Bardentreffen

30.07.2007

Tja, leider hat es dann doch nicht geklappt, mit unserer Claudia. Kurz vor dem Wochenende hat sie sich mit Fieber ins Bett gelegt und wir drei (alten) Herren mussten den Straßengig beim Bardentreffen 2007 alleine durchziehen.
Aber, es war trotzdem großartig. Mit vollständigem Schlagzeug und Stefans genialem Batterieverstärker konnten wir in diesem Jahr so richtig aus dem Vollen schöpfen.

MASH beim Bardentreffen 2007

MASH beim Bardentreffen 2007

MASH beim Bardentreffen 2007

Ein Regenschauer zwang uns dann zwar zu einer kurzen Pause, doch wo sonst könnte man besser Schutz finden, als beim Informationsstand von amnesty international.

MASH beim Bardentreffen 2007

… und dann war da noch ein besonders netter, weiblicher Fan.
Aus Personenschutzgründen gibt es die junge Dame aber nur von hinten zu sehen ;-)

MASH beim Bardentreffen 2007


(The) Oscar goes to …

27.07.2007

Angeblich ist Oscar ein Kater, der sich nicht sehr zu Menschen hingezogen fühlt. Er lebt in einer Klinik für Demenzkranke im amerikanischen Bundesstaat Rhode Island und er hat eine ganz besondere Fähigkeit: er merkt, wann Menschen sterben und legt oder setzt sich in deren letzten Stunden zu ihnen.
Faszinierend! Meine Frau und ich sind große Katzenfans und haben seit vielen Jahren eine Katze. Auch ein Kater, der übrigens ähnlich aussah, wie Oscar, hat ein paar Jahre mit uns Haus und Hof geteilt. Leider ist er an den Spätfolgen eines Unfalls gestorben.
Immer, wenn ich mir Katzen genauer betrachte, diese Mischung aus Intelligenz, Anmut und Schönheit, zusammen mit ihren teilweise eigenwilligen, letztendlich aber liebenswerten Eigenschaften, dann habe ich kein Problem mit der Vorstellung, dass ein Tier wie Oscar solche Fähigkeiten hat. Ich denke dann immer, die eigentlichen Herrscher dieser Welt sind gar nicht die Menschen. Es sind die Katzen!


Rabbit-olosophie – religiöse Erfahrungen

25.07.2007

Harry (Rabbit) fährt mit seiner Frau Janice zu deren Sohn Nelson. Der wohnt mit seiner Familie im ehemaligen Haus von Rabbit und Janice. Nelson hat eine alte Blutbuche fällen lassen, die vor dem Haus stand.

Dad, sie war im Begriff das ganze Haus aufzufressen. Die Holzverkleidung an der Seite hat überhaupt keine Farbe mehr angenommen, so feucht war sie. Und nicht mal der Rasen hatte eine Chance. Harry konnte nicht mit ihm reden, konnte nicht sagen, dass das Geräusch des Regens in dieser mächtigen Buche die stärkste religiöse Erfahrung in seinem Leben gewesen war. Das und ein makelloser Golfschlag.

John Updike – Rabbit in Ruhe – Rowohlt Verlag


Freigabe

25.07.2007

Ich habe lang überlegt. Wirklich lang. Ich habe abgewägt, gezaudert, verworfen, hin und her argumentiert und ich bin zu dem Schluss gekommen, es geht nicht mehr anders: Doping muss frei gegeben werden!
Die Zuschauer wollen keinen fairen Sport sehen und die Sportler – also diejenigen, die Geld dafür bekommen – wollen keinen fairen Sport machen. Was alle wollen, sind Rekorde, Ausnahmesituationen, Übersteigerungen, Extreme und ein paar wenige, die weder Sport treiben, noch ihm zuschauen, wollen, dass ihre Marken bekannt werden, damit diese ordentlich gekauft und konsumiert werden. Das ist das, was alle wollen und das geht sinnvoll nur noch mit Doping.
Einem Rockstar verzeiht man schließlich auch, wenn er hie und da mal ein Näschen nimmt, ein Tütchen raucht, ein Fläschen trinkt oder sich ein Spritzchen setzt. Im Gegenteil, das erwartet man sogar von ihm. Vor ein paar Monaten habe ich mit großem Interesse die Biographie von Anthony Kiedis, dem Sänger der Red Hot Chili Peppers, gelesen. Scar Tissue heißt sein Buch und es war eine absolut faszinierende Lektüre.
Allerdings, was wäre das für ein ödes, dünnes Büchlein geworden, wäre Herr Kiedis nicht schwer rauschgiftsüchtig gewesen und nicht das eine ums andere Mal dem Tod von der Schaufel gesprungen.
Aus seiner Sucht entstand (unter anderem) seine Kreativität, seine Musik, seine Texte, sein rotes, scharfes Paprikaleben.
Warum gönnt man das den Sportlern nicht? Weil es unfair ist?
Unfair, gegenüber wem?
Ein bezahlter Sportler ist heutzutage nur einem zur Fairness verpflichtet: seinem Sponsor.
Wer bezahlt schafft an und es ist jedem klar, dass ein Sponsor seinem Sportler sofort die Unterstützung entzieht, wenn dieser nicht versucht, mit allen Mitteln zu gewinnen. Mit allen Mitteln!
Also, weg mit dem Dopingverbot. Wer gedopten Sportlern nicht zusehen mag, der soll wegschauen und die Flimmerkiste aus- oder gar nicht erst einschalten.

Übrigens, beim Golfsport bringt Doping überhaupt nichts. Null !


Straßenmusik (Update)

23.07.2007

Ich komme gerade aus unserem Übungsraum und – Überraschung – Claudia macht auch mit am Samstag!!!
Ich freu’ mich schon.

Claudia


Also sprach Jesus zu seinen Jüngern …

23.07.2007

Hat eigentlich irgendjemand mitbekommen, dass er wieder unter uns weilt? Jesus meine ich. Nicht als Erlöser, Friedens- oder Religionsstifter, nein, als sportlicher Leiter beim spanischen Radrennstall Relax-Gam: Jesus Suarez Cueva.

Kann man einem Menschen, dessen Name einem derart auf der Zunge zergeht, widersprechen, wenn er sagt, Radprofis würden nicht dopen, sondern nur Medizin nehmen wie andere Sportler auch.

Jedenfalls hat sich aufgrund dieser endgültig und alles klärenden Äußerung ein G8-Gipfel der Verlierer formiert, der seither dem medizinisch betreuten Feld der Frankreichrundfahrer hinterher radelt. Ein schöner Bericht dazu ist hier nachzulesen.

Oh Herr, erlöse uns von dem Bösen Übel …


Straßenmusik

20.07.2007

Nächste Woche ist es wieder so weit: Bardentreffen in Nürnberg.
Mit kleiner MASH-Besetzung (Stefan, Ingo und ich) wollen wir, wie letztes Jahr, ein paar Songs auf der Straße spielen. Eine Super-Erfahrung, die ich allen, die Musik machen und das noch nicht ausprobiert haben, nur empfehlen kann.

MASH Bardentreffen 2006Archivbild – Bardentreffen 2006

Hoffentlich ist das Nürnberger Ordnungsamt dieses Jahr etwas toleranter. Im letzten Jahr haben die ordentlich rumgezickt und unter anderem dem wirklich guten (Straßen)musiker Mark Gillespie aus England das Leben schwer gemacht. Hier ein LINK zu seinem Forum, in dem der gesamte Vorgang dokumentiert ist.


Ein Kassengestell bitte

17.07.2007

Seit einiger Zeit kneift meine Frau die Augen zusammen, wenn sie in die Ferne blickt und hegt seither den begründeten Verdacht, eine Brille zu benötigen. Ein abschließender Sehtest bestätigte schließlich die Notwendigkeit einer solchen Anschaffung und weil meine Frau diesbezüglich keine halben Sachen macht, ließ sie sich auch gleich noch eine Lesebrille anpassen. Jetzt hat sie für jede Sehschwäche eine modische Brille und weil Sommer ist, eine neue Frisur.
„Viele sagen, ich sehe mit der Brille jetzt richtig intelligent aus. Was soll ich davon halten – habe ich vorher vielleicht blöd ausgesehen?“ – wollte sie neulich von mir wissen.
Schwierige Situation. Wie antwortet man einer intelligenten Frau auf eine solche Frage?
„Natürlich nicht! Dass Du intelligent bist, wussten die Leute schon vorher; jetzt unterstreichst Du das nur noch mit der Brille.“
So, oder so ähnlich habe ich geantwortet und die Liebste (und ich) war(en) mit der Antwort hoch zufrieden. Seither beobachte ich amüsiert, wenn sie zwischen Zeitschrift, Fernseher und Laptop hin- und her- und wieder hinblickend die Brillen wechselt, und ab und zu fragt, ob mir nicht vielleicht eine ihrer Brillen irgendwo im Hause begegnete sei, gerade diejenige, die sie jetzt bräuchte, sei abgängig.

Brille und Aussehen. Ich bin ja jetzt schon bald dreißig Jahre Brillenträger und davon überzeugt, dass eine zum Charakter des Trägers passende Brille dessen Erscheinungsbild durchaus vorteilhaft verändern kann.
So würde ich beispielsweise Herrn Heinz Wolf, Nachrichtensprecher beim heute-journal dringend nahelegen, eine Brille zu tragen, ebenso seinem Außer-Dienst-Kollegen aus dem Ersten, Uli Wickert. Bei beiden ist, wie ich meine, eine gewisse Kuh-Äugigkeit zu beobachten, die durchaus abgeschwächt werden könnte, trügen die Herren eine entsprechende Brille.
Ja oder kann sich noch jemand an Birne Kanzler Kohl erinnern, der meinte, in seinen späten Herrscherjahren die Brille weglassen zu müssen und damit aussah wie Maulwurf auf Landurlaub. Nein, nein. Manche Menschen sollten unbedingt eine Brille tragen, sonst ist deren Erscheinungsbild einfach nicht rund, wobei es natürlich Heinz Wolf neben Marietta Slomka immer schwer haben wird.

Eher abschreckende Beispiele, was die Brille als Gesichtsschmuck betrifft, sind Mafiabosse.
Während der gemeine Hilfsmafioso, also derjenige, der zum vollstreckenden Personal gehört, meist eine Sonnenbrille trägt, und damit ungemein cool seinem Tagwerk nachgeht, ist bei den Bossen, also den Paten, oft das genaue Gegenteil dessen zu beobachten: riesenhafte Kassengestelle, von ausgesuchter Scheußlichkeit, bei biederstem Design und möglichst großen Gläsern.
Schönes Anschauungsmaterial dafür liefern beispielsweise Corrado „Uncle Junior“ aus der Fernsehserie „Die Sopranos“, oder Vito Graziosi aus der Mafia-Klamotte „Mickey Blue Eyes“. In diesem Zusammenhang habe ich übrigens lange darüber nachgegrübelt, ob mein Patenonkel, der in seinem Outfit (zumindest, was Herrenoberbekleidung und Kassengestell angeht) den genannten Mafia-Bossen in nichts nachsteht, nicht vielleicht der Boss der Unterwelt von Bayreuth ist. Ich fürchte den Tag, an dem er mich, sein Patenkind, zu sich bittet und mich auf mein zukünftiges Erbe vorbereitet: ich soll einen in Ungnade gefallenen Nachtclubbesitzer mit Beton an den Füßen im nahegelegenen Röhrensee versenken. Gottlob blieben solche Unterredungen bis dato aus. Ich hege die Hoffnung, die Brille meines Onkels hat überhaupt keinen mafiösen Hintergrund. Offensichtlich treffen solche Monstergestelle genau den Brillengeschmack jener Generation, denn sowohl mein Vater, als auch mein Schwiegervater tragen ähnliche Modelle.

Bliebe zum Schluss eine Betrachtung aus ganz anderer Sicht, nämlich die, aus der des Verkäufers, beziehungsweise des Optikers. Während der Optiker meines Vertrauens (der jetzt auch der Optiker des Vertrauens meiner Frau ist) mit guter Beratung, halbwegs akzeptablen und verhandelbaren Preisen und ohne großen Werbeschnickschnack daherkommt, wünscht man sich bei so manchen Werbekampagnen großer Optikerketten, die ab und zu über den Bildschirm flimmern, dann doch den guten alten „Uncle Junior“ herbei:
„Hey Junior, was würdest Du machen, wenn Du Dein Leben noch einmal von vorne gestalten könntest? Würdest Du alles noch einmal genauso machen, wie bisher?“
„Nein, ich würde Fielmann sofort im Röhrensee versenken.“
Dabei würde Junior seine Kassenbrille von der Nase nehmen und vertraulich in die Kamera blinzeln. So gesehen, ist’s dann doch wieder schade, dass es keine Kassengestelle mehr gibt.

Dieser Artikel erschien am 29. Juli 2007 auch bei
kolumnen.de


Fensterputzer retteten sein Leben

13.07.2007

Mein kleiner grüner Kaktus

Jahre lang stand dieser kleine grüne Kaktus an einem zugestellten Fenster in unserer Firma. Dann musste er weichen, weil Fensterputzer sich ankündigten, und wenn das der Fall ist, müssen sämtliche Fenster freigeräumt und zugänglich gemacht werden. Also bekam besagter Kaktus zuerst einen neuen Platz auf einem meiner Schreibtische und als alle Fenster sauber waren, auf einem Fenstersims im Flur. Und das war sein Glück, denn seither wird das knorrig, hölzerne Gewächs von berufenen Kollegen (einschließlich mir) gegossen und siehe da, schon haben sich zwei grüne Ohren gebildet, denen man sprichwörtlich beim Wachsen zusehen kann.


Reduktion

11.07.2007

Am vergangenen Wochenende in einer rotwein-seligen Runde, nach einer mehr als gelungenen Gartenparty, habe ich mich bis in die frühen Morgenstunden in folgende These verrannt:
Religion (Opium fürs Volk) könnte auf jeglichen klerikalen Schnickschnack verzichten, wenn sie sich auf die folgenden Kernaspekte konzentrieren würde:

  1. Bedingungslose Akzeptanz einer höheren Macht
  2. Radikale Anwendung des kategorischen Imperativs

Den meisten der Restpartygäste war diese, meine Weltreligions-Definition dann allerdings doch zu sehr (auf das Wesentliche) reduziert.
Also weiterhin Opium fürs Volk.
Ich blieb beim Rotwein.