Jugend forscht

28.06.2009

Gestern hatten wir beim Altstadtfest Sulzbach Rosenberg unseren wahrscheinlich chaotischsten Auftritt. Spieltechnisch haben wir uns wacker geschlagen, aber technische Pannen und Wetterkapriolen haben uns schwer zu schaffen gemacht. Zu Beginn ein Platzregen, dem nicht einmal das Dach über der Bühne standgehalten hatte. Dann bewirkte ein verschwundener oder vergessener Adapter, dass wir auf der Bühne keinen Monitorsound, sondern nur lautes Quietschen hatten. Später fiel für mich und Bassist Martin der Strom aus, weil ein Kabeltrommel nicht abgewickelt war, deshalb glühend heiß wurde und die Sicherung auslöste. Auch eine Endstufe verabschiedete sich für ein paar Minuten und Stefan hatte während des gesamten Gigs Probleme mit seinem Sound. Als es dann noch zu regnen begann und wir nur noch vor Laufkundschaft spielten, war die Motivation vollständig dahin.
Nö, oft brauch’ ich das nicht mehr.

Jugend forscht

Jugend forscht


Tante Barbara und ihr Frisör

27.06.2009

Nein, den Eisvogel habe ich nicht gelesen und nachdem, was ich über dieses Buch so alles gehört habe, werde ich es höchstwahrscheinlich auch nicht tun. Mein erster Tellkamp ist der Quelle-Katalog Der Turm.

Ein dickes, aber feines Buch, das die Verhältnisse in der DDR aus Sicht der Upper Class beschreibt, unter anderem mit einem Stilmittel, auf das Tellkamp bisher weitgehend verzichtet haben soll: mit Humor.
Julia Encke von der FAZ schreibt:
Aus dem völlig überladenen Anfang schält sich allmählich der eigentliche Roman heraus. Gegen alle Widerstände gerät man in den Sog einer anderen Zeit, folgt gebannt den wie abgelauscht wirkenden Gesellschaftsdialogen, die an manchen Stellen sogar komisch sind, was man von Tellkamp bisher nicht gerade kannte.

Außerdem ist Frau Encke, wie ich meine, zurecht der Ansicht: Die wörtliche Rede ist Tellkamps Stärke.

Zur Veranschaulichung beider Thesen hier ein kleiner Auszug aus dem Roman:
Tante Barbara beschreibt dem im Krankenbett liegenden Neffen Christian ihren Frisör Lajos Wiener und dessen Eigenheiten:

„Wiener ist ein alter Scharmör und auch ein bißchen eukalyptisch, ich meine: Dieses Toupet sollte er sich doch nicht antun, noch dazu, wo es so schwarz ist wie Lakritze – und er doch bestimmt gut seine fünfzig auf dem Buckel hat. Dazu das Haarnetz. Ich meine: ein Mann. Und dazu Friseur. Mit Haarnetz und Heiduckenschnurrbart! Bei seinen Preisen … Und dann geht er ja auch so beträufelt“, Barbara war aufgestanden und ahmte den Gang des Coiffeurs Lajos Wiener nach, „die Hände erhoben, als ob er drauf watscheln müsste, und dann wiegt er sich in den Hüften wie ein Sportsfreund und säuselt: Meine Gnädige, beehren Sie uns bald wieder! Bei der Warteliste, mein Gott! So ein Lumich! Dann zwinkert er einem so blümerant mit der Backe zu, man hat das Gefühl, dass eine Zigeuenerkapelle im Hintergrund lauert und gleich diese Dinger auf das Dings klöppeln lässt … Na diese Hämmerchen, die aussehen wie Löffel aus der Milchbar, und diese … Zither. Ja. Diese mit Draht bespannten Bretter, mit denen sie dich … hungarisieren!“

Uwe Tellkamp – Der Turm


Schnaps- und runde Zahlen

26.06.2009

Stand gestern:

Allen Lesern, Kommentatoren, Fans und Kritikern sage ich Danke für’s lesen, kommentieren, lobhudeln und kritisieren.
Ich denke bis zur 666/1000 mach’ ich es erst mal noch weiter.

Dem nervtötenden Gezwitscher kann ich übrigens nix abgewinnen. Ich hab’ s zwar noch nie probiert, aber ich glaube, das ist Quatsch mit Soße. Wenn ich mit jemandem in Kontakt treten will, schreib’ ich ihm eine E-Mail oder eine SMS oder ich rufe ihn an. Umgekehrt soll derjenige das auch tun oder hier kommentieren.


Geld

25.06.2009

Neulich wurde im Fernsehen ein Bericht ausgestrahlt über ein Experiment, das der Fernsehkoch Tim Mälzer durchgeführt hat. Dabei wurde einer jungen Familie (Vater, Mutter, Tochter) die auf’s Geld schauen musste, einen Monat lang ein doppelt so hoher Geldbetrag zur Verfügung gestellt, als der, mit dem die Familie normalerweise auskommen muss. Gleichzeitig wurde ein Koch-Kollege von Mälzer mit dem ursprünglich der Familie zur Verfügung stehenden Geldbetrag ausgestattet, und beide Parteien wurden mit Kamera und Mikrofon dabei begleitet, welche Lebensmittel sie kaufen und welches Essen sie daraus zubereiten. Ziel des Experiments war, herauszufinden, ob man dann, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, auch hochwertigeres Essen zubereiten kann, oder ob die Qualität von Speisen nicht zwangsläufig vom Preis der Lebensmittel/Rohstoffe abhängt.
Natürlich ist es nicht schwer, vorherzusagen, wie die Sache ausgegangen ist, aber ich schildere trotzdem mal den weiteren Verlauf der Sendung.

Die Familie kaufte fast ausschließlich Dosen, Abgepacktes, Tiefgekühltes und Unfrisches, so wie sie es immer gemacht hatte, diesmal halt Markenware, die oft doppelt so teuer war, wie Aldi/Lidl/Norma, dazu Nudeln und Päckchensoße. Einzige Frischware waren Zwiebeln, wenn ich mich recht erinnere und wenn zum Nachtisch Frau Mama früher einen Pudding gekocht hatte (ein Liter Milch und Puddingpulver kosten vergleichsweise wenig), musste es jetzt natürlich Dany plus Sahne oder irgend etwas anderes fertig gemixtes sein – Hauptsache, es war teurer, und das „Mehrgeld“ ward möglichst vollständig ausgegeben.

Der Koch nutzte seinen Informationsvorsprung bezüglich möglicher Beschaffungsquellen und kaufte fast ausschließlich frische Ware vom Erzeuger, teilweise direkt vom Traktor oder Lastwagen. Er feilschte mit den Bauern um Preise und Mengenrabatte, indem er halt nicht eine Hand voll Kartoffeln, sondern gleich einen ganzen Sack kaufte, weil es ja öfter mal Kartoffeln in verschiedenen Variationen geben sollte. Zum Schluss hatte er Gemüse, Salat, Milch, Sahne, Forellen vom Züchter, sowie Hühnchen und Eier vom Bauern. Frische Kräuter sammelte er auf Wiesen und im Wald.
Das Ganze zur Hälfte des Preises dessen, was die Familie für ihre Lebensmittel ausgegeben hatte und – welch große Überraschung – seine daraus bereiteten Speisen waren natürlich qualitativ wesentlich hochwertiger, weil frischer und bekömmlicher und weniger kalorienreich, nicht so fett und überhaupt.

Was wollte uns Tim Mälzer und sein Kollege mit dieser Geschichte sagen?
Vordergründig natürlich, dass es nicht ausschließlich am Preis der Lebensmittel liegt, ob ein daraus hergestelltes Essen hochwertig ist. Bei genauerer Betrachtung allerdings ergibt sich die Erkenntnis, dass der Wert des Geldes immer relativ ist und sich ausschließlich im (teilweise gefühlten) Gegenwert dessen zeigt, was man dafür kaufen kann, beziehungsweise, was man dafür kauft.

Don Alphonso, bei dem ich sehr gerne lese und dem ich neulich mit dem Posting Die Freuden ohne Lucas DM2P4 ein kleines Opel-Astra-Denkmal setzen musste, schreibt heute den wunderbaren Satz: Ich hatte so eine Idee, mit dem Sunbeam picknicken an einen Schweizer Bergsee zu fahren, in der „World of Interiors“ zu blättern und glücklich zu sein – es könnte anders kommen.
Darauf kann man natürlich wie Tim Mälzer antworten: Kein Mensch braucht einen Sunbeam, um von A nach B zu kommen, ein Opel Astra tut es auch. Kein Mensch braucht ein Picknick an einem Schweizer Bergsee, an einem Tisch im heimischen Wohnzimmer sitzt es sich viel gemütlicher. Kein Mensch braucht „World of Interiors“, der Möbelkatalog von IKEA enthält zweckmäßigeres und billigeres.
Aber die Intention des Don war nicht, von A nach B zu kommen, oder möglichst bequem beim Essen zu sitzen oder sich hauptsächlich zweckdienlich und günstig einzurichten. Seine Intention war, glücklich zu sein.

Geld allein macht nicht glücklich, sagen Volksmund und Mälzer. Opel Astra, Regalsystem Ivar und gesundes Essen aber halt auch nicht.
Don Alfons Schuhbeck, ein anderer Kollege von Tim Mälzer ließ sich in dem Zusammenhang bei einer Fernsehwerbung einst zu folgendem Dialog hinreißen:
„Herr Schuhbeck, den ganzen Tag die feinsten Schmankerln, und dann Herta Fleischwurst?“
Darauf der Meisterkoch, herzhaft in besagte Fleischwurst beißend: „Ja, eben, drum!“


Springen Sie über Ihren Schatten und schützen Sie Ihre Dame

23.06.2009

Mein Vater spielt sehr gerne Schach. Immer, wenn wir zusammenkommen, fragt er, ob wir spielen wollen. Meistens lehne ich ab, weil ich keine Zeit habe, weil ich die notwendige Geduld nicht aufbringe, weil ich sowieso immer verliere.
Am vergangenen Wochenende haben wir Mutter im Krankenhaus besucht. Es geht ihr nicht gut. Sie wurde zum x-ten Mal an der Hüfte operiert, verträgt Schmerzmittel schlecht und weil sie Diabetikerin ist, sind die Heilungsprozesse bei ihr wesentlich verlangsamt, die Blutzuckerwerte spielen verrückt, es ist ein Trauerspiel.

Als ich Vater zu Hause absetze, springe ich über meinen Schatten und frage, ob wir ein Schach spielen wollen. Er ist sichtlich verblüfft, fragt nach, ob ich das wirklich ernst meine. Ja, ich hätte durchaus mal wieder Lust, sage ich und gehe mit ihm die zwei Stockwerke hoch in die Vierzimmerwohnung, die meine Eltern seit über dreißig Jahren bewohnen.
Ich schlage vor, dass wir uns auf den Balkon setzen. Nach dem Regen am Mittag ist der Himmel aufgerissen und weil Vater oft friert, ist er gerne damit einverstanden und freut sich, als die Sonne seinen Rücken wärmt.

Die Balkone und Kleingärten ringsherum sind gut bevölkert. Die Geräuschkulisse ist geprägt von sonntäglichem Spätnachmittags-Gemurmel. Vater holt ein Bier, das wir uns teilen. Das Gesprächsthema auf der Terrasse im Erdgeschoss ist der drohende Zerfall der Formel 1.

Das Schachspiel, das mein Vater auf dem kleinen Balkontisch aufstellt, ist legendär. Es stammt aus der Zeit, als er noch als Pförtner in einem Krankenhaus gearbeitet und sich damit so manche Nachtschicht mit einem Arzt um die Ohren gehauen hat, der damals ein ziemlich bekannter Schachgroßmeister war.

Gardez

Ich eröffne die Partie reichlich schwungvoll, baue eine von Vater mehrfach gelobte Bauernblockade auf, vermeide Springer am Rand und presche, wie ich das gerne mache – was ich allerdings ein paar Spielzüge später meist bitter bereue – mit der Dame nach vorne. Vater baut kontinuierlich und hochkonzentriert seinen Angriff in der von mir aus gesehen linken unteren Ecke auf und gerade, als er zum entscheidenden Schlag ansetzen will, entdecke ich in der von mir aus gesehen rechten oberen Ecke eine Möglichkeit, meinen Vater mit Schachgebot und ziemlich intensiver Truppenverschiebung ordentlich zu ärgern.

Er gibt zu, die Gefahr dort oben rechts gar nicht rechtschaffen erkannt zu haben und ich gehe aus der ganzen Aktion stolz mit einem Bauern im Plus heraus. Doch mein Ende ist nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben. Die viel zu weit und viel zu schnell vorgerückte Dame entpuppt sich mal wieder als mein Genickbruch. Vater zwingt mich, mit ihr hin- und herzuziehen, bis ich mich in eine gleichzeitige Schach-, Gardez-Situation manövriert habe.

Gardez bedeutet Schützen Sie ihre Dame„, sagt Vater mit einem verschmitzten Lächeln und nimmt die Dame vom Brett. Ein paar Züge später bin ich matt.


Beruf: Sänger

21.06.2009

Eine Kleinfamilie mit einem zweijährigen Sohn in Hildesheim, Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Frau ist mit dem zweiten Kind schwanger. Weil es ihr morgens immer ziemlich schlecht geht und sie auch nicht sehr gut schlafen kann, nimmt sie täglich ein Mittel ein, das ihr der Hausarzt empfohlen hat und das in jener Zeit zu den Standard-Beruhigungsmitteln für Schwangere gehört. Das Mittel wirkt, die Frau schläft durch, morgens ist ihr nicht mehr übel, sie kann ohne große Probleme ihrer Hausarbeit nachgehen und sich um den Zweijährigen kümmern. Sie und ihr Mann freuen sich auf die baldige Geburt.

Am 9. November 1959 ist es soweit. Ein zweiter Sohn kommt zur Welt. Er hat keine Arme. Aus dem Körper sprießen dort, wo normalerweise die Schultern sind, so etwas ähnliches wie Hände. Außerdem ist die Hüfte total verdreht. Das Mittel, das die Mutter genommen hatte, heißt Contergan. Das Kind, das keine Arme und verkrüppelte Beine hat, heißt Thomas.

Heute, fast fünfzig Jahre später, ist Thomas Quasthoff Professor für Musik an der Hochschule Hanns-Eisler in Berlin und einer der ungewöhnlichsten Sänger der Gegenwart. Die CD-Veröffentlichungen des Bariton werden regelmäßig von der internationalen Fachpresse ausgezeichnet, und er hat mehrere hoch angesehene Preise gewonnen.

Am Wochenende wurde im Fernsehen eine Dokumentation über Thomas Quasthoff in der Reihe Deutschland, deine Künstler ausgestrahlt. Ein großartiges Filmportrait, das hinter dem Künstler, der allenthalben Die Stimme genannt wird, den Mensch Thomas Quasthoff zeigt. Ein Mensch, der sich selbst mit den Worten beschreibt: „1,31 Meter groß, kurze Arme, sieben Finger – vier rechts, drei links –, großer, relativ wohlgeformter Kopf, braune Augen, ausgeprägte Lippen; Beruf: Sänger“ und damit seine hervorragendsten Charaktereigenschaften selbst benennt: seinen Humor, seine durchaus kritische Selbsteinschätzung, seine Bescheidenheit. Und all diejenigen, die in dem Filmbericht zu Wort kommen – seine Frau Claudia, sein Bruder Michael, sein Freund Sir Simon Rattle – bestätigen diese Eigenschaften auf’s Nachdrücklichste.

Und dabei ist Quasthoff alles andere, als ein handzahmer Mensch, der froh darüber ist, dass er trotz seiner Behinderung ein erfolgreicher und ernstzunehmender Künstler geworden ist. Seinen Gesangsschülern gegenüber tritt er als gestrenger Lehrer auf, weil er die Meinung vertritt, er wäre ein schlechter Lehrer, wenn er für seine Schüler eine Oase der Glückseligkeit schaffe und sie nicht ahnen, was nach der Hochschule auf sie zukommt. Dabei schneidet er die grimmigsten Grimassen, wenn der Liedtext Forsches und Gewaltiges zu singen verlangt und verjüngt den Mund zum lieblichsten Kussmund, wenn es um Liebe und Herzschmerz geht.

Eine meiner Lieblingsszenen, die zeigt, aus welchem Holz Quasthoff geschnitzt ist, ist ungefähr in der Mitte des Films zu sehen, als nach einem Konzert in Salzburg das fach- und ortskundige Publikum den Weg in Quasthoffs Garderobe findet, um sich dort Autogramme abzuholen.
Eine Dame geruht zu bemerken:
Sie haben mich zu Tränen gerührt.
Quasthoff antwortet, wie aus der Pistole geschossen:
Oh, das tut mir leid.

Zwei lesenswerte Rezensionen seiner Autobiografien Die Stimme bzw. Der Bariton gibt es hier und hier.


Grottengolf – Revanche

20.06.2009

Heute wieder Golf mit unserem ehemaligem Spielführer nebst Gattin. Spielführer Hans und ich vereinbarten ein kleines Lochspiel, damit Herr Scherm, der vor einer Woche unterirdisch schlecht gespielt hatte, sich ein wenig besser konzentriert.

Es begann katastophal. Spielführer Hans lag nach drei Löchern drei auf und ich konnte ihn lange nicht einholen. Dann am 8. Loch kam die Wende. Ich habe ihm fünf Löcher hintereinander abgenommen und am 16. Loch lag ich 3 auf und hatte gewonnen. Ich konnte es kaum fassen. Wir tranken Weizenbier.


Die Freuden ohne Lucas DM2P4

19.06.2009

Natürlich würde ich gerne ein anderes Auto fahren. Vielleicht nicht gerade einen Oldtimer, aber eins mit etwas mehr Galopp unter der Haube und vielleicht auch eins, das optisch etwas mehr hermacht. Aber wenn man, wie ich in einer Band spielt und die halbe Gesangsanlage nebst Gitarrenverstärker, Gitarren und diversen Stativen transportieren muss, einmal abgesehen davon, dass die Golfausrüstung auch wunderbar Platz findet und dann noch berücksichtigt, was andere Autos in dieser Klasse kosten …

… wie komm’ ich eigentlich drauf?
Ach ja, Don Alphonso beschreibt in seinem heutigen Rebellen-Posting das Ungemach, das ihm sein kürzlich erworbener Sunbeam, Baujahr Neunzehnhundertdunnemal bereitet, nicht ohne kräftige Seitenhiebe, auf zweckmäßige, bezahlbare und neuzeitliche Fahrzeuge, hergestellt von einem in letzter Zeit arg gebeutelten Automobilhersteller aus Rüsselsheim.

Zum Glück habe ich immer Teller, Tassen und eine Thermoskanne mit Tee im Auto. Dazu ein Stück Donauwelle, das ich, umgeben von Kunstleder und zweckdienlichen Instrumenten mit der Gewissheit verspeise, ein Auto zu fahren, das noch nicht ein Mal liegen geblieben ist. Eigentlich eine Verschwendung, wenn ich bedenke, dass ich Besitzer einer goldenen ADAC-Mitgliedskarte bin.


Bauch, Beine, Benzin

18.06.2009

In der Reihenfolge ihrer überschriftlichen Erwähnung: zu dick, zu träge, zu teuer.
Was also tun? Genau, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren!

Mein großes Vorbild und Blogger-Kollege Irgend macht es mir seit geraumer Zeit vor, obwohl ich mir nicht mehr ganz sicher bin, ob er, seit er seinen neuen Job angetreten hat, auch noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Egal, ich mache das jetzt, so lange das Wetter halbwegs mitspielt.

Eine Zeit lang habe ich ja mit dem Gedanken gespielt, mir ein sogenanntes Pedelec zu kaufen, ein von einem Elektromotor unterstütztes Fahrrad. Schwer im Kommen, die Dinger!
Aber die etwa 15 Kilometer lange Strecke, die ich zurückzulegen habe, enthält kaum nennenswerte Steigungen und die 2.000,– €, die ein solches Wunderwerk der Technik kostet, spare ich mir vorerst.

Jedenfalls ist die dreiviertelstündige Fahrt am Morgen und am Abend äußerst erbaulich. Fast die gesamte Strecke auf ausgebauten Radwegen, dann ein Stück durch den Wald, im letzten Kaff vor dem Städtchen durch den Hof der Pfarrei und im Städtchen dann noch durch eine Tankstelle. Den Rest auf dem Gehsteig.

Ich stelle überhaupt fest, dass seit Hartz IV, Finanzkrise und überhöhten Spritpreisen viel mehr Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind. Auch auf dem Land, wo ich seit fast zwanzig Jahren wohne, sind seit neuestem unmotorisierte Verkehrsteilnehmer an Orten zu entdecken, die sonst nur an Wochenenden von Fahrrad- und Wanderausflüglern bevölkert werden.

Und wenn man jetzt bedenkt, wie gesund Radfahren ist und wieviel Spaß es macht, frage ich mich, warum ich nicht schon früher auf die Idee …
Aber ich weiß natürlich auch, wie das in ein paar Wochen sein wird: die Bequemlichkeit, das Dach über dem Kopf, die verlockende Geschwindigkeit, schnell daheim zu sein, weil das Feierabendbier ruft.
Wenn der Schweinehund, der innere, sich meldet, werden Bauch, Beine, Benzin ganz schnell vergessen sein.

In diesem Sinne: Hoch lebe die – Anfangseuphorie.


Verfremdlich 19 – Street Knight

17.06.2009

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Street Knight.

Das Bild entstand beim Kaffeetrinken in unserem Garten. Es hat einer der Jungs meiner Cousine geknipst. Sie ist Fotografin in Berlin und nachdem der Apfel nicht weit vom Birnbaum fällt, hat der Sohnemann natürlich auch schon eine Digitalkamera und damit dieses eindrucksvolle Foto von mir und der Liebsten geschossen. Im Vordergrund sein Lieblingsauto Street Knight zwischen Kaffeetassen und Apfeltorte.