Moondance

27.11.2008

Es ist definitiv eines meiner Lieblingslieder. Moondance von Van Morrison. Wir haben diesen Song schon lange im Repertoire und ich glaube, dass wir uns bei der Vielzahl von Versionen, die es inzwischen gibt, mit unserer Fassung nicht zu verstecken brauchen.

Moondance by MASH

Auf der Suche nach weiteren Mondtänzen ist mir diese junge Frau über den Weg gelaufen. Herrlich, wenn auch das Flugzeuggeräusch am Anfang etwas stört. Aber wie sie so dasitzt und singt und dabei die Ukulele unter ihren Busen klemmt …


Spät dran

25.11.2008

Wer sich wundert, warum hier schon lange nix neues mehr steht – es liegt an diesem verdammt nervigen und zeitaufwändigen Drecksjob daran:

Einkommensteuer 2007


Literaturtage Lauf 2008

17.11.2008

Am Wochenende gingen die Literaturtage Lauf zu Ende. Wie jedes Jahr war diese Veranstaltung erstens sehr gut besucht, zweitens hochkarätig besetzt, drittens hervorragend organisiert und viertens kostenlos. Das sind vier nicht zu verachtende Vorteile und gereichen sowohl der Stadt Lauf, als auch deren Einwohnern zur Ehre, zeigt es doch, dass man auch in der sogenannten Provinz ein anspruchsvolles kulturelles Leseprogramm anbieten kann und dieses auch gerne vom Publikum angenommen wird.
Die Liebste und ich waren, außer am Donnerstag bei jeder Lesung und es war kein Tag dabei, vom Samstag einmal abgesehen, an dem wir uns nicht sehr gut bis prächtig unterhalten fühlten.

Beat Stories

Montags die äußerst vergnügliche Lesung der Herren Kraft, Politycki und Spinnen, die sowohl aus ihren eigenen Büchern lasen, als auch aus der Anthologie Beat Stories, zu der jeder der Herren einen Beitrag beigesteuert hatte. Untermalt war jede Beat-Story mit den Rocksongs, zu denen die Autoren jeweils ihre ganz persönliche Geschichte erzählten. Bei Spinnen war das Steely Dan, bei Politicky Alvin Lee, bei Kraft Pink Floyd. Vor allem für Zuhörer unserer Generation gab es da so manchen Augenöffner und ab und zu auch ein feuchtes Auge, manchmal sogar einen Anflug von Gänsehaut.

Depressive Krimis

Am Dienstag dann Friedrich Ani mit Krimis der eher depressiven Art. Nicht unbedingt mein Fall, weil ich eigentlich keine Krimis lese. Aber der Typ war nett und auch das sonst immer etwas peinlich, weil sehr zäh anlaufende Frage- und Antwortspielchen nach der Lesung, verlief äußerst launig.

Medienmensch Karasek

Karasek am Mittwoch – er ist einfach ein Medienmensch. Seine Lesung: eine Mischung aus Standup-Comedy, Nähkästchenplauderei, Vorlesen, Kommentierung des Tagesgeschehens und Realsatire. Und diese Mischung war deshalb einfach überragend, weil sich Karasek als Mensch und Faktotum und nicht als vergeistigter Literat und altersweiser Krittler präsentierte. Seine Glossen, die sich vor allem um die Themen „Alter“ und „altern“ rankten, waren teilweise zum Wegschmeißen komisch und man sah Karasek an, dass auch er an diesem Abend viel Spaß hatte.

Erzählen statt lesen

Der Freitag war unser persönliches Highlight. Das lag vor allem daran, dass Alex Capus diesen Abend nicht ausschließlich als Lesung gestaltete, sondern ganz im Gegenteil, die echten Lese-Passagen waren äußerst kurz gehalten. Den Rest des Abends leitete Capus auf äußerst angenehme und sympathische Weise seinen Lebensweg und seine Geschichten her. Vollkommen unaufgeregt, trotzdem mit klarer, beherzter Stimme erzählte Capus von dem kleinen schweizer Städtchen, in dem er seit Jahren lebt, von dem Missverständnis, er würde dort als Ortschronist fungieren und von der Ambivalenz dieser Erwartungshaltung, der er schließlich damit begegnete, dass er seither nur noch wahre, verbriefte Geschichten erzählt. Eine dieser Geschichten ist die von drei deutschen Werftarbeitern, die kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs ein in Deutschland gefertigtes, dann wieder zerlegtes Kriegsschiff nach Deutsch-Ostafrika schaffen, um es dort erneut zusammenzubauen.
Dieser Lese- und vor allem Erzählabend war so herrlich, dass man sich gewünscht hätte, Capus würde überhaupt nicht mehr damit aufhören. Als er dann noch – quasi als Zugabe – eine herzzerreißende Geschichte vorlas, die davon handelte, wie seine Mutter auf der Durchreise nach England, in Paris seinen Vater, ihren Mann kennenlernte, hatte sich Capus endgültig einen Platz in unseren Herzen erobert.

Regentriefende Salamischeiben

Dann aber der Samstag: Lars Brandt – Sohn des Willy Brandt. Letzteres muss man wirklich dazu sagen, denn ohne diesen Vorschusslorbeer hätte wahrscheinlich kein Lektor dieser Welt jemals eine Zeile dieses Herrn durchgehen lassen, geschweige denn, ein Verleger dessen Buch – dessen „Roman“ – verlegt.
Beispiel gefällig?

Zwischen schwarzen Bäumen unser schwarzer Reigen durch die Nacht, eine Silhouette schwarz auf schwarz. Auch das Weiß meiner Jacke war nun schwarz. Sandkörner prickelten unter den krummen Ledersohlen der Stiefel, die Hans nie spitz genug sein konnten. Links hielt er das Köfferchen mit dem Saxophon, rechts die obligate filterlose Zigarette, deren Glut Mal um Mal eisig unter seiner Nase aufleuchtete.
Als wir zu dem Punkt gelangt waren, von dem wir tief unter uns den Strom nicht sahen, dudelte Hans durch die nasse Nacht. Raucharabesken schlängelten sich aus dem krächzenden Instrument hin zu der Salami, von der wir regentriefende Scheiben säbelten und dann mit Grappa wegspülten.

Lars Brandt – Gold und Silber

Mit solchen Sätzen quälte uns Herr Brandt junior fast eine Stunde und wenn ich bei Alex Capus davon sprach, dass man sich gewünscht hätte, er würde nicht mehr aufhören zu erzählen, dann hat man sich bei Brandt gewünscht, er würde sofort damit aufhören und für immer schweigen.

Seine Texte sind so verquast, überkandidelt und gebläht, dass es tatsächlich ein Qual war, ihnen zu folgen. Die Tagespresse machte es sich in der heutigen Ausgabe, wie ich finde etwas zu leicht und berichtete ausgiebig über das im Vorfeld der Lesung stattgefundene Gespräch der Veranstalterin mit dem Autor über dessen biografisches Buch Andenken, das von dem schwierigen Verhältnis Brandts zu seinem berühmten Vater handelt. Die Lesung selbst wurde mit ein paar nichtssagenden Sätzen beschrieben und gipfelte in dem Satz: Allerdings hätten sich wohl viele gewünscht, dass die Lesung etwas knapper ausgefallen wäre.

Literaturtage 2.0

Übrigens, wie im letzten Jahr gibt es ein von Laufer Schülern initiiertes Blog-Projekt, bei dem man alle Lesungen als Podcast noch einmal nachhören und herunterladen kann. Hier der LINK.


Wir bauen uns ein Atomkraftwerk

14.11.2008

Man hat den Eindruck, die Firma Hyperion wollte mit ihrem neuen Produkt Loriot zu seinem 85. Geburtstag eine besondere Freude bereiten: ein Miniatur-Kernkraftwerk, gerade mal 1,5 Meter hoch, das man im Garten verbuddelt und das dann acht bis zehn Jahre Strom für ca. 20.000 Haushalte liefert.

Und wenn man einen Fehler macht, dann macht es Puff und die Kühe fallen um und die Häuser und die Bäume. Das ist immer ein großes Hallo.


The Boys are back in Town

13.11.2008

Menschenskind, wie die Zeit vergeht. Eine Woche ist es schon wieder her, dass in Vischers Kulturladen im Rahmen der allmonatlich einmal stattfindenden Bluesjam-Session The Smokehouse Jacks ein Konzert gegeben haben. Man ist versucht zu sagen, die guten alten Smokehouse Jacks, denn Jack Moonshine (Ted Hertle), Jack Lafayette (Hannes Bernklau) und Jack Shark (Rüdiger Schaack) spielten so locker und lässig auf, als würden sie das schon Jahre miteinander tun, tatsächlich aber sind sie als Formation erst ein paar Monate zusammen.
Aber man merkt den Jacks an, dass sie schon länger Musik machen – Hertle früher bei der Band A Cup of Moonshine und Bernklau seit Jahren bei The Rockin’ Lafayettes. Die musikalische Vergangenheit von Jack Shark liegt als „Zugereister“ zwar ein wenig im Dunkeln, nichtsdestoweniger spielt er hinreißend Contrabass und schnalzt dabei die Saiten so rhythmisch, als würde ein vierter Jack im Hintergrund Schlagzeug spielen.

The Smokehouse Jacks
The Smokehouse Jacks bei Vischers Blues Jam

Und so starteten die Jacks gleich vielversprechend durch, mit einer wilden Mischung aus Rockabilly, Hillbilly, Bluegrass und Rock & Roll. Das Equipment war alt (heutzutage sagt man natürlich vintage), die Mikrofone silbern und riesig und die Stimmung gut. Hertle und Bernklau wechselten sich beim Gesang ab und für zwei Songs kletterte eine junge Sängerin auf die Bühne und heizte die Stimmung im gut besuchten (Kultur)Laden zusätzlich an.

Vom wechselnden Gesang abgesehen war die Arbeitsteilung in der Combo klar: Jack Lafayette spielte die Leadgitarre, mit der er keinen noch so ausgeklügelten Rock & Roll Riff ausließ. Uhrwerkgleich schlug Jack Moonshine dazu die Dobro an und Jack Shark folgte ihm mit seiner faszinierenden Art, den Bass zu zupfen auf dem Fuß. Auch die Bluesharp durfte natürlich nicht fehlen. Sowohl Hertle, als auch Bernklau sind in der Lage, diese authentisch zu spielen. Das ging ins Blut und ins Bein, wenngleich sich (leider) niemand getraute, dem so beschwingten Beine ein Tänzchen auf der durchaus vorhandenen Tanzfläche zu gönnen. Ach ja, man wird alt.

Als zum Schluss die Jacks einen typisch österreichischen Song von Elvis spielten (Sisi Ryder), fanden sich im Publikum immerhin ein paar inspirierte Mitsänger. Nicht umsonst gilt in Musikerkreisen Vischers Kulturladen zumindest an zwei Donnerstagen im Monat als zweites Wohnzimmer (nächste Woche ist wieder Jam-Session und ich könnte mir vorstellen, den einen oder anderen Jack dann erneut auf der Bühne zu sehen).
Vischers Blues JamMich hat jedenfalls gefreut, dass Ted Hertle nach der Auflösung von A Cup of Moonshine mit Lafayette und Shark zwei Musiker gefunden hat, die mit sehr viel Herzblut und Spielfreude Musik machen. Ob das der Grund war, warum mir für den Rest der Nacht der alte Song von Thin Lizzy The Boys are back in Town nicht mehr aus dem Kopf ging?

Mehr Bilder vom Gig gibt es beim Klick auf das Vischers-Bildchen.

Dieser Artikel erschien am 13. November 2008 auch bei den
musikspionen.


Verfremdlich 12 – Down in Hollywood

11.11.2008

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Down in Hollywood.

Das Bild entstand in unserem Garten und zeigt unsere alte Hollywoodschaukel, die jetzt seit gut 15 Jahren im Freien steht, aber immer noch gute Dienste leistet.
Down in Hollywood habe ich das Bild deshalb genannt, weil so ein Song von Ry Cooder heißt, den ich immer wieder gerne höre. Er stammt von der ersten digitally remastered Langspielplatte Bop Till You Drop, auf der unter anderem Chaka Khan mitgesungen hat.
Hier der LINK zu einer klasse Live-Version mit einer Mörderbesetzung und dem noch ganz jungen Ry.


Wirtshausmusikanten beim Hirzinger

10.11.2008

Himmel Herrgott Sakrament, was haben uns die Andy Borgs, Patrick Lindners, Florian Silbereisens, Margot Hellwigs, Hansi Hinterseers, Tony Marshalls, Mariannes und Michaels dieser Welt – eine Schande, dass ich diese Namen überhaupt kenne – was haben uns diese Vögel die gute alte Volksmusik in den letzten Jahrzehnten vergällt. Was da zu sehen und vor allem zu hören war, grenzte ja teilweise an Körperverletzung und eine Art pawlowscher Effekt zwang einen sofort und unverzüglich umzuschalten, wenn auch nur andeutungsweise ein Dirndl oder eine Lederhos’n im Fernsehen zu erkennen, beziehungsweise ein Schifferklavier zu hören war.
Am vergangenen Samstag habe ich dieser Affekthandlung allerdings widerstanden und nicht umgeschaltet, als beim Hirzinger die Wirtshausmusikanten aafgspuit ham (für alle Nichtbayern: aufgespielt haben) – und siehe da, es gibt sie noch: gute Sendungen mit Traditions- und Volksmusik, jenseits von Schunkelromantik und Rentnerverblödungsfolklore.

Junge Leute hockten oder standen da um einen Tisch, spielten Zither, Hackbrett, Tuba, Quetschkommode, Harfe, Dudelsack, Klarinette, Posaune, Trompete, Contrabass und Gitarre, sangen Lieder mit witzigen oder gscheerten Texten (das lässt sich beim besten Willen nicht übersetzen), hatten einen Mordsspaß dabei und das Erstaunlichste war, die Musik konnte man (ohne Brechreiz zu bekommen) sehr gut anhören.
Bayerische, steirische, ja sogar italienische Weisen und zwischen den Liedern Interviews mit den durch die Bank sympathischen Musikern, geführt von der Siferlinger Traudi und dem Binder Wolferl.
Na bitte, geht doch.

Nächste Sendetermine am 15.11. und am 22.11.2008 jeweils um 16:15 Uhr im Bayerischen Fernsehen.


Homeoffice jetzt auch für chinesische Hacker

07.11.2008

Ohne Worte.

Arbeitsplatz weltweit


Im Traum gesehen: Das Haus am See

07.11.2008

Vier Trommler fingerschnippen im Gegenlicht, ein Kontrabass wiegt sich im Takt, Peter singt „Yeah“, ein Seitenscheitel mit Schnäuzer zupft Geige, ein Hutträger reibt Stöckchen, Peter summt „Hmmm“, die Trommler trommeln, Peter spielt die alte Jazzgitarre – alles Vintage, vieles in Schwarz-Weiß.

Eine Taube läuft über die Straße und wird beinahe überfahren. Peter kennt sie beim Namen und steht vor der Sonne mit Pauke, ohne Trompeten. Die Trommler machen koordinierte Kaspereien, Peter hat den Tag auf seiner Seite und dirigiert einen Frauenchor.

Der Geiger zupft nicht mehr, er streicht jetzt. Die Trommler tauschen im Takt Stöckchen, Peter läuft einfach geradeaus und am Ende der Straße steht ein Haus am See. Drei Blumen singen „Yeah“. Peter ist alt geworden und sucht nach neuem Land. Er steht auf einer Brücke und hadert mit Gottes linken Haken. Er spricht mit seinem Kanarienvogel und verspricht, die alten Vögel und Verwandten einzuladen. Dann kippt er sich einen aus dem Flachmann und macht weitere Versprechungen: eine Woche feiern und Schnaps saufen.

Der Mond scheint hell auf sein Haus am See, Organgenbaumblätter liegen auf dem Weg. Als sich Peter an den See setzt um zu angeln, tanzt der Wurm, den er an den Haken hängen will zwischen seinen Fingern.
Hier ist Peter geboren, hier will er begraben werden. Darüber denkt er nach in seinem Schaukelstuhl und kann es kaum erwarten, seine hundert Enkel zu sehen, die Cricket auf dem Rasen spielen.

Lang ausklingendes Ende mit Trompeten und Geigen.

Peter Fox – Haus am See


Nach langen schmerzvollen Jahren

06.11.2008

Ich darf zur Wahl von Barack Obama zum amerikanischen Präsidenten, über die ich mich sehr gefreut habe, ein Weblog zitieren, das auf meiner Blogroll steht. Es heißt Daily Ivy und wird von dem Grafiker, Cartoonisten und Illustratoren Sven Knoch betrieben. Er schreibt über die „neue Qualität“ der Wähler und Zuschauer:

Nach langen schmerzvollen Jahren stehen da statt arroganten Bauerndeppen endlich mal wieder Menschen, denen, wenn man sie ansieht, zuzutrauen ist, dass sie nicht nur winken können, sondern – verdammt noch mal, endlich wieder! – auch denken.

Quelle: Daily Ivy

Ähnliches kam der Liebsten und mir auch in den Sinn, als wir mit Zahnbürste im Mund gestern Morgen die Dankesrede von Barack Obama im Fernsehen verfolgt haben. Wer wissen will, was Herr Knoch und wir meinen, der klicke bitte auf das Bild.

Yes They Can