Beim Datteln erwischt: Axe, Hardy, Phil.

Eigentlich wollten wir am Karfreitag in den Zoo. Aber weil sich vor dessen Toren meterlange Schlangen gebildet haben, sind wir bei schönstem Wetter nach Nürnberg gefahren und haben dort einen äußerst entspannten Stadtspaziergang gemacht.
Und Tiere gab’s auch. Wir haben den die Osterhasen getroffen, die sich von der Liebsten sofort zu einem Fotoshooting haben überreden lassen.

Geburtstagslektüre. Heute morgen im Bett ausgelesen. Thomas Bernhard – Holzfällen.
Welch ein Buch.
Das interessante, gleichtzeitig schlimme an Bernhard ist, dass er Gedanken, die jeder zwangsläufig hat, auch diejenigen, die von sich behaupten, nie derartiges zu denken – wahrscheinlich haben gerade solche Personen öfter als alle anderen derartige Gedanken – dass er diese Gedanken ausspricht, breittritt, wiederkäut.
Und manchmal dreht er Spieße auch um. Unverhofft. Nicht oft.
In den Wald gehen, tief in den Wald hinein, sagte der Burgschauspieler, sich gänzlich dem Wald überlassen, das ist es immer gewesen, der Gedanke, nichts anderes, als selbst Natur zu sein. Wald, Hochwald, Holzfällen, das ist es immer gewesen, sagte er plötzlich aufgebracht und wollte endgültig gehen.
Thomas Bernhard – Holzfällen
In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Showtime.

Das Bild zeigt eine Formationstanzgruppe, die am vergangenen Wochenende beim Schulabschlussball unseres Neffen aufgetreten ist.
Der Tanzlehrer, der diese Truppe betreut und unserem Neffen beigebracht hat, das Tanzbein zu schwingen, war auch mein Tanzlehrer vor mehr dreißig Jahren. Er sieht immer noch erstaunlich jugendlich aus, obwohl er inzwischen schon weit über 60 sein dürfte.
Schön fand ich an diesem Abschlussball, dass es kaum – wie sonst üblich – Jungs gab, die mit offenem Hemd und ohne Schlips zum Ball erschienen sind. Ich finde, wenn man sich schon dazu entschließt, einen Abschlussball zu besuchen, sollte man auch entsprechend gekleidet sein – will heißen: Hemd, Krawatte, Anzug, geputzter Schuh.
Sakrament, wie einem bei so einem Wetter das Herz aufgeht.
In der Mittagspause ohne Mantel, in Büroschlappen durch die Stadt laufen und den Menschen dabei zusehen, wie sie aufblühen.
Mahlzeit und schönes Wochenende!

Ein Kaktus, der in einem vergessenen Winkel unseres Büros jahrelang vor sich hin vegetierte, wurde aus eben jenem Winkel hervorgeholt, weil die Fenster geputzt werden mussten, und danach an ein Fenster im Flur gestellt. Jetzt wird er regelmäßig gegossen und erholt sich seither prächtig. Außerdem dient er, der jeweiligen Jahreszeit angepasst, als Weihnachtsbaum, Faschingsgirlandenhaltevorrichtung, Osterstrauch und Kaktus.
Weil aber nahezu jeder, der an Opuntia humifusa vorbeigeht, sich bemüßigt sieht, den derzeit angebrachten Osterschmuck in schaukelnde Bewegungen zu versetzen, sah sich die Geschäftsleitung veranlasst, entsprechende Verbotsschilder aufzustellen.
