Verpisst Euch

26.08.2008

Hier das ultimative AxeAgeNolympia2008-Resümee:

Wenn ein Herr Phelps in der Lage ist, bei der heutzutage im Schwimmsport vorherrschenden Leistungsdichte, sieben neue Weltrekorde aufzustellen und der Träger des unverschnürten Schuhs Bolt der nicht minder leistungsdicht beieinanderliegenden Sprintgemeinde einfach so davon zu laufen, fällt mir für solche Typen eigentlich nur eins ein: Verpisst Euch und für die Damen und Herren der Doping-Kontrolle: Hebt die Pisse lange genug auf – irgendwann findet ihr hoffentlich den Stoff, der solche Leistungen solchen Beschiss möglich macht.
Und weil ich gerade so schön bei der Fäkalsprache bin: Wie lange dürfen uns solche Sportler Mutanten eigentlich noch verarschen?

Mir (und anderen) steht’s bis oben – ich könnte kotzen!


Opfer schlechter Werbung

26.08.2008

Geld verdienen mit Blogs – geht das?
Natürlich, mit Werbung. Die Alpha-Blogger dieser Republik machen es derzeit vor.
Bis vor kurzem irrlichterte ständig dieser unsägliche Fettsack bei spreeblick und Co. über den Bildschirm, vor Freude darüber, Online-Betrüger mit Hilfe seiner Visa-Karte in die Flucht geschlagen zu haben.

Visa Schwabbel

Seit neuestem ballern die Herren von Tropic Thunder in der Gegend herum und haben Fettie dabei anscheinend endlich aus Versehen umgenietet.

Also, wer war’s – Black, Stiller oder Downey Jr. ?

Black - Stiller - Downey Jr.


Seen gesehen

24.08.2008

Von Donnerstag bis Samstag habe ich mit Freund Erwin eine Motorradtour durchs Berchtesgadener Land, Österreich und den Bayerischen Wald gemacht. Über sieben Seen musst Du gehen.
In der Reihenfolge ihrer Besichtigung:

Axel und Erwin vor Maschendrahtzaun

Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee, Walchsee, Hintersee, Königssee, Großer Arbersee.

Erwin, der in den letzten Jahren diese und ähnliche Touren schon das eine ums andere Mal gemacht hat, ist dabei mit schöner Regelmäßigkeit abgesoffen – also nicht im See, sondern weil es so geregnet hat.

Wir hatten in diesem Jahr Glück. Trotz schlechter Wettervorhersage, kaum Regen, viel Sonne, angenehme Temperaturen.

Es war ein klasse Ausritt. Insgesamt rund 1.300 Kilometer, nahezu ausschließlich auf kleinen und kleinsten Sträßchen, wenngleich ich mich mit meiner 650er ordentlich anstrengen musste, der fast doppelt so hubstarken GS1200 von Erwin hinterher zu kommen.

Spitzingsee
Mopeds vor Erwin vor Spitzingsee


Clockwork Orange

15.08.2008

Der Mensch ist ein Mikrokosmos, er ist ein Gewächs, organisch wie eine Frucht, er hat Farbe, Zerbrechlichkeit und Süße. Ihn zu manipulieren, zu konditionieren bedeutet, ihn in ein mechanisches Objekt zu verwandeln – in eine Uhrwerk-Orange.

Dieses Zitat stammt von Anthony Burgess, der 1961 – im Jahr des Axel, also in dem Jahr, in dem ich geboren wurde – damit begonnen hatte, seinen Roman A Clockwork Orange zu schreiben.

Ich lese gerade das bei der SZ-Bibliothek neu aufgelegte Buch, nachdem es bestimmt dreißig Jahre her ist, dass ich den Film von Stanley Kubrick zum ersten Mal im Kino gesehen habe.

Ich gestehe, ich hatte damals keine Ahnung, was mich erwarten würde. Einzig das Filmplakat hatte mich bewogen, ins Kino zu gehen und als nach den ersten Gewaltszenen bereits zahlreiche Zuschauer das Kino verließen, fürchtete ich das Schlimmste, aber ich habe diesen, wenngleich in manchen Szenen etwas schwer verdaulichen Film, bis zum Ende durchgehalten und war und bin seither ein großer Fan von Stanley Kubrick.

Ich bin mir ziemlich sicher, nach der Lektüre des Buches werde ich auch ein Fan von Anthony Burgess sein.
Burgess schafft meiner Ansicht nach mit diesem Roman zweierlei auf geniale Weise:
Zum Einen wäre diese Geschichte überhaupt nicht zumutbar, weil sie mit erhoben(st)em Zeigefinger daherkommen müsste, würde sie nicht aus der Ich-Perspektive eines in jeder Weise fehlgeleiteten, manipulierten und wieder „rehabilitierten“ Früchtens, wie Alex, dem Hauptdarsteller erzählt werden. Dann noch der Kunstgriff, für eine solche Icherzählung den fiktiven Jugendjargon Nadsat zu benutzen, mit dem selbst drastischste Gewaltdarstellungen möglich sind, weil auf einschlägige Begrifflichkeiten verzichtet werden kann, die sehr schnell platt, abgedroschen und letztendlich trivial wirken würden. Darüber hinaus schafft eine solche Sprache die notwendige Distanz zu den kruden Gedankengängen und Handlungsweisen der Protagonisten. Genial und (aber)witzig zugleich.

Also, ihr Babuschkas, Dewotschkas, Bratschniks und Maltschniks da draußen: zieht Eure Gullivers ein, wenn ihr Eure Molockos pitscht, denn Alex und seine Droogs sind in der Stadt und schneiden Euch die Eggiwex oder die Grudis ab, wenn ihr ihnen gluprig kommt. Wenn diese Maltschniks unter Vellozet stehen, tollschocken sie alles, was ihnen unter die Glassis kommt und schrecken auch nicht davor zurück, ultrabrutal zu werden. Raserwatschen ist ihr tägliches Rabotten.

Wer das nicht verstanden hat, der klickt hier.

Und wer Lust auf den Film bekommen hat, klickt hier.

So, jetzt les’ ich weiter und danach schau’ ich mir den Film an, den hab’ ich noch auf VHS-Video – wie es sich für einen solchen Film gehört!


Isaac Hayes gestorben

12.08.2008

Keine 66 Jahre alt ist er geworden, Soulman Isaac Hayes.
Mit dem Soundtrack zu dem Film Shaft erlebte er 1971 seinen Durchbruch und erhielt als erster schwarzer Musiker einen Oscar.

Die Musiker des Ukulele Orchestra of Great Britain haben ihm bereits zu seinen Lebzeiten ihre Reminiszenz erwiesen und diesen Hit 2007 bei einem Konzert in Cambridge gespielt.
Es ist einfach herrlich, diese wunderbaren Musiker bei ihrer Arbeit und die Zuschauer dabei zu beobachten, wie sie sich köstlich amüsieren.

Und wer den Black Moses – Master of Soul noch einmal live und in voller Montur sehen möchte, so wie er leibt(e) und lebt(e), der klickt hier.


Triptychon

07.08.2008

Nachdem das erste Bild so grandios war, konnten die Liebste und ich nicht umhin, noch zwei weitere Bilder von Edward B. Gordon zu kaufen, bzw. zu ersteigern.
Jetzt, nachdem sie gerahmt sind und das Wohnzimmer (zumindest teilweise) renoviert ist, hängen sie endlich an der Wand. Ein Triptychon mit verschiedenen Menschen bei der Arbeit, wenn man so will.
Ich darf vorstellen, von links nach rechts:

Daily Paintings gerahmt

Übrigens, ein Bericht über die Arbeit von Edward B. Gordon wurde dieser Tage im rbb-Fernsehen ausgestrahlt. Hier der LINK.


NOlympia 2008

06.08.2008

NOlympia 2008

Olympia TV-Boykott. Wir machen mit.
Außerdem noch die hier und die hier und die hier und sogar die hier !


Bardentreffen 2008

04.08.2008

Naja, sieht man einmal davon ab, dass wir in diesem Jahr Opfer der Ein-Euro-Park- und Stadtwächter wurden, einem Menschenschlag, bei dem man eigentlich tunlichst vermeiden sollte, ihm ein Amt, geschweige denn eine Uniform zu geben, war das heuer wieder ein klasse Bardentreffen.

Doch von vorne:
Am Freitag Abend wollten wir, diesmal erstmalig mit Sängerin Dana und Bassist Martin vollständig angetreten, mit unserem Batterieverstärker, der uns in den letzten beiden Jahren schon gute Dienste erwiesen hat, an unserem angestammten Platz einen Straßengig veranstalten. Die Stimmung war gut, das Wetter hatte sich beruhigt, doch kaum hatten wir die ersten Songs gespielt, kamen auch schon die neongrün Bejackten um die Ecke und forderten ultimativ einen Leistungsnachweis für unseren Verstärker, den wir natürlich nicht beibringen konnten, weil das gute Stück aus Einzelteilen von Stefan selbst zusammengelötet und gebaut worden war.
Große Diskussion. Wir haben daraufhin etwas leiser gedreht und einfach weiter gespielt, was den Oberneongrünen dazu veranlasste, die Polizei zu holen. Die hat uns dann aufgefordert, den Verstärker abzuschalten.
Nach zwanzig Minuten war unser Bardentreffen-Gig 2008 zu Ende. Ärgerlich!

Stadtwacht Nürnberg
Ein-Euro-Jobber bei der Arbeit

Aber weil alles Schlechte auch sein Gutes hat, war ich somit in der Lage auf der Hauptmarkt-Bühne den Buena Vista Social Club der Bluesbarden zu sehen, der derzeit unter dem Namen Music Maker Blues Foundation um die Welt tingelt. Also, ich muss sagen, es war wirklich ein Genuss, den alten, bis uralten, in Ehren ergrauten Damen und Herren beim Spielen zuzusehen. Eindrücklich wurde hier vorgeführt, dass Blues eben nicht nur Musik, sondern eine Lebenseinstellung ist, die nichts, aber auch schon gar nichts mit dem Alter zu tun hat.

Adolphus Bell
Adolphus Bell, der König der One-Man-Bands

Am Samstag Vormittag gab das Wetter erst zu einigen Befürchtungen Anlass, doch kaum starteten die ersten Konzerte, verzogen sich die Wolken und die Sonne leuchtete wie ein riesiger Scheinwerfer die Innenstadt und die dort auftretenden Künstler aus. Eine befreundete Band (Hot Skills) konnte immerhin zweieinhalb Sets unbehelligt spielen, bis auch sie von den Stadtwächtern vertrieben wurden.

Hot Skills beim Bardentreffen 2008
Hot Skills – almost unplugged ;-)

Höhepunkt des Samstags war für mich das Konzert von Joan Armatrading.
Die verstand es, mit ausgezeichneter Begleitband ihre ursprünglich in der Folk-Ecke angesiedelten Songs durch überarbeitete Arrangements teils jazzig, teils rockig völlig neu zu präsentieren. Trotzdem überwog der Wiedererkennungswert vieler alter Stücke und versetzte mich und die Liebste zurück in die Zeit unseres gemeinsamen Studiums und die außergewöhnliche Soulstimme der unheimlich sympathischen Sängerin (und nebenbei bemerkt, hervorragenden Gitarristin) sorgte ein ums andere Mal für Gänsehaut.
Das anschließende Tschingderassabumm der Lenigrad Cowboys mussten wir uns wegen Überfüllung des Hauptmarktes schenken. Kurios in dem Zusammenhang: Vom äußersten Rand des Hauptmarktes konnte man ab und zu lediglich die Frisuren der Cowboys erkennen, die über den bunt beleuchteten Bühnenrand hinausragten.

Am Sonntag ging es schon zeitig los mit einem Gig, auf den ich mich richtig gefreut habe und der mich nachhaltig begeistert hat: Sandy Dillon, der weibliche Tom Waits, gab sich um 15:00 Uhr am Hauptmarkt die Ehre. Zusammen mit ihrem Ehemann Ray Majors an der Gitarre und einem Schlagzeuger mischte die Frau mit Ihrer gewaltigen Stimme den Hauptmarkt ordentlich auf und ich könnte mir vorstellen, dem einen oder anderen Nachmittagsgast, der sich in einem der Bühne gegenüberliegenden Cafes niedergelassen hatte und der um diese Uhrzeit am ehesten Folklore, bestenfalls Weltmusik erwarten durfte, hat sich der Erdbeerkuchen oder die Sahneschnitte ordentlich im Hals verkeilt. Was diese Frau an Gestik, Gesang, Körper- und Gesichtsausdruck aufzubieten hatte, ist sinnvoll nicht mit Worten zu beschreiben. Das muss man gesehen, oder noch besser gefühlt haben. Seelenmusik von der anderen, eher gepeinigten Sorte.
Das einzige, was man Frau Dillon vorwerfen kann, ist, dass ihr außergewöhnliches Kleid die gleiche Farbe hatte, wie die Westen der verhassten Stadtwächter.

Sandy Dillon
Das Ehepaar Dillon/Majors macht Sonntagsmusik

Der Rest des Tages verging wie im Flug bei Country und Western mit Valerie Smith auf der Insel Schütt, internationalen Speisen und (ein Prosit auf die Entscheidung, das Tucher-Plörre-Monopol endlich zu kippen) mit echtem, fränkischen Bier.
Am Ende noch einmal Hauptmarkt: eine energiegeladene Performance mit reichlich Percussion und Rhythmusinstrumenten zeigte Garifuna Collective in einem Konzert zum Gedenken an den im Januar dieses Jahres verstorbenen Andy Palacio.

Bleibt zum Schluss das erhebende Gefühl, bei einem der größten Open-Air-Ereignisse Europas dabeigewesen zu sein, mit zum Teil richtig guten Acts, aber (leider) auch mit der Verärgerung im Bauch über den kleingeistigen, insgesamt typisch deutschen Reglementierungswahn für einen Umstand, der eigentlich nicht reglementiert werden müsste, weil er sich über dreißig Jahre lang von selbst geregelt hat und sich bestimmt noch weiterhin von selbst regeln würde.
Doch wie sang Chefbarde Hannes Wader einst:
So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.


Verfremdlich 09 – Republik Freies Wendland

01.08.2008

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: Republik Freies Wendland.

Republik Freies Wendland

Das Bild entstand bei uns im Garten. Die Sonne war ein Wichtel-Geschenk bei unserer alljährlich stattfindenden Partypilzversteigerung und hat an der alten Bretterwand unseres Gartenhauses neben dem Rosenstock einen würdigen Platz gefunden.
Das Bild ist eine Hommage an die Republik Freies Wendland.