öfter liest, wird Edward B. Gordon aus meiner Blogroll kennen, einen Maler aus Berlin, der täglich ein kleines Ölbild malt und es dann versteigert. Die Liebste und ich haben bereits drei dieser wunderbaren Werke erworben. Sie hängen bei uns im Wohnzimmer und bieten jedes Mal einen äußerst erbaulichen Anblick.

Neulich habe ich durch Zufall ein Weblog entdeckt, auf dem Maler und Zeichner aus aller Welt Skizzen veröffentlichen, die sie entweder aus ihrer Heimatstadt oder auf Reisen angefertigt haben. Die Seite heißt Urban Sketchers.

Urban Sketchers is a network of artists around the world who draw the cities where they live and travel to. We have this blog, which is by invitation, a Flickr group, where anyone can share their location drawings, and a Google group to stay connected and foster discussion. Urban Sketchers was started on Flickr by Seattle journalist and illustrator Gabi Campanario in November of 2007. The blog was launched in November of 2008.

Auf dieser Seite sind zum Teil ganz hervorragende Zeichnungen zu entdecken, vor allem füllt sich dieses Weblog wegen der Vielzahl der Teilnehmer rasant, man kommt kaum mit dem Schauen nach.
Also, all jenen, die gerne gemaltes, gezeichnetes, skizziertes, getuschtes, radiertes, aquarelliertes sehen, sei hiermit nachdrücklich die Seite Urban Sketchers empfohlen!


Schluss mit Hacke, Spitze

09.06.2009

Die Recording Academy, die alljährlich die Grammy-Preisverleihung organisiert, hat beschlossen, die Kategorie Bestes Polka-Album ersatzlos zu streichen. Die Begründung dafür lautet, es müsse sichergestellt sein, dass die Preisvergabe die aktuelle musikalische Landschaft reflektiere.
So ein Quatsch. Gibt es etwas aktuelleres als Polka? Highspeed Polka, Russendisko, Wirtshausmusikanten beim Hirzinger, das sind doch hochaktuelle Musikthemen, die gerade in den letzten Monaten und Jahren erst wieder neu und äußerst erfolgreich besetzt wurden.
Ja und hat man denn völlig vergessen, dass die Polka das Highlight in jedem Tanzkurs, bei jedem Abschlussball und jeder Hochzeitsgesellschaftsbelustigung ist. Der Tanz, bei dem selbst die unbegabtesten, schüchternsten und grobmotorischst veranlagten Tänzer über sich hinauswachsen. Der Rundtanz, das Hopsvergnügen, Hacke, Spitze, Zwo, Drei, Vier – seit heute ohne Grammy. Unbegreiflich.

Und wie soll ich es der Liebsten beibringen, stammt sie doch aus Tschechien, dem Mutterland des Hüpftanzes. Sie hat noch keine Ahnung von dieser unsäglichen Entscheidung. Heute morgen stand die Meldung zwar in der örtlichen Presse, weil die Liebste aber zur Arbeit musste und spät dran war, hatte sie keine Zeit, den Bericht zu lesen. Ich werde es ihr heute abend schonend beibringen müssen. Ganz schonend. Hoffentlich bin ich vor ihr zu Hause. Ich möchte nicht, dass sie es einfach so unvorbereitet aus der Zeitung erfährt, ist es doch in unserem Haushalt seit Jahren zur liebgewonnenen Tradition geworden, immer dann, wenn Depression und Alltagsfrust an uns nagen, die Möbel beiseite zu rücken und Polka zu tanzen, so lange, bis die Katze kopfschüttelnd das Haus verlässt.

Ja und was wird aus dem berühmten Bardentreffen in Nürnberg, Europas größtem Umsonst und Draußen Festival. Gefühlte achtzig Prozent aller dort auftretenden Bands und Kapellen spielen Polka, beziehungsweise neuzeitliche Varianten jener Musikrichtung. Welche Enttäuschung muss es für diese Künstler sein, eine Musik spielen zu müssen, ohne die geringste Chance auf die höchste internationale Musiker-Auszeichnung, deren Bedeutung dem Oscar in der Filmindustrie mindestens ebenbürtig ist. Über Nacht soll einfach so Schluss sein mit I love Polka, Born to Polka oder Polka in Paradise?

Aber was bedeutet all der Schmerz über den Verlust akademischer Anerkennung eines volksmusikalischen Kulturguts bei uns Freizeittänzern und bei sämtlichen zweit- und drittklassigen Polka-Interpreten gegenüber dem Schmerz, den derzeit Jimmy Sturr empfinden muss. In den letzten 24 Jahren hat er 18 mal die begehrte Trophäe erhalten und ich bin mir sicher, bis zum Jahre 2033 wäre sie ihm bestimmt noch 18 mal überreicht worden. Mindestens!

I feel bad but I’m grateful stand heute auf seiner Homepage zu lesen und ich stelle mir vor, wie er Akkordeon spielend inmitten seiner Grammys hockt und Tränen der Trauer über seine Wangen auf die Tasten seines Instruments kullern. Hätten die Damen und Herren der Recording Academy nicht wenigstens so lange warten können, bis der gute Mr. Sturr gestor … äh, bis er, aus welchen Gründen auch immer, das Musizieren aufgegeben hat?
Auf die 18 güldenen Plastikgrammophone wär’s doch nun wirklich nicht mehr angekommen.
___________________________________________________________________

Ich esse gerne Sauerkraut und tanze gerne Polka
und meine Braut heißt Edeltraut, sie denkt genau wie ich.
Sie kocht am besten Sauerkraut und tanzt am besten Polka,
deshalb ist auch die Edeltraut die beste Braut für mich.
Sauerkraut Polka

Dieser Artikel erschien am 9. Juni 2009 auch bei
kolumnen.de


80 Grad

08.06.2009

Vor ein paar Tagen gab es einen Bericht im Fernsehen, demzufolge Fleisch zartrosa, butterweich und saftig wird, wenn man es bei niedrigen Temperaturen gart, vorzugsweise bei 80 Grad.

Weil die Liebste eine begnadete Köchin ist und sie diese Garmethode unbedingt einmal ausprobieren wollte, habe ich ihr das Zart und Saftig bei 80 Grad Kochbüchlein mit Bratenthermometer gekauft und so gab es am Wochenende Schweinelendchen mit fränkischem Spargel, Soße Hollandaise und Pfannenkartoffeln.

Es hat ganz ausgezeichnet geschmeckt. Das Fleisch war tatsächlich so zart, dass man es hätte mit der Gabel zerteilen können. Großartig!

Schweinelendchen 80 Grad mit Spargel

Schweinelendchen 80 Grad mit fränkischem Spargel


Verfremdlich 18 – Hinterköpfe

07.06.2009

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Hinterköpfe.

Das Bild entstand auf der Feier zu einem der zahlreichen 50. Geburtstage, die unsere nicht gerade kleine Clique seit zwei Jahren alle paar Monate feiert. Ich unterhalte mich mit einem Freund, eine ganz exquisite Mädchenband spielt gerade eins der letzten Lieder, das Buffet ist schon leer gegessen und es sind nur noch wenige Gäste anwesend.
Ein Augenblick, der im Hinterkopf bleibt, weil er sagt: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.


E-Mail Deluxe

06.06.2009
Markus Langemann

Markus Langemann

Würden Sie von diesem Herrn einen Gebrauchtwagen kaufen?

Müssen Sie gar nicht, denn Herr Langemann verkauft überhaupt keine Autos.
Nein, er ist der Programmchef des Fernsehsenders DELUXE MUSIC, einem feinen Sender, der mit guten – fast möchte ich sagen, mit guten alten – Musikvideos aufwartet und seit neuestem auch Golfsport im Programm hat. Ein Sender also, wie für mich geschaffen.

Jedenfalls schreibt mir Herr Langemann in unregelmäßigen Abständen ab und zu eine E-Mail, weil ich vor Zeiten einmal ein paar schöne Lounge-CDs bei ihm gekauft habe. Bisher dachte ich immer Werbemail, ab damit in den Papierkorb, bis ich in diesen Tagen seine neueste Mail mit der Überschrift Was geht, kommt und bleibt einmal etwas genauer durchgelesen habe.
Und siehe da, der gute Markus Langemann kann richtig gut schreiben. Das ist nicht einfach so eine dahingerotzte Werbemail mit schwachsinnigem Inhalt, sondern ein wirklich gelungener, witziger Text.

| Liebe Zuschauer DELUXE |

Ja, wir sind schon in eine merkwürdige Zeit hineingeboren. Was im Laufe eines langen Lebens einfach so verschwindet – auf Nimmerwiedersehen – ist schon bemerkenswert! Autoschlüssel, Jungfräulichkeit, Socken, Meisterschaften, ganze Staaten inkl. Mauern, ja sogar Ehefrauen können einem abhanden kommen. Während Letztere gelegentlich wieder auftauchen, ist mit einer Rückkehr von Hertie wohl nicht mehr zu rechnen. Auch Karstadt schleicht sich gerade davon. Schade, waren das doch die unverrückbaren Konsumtempel der Nation. Ich dachte, die würde es einfach immer geben. Wie Thomas Gottschalk oder Tesafilm. Milliarden verschwinden neuerdings auch einfach so. Ohne Zutun von David Copperfield, einfach in Löchern mit Namen wie Hypo Real Estate oder Porsche. Oft sind auch Skrupel, Gewissen oder Anstand gleich mit abhanden gekommen. Superstars gibt es auch schon keine mehr. Nein, ich bin kein Kulturpessimist. Ich frage mich nur, wo all das Zeug bleibt. Es muss doch eine Parallelgesellschaft geben, wo sich all diese Dinge wiederfinden. Wäre es so, könnten wir alle guten Gewissens aufhören, permanent zu suchen: Merkel die Lösung, Deutschland den Superstar und Höneß neue Spieler. Wie gut ist es da, wenn man weiß, dass manches einfach bleibt. Bei DELUXE z.B. der Wille, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Bei uns finden Sie sogar Ihre Lieblingssongs wieder. Sagen Sie es gerne allen weiter, die immer noch auf der Suche nach einem guten Musikfernsehsender sind.

Dieser Artikel erschien am 13. Juni 2009 auch bei der
Blogbibliothek