Wenn Sie – mit zehn Minuten …

27.03.2008

The End

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal die Jahrhundertrede von Transrapid-Ede.
Das wirklich ärgerliche an der ganzen Sache ist natürlich, dass sich der Hauptbahnhof von den bayrischen Städten jetzt wieder entfernen wird – so ein Mist !!


Dream of Life

26.03.2008

Sie kommen einem immer irgendwie abgebrüht und spröde vor. So unnahbar und ungezähmt. Aber wenn sie dann aus ihrem Leben erzählen und Themen ansprechen, die so überhaupt nicht zu ihrem Äußeren passen wollen, ebenso wie ihren sanften Stimmen, dann erkennt man plötzlich, dass man sie völlig falsch eingeschätzt hat – dass sie von ganz anderem Wesen sind.
Ich spreche von Rock-Ikonen. Zugegeben, ein saublöder Name, aber was will man machen. Jeder Mensch braucht Titel und Schubladen.

Gestern lief der Dokumentarfilm Dream of Life über Patti Smith auf arte.
Gedreht hat diesen Film ein gewisser Steven Sebring, der eigentlich Porträt-, Mode und Starfotograf ist, aber nach einem Patti Smith Konzert so sehr von ihr beeindruckt war, dass er über elf lange Jahre diese sehr intime Biografie gedreht hat, ohne vorher große Filmerfahrung gehabt zu haben. Genau das ist es aber, was diesen Film wirklich auszeichnet. Unprofessionell, subjektiv und mit stets offener Kameralinse und offenem Mikrofon bedient er sich genau der (Über)lebensmittel, die auch die Protagonistin seit Jahren am Leben erhalten.
Schön an dem Film ist (für mich), dass er auf wundersame Weise bestätigt, was ich mir immer schon gedacht habe: Patti Smith ist etwas besonderes.

Patti Smith

Vor ein paar Jahren haben meine Frau und ich eine Ausstellung von Franz Gertsch besucht, bei der auch mehrere überdimensionale, sogenannte hyperrealistische Portraitaufnahmen von ihr zu sehen waren. Von dem Moment, als Patti zum ersten Mal diese riesigen, in Öl gemalten Bilder in Augenschein nimmt, gibt es Filmaufnahmen, die mich ähnlich berührt haben, wie dieser Film gestern.

Am schönsten fand ich die Szenen mit ihren Eltern. Die wohnen in einem klitzekleinen Haus, zusammen mit einem riesigen sabbernden Hund. Wie Patti den Hund streichelt oder auf der Couch sitzend die Hand ihres Vaters hält, der nach einem Besuch eines ihrer Konzerte auf einem Ohr taub ist, zeigt auf eindringliche Weise, was für ein Mensch Patti Smith ist: unprätentiös, stark und trotz ihrer harten Gesichtszüge absolut liebenswürdig.


Jetzt plötzlich konzertiert

19.03.2008

Acki Victory

Natürlich haben wir Macht. Es ist nicht die Frage, ob wir Macht haben oder nicht, sondern die Frage ist, wie wir damit umgehen, ob wir sie verantwortungsbewusst einsetzen oder nicht.

Alfred Herrhausen – Vorstandssprecher der Deutschen Bank 1989


Back to Black

15.03.2008

Der Schuppen heißt Bourbon Rocks, liegt in Austin, Texas und irgendwann im Frühjahr 2007 ist Amy dort aufgetreten.
Schwarz-Weiß das Video, Schwarz-Weiß die Stimmung. Back to Black der Song. Auf der Bühne nur Amy und ein Gitarrist. Unten die Zuschauer. Die hören nicht nur die Musik, nein, sie staunen über das was sie da sehen und vor allem hören. Amy zappelt. Ihre Frisur, Ihre Tätowierungen, ihre Schminke, ihre Figur, ihre Gestik und natürlich ihre Stimme, das alles ist das Gesamtkunstwerk Amy Winehouse und scheint nicht von dieser Welt zu stammen.
Die Kamera fängt die wie gebannt auf die Bühne starrenden Gesichter und überhaupt, das gesamte Feeling dieses Gigs hervorragend ein.
Und immer wenn ich diesen Videoclip sehe, hoffe ich, nein, ich bete, dass sich Amy nicht demnächst zu Tode säuft oder kokst. Ich brauche noch viel mehr Songs von ihr. Noch sehr viel mehr!

Aber über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen. Schaut Euch dieses Video an, dann wisst Ihr, was ich meine.


Bezwungen

12.03.2008

Am Wochenende habe ich endlich unseren neuen Golfplatz bezwungen. Bisher bin ich kaum über 26 Stableford-Punkte hinaus gekommen, das sind immerhin 10 Schläge zu viel.
Am Sonntag dann endlich der Durchbruch: 33 Punkte.
Ja, zugegeben, das ist noch keine blitzsaubere Scorekarte, aber aufgemerkt – Loch Nr. 6: Birdie !!!

Scorecard GC-Erlangen 09.03.2008


MASH im Fernsehen

09.03.2008

Zu unserem Straßenmusikauftritt 2006 beim Bardentreffen in Nürnberg gibt es doch tatsächlich einen klitzekleinen Filmschnipsel in der Frankenschau. Soeben bei youtube entdeckt.


Ray

07.03.2008

Eigentlich schalte ich Unterschichten Privatfernsehen kaum noch ein, aber gestern lief auf VOX der Film Ray und den wollte ich schon lange mal sehen.
Hmmm… war das jetzt ein guter Film?
Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher. Die schauspielerische Leistung war zwar beeindruckend, Jamie Foxx herausragend, und auch der Rest der Crew überzeugte weitestgehend.
Aber insgesamt war die Story, die das Leben des legendären Musikers Ray Charles beschreibt, meiner Ansicht nach etwas zu plakativ angelegt und der Schluss des Films, der Rays Drogenentzug und Katharsis zeigt, schmalztriefte dann doch arg.
Ray ist dann am besten, wenn seine Musik gespielt wird und die gab es zum Glück zuhauf. Gänsehaut pur, auch (oder vor allem) wegen der eigenwilligen Blindengestik, die, gepaart mit dem weltentrückten, teilweise hysterischen Habitus eines Heroinabhängigen und der Musikmixtur aus Gospel, Blues und Country nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Alles in allem großes Hollywood-Kino – nicht weniger, aber auch (leider) nicht mehr.


Zehntausend

04.03.2008

Ein Jubiläum jagt das nächste – es ist kaum noch auszuhalten!!

10000


Jeff Healey gestorben

03.03.2008

Der traditionelle Blue Monday bei Carsten ist heute ein wahrhaft trauriger Montag. Jeff Healey ist tot. Er starb gestern Abend in Toronto im Kreis seiner Familie an einer Krebserkrankung.
Unter den Blues-Rockern war er meiner Ansicht nach einer der ganz Großen!
Zur Erinnerung an ihn, hier ein Video mit einem Titel, der wohl wie kein anderer zu ihm gepasst hat: See the Light.


Pelzig unterhält sich

03.03.2008

Als Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig anno 1999 mit der Sendung Pelzig unterhält sich begann, war ich äußerst skeptisch, ob sich dieses Konzept über längere Zeit würde durchsetzen können.
Jetzt macht er die Sendung schon im neunten Jahr und sie wird von Mal zu Mal besser.
Am Wochenende war im bayrischen Fernsehen wieder einmal eine dieser Talkshows der etwas anderen Art zu sehen und allein die Auswahl der Gäste war bereits genial.
Sabine Schwind von Egelstein, ihres Zeichens Imagedesignerin, plauderte aus dem Nähkästchen über Menschen, die gerne ein Image hätten, aber selbst zu doof sind, sich eins zu basteln.
Bei der sympathischen Köchin Sarah Wiener ergab sich ob ihrer Heterosexualität ein Coming Out bezüglich ihrer Beziehung zu Peter Lohmeyer, der ganz zufällig im Publikum saß und frech von Erwin Pelzig auf die Bühne gezerrt wurde.
Thilo Bode, Gründer und Geschäftsführer von Foodwatch, entpuppte sich als schlagfertiger Dialogpartner, der zwar nachdrücklich die These vertritt, dass die Nahrungsmittelindustrie uns ordentlich verarscht, dies aber nicht mit gehobenem Zeigefinger tut und auch Prof. Jürgen Falter, Parteienforscher, trat als lockerer Plauderer auf, der mit Ernst, aber nicht ohne Augenzwinkern bei der Sache war.

Anfänglich dachte ich immer, wenn der neunmalkluge Franke Pelzig Prominente und andere Personen des öffentlichen Lebens „interviewt“, wird das sehr schnell peinlich und man kann sich eigentlich nur noch auf der Couch krümmen und wegschalten. Aber gerade seine vermeintliche Naivität und Fragen, die sich ein anderer Interviewpartner niemals zu stellen getrauen würde, machen den absoluten Reiz dieser Sendung aus.
Hinzu kommen noch ein paar Running Gags, wie die meist neonfarbene Bowle, die äußerst unbequeme Sitzgruppe und die obligatorische Herrenhandtasche, die Pelzig selbst beim Ausschenken der Bowle nicht vom Handgelenk nimmt und fertig ist eine Sendung, die, was Kultcharakter und Originalität betrifft, Dittsche zumindest ebenbürdig ist!

Nicht versäumen, die nächsten Sendetermine:
07. März 2008, 22:30 Uhr, SWR
20. März 2008, 23:45 Uhr, ARD