1961

05.11.2008

In der Firma, für die ich hauptsächlich arbeite, gibt es neben mir noch drei Mann, die auch im Jahr 1961 geboren sind. Ab und zu, wenn wir zu einer Besprechung oder auf ein Bier zusammenkommen, klopfen wir uns gegenseitig auf die Schultern und loben diesen hervorragenden Jahrgang.

Heute Nacht wurde einer aus diesem Jahrhundertjahrgang zum amerikanischen Präsidenten gewählt und wir sind sehr froh, ihn als prominenten Vertreter in unseren Reihen zu haben.

In diesem Sinne: All the best wishes to you Mr. President from
The sixty-one four-leaf clover !!!

Nachtrag – 06.11.2008:
Soeben habe ich erfahren, dass George Clooney ein eifriger Wahlkampfhelfer für Obama war. Drei Mal darf geraten werden, in welchem Jahr der gute alte George geboren ist.


Lichtspiele

03.11.2008

Ein außergewöhnliches, gleichzeitig sehr schönes Weblog führt Edward B. Gordon aus Berlin. Er malt täglich ein kleines Ölbild und bietet es auf seinem Weblog zur Versteigerung an. Fast jedes der kleinen Kunstwerke geht für 150,– EURO oder mehr über den virtuellen Ladentisch und auch die Liebste und ich haben schon drei dieser wunderbaren Bildern ersteigert.
Gestern hat Edward wieder ein sehr schönes Bild ausgestellt, eine kleine chinesische Skulptur, die durch Lichteinstrahlung und daraus resultierender Schattenbildung ganz besonders wirkt.

Ich erinnere mich noch genau, ich war vielleicht neun oder zehn Jahre alt, als mir ein Freund zeigte, wie man mit Hilfe einer Taschenlampenglühbirne und einer Batterie Licht in einem Karton erzeugen kann. Ich war absolut fasziniert von dem kleinen Wunder das dort geschah, plötzlich erwachte diese Box zum Leben, in ihr waren Schatten, Formen, meine Phantasie spielte verrückt. Ich fühle immer noch diese Begeisterung wenn ich sehe, wie kleine Lichtquellen eine mir bekannte Welt in etwas komplett neues verwandeln können, worin Träume anfangen die Realität zu übernehmen, alles mit Hilfe einer kleinen Glühbirne.
Edward B. Gordon

In dem Zusammenhang fiel mir eine Anekdote aus meiner frühen Jugend ein. Ich habe zu Weihnachten von meinen Eltern einmal einen Elektrobaukasten geschenkt bekommen. Darin waren unter anderem eine handtellergroße Blockbatterie – ich weiß gar nicht, ob es solche Monster heutzutage überhaupt noch gibt – und mehrere Taschenlampenglühbirnen. Weil auch mich faszinierte, was man den kleinen Lämpchen alles anstellen konnte, bastelte ich sofort ein Board mit diversen Lämpchen und Schaltern, das mir als Steuerkonsole für meine zahlreichen Plastikastronauten diente, die ich teils außerhalb des Hauses an Bindfäden aus dem Fenster, teils innerhalb des Hauses unter dem Sofa oder hinter dem Schrank für externe und interne Expeditionen postiert hatte. Mit meiner blinkenden Konsole verdichtete ich die Messergebnisse, die mir die Wohnzimmer- und Hauswandonauten Tag und Nacht übermittelten, was meine Mutter zu heftigem Kopfschütteln veranlasste.

Weil dieses Hobby aufgrund des enormen Batterieverbrauchs mit der Zeit allerdings ein erhebliches Loch in meine Taschengeldkasse riss, sah ich mir die Batterie mit ihren beiden Polen eines Tages etwas genauer an und kam zu dem kühnen Schluss, dass diese einem Stromstecker nicht ganz unähnlich war. Ich bastelte also ein Stromkabel, das an beiden Enden einen Stromstecker hatte und dort, wo die Drähte der Lämpchen zusammenliefen und ursprünglich mit den Polen der Batterie verbunden waren, verdrillte ich diese mit den Polen des Netzsteckers der einen Seite. Als ich den Stecker der anderen Seite in die Steckdose steckte, flogen erst die kleinen Lämpchen durch mein Zimmer und dann der Hauptsicherungsschalter heraus. Meine Mutter schüttelte noch heftiger den Kopf und mein Vater erklärte mir, dass der Strom aus der Steckdose doch viel zu stark wäre für die klitzekleinen Lämpchen.
Dann ging er mit mir in den nächsten Modellbauladen, kaufte mir einen Trafo, wie er damals für Spielzeugeisenbahnen üblich war und von Stund an konnten meine Experimente ohne weitere Zusatzkosten fortgeführt werden. Vom ersparten Batteriegeld habe ich mir dann noch ein paar Lämpchen und Schalter gegönnt. Das Design meines Steuerboards hätte jedenfalls lässig mit jeder Nintento-Spielkonsole der ersten Generation mithalten können.