Und es war Sommer …

15.09.2008

… und sie einunddreißig.
Naja, stimmt beides irgendwie nicht ganz, denn es war der erste Herbsttag, zumindest der gefühlte erste Herbsttag und sie war auch nicht einunddreißig, sondern schon etwas älter (wie alt, wird nicht verraten). Aber sie war Sommer, Elke Sommer nämlich.
Mit ihr und ihrem Mann Wolf habe ich den gestrigen Nachmittag verbracht – auf dem Golfplatz in Erlangen.

Schon irgendwie komisch. Da kommt man ins Clubsekretariat, um zu fragen, ob sich nach der telefonischen Reservierung noch jemand gefunden hat, der mit einem spielt, denn seit neuestem braucht man in unserem gut besuchten Golfclub am Wochenende eine Startzeit und dann sagt die Dame hinter dem Tresen: Ja, Herr Scherm – sie spielen mit Elke Sommer und ihrem Mann. Einfach so.

Sofort schoss mir durch den Kopf: hättest Du mal doch lieber die bessere Hose angezogen und verdammt, nur die billigen Bälle vom Aldi im Bag.
Spießergedanken, die ich mir hätte schenken können, denn die beiden waren extrem locker und in keiner Weise überkandidelt.

Die gute Elke hat sich wie selbstverständlich meinen Driver ausgeliehen, weil ihrer beim Transport im Flugzeug zerbrochen war. Sie ist ab und zu im Wald verschwunden, um Pilze zu sammeln, sie hat nicht, wie man vielleicht annehmen würde, während der Runde Feinkost-Riegel oder Edelobst verspeist, sondern Fleischwurst vom Dorfmetzger und Schwarzbrot vom Holzofenbrotbäcker. Und ihr Mann, den sie liebevoll Papa-Bär nennt, hat bis zum Schluss einen gefundenen Aldi-Ball gespielt, sich beim gemeinsamen Bier am 19. Loch als Clubfan zu erkennen gegeben und beim Rauchen auf der Terrasse auf Geheiß seiner Liebsten die Blumen gegossen, die auf den Tischen standen und schon etwas die Köpfe hängen ließen. Braver Papa-Bär!

Jedenfalls weiß ich seit gestern wieder, warum ich diesem merkwürdigen Sport so lange die Treue gehalten habe. Es geht nämlich nicht nur darum, einen viel zu kleinen Ball mit vierzehn ungeeigneten Schlägern über eine viel zu lange Distanz in ein viel zu kleines Loch zu schubsen, sondern es geht vor allem auch darum, Menschen kennenzulernen.
Bei diesem Sport kommt nämlich unweigerlich die Wahrheit an den Tag und wer Menschen wirklich kennenlernen will, dem rate ich dringend, mit dem Golfspiel zu beginnen.

Die Erfahrung von Waldemar Hartmann, dem bei einer Golfrunde mit gediegenen Herrschaften angeblich das Tages-Du angeboten wurde und der daraufhin beschlossen haben soll, der Golfsport sei dann doch nichts für ihn, diese Erfahrung habe ich jedenfalls bisher noch nicht machen müssen.
Aber so etwas passiert einem höchstwahrscheinlich auch nur in Schickimicki-München – im Golfclub Erlangen jedenfalls nicht.


MASH – Seeterrassen Happurg

11.09.2008

Wer den Abend des 20. September mit Sonnenuntergang, Seeblick und guter Musik ausklingen lassen möchte, sollte unbedingt die Seeterrassen am Happurger Stausee besuchen – dort spielt MASH ab 20.00 Uhr Groove, Blues and More.

Damit auch alles gut klappt, habe ich soeben zwei Stündchen geübt und werde das auch noch in den nächsten Tagen tun.

Gitarrenstunde
Die AxeAge-Studios – bunt und durcheinander

Also informiert Eure Freunde und kommet zuhauf. Wir hoffen, das Wetter wird schön, denn dann sind die Happurger Seeterrassen ein wahrhaft lauschiges Plätzchen, wo es sich ganz vortrefflich relaxen, speisen, trinken, Musik hören und tanzen lässt.
Bei schlechtem Wetter findet der Sonnenuntergang in der Halle statt.


Dauert noch

11.09.2008

Ok, ok, die Welt ist also noch doch nicht untergegangen. Das kann aber auch nur daran liegen, dass sich die Teilchen noch in der Beschleunigungsphase befinden und nächste Woche erst kollidieren.
Also Geduld – schließlich ist sie (die Welt) auch nicht an einem Tag erschaffen worden.


Nicht vergessen …

09.09.2008

… morgen ist Weltuntergang !

Schwarzes Loch


Wölfe zählen

09.09.2008

Zu meiner neuen Kolumne Schafrudel trifft Wolfsherde, die auch bei [kolumnen.de] veröffentlicht wurde, hat Martin Rathscheck eine wunderschöne Illustration gemacht.
Hier der LINK direkt zum Text.
Und wenn Ihr schon mal dort seid, lest ruhig mal in die anderen Texte rein. Es lohnt sich !!

Kolumnisten an der Zahl


Verfremdlich 10 – Angel of Death

09.09.2008

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Angel of Death.

Angel of Death

Das Bild entstand im Innenhof des Passauer Doms anlässlich einer Motorradtour, die ich mit meinem Freund Erwin vor ein paar Wochen unternommen habe.
Es zeigt eine historische Grabplatte mit einem Engel ohne Gesicht und einem Totenschädel in der Hand.
Das Bild hatte für mich eine doppelte Bedeutung an jenem Tag, denn zum einen war mein Bruder vor genau zehn Jahren an Krebs gestorben und zum anderen fand die einzig gefährliche Situation unserer Tour nach einem Überholmanöver an diesem Vormittag statt.
Der Todesengel schwebt ständig über uns. Das klingt pathetisch, aber ich denke, manchmal ist es wichtig, sich dessen gewahr zu werden.

Geh’ mer nu a wengerl naus,
setz’ mer uns noch a bisserl hie.
Dann lehn’ mer uns sche schtaad ans Haus,
an letzt’n Doch, den woas ma nie

Willy Michl – Abschied


Golf Ranking

08.09.2008

Dank eines Zählsystems, das sich ein gewisser Dr. Frank Stableford Ende des vorletzten Jahrhunderts ausgedacht hat, ist es möglich, die Spielstärke jedes Golfspielers festzustellen und damit vergleichbar zu machen. Man spricht in dem Zusammenhang vom sogenannten Handicap.

Die Handicap-Statistik wird von jeweiligen Golfclub im Spieler-Stammblatt geführt und nach jedem Turnier der deutschen golf online GmbH übermittelt. Dort kann sie im Internet abgerufen werden.

Hier meine Statistik:

Rangliste Golf Deutschland - Axel Scherm

Wenn man, wie ich am letzten Wochenende bei der Clubmeisterschaft nicht allzu gut abgeschnitten hat (leider nur ein Platz im zweiten Drittel), muss man sich mit solchen Statistiken trösten: fast 480.000 Golfspieler in Deutschland spielen gleich gut oder schlechter als ich ;-)


Silberblick

05.09.2008

I see trees of green

05.09.2008

Am Wochenende finden bei uns im Golfclub Erlangen die Clubmeisterschaften statt. Weil ich in den vergangen beiden Jahren nicht mitgespielt habe und unser Platz im letzten Jahr zu einem wunderbaren 18-Loch Platz umgebaut wurde, habe ich mich für die diesjährigen Meisterschaften eingeschrieben und gestern Abend etwas trainiert.
Tagsüber hatte es zum Teil furchtbar geregnet und auch am Abend war nicht abzusehen, ob das Wetter sich beruhigen würde und so kam es, dass ich den Golfplatz ganz für mich alleine hatte – ich war der einzige Spieler. Das war schon seit vielen Jahren nicht mehr der Fall, denn nur am Anfang meiner Golferkarriere, als die Infektion durch den Golfvirus noch recht frisch war, bin ich ab und zu in aller Herrgottsfrühe zum Golfplatz geeilt und habe dort einsam meine Runden gedreht.
So auch gestern und ich gestehe, es war trotz des leichten Regens, ein wunderbarer Abend.
Nicht das Spiel, oder das Training, wegen dem ich eigentlich hergekommen war, hat mich interessiert, sondern die Landschaft, die Luft, die Wolken, der Regenbogen, das Rauschen der Bäume, die Wildenten, die mit typischem Geräusch über mich hinweg gezogen sind, das satte Grün der Fairways.
Selbst der Bachlauf, der sich vor den Grüns der Löcher 11, 14, 16 und 17 schlängelt und uns Golfer meistens zur Verzweiflung treibt, hatte etwas erhabenes und als ganz zum Schluss noch die Sonne herauskam, konnte ich nicht anders, als mich auf eine Bank zu setzen, der Sonne beim Untergehen zuzusehen, zu denken what a wonderful world und eine viertel Stunde einfach nur dankbar zu sein.


Nine Ten

04.09.2008

So Leute, jetzt mal aufgepasst: Nicht am 11. September 2001 war die Welt vom Untergang bedroht, nein, der Weltuntergang findet am 10. September 2008 statt, also am kommenden Mittwoch. Und die Bedrohung wird nicht von Teheran, Pjöngjang oder, wie man neuerdings auch durchaus vermuten dürfte, von Moskau ausgehen. Nein, die Bedrohung wird von der guten alten Schweiz ausgehen, und zwar von Genf.
Ja, und das Ganze wird nicht deshalb geschehen, weil in sämtlichen Schweizer Banken gleichzeitig ein Feuer ausbricht und alle verschobenen Geldreserven nebst entsprechenden Kontounterlagen und -aufzeichnungen auf einen Schlag verbrennen, nein der Grund des Weltuntergangs wird sein, weil ein dahergelaufenes Bachelor- oder Master-Ingenieur-Bürschchen auf einen Knopf drücken und damit die gigantischste und zerstörerischste Höllenmaschine der Welt in Gang setzen wird.
Wenn in dieser Maschine nach fast dreißig Kilometern auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigte Teilchen zusammenstoßen, dann wird nicht, wie die Wort-Verniedlichung „Teilchen“ vermuten lässt, nichts oder nur vernachlässigbares geschehen, nein, es wird sich ein schwarzes Loch auftun, das sämtliche Materie verschlingt, wie unsere Katze ihr Dosenfutter, wenn sie nach erfolglosem Beutezug am Abend nach Hause geschlichen kommt.
Flutsch, alles weg. Sogar die Katze.
Welch ein Gedanke!