Vischers Blues Jam bei youtube

31.01.2008

Hajak-Schottenhammel bei Vischers Blues Jam

Seit November 2005 gibt es den Verein Vischers Blues Jam e. V., bei dem ich sozusagen Gründungsmitglied bin.
Das Konzept, das dahinter steht, sieht vor, ein Mal im Monat eine Blues Jam Session zu veranstalten, bei der zunächst eine Sessionband eine gute Stunde spielt und dann jeder, der sich berufen und dazu in der Lage fühlt, auf die Bühne kommt, um mitzujammen.

The Houserocking Nightcats bei Vischers Blues JamEin Mal im Jahr gibt es eine Eröffnungsveranstaltung mit Tombola und hervorragenden Gigs. Heuer waren Franz Hajak und Jürgen Schottenhamml sowie Peter Pelzner mit seinen Houserockin’ Nightcats bei Vischers. Videos davon gibts bei youtube. Einfach auf die Bilder klicken, schon gehts los!

Übrigens MASH spielt am 14.02.2008 zur nächsten Session auf. Also Gitarren und Bluesharps eingepackt und auf nach Nürnberg zu Vischers Blues Jam.


Blütenzauber

25.01.2008

Wenn man die Blüten näher betrachtet, die Globalisierung, Turbo- und Karawanenkapitalismus, sowie weltweite Vernetzung in der letzten Zeit so treiben, könnte man meinen, es bleiben einem als angemessene Reaktionen darauf entweder nur Agonie oder Hysterie.
Bei mir verursachen diese Beispiele lediglich Kopfschütteln.

Um willkürlich drei aktuelle Beispiele aus den Meldungen der letzten Tage herauszugreifen:
Da ist zunächst ein (angeblich) kleiner, aber (angeblich) informationstechnisch extrem versierter junger Wertpapierhändler. Der verursacht durch illegale Aktiengeschäfte (mal eben so) einen Schaden von 4,9 Milliarden €. Ich schreib’ die Zahl mal hin: 4.900.000.000,– €. Das sind 10 (in Worten zehn) Stellen vor dem Komma.
Die Geschäftsleitung der schwer geschädigten Bank Société Générale meint dazu und zum Umstand, der junge Mann habe gar nicht erkennbar in seine eigene Tasche gewirtschaftet: „wahrscheinlich hat er ein wenig seinen Verstand verloren“.
Also ich denke ja, wenn eine einzelne Person unter Umgehung einiger Sicherheitsbestimmungen in der Lage ist, eine der größten Banken Europas ins Wanken zu bringen und angeblich sogar Auslöser der jüngsten – wohlgemerkt weltweiten – Finanzkrise sein soll, haben vor ihm ganz andere ein wenig ihren Verstand verloren.

Beispiel Nr. 2 – Nokia.
Die schließen ihr Werk in Bochum. Das ist ihr gutes Recht, Nokia ist kein Sozialverein und einzig und allein seinen Geldgebern und Aktionären verpflichtet. Die Finnen und Finninninninninnen nehmen eben die Forderung „Kapital verpflichtet“ ernst und wandern ab nach Rumänien.
Dass man in Rumänien erst einmal die Behörden, die Mafia und wen sonst noch alles schmieren muss, um halbwegs Fuß zu fassen, weiß ich von einem mir persönlich bekannten Mittelständler, der auch diesen Weg gehen wollte, aber inzwischen entnervt und pleite aufgegeben hat.
Sei’s drum, bei dem soeben ausgewiesenen Gewinn von 7,2 Milliarden Euro sollten ein paar Millionen für Bestechung schon drin sein. Man kann davon ausgehen, dass die Manager von Nokia sich bei ihren Siemens-Kollegen entsprechend schlau machen werden und außerdem gibt’s ja sicher noch Subventionen.
Und der sozialen Komponente dieses Umzugs kommt Nokia ja auch nach. Heute wurde allen Mitarbeitern aus Bochum angeboten, doch einfach mitzukommen nach Rumänien.
Da bekommt der Firmenslogan „Connecting People“ doch eine ganz neue Bedeutung und mit der Wiedereinführung der Pendlerpauschale sollte sich die Sache doch durchaus rechnen.

Beispiel Nr. 3 – Tom Cruise.
Da taucht ein Video im Internet auf, in dem Top-Gun-Tom unter Aufbietung sämtlicher ihm zur Verfügung stehenden Mimik- und Gestikfähigkeiten die Vorzüge und die Gnade preist, ein Scientologe zu sein, um am Ende des Videos in ein hysterisches Lachen auszubrechen, das eigentlich nur einen Schluss zulässt: der Mann hat zu viele Drogen genommen oder einen über den Durst getrunken.
Trotzdem ist jedermann aber so was von schockiert, spricht von gespenstischer Szenerie und spart nicht damit, seinem Unverständnis und seiner Missachtung Ausdruck zu verleihen, gegenüber all dem Gesagten, Gemimten und Gehörten.
Hallo – der Mann ist Schauspieler. Der lebt davon, Rollen zu spielen. Und in dem Video hat er eben einen überzeugten Scientologen gespielt. In der nächsten Rolle spielt er Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und erhält für seinen Mut, dieses getan zu haben auch noch den Courage-Bambi.

Viel gespenstischer finde ich, dass der gute Jerome Kerviel (so heißt der Junge aus Beispiel 1) dem jungen Tom Cruise zum Verwechseln ähnlich sieht.

Dieser Artikel erschien am 01. Februar 2008 auch bei
kolumnen.de


Autogramm-Stöckchen

24.01.2008

Herschel Rubinstein hat beim Cover-Stöckchen die Hatecore-Band Arden Theatre Company ins wirrtuelle Leben gerufen. Kaum war die CD raus, hat ATC ein Konzert in Nürnberg gegeben. Ich bin natürlich sofort hin und habe mir die CD geholt – selbstverständlich mit Autogrammen ;-)
ATC mit Autogrammen


MASH im Grünen Schwan

23.01.2008

Am Samstag, dem 02. Februar 2008 spielt MASH im Grünen Schwan in Eschenbach/Pommelsbrunn Groove and Blues and More.
Zugegeben, das ist der Faschingssamstag und wir werden gegen eine starke Konkurrenz Tschingderassabum und TeffteeTeffteeTefftee in den meisten Kneipen und anderen Veranstaltungsorten anspielen.
Wer aber stattdessen mehr auf Van Morrison, Eric Clapton, die Eagles und die Dire Straits steht, ist im Grünen Schwan auf jeden Fall besser aufgehoben.
Schon allein wegen unserer neuen Sängerin Dana lohnt es sich, nach Eschenbach zu kommen. Die Frau singt so verdammt gut – aber höret selbst und kommet zuhauf.

MASH


Going Home – Teil 3

22.01.2008

Going Home

Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis Daggy und John endlich eintreffen. Harry hat inzwischen drei Zigaretten geraucht und dabei die vorbeiziehende Menschenmenge beobachtet. Gelöste Stimmung; man liegt oder hockt auf Autodächern, im Gras, auf Kühlerhauben, auf der Straße. Überall Musik – handmade mit Westergitarre, Mundharmonika, Banjo. Gruppen haben sich gebildet. Es wird beratschlagt, wie es weitergehen soll. Zu Fuß, das Auto einfach stehen lassen? Offensichtlich ist jeder froh, bis hier her gekommen zu sein. Keine Spur von Aggressivität oder Missgunst, nur Daggy ist mit ihren Nerven am Ende. John musste übermenschliche Überzeugungsarbeit geleistet haben, sie bis hierher zu lotsen.
Aus der Ferne hört man bereits die ersten Festivaldurchsagen. Hubschrauber umkreisen das Gelände – auch Militärhubschrauber.
Als einer von Ihnen besonders tief über ihre Köpfe kreist, beginnt ein gellendes Pfeifkonzert. Fäuste werden geballt und Mittelfinger in den Himmel gereckt. „Fuck you“!
Dann eine Durchsage der Festivalleitung, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet: „This is a free festival from now on“. Jubel und ungläubiges Staunen. Viele waren ohne Eintrittskarten hierher gekommen und dürfen jetzt Zäune niedertreten und Aufseher ignorieren. John nimmt Daggy in den Arm und jauchzt. Die kann irgendwie gar nicht nachvollziehen, warum er sich so freut, schließlich hatten sie doch beide bereits Eintrittskarten.
„Ich freue mich für die anderen …“ lügt John, denn eigentlich wollte er nur Daggy irgendwie aufmuntern – nein eigentlich wäre es ihm viel lieber, allein mit Harry, Stan und Max zu sein, vollgemützt bis oben, ohne diesen schwangeren Showstopper.
„A free festival – das wird in die Geschichte eingehen – Ihr werdet sehen, das geht in die Geschichte ein …“ unterstreicht John aber dann noch einmal nachdrücklich seinen Enthusiasmus. Harry zieht ruhig an seiner Zigarette und sagt ernüchtert:
„Das zieht nur noch mehr Freaks aufs Gelände und wir bekommen wahrscheinlich überhaupt nichts zu sehen. Also, weiter jetzt!“
Harry ist genervt und gibt John zu verstehen, dass dieser sich langsam mal entscheiden solle, ob Daggy jetzt mitkommt, oder hier bleibt, oder Gott weiß was …
„Sie will was rauchen,“ sagt John. Harry herrscht die beiden an: „Sie ist schwanger. Das ist Scheiße, wenn sie jetzt kifft“.
„Das lasst mal schön meine Sorge sein …“, quengelt Daggy und kramt in Johns Rucksack.
„Du bastelst uns jetzt einen schönen Joint, dann seh’n wir weiter. Ich habe keine Lust, mich ständig von Euch Blödmännern herumkommandieren zu lassen. John wollte, dass ich mitkomme. Jetzt bin ich hier, aber auf einen Gewaltmarsch war ich beim besten Willen nicht eingestellt.“
Ihr Englisch ist putzig, wenn sie wütend ist. Harry ist schon wieder ganz verliebt in sie und auch John bekommt diesen einfühlsamen Blick. Sie setzen sich ins Gras, John hantiert mit den Zigarettenpapierchen und lässt sich von Harry die Zutaten geben. Ein Hubschrauber macht ordentlich Lärm.

… to be continued


Der wahre David

21.01.2008

Ohne Zweifel, die Geschichte von David, der mit einer Steinschleuder den Riesen Goliath niederstreckte, hat Charme. Aber wenn man den kraftstrotzenden David Michelangelos in Florenz betrachtet, hat man doch in keinem Augenblick Zweifel daran, dass dieser Jüngling nicht in der Lage wäre, selbst den größten Riesen zu bezwingen.
Noch mehr Charme hätte die Geschichte also, wäre David ein gedrungener Beleibter gewesen.
Zum Glück ist jetzt endlich die Originalskulptur wieder aufgetaucht.
Unverständlich bleibt die Weigerung der Stadt Florenz, die Statuen auszutauschen.

David


Wenn die Volksseele Bahn fährt

18.01.2008

Nach langer Zeit, um ehrlich zu sein, nach sehr langer Zeit, bin ich gestern mal wieder mit der Bahn gefahren. Nürnberg – Hamburg, nonstop.
Was macht man während einer so langen Zugfahrt? Musik hören, lesen und – was leider oft unvermeidlich ist – den Menschen, die noch mit im Abteil hocken, bei ihrer Unterhaltung oder beim Telefonieren zuhören.
Ich hatte eine Platzreservierung an einem Vierertisch, der von zwei ziemlich halbschlau dreinblickenden Mittdreißigern besetzt war. Kurz habe ich überlegt, ob ich mich tatsächlich zu den beiden setzen sollte (ohne Reservierung wäre mir das niemals eingefallen), aber der Zug war gerammelt voll und wenn ich schon eine Platzreservierung hatte, dachte ich so bei mir, dann sollte ich diese auch nutzen.

Kaum saß ich, bestätigten sich meine schlimmsten Befürchtungen: die beiden Säufergesichter waren Berufssoldaten und hatten nichts besseres zu tun, als sich über Waffensysteme, Kampfflugzeuge, und Manövereinsätze zu unterhalten.
Das alles wäre ja nicht so schlimm gewesen, hätte der eine (der dickere von beiden), dem anderen (dem dooferen von beiden) sein geballtes Militärwissen nicht in einer Lautstärke mitgeteilt, die locker ausreichte, dem Gespräch auch noch im hintersten Winkel des Großraumwagons zu folgen – wahrscheinlich sogar noch auf dem Klo.

Krampfhaft vertiefte ich mich in mein Buch (Schluss mit cool – Kurzgeschichten vom guten alten T. C. Boyle) und wie es der Zufall wollte, wurde in der Story Guten Flug, die ich gerade las, von einem Inlandsflug in den USA berichtet, bei dem ein ausgerasteter Psychopath von der Heldin der Geschichte mit einer Gabel zur Strecke gebracht wird.
Psycho Als die beiden Landesverteidiger schließlich das Thema wechselten und Plattitüden über die internationale Geldwirtschaft, das Judentum, George DoubleU, den Islamismus, den Nationalsozialismus und das Lexikon des Unwissens austauschten, als wollten sie Gossen-Goethe Franz Josef Wagner eine Kolumne in die Feder diktieren, hatte ich gedanklich schon mein schweizer Militärmesser mit Spezial-Maniküre-Ausstattung in der Hand, um ein Massaker anzurichten.
Zum Glück stiegen die Jungs in Würzburg aus.


Stöckchen – CD-Cover

15.01.2008

Mein erstes Stöckchen – Gott, wie aufregend.
Boogie hat es mir zugeworfen – vielen Dank dafür.
Es geht darum, ein CD-Cover zu entwerfen. Bandname, Album-Titel und Cover-Bild sind den Zufallsgeneratoren von Wikipedia, Quotationspage und flickr zu entnehmen.
Ums gleich vorwegzunehmen: mein Stöckchenpate hat mit seinem Cover eine Messlatte aufgelegt, auf die ich gar nicht spekulieren brauche. Hut ab !

Hier die Spielregeln:

First, get the name of your band: this will be the first article title on http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random

Get the title of your album: the last four words of the very last quote: http://www.quotationspage.com/random.php3

The third picture, no matter what it is, is your album cover: http://www.flickr.com/explore/interesting/7days

Und hier mein Cover:
Cover Stöckchen

Nachdem Titel und Bild so saugut zusammengepasst haben, musste ich gar nicht mehr viel herumdesignen.
Jedenfalls stammt die Band ATOLE aus Mexiko und macht Musik im Stile von Tito & Tarantula.
Im nächsten Film von Quentin Tarantino (Arbeitstitel: teatime) wird es übrigens hauptsächlich Musik von Atole geben – aber bitte nicht verbreiten!!

So, jetzt werfe ich das Stöckchen über vier Phasen zum Herschel Rubinstein und zu Carsten, der mich jeden Montag mit frischem Blues versorgt. Viel Spaß!


Welt der Wissenschaft

13.01.2008

Soeben entdeckt:
Vor gut einem Jahr, am 5. Januar 2007 hat die Welt im Echolot eine meiner Kolumnen in ihre Rubrik Welt der Wissenschaft aufgenommen.

Alte Golfbälle


Joghurt ist mein Fleisch

08.01.2008

Im Urlaub habe ich mit viel Vergnügen den Roman „Fleisch ist mein Gemüse – eine Landjugend mit Musik“ gelesen. Dort berichtet ein Mucker (so heißen Menschen, die auf Hochzeiten, Schützenfesten, Kirchweihen und anderen Volksbelustigungen Musik machen) von seiner Jugend in einer Muckerband. In dieser Band gabs einen, der sich quasi ausschließlich von Fleisch ernährte und dessen Lebensmotto schließlich zu besagtem Buchtitel führte.

Seit Weihnachten und meinem ambivalenten Loipenerlebnis, fühle ich mich allerdings auch wie einer, der in seinem Leben bisher nur Fleisch verzehrt hat. Also versuche ich, in den nächsten Monaten ein paar Kilo abzunehmen und ernähre mich seither hauptsächlich von Obst und preisgekröntem Aldi-Bio-Joghurt.
Passend dazu gibt es heute bei Else Buschheuer diesen wunderbaren Weblog-Eintrag nachzulesen.