Ich gebe zu, der nachfolgende Text stammt nicht von mir, weil ich aber den Inhalt ziemlich köstlich finde, poste ich ihn hier.
An den Formulierungen musste ich allerdings noch etwas Hand Tastatur anlegen und einige tagesaktuelle Ergänzungen habe ich auch noch eingebaut.
Der ursprüngliche, mir leider nicht bekannte Autor des Textes möge es mir verzeihen.
Wer also eine anschauliche Erklärung für die derzeit vorherrschende Finanzmarktkrise haben möchte, der lese die nachfolgende Story über Mandy, ihre Bar, ihren Finanzberater und ihren VW-Scirocco.
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Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, sprich anschreiben zu lassen.
Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr dieses konsumfreudigen, aber insgesamt wenig solventen Kundensegments, drängt sich in Mandys Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise und damit auch massiv ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank (LehmanCrossMountain Ltd.) bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Bierdeckel der Trinker als Pfand.
Zur Refinanzierung werden verbriefte Schuldbierdeckelverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und MANDY-RealEstate-BOND® ausgegeben. Diese Papiere laufen unter der Bezeichnung SPA – Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung abgesichert, verbrieft mit einer E-Mail, die aus datentechnischen Gründen aber keine Unterschrift trägt.
Daraufhin werden die SPAs gegen eine lebenslange Freibiergarantie in Mandys Bar von mehreren Rating-Agenturen mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Zwar versteht kein Mensch, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau hinter diesen Papieren steckt, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden SPAs ein Renner für industrielle Gastronomie-Investoren.
Es entsteht ein neuer Wirtschaftszweig: die Indurstrie. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten saftige Boni.
Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Bankangestellter, der wegen seiner äußerst pessimistischen Grundhaltung die SPAs-Bremse der Indurstrie genannt wird, fest, dass es doch langsam an der Zeit sei, zumindest die ältesten Deckel von Mandys Kunden fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die durstigen Altkunden, noch die zahlreich hinzugekommenen Neutrinker ihre Bierdeckel begleichen, weil deren Wert inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens beträgt.
Also geht Mandys Bar pleite.
SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95% ihres Wertes, MANDY-RealEstate-BOND® hält sich etwas besser und stabilisiert sich bei 20% seines ursprünglichen Kurswertes.
Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Also gehen der Wein- und der Schnapslieferant auch in Konkurs und der Bierlieferant wird von einer Großbrauerei übernommen, die zwar selbst in Zahlungsschwierigkeiten, aber dank staatlicher Unterstützung in eine Staatsbrauerei umgewandelt worden war.
Die Bank wird durch Steuergelder gerettet, was den Bankvorstand dazu zwingt, auf den Bonus für das abgelaufenen Geschäftsjahr zu verzichten und sämtliche Kundenberater der Bundesagentur für Arbeit zu überstellen.
Mandy hat aufgrund ihrer prekären Finanzsituation in einer etwas übereilten Aktion ihren 17 Jahre alten VW-Scirocco verschrotten lassen, nicht bedenkend, dass sie dafür einen neuen Wagen hätte kaufen müssen, um die fette Abwrackprämie zu kassieren. Jetzt fährt Mandy U-Bahn – schwarz – und ihr Schuldenberg hat sich um den Rechnungsbetrag des Schrotthändlers für die Benutzung der Schrottpresse vergrößert. Mandy ist stinksauer!
18.01.2009 um 11:39
Köstlich! Ich glaube, da gibts keine Probleme mit der Veröffentlichung. Selbst namhafte größte deutsche Bildungsmagazine haben den Text aus dem Web übernommen.
11.03.2009 um 12:50
Irgendwie so muss es wohl gewesen sein.