Fannie Mae by Rod Stewart

16.07.2008

Wake up Fannie, I think I got something to say to you.
It’s late September and I really should be back at school.
I know I keep you amused but I feel I’m being used.
Oh, Fannie, I couldn’t have tried any more.
You gave away my home just to save you from being alone.
You stole my house, and that’s what really hurts.


Sag’ zum Abschied leise Gülle

14.07.2008

Sieben Jahre ist die gute alte Güllepumpe mit mir durch dick und dünn gegangen gefahren. Sie hat mich unter der Woche zur Arbeit und am Wochenende ins Grüne befördert gepumpt. Ich habe mit ihr so manchen Urlaub verbracht. Sie hat das Meer und die Berge gesehen – ich war mit ihr in Italien und auf dem Großglockner.

Güllepumpe

Aber jetzt mag sie nicht mehr und die anstehende Reparatur wäre mit ihren stattlichen 28 Jahren, die sie inzwischen auf dem Buckel Sattel hat, einfach nicht mehr wirtschaftlich.
Traurig, traurig – aber das Leben auf der Überholspur muss weitergehen und so muss ein neues Moped her und zwar eins, das diesen Namen auch wirklich verdient.
Doch dazu demnächst mehr.

Ob auf dem Rücken eines Hengstes,
oder im Sattel einer Honda.
Freiheit ist nicht nur für John Wayne da,
oder Peter Fonda.

Normahl – Der Letzte Cowboy


Es gibt kein Leben vor dem Tod

09.07.2008

Vor der Tür die Raucher, die Luftschnapper, die Flaschenbiertrinker. Die schieben Gestänge mit Infusionen vor sich her, sitzen in Rollstühlen oder auf Mauervorsprüngen. Mit Anti-Embolie-Strümpfen an den Beinen. Das sieht schon von jeher aus wie Todesballett.
Dieser erste Grusel zusammen mit dem typischen Sterilgeruch folgt mir bis zum Pförtner den ich höflich nach der Station frage, nach der Zimmernummer, nach dem Stockwerk. Seine Antwort ist nicht höflich. Der muss nicht höflich sein. Der hat sich seine Höflichkeit vor Jahren schon abgewöhnt – der Herr Pförtner.

Als ich die Treppe hinuntergehe, fürchte ich, dass sie gleich angekrochen kommen. Die Siechen, die Todgeweihten, die Vergessenen und Verlorenen. So, wie beim Tiger von Eschnapur die weggesperrten Leprakranken. Eine Filmszene, die mich seit meiner Kindheit verfolgt, von der ich manchmal nachts träume.

Station 12, Zimmer 41. Hinter der offenen Schiebetür sehe ich beide, wie in der ZDF-Doku 37 Grad: Kreiskrankenhaus, Hüftoperation nach Oberschenkelhalsbruch. Sie haben mich noch gar nicht bemerkt. Sie liegt im Krankenbett und starrt an die Decke. Er sitzt daneben. Bucklig und ratlos. Seit Jahren kommt mir mein Vater zunehmend ratloser vor. Kann aber auch sein, dass das gar nicht so ist, dass ich das gerne so hätte, weil er ein alter Mann ist.
Schimpfen und sich erzürnen, das kann er allerdings noch. Das konnte er schon immer. Gegen die Ungerechtigkeit der Welt. Weil der kleine Mann so schlecht wegkommt in dieser Welt. Weil er, mein Vater, gern und überzeugt ein kleiner Mann ist und immer bleiben möchte. Er schrumpft sich selbst und will doch nur Gerechtigkeit.

Ich kann und will ihm bei diesen Gedanken nicht folgen. Der kleine Mann hat mich noch nie interessiert. Im Gegenteil. Der kleine Mann nervt mich unsäglich. Ich will vom kleinen Mann nichts wissen. Short people got no reason.
Wie es jetzt weitergeht, mit Mutter, will ich wissen. Abwarten, sagt mein Vater. Sie kommt demnächst nach Hause und dann werden wir sehen. Es müssen ein paar Wochen bis zur Reha überbrückt werden. Ich wage es, das Wort Kurzzeitpflege zu erwähnen. Abgelehnt – kategorisch – empört. Einmischung in innere Angelegenheiten. Vor mir steht Robert Mugabe.

Wir streiten uns. Es wird unsachlich. Wir schreien uns an. Ungesagtes aus Jahrzehnten kocht hoch. Es geht um alles. Sein eigenständiges Leben. Ihr eigenständiges Leben. Ihr beider eigenständiges Leben. Es darf sich um Himmels Willen nichts mehr ändern, jetzt in diesen letzten Jahren. Alles muss so bleiben, wie es ist.

Mein Vater war in seinem Berufsleben Pförtner in einem Krankenhaus und mit einem dahergelaufenen Rotzlöffel wie mir, wusste er schon immer umzugehen. Mit Höflichkeit hat das alles nichts zu tun.


Verfremdlich 07 – The Boys are back in Town

04.07.2008

In loser Reihenfolge gibt’s hier verfremdete (manchmal auch befremdliche) Bilder.
Heute: The Boys are back in Town.

The Boys are back in Twon

Das Bild entstand bei unserem letzten Gig beim Altstadtfest in Sulzbach Rosenberg. Ein paar äußerst coole Jungs haben sich da für ein viertel Stündchen vor der Bühne niedergelassen und interessiert gelauscht. Vor allem (natürlich) Dana hatte es ihnen angetan.


20 Meter weiter links leben

02.07.2008

Am kommenden Wochenende erfüllt sich ein langgehegter Wunsch von mir. Erstmalig sehe ich Gerhard Polt und die Biermösl Blosn live und zwar in der Kulturwerkstatt Sulzbach Rosenberg.
Im Vorfeld habe ich etwas gestöbert und auf der Homepage von Herr Polt diesen wunderbaren Eintrag in seinem Gästebuch gefunden:

Brauchts des? Das sich der Herr Gerhard Polt mit der Biermöslblosn gegen eine Autobahn aufspielt, die zwiedigst weg is vo erna. In unserer Region leben viele Menschen die jeden Tag nach München pendeln. Aber wenns weiter auf der B12 fahren müssen leben bald nicht mehr viele von denen. Strassen und vor allem Autobahnen nehmen Flächenmäsig fast keinen Platz in Deutschland ein (siehe ADAC). Und ich glaube nicht das diese seltenen Pflanzen und Tiere nicht 20m weiter links leben können!


Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen

02.07.2008

Die Bühne ist ein arger Ort. Arg bedrohlich. Arg improvisiert. Arg hoch, oft. Auch arg einsam, manchmal. Eine Bühne kann alles sein: ein Eck in einer Kneipe, ein Lastwagen, ein überdachter Hauseingang, ein Teppich.
Große Bühnen machen Ehrfurcht. Kleine Bühnen machen Platzangst. Keine Bühnen machen Arbeit. Aber Arbeit ist erst einmal immer. Aufbau heißt Schleppen und Schwitzen und Anstöpseln. Unplugged ist ein Fake von MTV.

Das schlimmste sind die Kabel. Kabel liegen im Weg herum. Über Kabel wird gestolpert. weil sie zu kurz sind. Über Kabel wird gestolpert, weil sie zu lang sind. Kabel sind schuld. Am schlechten Sound, an Störgeräuschen, am Tonausfall, am Tonüberfall. An Allem.
Ja und die Rückkoppelung. Die schmerzt so richtig in den Ohren und vor allem dazwischen.
Laut, leise, laut, leise – fast richtig – lauter – quietscht – leiser. Zu leise. Nie ist man mit dem Sound zufrieden. Nie.

Beim Soundcheck kommt die Wahrheit an den Tag. Der Sound auf der Bühne ist meist besser, als im Publikum. Wir hören unsere Amps, wir haben unsere Monitore, wir haben unser Feedback. Etwas mehr auf den Monitor, bitte.
Das Publikum hat die PA. Public Address ist Public Viewing für die Ohren, wenn man schnell vergisst, dass mit Public Viewing eigentlich das öffentliche Aufbahren einer Leiche gemeint ist.
Soundcheck und Feedback – auch nur Anglizismen.

Ladies and Gentlemen, um beim Englischen zu bleiben. We are proud to be here. Klingt doch wirklich bescheuert zu sagen: Wir sind stolz, hier zu sein. Wir sind nicht stolz. Wir schwitzen, wir spielen, wir mühen uns, die Töne und den Takt zu treffen, aber stolz?

Wenn mein Blick schweift und mir das Herz aufgeht, weil gewippt, getanzt und mitgegangen wird, weiß ich, warum ich hier oben stehe. Wenn nicht gewippt und kaum getanzt und nur wenig mitgegangen wird, bleibt mein Herz stehen.
Keine Angst, ich geh’ nicht ins Licht. Außerdem trage ich Sonnenbrille!