Aktion Baum – Jahreslos

27.12.2008

Tanne vor der OperationDie Feiertage sind überstanden. Zum Bloggen kommt man da beim besten Willen nicht. Also erzähle ich schnell die diesjährige Christbaumgeschichte.

Christbaumkauf ist von jeher mein Job. Meistens kaufe ich eine Nordmanntanne beim OBI für 15,- EURO. Das war auch in diesem Jahr so, mit dem Unterschied, dass es keinen Baum mehr gab im Gardemaß (ausgestreckter Axel-Arm plus Rest-Axel entspricht haargenau der Zimmerhöhe). Allerdings gab es ein vermeintlich wohlgeformtes Tännchen, das aber insgesamt ca. 20 Zentimeter zu lang war. Also ließ ich den untersten Kranz entfernen, den Baum kürzen und brachte ihn sicher nach Hause.

Am 23. Dezember trauten die Liebste und ich unseren Augen nicht, denn der Baum sah bei Tageslicht betrachtet, reichlich erbärmlich aus. Er war erstens immer noch zu lang und hatte zweitens eine Lücke, weil ihm in seinem Tannenleben irgendwann einmal ein zweiter Stamm gewachsen war, der vom Nordmanntannenplantagenbesitzer kurzerhand entfernt worden war. Tja und an der amputierten Stelle hatte sich kein Ästchen mehr herauszuwachsen getraut, dafür aber eine kleine Wölbung geformt.
Also musste noch ein Kranz dran glauben und einer der abgezwickten Äste an der lichten Stelle mit Bohrmaschine und Nagel eingesetzt werden. Welch eine Aktion. Aber es hat sich dann doch gelohnt. Die Liebste meinte souverän, dass es bestimmt nicht unser schönster Baum sei, wohl aber derjenige, der ihr am nähesten ans Herz gewachsen ist.

Tanne nach der Operation und geschminkt


Eszet

17.12.2008

Gestern im Adventskalender: Nostalgie in Schokolade.
Erinnert sich noch jemand?

  • 1957: Sei zu Dir und andern nett, schenke Freude mit Eszet.
  • 1981: Nicht vergessen: In der allergrößten Not schmeckt Eszet auch ohne Brot.
  • 1989: Schokospaß fürs Frühstück

Eszet-Schnitte

  • 2008: Trotz Rezession und Wirtschaftsnot, Eszet gehört aufs Butterbrot.

Trubelmuße muss

15.12.2008

Am Wochenende habe ich mich durch Nürnberg schieben lassen. Weihnachtseinkäufe.
Ich gestehe, ich genieße dieses Ereignis. Selbst wenn ich schon alle Weihnachtsgeschenke hätte, würde ich am Samstag vor dem dritten oder vierten Advent in die Stadt fahren. Ich liebe den Trubel, die Gerüche, die greinenden Kinder, die frierenden Budenverkäufer, die Kegelclubs, die mit blinkenden Nikolausmützen oder Schaumstoff-Elchgeweihen auf dem Kopf grölend durch die Straßen ziehen, die Straßenmusiker, die Alle Jahr wieder spielen, die Tagesausflugsrentner in ihren altmodischen C&A-Jacken.

Ich habe auch immer ein ganz festes Programm. Es muss ein Elisenlebkuchen oder eine Kokosmakrone und ein Glühwein vom Christkindlesmarkt sein und natürlich Nürnberger Bratwürste. Danach darf sich eine leichte Übelkeit einstellen. Dann brauche ich unbedingt den Besuch in einem Buchladen und ganz wichtig, in einem Elektronikmarkt. Dort lasse ich mir von einer jungen Verkäuferin etwas erklären, das ich aber nicht kaufe. Dann in die Sportabteilung von Karstadt, zu den Golfschlägern, um einen der sündhaft teuren Driver auf der Videoleinwand auszuprobieren. Außerdem belausche ich unheimlich gerne Verkaufsgespräche von Fachverkäufern für Trockenrasierer beziehungsweise seit einigen Jahren für diese furchtbar komplizierten Espressomaschinen. Zum Schluss gebe ich dem Straßenmusikanten aus dem Banat, der mit seiner grausam quäkenden Trichtergeige das gesamte Jahr die Fußgängerzone nervt, 10 Euro dafür, dass er das auch im kommenden Jahr wieder tut. Das alles brauche ich Mitte Dezember, das muss sein, das geht nicht anders.

Ausführungen, wie diese, kann ich nicht nachvollziehen.

In diesen Tagen fallen uns Menschen seltsame Dinge ein. Zum Beispiel zusammengerottet im Schneetreiben und Regen vor einer Holzbude zu stehen und sich mit süßer heißer Flüssigkeit zuzuschütten, die irgendwann mal ein Speed Date mit einer Flasche Rotwein gehabt haben muss. Diese Form der organisierten Vorweihnachtsfreude muss durch Geschmacklosigkeit, Einsamkeit, ja Verzweiflung getrieben sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Menschen für ein Heißgetränk fast fünf Euro bezahlen, das nach nichts als Zucker schmeckt, den Magen verdirbt und für baldigen Kopfschmerz garantiert.

Miriam Meckel


Philip Roth – Täuschung

11.12.2008

Ganz schwer, in das Büchlein reinzukommen, weil es fast ausschließlich aus Dialogen besteht und weil man manchmal nicht weiß, wer mit wem …

Aber die Dialoge sind blitzgescheit, witzig, eigen. Deshalb bleib’ ich dran.

„Ich fühle mich, als hätte ich keine Fotze. Ich habe meine Fotze heute zu Hause gelassen. Ich möchte nicht an sie erinnert werden.“
„In Ordnung.“
„Willst Du, dass ich gehe?“
„Kaum, Du bist heute ja wieder den Tränen nahe.“
„Ich fühle mich wirklich ein bisschen weinerlich, ja. Kann ich was zu essen haben?“
„Also, es gibt ein paar Erdbeeren und ein paar Melonen, und es gibt etwas Brot, und es gibt Wein, und es gibt Marihuana.“
„Kann ich bitte von allem ein bisschen haben?“

Philip Roth – Täuschung


Verfremdlich 13 – Vor dem großen Glashaus

08.12.2008

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Vor dem großen Glashaus.

Das Bild entstand anlässlich eines Betriebsausflugs vor der Schau-Glashütte der Firma Joska in Bodenmais, in der man einem Glasbläser bei seinem HandMundwerk zusehen und auch selber einmal Hand anlegen blasen kann.
Das Sprichwort Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen gilt für dieses Haus allerdings nicht! Allzu gerne möchte man dort mit ein paar Pflastersteinchen die eine oder andere Ausstellung von diversen Exponaten erlösen. Noch niemals in meinem Leben habe ich so viel Kitsch und Verfehlungen in Glas gesehen.


Munitsch vs. Choffencheim

05.12.2008

Mein erstes Internet-Fußballspiel. Dank ZAP-Tiger habe ich – zumindest für die zweite Halbzeit – einen spanischen Sender gefunden, der das Spitzenspiel der diesjährigen Bundesligasaison ausgestrahlt hat.
Ein großartiges Fußballspiel, wenn auch in der letzten Minute doch noch die falsche Mannschaft gewonnen hat. Grrrrrrr !

München - Hoffenheim


Der Stadtaffe in Nürnberg

04.12.2008

Zwei Mal habe ich bisher versucht, Livemusik im Nürnberger Löwensaal zu hören und zwei Mal war es mir nicht vergönnt, weil die Konzerte kurzfristig abgesagt worden waren.
Im November 2002 war Paul Weller mit dem Kartenvorverkauf nicht zufrieden und ein paar Jahre später ist Johnny Winter mit der Tournee-Kasse durchgebrannt und hat nach einem einzigen Konzert in Leipzig die gesamte Europa-Tour geschmissen.

StadtaffeGestern dann Peter Fox mit seiner Stadtaffen-Tour. Und ich darf vermelden: das Konzert ist nicht ausgefallen!
Immerhin, das war schon mal ein Anfang.

Zwei Dinge sind mir im Vorfeld aufgefallen: Erstens, ich war einer der Ältesten im voll besetzten Löwensaal. Die Jungs und Mädels, die zahlreich um mich herum standen, hätten locker meine Söhne oder Töchter sein können. Zweitens, die Stimmung im Saal war prächtig und die Begeisterung der jungen Leute wirkte sympathisch und ansteckend.

Pünktlich um 21:00 Uhr legte Herr Fuchs mit seiner Band schließlich los. Round about dreizehn Mann, darunter die legendären Cold Steel Drumline – vier schwarze Herren, die auf umgeschnallten Trommeln für zusätzliches Gaudium sorgten – standen da auf der Bühne und heizten dem Publikum im wahrsten Sinne des Wortes tüchtig ein. Doch selbst gefühlte Saunatemperaturen hielten die hibbelige Foxgemeinde nicht davon ab, rhythmisch auf und ab zu hüpfen, Arme zu schwenken und zahlreichst Handykameras hochzuhalten.

Fox hatte das Publikum jedenfalls von Anfang an im Griff. Für das erste Lied hatte er sich (wohl mehr als Alibi) noch eine Gitarre umgehängt. Ab dato allerdings wedelte er nur noch mit einem Handtuch und machte uns, dem Publikum während der Liedpausen klar, in welcher Stadt wir uns hier befanden: Nürnberg, Hallo Nürnberg, Tja, Nürnberg … Etwas einfallslos, wie ich fand, aber sonst war der alte Seeed-Affe mit Sonnenbrille und Bart einfach nur cool.

Was ich allerdings vermisst habe, waren ein paar mehr native Instrumente, wie Gitarre und/oder Bläser, vielleicht sogar hie und da eine Geige. Vor allem meinem absoluten Lieblingssong, Haus am See, hätte das wirklich gut gestanden. So aber kam der Sound hauptsächlich aus zwei Keyboards und wirkte damit reichlich synthetisch. Der Bass war zu laut, auch wenn ab und zu ein Contrabass zum Einsatz kam und der Sound insgesamt undifferenziert, breiig, letztendlich schlecht.

Tja, Nürnberg … und nach einem guten Stündchen gingen Herrn Fox und seinen Leuten auch schon die Songs aus. Die neue CD Stadtaffe war abgespult, ein Seeed-Song, eine Trommel- und Paukenzugabe und noch zwei Liedchen, die die Kids im Publikum auswendig mitsingen konnten und das war’s dann.

Insgesamt kein schlechtes Konzert, aber leider auch kein wirklich gutes. Herr Fox ist, meine ich, auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden. Die Konzerte seiner nächsten Tournee werden in den großen Hallen stattfinden; dort ist auch sicher der Sound besser, davon bin ich überzeugt und vielleicht hat er ja bis dahin sein Repertoire noch um einige Häuser am See erweitert. Würde mir schon gefallen.


Nachtrag – 06.12.2008

Zwei Konzertkritiken über den Fuchs im Löwenbau gibt es bei der Neuen Presse Coburg und der Abendzeitung Nürnberg.


Heute Kinder wird’s was geben

03.12.2008

Dass mir dieser coole Fuchs gefällt, habe ich ja schon hier dokumentiert. Heute Abend mache ich mir mal ein Live-Bild von ihm und der Cold Steel Drumline.

Peter Fox - Löwensaal Nürnberg

Übrigens, Peter Fox gefällt nicht nur mir. Auch Leute, die etwas mehr Ahnung vom Gitarrenspiel haben, als ich, mögen ihn.


Grunge für Heimwerker

01.12.2008

Cream Machine
Stapelkiste von OBI kaufen.

Löcher raussägen.

Alte Solton-Lautsprecher reinschrauben.

Cream Machine von Hughes & Kettner anschließen.

Ganz wichtig:
karriertes Hemd anziehen und kurzes Gebet für Kurt Cobain sprechen.
Dann erst Klampfe anstöpseln und Saiten anschlagen …

Cream Machine - Grunge