Not Ready for Take Off

28.04.2009

Da nimmt man ein Mal in seinem Leben allen Mut zusammen und setzt sich zum Freund der Nichte, seines Zeichens Segelfluglehrer, in den Flieger und was geschieht? Das Anschleppseil reißt während des Startvorgangs.
Aber damit nicht genug. Beim nächsten Start ist es gleich noch einmal gerissen.
Sollte ich über mein Gewicht nachdenken?


Übrigens …

27.04.2009

… für alle, die mit der Kategorie Going Home und den darin enthaltenen Texten nichts anfangen konnten und können, habe ich folgende Seite gebastelt.


Verfremdlich 16 – Mecklenburg Vordisney

26.04.2009

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Mecklenburg Vordisney.

Das Bild entstand in Schwerin, anlässlich des Kolumnisten-Gipfeltreffens und zeigt das Schweriner Schloss, in dem der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern untergebracht ist.


Glitter Lyrik

25.04.2009

Es ist schon hart, damit zu leben, was Du so mit mir anstellst.
Meine Träume werden immer absonderlicher,
ich möchte Dir gerne davon berichten:

Ich sehe einen Mann im Hintergrund und in der Tat,
seine Augen leuchten so rot, wie die Sonne.
Es ist unmöglich, die junge Frau in der Ecke zu ignorieren,
schon deshalb, weil sie überzeugt davon ist,
die heißeste Braut hier zu sein.

Oh yeah, es ist wie ein Blitz, jeder erschreckt sich,
doch die Musik wirkt besänftigend
und alle beginnen zu grooven.
Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah

Und der Mann im Hintergrund sagt: “Angriff”
und es endet in einer Ballsaal-Schlacht.
Und das Mädchen in der Ecke sagt: „Junge, ich möchte Dich warnen“
und es endet in einer Ballsaal-Schlacht.

Ballsaal-Schlacht

Ich strecke meine Hand nach irgend etwas aus,
bekomme aber nichts zu fassen.
Mit Engelszungen rufe ich Dich herbei, aber sobald Du auftauchst,
bist Du schon wieder verschwunden.

Jetzt ist der Mann im Hintergrund kurz davor, durchzudrehen.
Er hebt die Hände in den Himmel
und das Mädchen in der Ecke ist gefährlich,
weil es jeden mit einem Augenzwinkern umzubringen vermag.

Oh yeah, es ist elektrisierend, so erschreckend hektisch
und als die Band wie wild herumspringt,
halten alle den Atem an.
Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah

Oh yeah, es ist wie ein Blitz, jeder erschreckt sich,
doch die Musik wirkt besänftigend
und alle beginnen zu grooven.
Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah

Es ist …
es ist …
es ist eine Ballsaal-Schlacht
Yeah, es ist eine Ballsaal-Schlacht.

____________________________
The Sweet – Ballroom Blitz

(äußerst) frei übersetzt von Axel Scherm


Join the blogbibliothek

24.04.2009

Aus der schönen Schweiz kommt ein feines Webportal, das ausgesuchte Texte aus unterschiedlichen Weblogs veröffentlicht. Es heißt blogbibliothek.ch und möchte nach eigenem Verständnis inmitten der hektischen surfing-through-the-web-Atmosphäre einen Grund liefern, innezuhalten und Platz zu nehmen.

Und blogbibliothek.ch soll auch Menschen ansprechen, die bisher keinen Zugang zu Blogs gefunden haben, sich nicht durch spezielle Suchmaschinen wie Technorati oder slug.ch etc. klicken wollen, aber gerne überrascht werden von einzelnen Texten, Geschichten oder Gedanken, die einen noch etwas länger in der Bücherecke der eigenen oder öffentlichen Bibliothek verweilen lassen.

Auszug der Philosophie von blogbibliothek.ch

Seit heute gibt es dort auch einen Text von mir zu lesen. Irgendjemandlink war so freundlich, mich dort zu empfehlen. An dieser Stelle vielen Dank dafür und natürlich auch den Betreibern von blogbibliothek.ch, Caro Nadler, Kurt Steuble und Roman Hanhart, dass sie Join the Flight bei der Blogbibliothek ins Bücherregal gestellt haben.

Die Kolumne stammt übrigens aus einer losen Textreihe mit dem Titel Alles ist Golf. Wer die beiden ersten Teile aus dieser Reihe lesen möchte, den darf ich bitten, hier bzw. hier zu klicken oder gleich bei [kolumnen.de] vorbeizuschauen, dort gibt es auch noch andere, nicht immer ganz ernst gemeinte Texte von mir.


Der Tag des deutschen Bieres

23.04.2009

Heute, am 23. April ist der Tag des deutschen Bieres. Hopfen, Wasser, Malz. Mehr Zutaten sind nicht erlaubt, um ein Bier nach dem ursprünglich aus Bayern stammenden Reinheitsgebot von 1516 zu brauen.

Wir wollen auch sonderlichhen dass füran allenthalben in unsern stetten märckthen un auf dem lannde zu kainem pier merer stüchh dan allain gersten, hopfen un wasser genommen un gepraucht solle werdn.

Auszug aus dem am 23. April 1516 durch den bayerischen Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt offiziell erlassenen Reinheitsgebot

Sommer 1994 - Herr Scherm trinkt Bier


Wortmeldung aus dem Reservetank – Jackson Browne in Erlangen

22.04.2009

Wer sich fragt, was der erste Teil der Überschrift mit dem gestrigen Konzert von Jackson Browne zu tun hat, dem sei verraten, dass eine der besten Langspielplatten der 70er Jahre, ach was sag’ ich, eine der besten Langspielplatten überhaupt, Jackson Brownes Running on Empty ist, was übersetzt nichts anderes heißt, als Fahren auf Reserve.
Und wer sich weiter fragt, warum dies eine der besten Langspielplatten der 70er Jahre beziehungsweise überhaupt ist, der hat sie entweder noch nicht gehört und/oder er weiß nichts über die Geschichte dieser Platte. Die ist nämlich teilweise in Hotelzimmern, in denen Mr. Browne logierte, in einem VW-Bus, der offensichtlich nicht mehr genug Sprit hatte und natürlich LIVE auf diversen Bühnen aufgenommen worden. Außerdem wurde die Scheibe allein in den USA über 7 Millionen mal verkauft und erreichte damit Mulit-Platin-Status.
So, Schluss mit den ollen Kamellen, mehr gibt’s jetzt nicht mehr mit dem großen Löffel!

Gestern war The Godfather of Folk-Rock in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen zu sehen und zu hören und ich sage jetzt einfach mal, es war eines der besten und auch schönsten Konzerte, die ich seit langem erlebt habe. Es hat wirklich alles gestimmt: der Sound, die Musiker, die Musik (natürlich), die Lightshow und sogar die Zuschauer, denn die waren durch die Bank gesetzteren Alters und hatten nicht die unangenehme Angewohnheit, sich lautstark während des Konzerts zu unterhalten, sondern wie gebannt auf ihren Stühlen gesessen – selbst bei den leisen Parts, von denen es bei einem Browne-Konzert nicht wenige gibt.

Begleitet wurde Browne von einer ganz hervorragenden Band. Auf der Bühne standen ein Gitarrist, dessen Spielweise mich ein wenig an die von Mark Knopfler erinnerte, zwei bezaubernde Sängerinnen, die den heutzutage leider völlig aus der Mode gekommenen, mehrstimmigen Gesang unterstützten, sowie ein Schlagzeuger, der mit viel Arbeit und punktgenauem Spiel, sein Geld mehr als redlich an diesem Abend verdiente. Außerdem am Keyboard – hach, wie herrlich klingt doch immer wieder eine alte Hammondorgel mit Leslie – ein Mann, der nebenbei auch noch ein ganz hervorragende Stimme hat und die Mädels nach Kräften beim Chorgesang unterstützte und natürlich der obligatorische Bassist, dessen Arbeit nicht hoch genug einzuschätzen ist, der aber, wie nahezu jeder Bassist, eher durch stoische Gelassenheit auffällig wurde.

Nach einer Stunde mit teilweise atemberaubenden Arrangements und einer guten Mischung aus alten und neuen Songs – ja, tatsächlich, seit Ende letzten Jahres gibt es mit der neuen LP CD Time the Conquereor auch neue Songs von Jackson Browne – nach einer Stunde gab es eine kurze Pause. Der anschließende Part war dann eher ruhig, fast unplugged gehalten. Akustische Gitarren, Akustikbass, wenig Keyboard und der Schlagzeuger für einige Stücke am Cajon, bewiesen, welch hervorragende Musiker Jackson Browne auf seiner Tour dabei hat. Zum Schluss dann wurde es allerdings noch mal richtig laut. Bei Running on Empty hielt es keinen mehr auf seinem Sitz und nach (leider nur einer) Zugabe war nach gut drei Stunden Schluss.

Ein Bild, das sich mir eingeprägt hat, seit ich die Musik von Jackson Browne höre und das ich entweder von einem Plakat oder einem LP-Cover kenne, zeigt seine ins Gegenlicht eines Scheinwerfers getauchte Silhouette, mit abgeschnallter Gitarre. Dieses Bild war dank des großartigen Lichtmeisters des gestrigen Gigs der visuelle und krönende Abschluss nach jedem Lied und sorgte ein ums andere Mal für dick Gänsehaut.

Auf dem Nachhauseweg haben wir auf der Autobahn noch den Tourbus überholt. Mr. Browne saß mit seinen Leuten vor dem Fernseher. Die Liebste hat gehupt, der Busfahrer mit Lichthupe geantwortet.
Nein, wie Fahren auf Reserve, sah das nicht aus!


Ratzolino

20.04.2009

Doppelsäule mit Träger, liegende Schildkröte, sitzendes Eichhorn, kopfstehendes Eichhorn, stehendes Schwein, sitzende Kuh, sitzendes Schwein.


Bremer Schweriner Stadtmusikanten

Beim Gipfeltreffen der Kolumnisten am vergangenen Wochenende wurde den Autoren in den kurzen Schreibpausen, die ihnen vergönnt waren, höchste Kreativität abverlangt.
Axel Scherm erhielt allerdings nur 8 von 10 möglichen Punkten, weil das Krokodil mehrfach vom blauen Schwein gestürzt ist.


Christoph Wesemann und Axel Scherm


Nach zehn Jahren endlich wieder Raucher …

16.04.2009

… diesmal offiziell, mit Ausweis und allem.

Weil ich mit dem Neffen Billard spielen wollte, mussten er und ich für eine Einmalgebühr von jeweils einem EURO dem LAS VEGAS Billard Club beitreten. Hintergrund war allerdings, dass in dem Club geraucht werden durfte musste.

Man muss rauchen, so lange man lebtHelge Schneider


Join the Flight

15.04.2009

Golf ist ja eigentlich kein Sport – hört man immer wieder. Man geht ein wenig spazieren – wenn überhaupt, denn manche fahren ja mit einem Elektrokarren, oder noch schlimmer mit einem benzinbetriebenen Zweitakter über den Golfplatz – und drischt mit ein paar Schlägern, die man in einer Art Einkaufswagen, wie sie ältere Damen bisweilen benutzen, hinter sich herzieht, auf einen meist weißen Ball ein, bis dieser in insgesamt 18 verschiedenen Löchern versenkt worden ist.
Das alles kann man alleine tun, aber weil das ganz schnell langweilig wird, schließt man sich zu maximal vierköpfigen Grüppchen zusammen und weil es beim Golfsport keine Schläger, sondern Clubs, keine Abschläge, sondern Drives und keine Wiesen, sondern Fairways gibt, nennt man derartige Golferzusammenrottungen auch nicht Grüppchen, sondern Flight.
Womit man bei einem Aspekt dieser Sportart angelangt ist, der dem fehlenden bzw. geringen sportlichen Aspekt durchaus ebenbürtig sein dürfte: dem sozialen, ja, ich gehe soweit zu sagen, dem gesellschaftlichen Aspekt nämlich.

So ein Flight kann während einer Golfrunde, die ja bekanntermaßen bis zu fünf Stunden dauern kann, alles sein: Staat, Familie, Wohngemeinschaft, Vertriebsbüro, Urlaubsort, Vorhölle, Hölle, natürlich auch Himmel – letzteres aber eher selten.
Immer gilt allerdings die oberste, niemals zu vernachlässigende, in jedem Fall aber goldene Regel: Beim Golfspiel gibt keine Gegner, sondern ausschließlich Mitspieler. Zugegeben, das fällt in so manchem Flight richtig schwer und in Gedanken hat man das Eisen 3, das im Spiel eigentlich kaum zum Einsatz kommt, schon der einen oder anderen zweckentfremdeten Verwendung zugeführt, indem man es einem seiner Mitspieler über den Schädel gezogen oder quer in den A… – Nein, solche Gedanken gehören nicht auf den Golfplatz und tragen der genannten goldenen Regel in keiner Weise Rechnung.

Was den gesellschaftlich-sozialen Aspekt betrifft, gibt es bei der Gruppenbildung zwecks gemeinsamer Golfplatzumrundung einerseits den kommunikativen- und andererseits den eher unkommunikativen Flight, auch Taubstummenflight genannt. Über den kommunikativen Flight verliere ich jetzt gar nicht viele Worte. Man kann sich vorstellen, was da abläuft: jeder Schlag wird gründlich diskutiert und kommentiert. Kein Thema ist zu abwegig, um es nicht ausführlich auf dem Weg zum Ball zu besprechen und wenn sich Frauen zu einem Flight formieren, wird in 99 von 100 Fällen dieser Art des Golfzusammenspiels gefrönt und gerne unter dem Terminus Erzählflight zusammengefasst – man hat schon Damenflights gesehen, die sich so vollständig im Geschnatter verloren, dass sie vergessen haben, weiterhin Golf zu spielen, was nachrückende Flights zu Unmutsäußerungen und bösartige Gedanken über die bereits erwähnte Zweckentfremdungen diverser Schläger hinreißen ließ.

Wesentlich interessanter und wie man sich vorstellen kann, auch wesentlich anstrengender, ist der Taubstummenflight.
Eine derart illustre Golferrunde darf man sich allerdings nicht so vorstellen, als würde von vorneherein Konsens darüber bestehen, in den kommenden vier Stunden kein Wort miteinander zu wechseln. Nein, einer der vier Mitspieler fühlt sich vor dem ersten Abschlag bemüßigt zu bemerken, sein Golfspiel verlange absolute Konzentration und jedes Wort zu viel, zu laut, oder gar beides würde diese, seine Konzentration aufs Empfindlichste stören.
Derartige Golfrunden enden allerdings gerne damit, dass derjenige, der die anderen, in der Regel kommunikativ veranlagten Menschen seines Flights zum Schweigen verurteilt hat, grottenschlechtes Golf spielt und es am Ende damit erklärt, die Vögel hätten ständig gezwitschert und das Gras sei zu laut gewachsen.

Schlimm ist es, einen sogenannten Regelvergesser im Flight zu haben. Zugegeben, es gibt hunderte von Golfregeln, aber selbst die einfachsten Regeln werden von solchen Menschen vergessen, sobald sie einen Golfplatz betreten oder werden nach eigenem Gutdünken ausgelegt und fehlinterpretiert. Überhaupt scheint partielle Amnesie ein häufig anzutreffendes Phänomen unter Golfern zu sein, denn auch das Vergessen von Schlägen ist sehr weit verbreitet. Erst wenn man den Vergesslichen mit dem Regelbuch kommt oder ihnen genau vorrechnet, wieviele Schläge sie benötigt haben, bekommen sie den offensichtlich von zu viel Düngemittel oder allzu intensivem Grün verursachten Gedächtnisschwund wieder in den Griff. Die meisten allerdings nur bis zum nächsten Loch.

Die wichtigste Erkenntnis im Zusammenhang mit dem Faktor Mensch und der damit einhergehenden Grüppchenbildung im Golfsport scheint mir allerdings zu sein, dass niemand in der Lage ist, sich über den Zeitraum einer Golfrunde zu verstellen. Du bleibst doch immer was Du bist, wusste schon Johann Wolfgang und hat dabei sicher gerade Golf gespielt. Golf bringt alles an den Tag. Alles!
Der Bescheißer wird ebenso entlarvt, wie der Choleriker und der Besserwisser, der Pedant ebenso, wie der Phlegmatiker, der Nervenstarke ebenso, wie der Flattermann, denn es gibt eine zweite goldene Regel, die da lautet:
Viele behaupten, beim Golf gehe es um Leben und Tod, aber das stimmt nicht – es geht um viel mehr!

Dieser Artikel erschien am 24. April 2009 auch bei der Blogbibliothek und am 20. Mai 2009 bei kolumnen.de