Bundestrojaner

30.08.2007

Meine Fresse, jetzt lasst doch mal das Pferd im Dorf und dem armen, behinderten Mann seine Freude. Online-Durchsuchung, wenn ich das schon höre. Wer, um Himmels Willen soll denn der Bundesregierung einen Trojaner basteln, der nicht sofort (wahrscheinlich noch bevor er im Umlauf ist) von den gängigen Virenwächtern und Feuerwänden dieser Welt erkannt und abgeblockt würde?
Und wer sollte die Qualität eines solchen Trojaners beurteilen? Ronald Pofalla vielleicht oder andere superinformierte Politiker, die größtenteils nicht einmal wissen, was ein Browser ist?
Mir kommt das alles vor, wie bei Monty Pythons Ritter der Kokosnuss, wenn das trojanische Pferd umständlich in die feindliche Burg bugsiert wird und als es endlich drin und das Tor geschlossen ist, haben die Angreifer vergessen, jemanden in das Pferd zu setzen. Im nächsten Augenblick wird das Pferd mit einer überdimensionalen Schleuder auf die Belagerer zurückkatapultiert.
Das einzige, was die Aktion des Rollstuhlfahrers höchstwahrscheinlich bewirken wird, ist ein programmiertechnisches Wettrüsten und die Vergabe eines neuen Gütesiegels der Softwareindustrie.

BundestrojanerClean


Showroom

27.08.2007

Man könnte meinen, ich hätte meine neue Gitarre nach den Möbeln ausgesucht.
Tatsächlich passt sie ganz hervorragend in unser Wohnzimmer.
Doch dort soll sie natürlich nicht bleiben. Ein solch schmuckes Stück gehört auf die Bühne.

Ibanez
Ibanez AFS75TD-TQ

Heute abend ist Bandprobe, da wird sie zum ersten Mal an den Fender Princeton angestöpselt. Mal sehen, ob sich die beiden vertragen.


Kein Abi 1992

23.08.2007

Wenn man ADAC-Mitglied ist, bekommt man jeden Monat eine Zeitschrift, die neben den offiziellen Verlautbarungen der Automobilindustrie und der dazugehörigen Lobby auch noch wunderbares Anschauungsmaterial obskurer Werbeanzeigen enthält.
Das sind neben den berühmten Treppenliften, Haarwuchsmitteln, Badewanneneinsteigshilfen und Körpervergrößerungsschuhen auch verstärkt Anbieter von Fort- und Weiterbildungskursen.
Ein besonders gelungenes Exemplar ist diese Anzeige:

Kein Abi 1992

Ob jemand, der einen solchen Boliden fährt, die Notwendigkeit sieht, das 1992 nicht erworbene Abitur nachzuholen? Nein, ich glaube nicht!


Uschi 2.0

22.08.2007

Anknüpfend an den vorangegangen Weblogeintrag hier noch eine Bemerkung zum Summer of Love, die ich unbedingt loswerden muss:
Insgesamt war das ja eine durchaus gelungene Sendereihe, aber was wirklich überhaupt nicht ging, war die Obermaier als Moderatorin.
Es gibt bestimmt viele Dinge, die Frau Obermaier gut, wahrscheinlich sogar sehr gut beherrscht. Sprechen jedenfalls gehört definitiv nicht dazu – hat denn das, um Himmels Willen keiner gemerkt bei arte? Jeder YouTube-Beitrag ist professioneller, als diese unsäglichen Anmoderationen.

P.S.
Ausgerechnet die Welt ist auch meiner Meinung.
Hier der LINK.


I am a farmer …

22.08.2007

Gestern auf arte endete die Sendereihe Summer of Love fulminant mit dem Director’s Cut des legendären Woodstock-Films von Michael Wadleigh.
Obwohl ich den Film schon mehrfach gesehen habe, blieb ich bis heute morgen um 0:30 Uhr auf und habe ihn (wieder einmal) angesehen – vor allem angehört. Ich kann mich der Magie dieser Bilder und dieser Musik einfach nicht entziehen. Ich sitze gebannt vor dem Bildschirm und den etwas zu laut aufgedrehten Lautsprecherboxen und bin fasziniert.
Eine Szene in dem Film berührt mich immer ganz besonders: ein warmherzig dreinblickender Mann tritt ans Mikrofon und hält eine kleine Rede, die er mit den Worten eröffnet: „I am a farmer …
Es ist Max Yasgur, auf dessen Gelände das Festival stattfindet. Die Kulisse, vor der Mr. Yasgur spricht, ist atemberaubend. Festivalbesucher, so weit das Auge reicht und Max freut sich, „that half a million people can get together and have three days of fun and music, and have nothing but fun and music. God bless you all.
Dreieinhalb Jahre später, im Februar 1973 ist Max Yasgur gestorben. Auf einer eigens zu seinem Gedenken eingerichteten Homepage ist zu lesen:
Thank you Max and Miriam Yasgur for providing such a beautiful place for the Woodstock event. You helped to create history.

Irgendwann werde ich mal hin fahren und mir diesen beatiful place ansehen – soviel ist sicher!


Well Done

21.08.2007

Gemeinhin sind die Gebrüder Well bekannt als die Biermösl-Blosn. Einer von ihnen, nämlich der Hans, bringt zusammen mit dem Publizisten Jürgen Roth demnächst ein Hörbuch heraus, das den vielsagenden Titel tragen wird:
Stoibers Vermächtnis. Große Momente, große Reden, große Freude.
Stoibers Vermächtnis
Darin geht es um Bahnhöfe, die näher an die bayrischen Städte heranwachsen, um Bären, deren Lebensaufgabe es ist, Probleme zu bereiten, um die nicht enden wollende Suche nach dem Wort „Nachzugsalter“ – kurzum es geht um die Fortführung des Dadaismus über den Ää-ismus zum Gagaismus.
Für alle, die sich schon mal mit ein paar Originalreden von Edmund, dem Sprachgiganten, auf die CD einstimmen möchten, hier einige Links:

    - Blumenhinrichtung
    - Transrapid
    - Problembär
    - Die gludernde Lot
    - Ronaldo, Rivaldo
    - Kompetenz Kompetenz
    - Asylgründe

Der Harald wird fünfzig Jahr alt

18.08.2007

Zum Jubelfest gibt es aus dem Simpsonizer einen schönen, gelben Jubiläumsharald:

Harald Simpson

Herzlichen Glückwunsch !!


Partystrategie Totalverweigerung

16.08.2007

Es ist für mich immer eine etwas heikle Angelegenheit, auf einer Party eingeladen zu sein, die fast ausschließlich von Menschen bevölkert wird, die ich nicht kenne. Wenn es dann auch noch Platzkarten gibt, kann ich mir sicher sein, den lautesten, unangenehmsten, politisch unkorrektesten, oder (was noch viel schlimmer ist), den politisch korrektesten Gast dieser Party mit am Tisch sitzen zu haben – vorzugsweise mir gegenüber.
Früher wusste ich mit einer solchen Situationen ganz schlecht umzugehen und allzu oft verstrickte ich mich mit dieser Person durch geheucheltes Interesse in Diskussionen, die deshalb äußerst unangenehm waren, weil jeder der Anwesenden intensivst diesem, unserem Gespräch lauschte, aber insgeheim froh war, nicht selbst einen solch müßigen Dialog führen zu müssen.
Ein paar Mal habe ich versucht, derartige Begegnungen spannend zu gestalten, indem ich politisch Korrektes noch korrekter beziehungsweise Unkorrektes überzogen unkorrekt formuliert habe, oder wenn mir nach ganz viel Schabernack zumute war, immer das Gegenteil dessen behauptete, was mein Gegenüber gerade von sich gegeben hatte. Das war anstrengend und führte bei den Zaungästen dazu, ihr Feindbild auf mich zu projizieren, mit dem Ergebnis, dass ich für den Rest des Abends überhaupt keinen adäquaten Gesprächspartner mehr fand.
In den letzten Jahren praktiziere ich deshalb eine völlig neue und insgesamt sehr erfolgreiche Strategie:
Obwohl ich von Natur aus ein sehr extrovertierter Mensch bin, übe ich auf einer Party mit überwiegend fremden Gästen in der ersten Stunde äußerste Zurückhaltung. Zugegeben, das fällt mir nicht ganz leicht und verwirrt zunächst diejenigen, die mich relativ gut kennen – üblicherweise die Gastgeber. Aber mit Hinweis auf mein vorgerücktes Lebensalter und die dadurch erworbene Lebenserfahrung, nebst der Fähigkeit, auch einmal nur zuzuhören, kann ich solche Verwunderungen schnell aufklären.
In dieser ersten Stunde, in der ich mir oft vorkomme, wie der Besucher einer Theatervorstellung, geschehen wundersame Dinge. Alle mich umgebenden Gäste outen sich mit dem, was sie so von sich geben und ich stecke jeden einzeln von ihnen in eine Schublade. Zwei, drei Schubladen haben rote Lampen, die dann aufleuchten, wenn Charaktereigenschaften wie Nervtöter, Besserwisser oder Lautsprecher dominieren.
Wenn die rote Lampe schließlich leuchtet, gibt es definitiv nur ein probates Mittel, eine solche Party schadlos zu überstehen: Totalverweigerung.
Der besserwisserische, lautsprechende Nervtöter wird absolut und ohne Ausnahme ignoriert. Ich schaffe das dadurch, dass ich mich mit Hingabe aufs Essen oder Trinken konzentriere, mich konsequent seinem Blick entziehe und sollte ich wider Erwarten dann doch von ihm angesprochen werden, entweder nicht aufschiebbare Verrichtungen, Schwerhörigkeit oder andere Kommunikationsstörungen vortäusche. Wichtig ist in diesem Fall dann allerdings, sofort den Standort, beziehungsweise den Sitzplatz zu wechseln und auch vorerst nicht mehr dorthin zurückzukehren. Schublade auf, einen herausgezogen, dessen rote Lampe nicht brennt und sich zu ihm gestellt oder gesetzt. Sollten alle Gäste, deren Lampen halbwegs grün leuchten umschwärmt sein, wie das sprichwörtliche Licht von Motten, hilft nur noch, den Gastgeber nach einem möglichst exotischen Getränk zu fragen und auf seine nachdenkliche Bemerkung „da muss ich mal im Keller nachsehen …“ wie aus der Pistole geschossen zu antworten.
„Da komme ich mit!“
In Gastgeberkellern lässt es sich vortrefflich plaudern und wenn man nach einer halben Stunde erfolgloser Exotikgetränksuche mit einer Flasche Bier oder Wein unter dem Arm wieder das Partylicht der Welt erblickt, hat der Nervtöter hoffentlich ein neues Opfer gefunden. Wenn nicht, hilft eigentlich nur, sich voll und ganz dem mitgebrachten Getränk zu widmen.

Dieser Artikel erschien am 22. August 2007 auch bei
kolumnen.de


Bardentreffen – Diashow

15.08.2007

Weil es so schön war beim diesjährigen Bardentreffen, hier eine kleine Diashow von unserem Auftritt.

MASH beim Bardentreffen 2007


Die Morgen- und die Abendhatz

09.08.2007

Unsere Katze hat eine chronische Bindehautentzündung. Im Sommer ist es immer etwas schlechter (wahrscheinlich wegen des Pollenflugs) im Winter besser. In den letzten Tagen hat sie die Augen kaum mehr auf bekommen, also ist meine Frau mit ihr zum Tierarzt.
Kurze Diagnose, „einfache“ Behandlung: Augentropfen früh und abends.
Seither wird bis zum vollständigen Verbrauch der Augentropfen unser morgen- und abendlicher Tagesablauf um folgende zehn Programmpunkte bereichert:

  1. Fluchtwege verriegeln
  2. Katze suchen
  3. Katze in die Enge treiben
  4. Punkt 2 und 3 so oft wiederholen, bis endlich Punkt 5 eintrifft (und das kann dauern!)
  5. Katze fangen
  6. Augentropfen verabreichen
  7. Katzenjammer ertragen
  8. Katze freilassen
  9. Fluchtwege öffnen
  10. Katze flüchten lassen

Erst wenn dies vollbracht ist, gibts Frühstück beziehungsweise Abendessen.

AxeCat
Beleidigte Katze